Ein langer Weg.......

Startbeitrag von Samson Mobathy am 07.05.2003 20:56

Die Sonne läutete langsam Riasons Stunde ein, als Samson sich vom Balkon seines Privatgemaches, im Turm der Gilde Glenshire, in sein Arbeitszimmer zurück zog. Es war eine sehr anstrengende Zeit in diesen Tagen. Die Bauarbeiten am Gildenturm, sowie der umliegenden Bauten wie Viehställe oder Gulbin´s Handelskontorat waren fast abgeschlossen. Alle hatten viel geleistet. Gulbin war in den Rang eines Großmeisters der Alchemie aufgestiegen und Theodus war viel in Staatsangelegenheiten unterwegs gewesen. Also lag die Beaufsichtgung über die Fertigstellung des Gildenturmes zu einem großen Teil bei Samson.
Samson fiel auf, dass er seit längerer Zeit keine seiner Visionen mehr gehabt hatte. „Vielleicht die Arbeit“ dachte er sich. „Wer kann bei so viel Arbeit schon empfänglich sein für göttliche Visionen?“, lachte er. So, oder so ähnlich rechtfertigte er sich immer vor sich selbst. In letzter Zeit zu mindest. Hatten der, oder die Götter ihn vergessen?? War seine bisherige Reise umsonst? War sie zu Ende?
Eigentlich war er sich nicht einmal sicher, ob es überhaupt Visionen wahren. Manchmal waren es nur Gefühle, Menschen (auch anderes Volk) oder Bilder von Orten, die er als schön oder vertraut empfand. So auch der Glenshire Wald. Er kannte diesen Wald. Das wusste er. Warum konnte er sich nicht erklären. Als Theodus und Samson ihn eines Tages erreichten war es, als käme er nach Hause.....
Mit jedem Tag den er hier im Glenshire verbrachte wusste er, dass der Wald ihn an sich binden würde. Einmal stellte Samson sich vor, dass der Wald sein Vater wäre. So vertraut kam der Wald ihm bald vor.
„So etwas geht gar nicht“ , dachte er sich wieder. „Du bist echt überarbeitet“. Um sich wieder ein paar Schriftrollen und Verträgen widmen zu können, dachte er an ihre bevorstehende Reise nach Glennok. Der Hauptmann der blutroten Falken, Daran Noctan hatte zu seiner Vermählung den kompletten Hohen Rat der Gilde eingeladen.
Samson war nicht lange auf Glennok gewesen. Er und Theodus hatten sich auf der Reise dorthin schon vorher getroffen. Und Samson kannte ihn schon, bevor sie einander vorgestellt wurden. Das Gesicht war das selbe, wie aus einer seiner Visionen. Nur der Name war anders. Dieser Mann sollte eigentlich Schandalan heißen. Was er auch tat, wie sich rausstellen sollte.
Ohne es zu merken, las Samson die Dokumente und verfiel wieder in seine Zweifel. Wem sollte er es erzählen? Samson hatte oft mit Theodus über diese Visionen gesprochen. Sie waren innerhalb kürzester Zeit zu sehr guten Freunden geworden. Fast brüderlich gingen sie miteinander um. Aber was sollte er Theodus sagen, wenn er ihn nach einer neuen Vision fragte? Schließlich waren sie beide diesem Ruf gefolgt und die Bestätigung erhielten sie durch ihre Taten. Einiges was Samson „gesehen“ hatte, hatte die Gilde in sehr günstige Positionen gebracht. Einiges hingegen war nur für ihn bestimmt.
Aber die Arbeit war bald getan. Und was dann? Wie sollte es weiter gehen? Hatte er seine Aufgabe, seine Mission erfüllt?
Er wusste nicht einmal wer ihn auf diese Reise geschickt hatte. Doch er wusste nun, dass sie bald vorbei sein würde. Samson verfiel in ein ernstes Grübeln. Er hatte sich nie Gedanken über ein „danach“ gemacht.
„Ich könnte Priester werden, wie ich es vor hatte.“ Aber war ein Priester, ein Mitglied einer Handelsgilde? Und wenn er ein Priester werden sollte, welcher Gottheit würde er folgen? Den Sieben? Vielleicht, er wusste es nicht.
Eigentlich mochte er seine Arbeit innerhalb der Gilde. Er mochte die Freiheit. Welcher Glaube konnte ihm diese Freiheit geben, oder nehmen?? Dann war da noch der Wald. Er hatte ganz besondere Eigenschaften. Diese zu ergründen, sie zu erforschen, ja sie schützen. Das wünschte er sich für sein „danach“. Oder war es der Wunsch seines Herzens. Oder der des Waldes? Und dann war da noch die Gilde, seine Freunde, seine Arbeit. Das alles bedeutete ihm inzwischen sehr viel.
Die Gilde Glenshire war sein neues Heim geworden. Und eine neue Familie hatte er auch gefunden...........

Zufrieden mit diesen Gedanken ging Samson noch einmal den Turm hinunter, um am Abendmahl teilzunehmen. Er nahm sich einen Teller und ein Tuch und ging zum Tisch mit dem Essen. Er nahm sich einen halben gebratenen Hahn, ein Kanten Brot, Käse und etwas Obst vom Tisch. Dazu holte er sich einen Krug mit Apfelmost.
Er suchte sich einen freien Platz an einem der Arbeitertische und lies sich nieder. Samson aß und sprach mit den Arbeitern, die beim Bau des Handelskontorates beschäftigt waren. Es freute ihn, dass sie in guter Stimmung waren.
Nach dem Abendessen verbrachte er noch etwas Zeit damit, seinen Schreibtisch zu ordnen. Eine Stunde nach Sonnenuntergang ging er zu Bett..........

Fortsetzung folgt.........
;o))

von

Torben Wulff

aka

Samson Mobathy

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