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UKW / TV-DX-Forum
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Erfolgsrezept für "Sparodic E" Empfänge?

Startbeitrag von March am 10.04.2006 21:25

Da ich noch relativ neu im DX-Hobby bin habe ich folgende Frage: Wie schafft man es Sporadic-E Stationen zu empfangen? Ist es einfach nur Zufall (d.h.: scannen, scannen, scannen bis man erfolgreich ist) oder gibt es hier auch Indikatoren wie z.B. Inversionswetter, welches ja bekanntlich für Tropo verantwortlich ist? Ich weiß nur (bzw. hab gehört) das Sparodic-E hauptsächlich in den Sommermonaten vorkommen soll und dass mit Sparodic-E viel größere Entfernungen als bei Tropo zurück gelegt werden. Ich wäre euch sehr dankbar für jeden Tipp welcher Sparodic-E Empfänge möglich machen könnte.

Antworten:

Es lohnt sich sehr, die unteren Bänder zu beobachten, also konkret das 27 MHz-CB-Funkband, das 28 MHz-Amateurfunkband, sowie das 6m-Amateurfunkband, die Kanäle 2, 3 und 4 im Band I-Fernsehen, dann auch das OIRT-UKW-Band; je höher die Sporadik-E-Empfangsmöglichkeiten gehen (frequenzmässig), desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in unserem CCIR-UKW-Band (87-108 MHz) losgeht.

von dxbruelhart - am 11.04.2006 04:37
Bedeutet das, dass Sparodic-E Empfänge haupsächlich im unteren UKW-Bereich zu beobachten sind ???

Sparodic-E im 11m Band des CB-Funks !?! Ich war füher begeisterter CB Funker aber davon habe ich noch nie etwas gehört. Aber anscheinend lernt man wohl nie aus. Ich glaub ich werde mal meine alte CB Mobil Station auspacken und im 11m Band ein wenig die Aktivitäten beobachten. Danke schonmal für die Antwort. Gibt's vielleicht noch weitere Tricks und Tipps ?

von March - am 11.04.2006 11:20
Ausser Statistiken gibt es da bislang nur Mutmaßungen. Am häufigsten sind die Es-Empfänge im UKW-Band wohl zwischen Mitte Mai und Anfang August. Ein Zusammanhang mit gewitterträchtigen Wetterlagen wurde immer wieder behauptet, konnte bislang aber noch nicht verifiziert oder gar wissenschaftl. nachgewiesen werden.
Insofern hilft wirklich nur ständiges Beobachtend der Bänder. Als Indikator hilfreich sind hier sicher die Band I-TV-Kanäle. Echte Es-Fans lassen festeingestellte TV-Geräte in der Saison ganztags flimmern, so daß sie schnell und unkompliziert Öffnungen mitbekommen, die dann aber nur in einem Bruchteil der Fälle auch das CCIR-UKW-Band betreffen.


von PeterSchwarz - am 11.04.2006 12:59
Ich lasse oft eine niedrige freie Frequenz (bei mir hier die 88.5) leise rauschen. Wenn was sporadisches läuft, merkt man das meist schon relativ schnell an kleinen Unregelmäßigkeiten oder bestenfalls bereits kurzen Scatter-Empfängen. Die VHF-Kanäle 2-4 zu beobachten kann sich ebenfalls lohnen. Die verwendete Antenne sollten möglichst weder nur vertikal als auch nur horizontal sein, sondern eher flexibel - am besten hat sich bei mir eine Schrägstellung der Antenne erwiesen (sagen wir mal so ca. 50°). Zu Beginn und gegen Ende der Es-Saison habe ich bisher vornehmlich in Nachmittags-und Abendstunden Beobachtungen machen können - in der heißen Phase (Mitte Juni bis Ende Juli) auch vormittags. Letztes Jahr konnte ich bereits am 28. April meinen ersten Sporaidc-E-Log landen, deshalb bin ich mir nicht sicher, ob man die Saison wirklich in unterschiedliche Phasen einteilen kann.

von LukeDX - am 11.04.2006 17:34
Zitat

Bedeutet das, dass Sparodic-E Empfänge haupsächlich im unteren UKW-Bereich zu beobachten sind ???

Eindeutig ja! Sporadisch E "baut" sich sozusagen aus dem oberen Kurzwellenbereich (ca. 30MHz) über das untere VHF Band.1 (50MHz also K2-K4) bis in den UKW Bereich auf. Sehr viel häufiger und vor allem stärker lassen sich auf UKW im Bereich 87,5 MHz bis 90 MHz sporadisch E Empfänge erzielen als im Bereich um z.B. 106 MHz. Demzufolge kann man in Band.1 viel häufiger sporadisch E ausnutzen als auf UKW.
Zitat

Die verwendete Antenne sollten möglichst weder nur vertikal als auch nur horizontal sein, sondern eher flexibel

Wenn ich mich nicht irre spielt das aber gar keine so große Rolle wie die Polarisation nun ist,denn durch die Reflektion in der Ionosphäre wird die Polarisation eh stark gedreht.

von Jens1978 - am 11.04.2006 20:43
Joa, und ich finde das ganz cool das es vor allem in unteren so stark ist, weil auf dieses stück auf der UKW Spectrum hier kaum ortsender sitzen. Sogar zwischen 88.1 und 88.5 ist kein starkes signal zu hören!

Hier habe ich auch seehhrr haufig Sporadic-E logs gemacht, sofort mit RDS und alle mucke. Ich freue mich wieder auf das ES-Saison 2006 :D

von Jassy - am 11.04.2006 20:49
Zitat

Wenn ich mich nicht irre spielt das aber gar keine so große Rolle wie die Polarisation nun ist,denn durch die Reflektion in der Ionosphäre wird die Polarisation eh stark gedreht.


Müßte es nicht auch so sein, daß man Antennen nach o b e n zum Himmel ausrichten müßte, anstatt in irgendeine horiziontale Richtung zu drehen (da die Wellen auch von o b e n auf den Empfänger treffen)? Das ist zumindest meine Schlußfolgerung - allerdings habe ich das so noch nirgends gelesen. Falls jemand mich in dieser Auffassung bestärken, bzw. mich davon abbringen will, bitte ich darum, das hier zu tun. In diesem Fall dürfte ein ganz senkrecht angebrachter Dipol am kontraproduktivsten sein.

von Sebastian Fritzsche - am 12.04.2006 10:56
Die Signale kommen ja meist auf 1000-2000km Entfernung, die E-Schicht, wo sie gespiegelt/gekrümmt werden, dürfte in 100-200km Höhe sein, entsprechend flach kommen die Signale dann immer noch an der Antenne an. Also muss diese dann schon eher zum Horizont zeigen, selbst wenn ich jetzt bisschen Erdkrümmung berücksichtige. Ob sie aber nun waagrecht, senkrecht oder sonstwie angebracht werden muss, ist wahrscheinlich schwer zu sagen, da man nicht pauschal sagen kann, wie gedreht so eine Signal nun daher kommt. Außerdem wird ja auch nicht überall wie bei uns horizontal polaristiert gesendet.

von Habakukk - am 12.04.2006 11:14
Dass die Polarisation (Schwingungsebene) durch die Reflexion an der Ionossphäre gedreht wird, habe ich auch schon mal gelesen. Ich weiß allerdings nicht, ob dabei gewisse Polarisationsebenen bevorzugt werden (etwa in dem Sinne, dass sie weniger Dämpfung erfahren als andere). Falls es nicht so ist, dann ist auf jeden Fall eine Drehung der Antenne um 45 Grad oder so ähnlich ein guter Kompromiss.
Erfolgreiche Umlenkung zur Erdoberfläche gibt es nur für jene Strahlenanteile, die relativ flach auf die Ionosphäre auftreffen. Rings um den Sender herum existiert deshalb eine recht große tote Zone, in der er nicht durch Ausbreitung via Sporadic E empfängen werden kann.

Ingo

von Ingo-GL - am 12.04.2006 12:03
Kommt Sporadic E nur auf freien Frequenzen durch oder können auch starke Sender "weggedrückt" werden?

von March - am 12.04.2006 12:29
An guten Tagen sind die Signale so stark, dass ortsübliche Sender zumindest gestört werden. Und Es-Sender, deren Frequenz 200 kHz neben dem Ortsender liegt, sind dann mit jedem Kofferradio zu empfangen. Ich konnte Es-Signale im vergangenen Jahr häufig mit meinem Autoradio empfangen. Und einmal am Morgen störten sie sogar den Empfang des DLF im Küchenradio.

Einer besonders aufwendigen Antenne bedarf es nicht. Eine Teleskopantenne reicht aus. Gute Trennschärfe ist natürlich hilfreich, wie immer bei DX. Dann klappt es auch 100 kHz neben dem Ortssender.

Ingo

von Ingo-GL - am 12.04.2006 13:30
Ich glaube, der wichtigste Faktor ist gar nicht genannt worden: ZEIT! Ich hatte im Juni vor drei Jahren das Glück, im Urlaub zuhause viel machen zu müssen und ließ von morgens bis nachts leise die 88,0 vor sich hin rauschen. Ich hatte täglich, wenn auch manchmal nur für wenige Minuten, E-s-DX. Hätte ich nur ab und zu reingezappt, wäre weit weniger an die Oberfläche gekommen. Seit damals nutze ich während der Saison die Festsendertasten ausschließlich für freie Frequenzen im unteren Drittel, um einen schnellen E-s-Kontroll-Scan zu machen. Dumm nur, wenn man im Buro sitzt und hier mitlesen muss... ;)

von Erich Hoinicke - am 12.04.2006 15:43
Wird/Wurde Es nicht mit Sonnenflecken in Verbindung gebracht? Das hab ich bis heute nicht genau verstanden, welche Auswirkungen die Flecken haben sollen.

von Sebastian Dohrmann - am 13.04.2006 13:04
Zitat
Sebastian Dohrmann
Wird/Wurde Es nicht mit Sonnenflecken in Verbindung gebracht? Das hab ich bis heute nicht genau verstanden, welche Auswirkungen die Flecken haben sollen.


Und warum gibts Du dann nicht bei Google 'sonnenflecken wellenausbreitung' ein und liest gleich den ersten Hit

http://barc.or.at/cms/content.php?content.13

welcher fast schon für Dummies geignet das in wirklichen einfachen Worten erklärt?



von Vorverstaerker - am 13.04.2006 14:56
Danke. Deswegen muss man aber nicht gleich so barsch reagieren. ;)

von Sebastian Dohrmann - am 13.04.2006 16:38
Zitat

Das hab ich bis heute nicht genau verstanden, welche Auswirkungen die Flecken haben sollen

Mach dir nichts draus ;-) Es ist überhaupt noch nicht wirklich geklärt durch was die sporadische E-Schicht sich überhaupt aufbaut. Zwar gibt´s viele Vermutungen, die aber meines Wissens bis jetzt noch nicht wissenschaftlich bewiesen wurden.

von Jens1978 - am 13.04.2006 18:06
Zitat
Sebastian Dohrmann
Danke. Deswegen muss man aber nicht gleich so barsch reagieren. ;)


War garnicht barsch gemeint... :-)


von Vorverstaerker - am 14.04.2006 07:21
OK, dann hab ichs falsch aufgefasst. Die Tücken des Internets.. ;) :cheers:

von Sebastian Dohrmann - am 14.04.2006 16:31
Etwas OT


Zitat
March
Bedeutet das, dass Sparodic-E Empfänge haupsächlich im unteren UKW-Bereich zu beobachten sind ???

Sparodic-E im 11m Band des CB-Funks !?! Ich war füher begeisterter CB Funker aber davon habe ich noch nie etwas gehört. Aber anscheinend lernt man wohl nie aus. Ich glaub ich werde mal meine alte CB Mobil Station auspacken und im 11m Band ein wenig die Aktivitäten beobachten. Danke schonmal für die Antwort. Gibt's vielleicht noch weitere Tricks und Tipps ?

_________________________________________________________
UHF: 91-Ele. Hirschmann vertikal (Fix auf Warner Barracks Bamberg)
UKW: 7-Ele. Wittenberg horizontal (auf Rotor)
TV: Hitachi CTM 2119 Multisystem
TUNER: Grundig R 500 & Pioneer VSX-405RDS Mk II
QTH: 96123
AFN 4-EVER!!!!!!!!!!



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.04.06 15:03 durch March.


Das merkst du wenn du plötzlich Stationen aus Österreich, Schweiz,Spanien u.s.w. deutlich mit Fading auf FM hören kannt.
Dann kannst du mit den 4Watt sogar dort gehört werden!
Vorraussetzung ist natürlich eine vernünftige abgestimmte Antenne (swr) die auch entsprechend hoch aufgebaut ist.

Und auf UKW ist es ähnlich.
Da hörst du dann Radiostationen aus Spanien,Italien,Frankreich u.s.w. mit ein Fading.
Oft hört man auf einer Frequenz mehrere ES Sender gleichzeitig.
Z.b. Frankreich fadet weg während Spanien rein fadet.
Manchmal ist ein Sender sogar konstant über einen längeren zeitraum zu hören.
RDS und Stereo werden hier normal Dekodiert.
Hier muss der RDS Dekoder zimlich schnell sein zum dekodieren.
Oft wird meisst die Pi kennung geloggt.
Da dies schneller geht als die PS.

Zum Pi Loggen muss man den RDS Dekoder umbauen.
Einfach mal im Hauptforum nach RDS Dekoder ( Manager ) umbau suchen.



von _Yoshi_ - am 14.04.2006 19:26
Zitat
Yoshi2001
Zum Pi Loggen muss man den RDS Dekoder umbauen.
Einfach mal im Hauptforum nach RDS Dekoder ( Manager ) umbau suchen.


Na, das ist aber eine gewagte Behauptung. Es gibt auch Radios, die das von Haus aus vernünftig können, z.B. mein Grundig Allixx!

Gruß
Fred


von Vorverstaerker - am 14.04.2006 19:58
Aber eine mehrzahl der Tuner oder Radios können das häufig nicht ohne umbau oder geheime Servicemenues.
Es gibt allerdings wenige ausnahmen die das direkt auf Knopfdruck können.



von _Yoshi_ - am 15.04.2006 15:11
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