Startbeitrag von Orbanascholam 29.03.2004 15:40
Ich habe heute in der Firma vier Stunden damit verbracht, dem Chaos Herr zu werden, daß der jüngste Sproß der NetSky-Familie (Netsky.Q) in der Kommunikation zwischen uns und unseren Kunden angerichtet hat. Und dabei wurde noch nicht einmal ein Rechner nachweislich infiziert.
Was war geschehen?
Auf einem infizierten Rechner hat der Virus offenbar (mindestens) 3 Adressen gefunden, darunter die unserer News-Mailingliste. Jetzt ist Netsky so perfide, daß er sich getarnt unter einer der gefundenen Adresse an eine andere verschickt. In diesem Fall hat er sich zum einen als unsere Mailadresse getarnt. Der Empfängerserver hat natürlich den Virus entdeckt, und prompt eine Virus-Warnung "zurück" geschickt ... richtig, an die Mailingliste; d.h. diese Notifikation wurde an jeden weitergeleitet, der auf der Liste stand. Und von einigen kam auch prompt die Antwort an uns: "Äh, habt ihr nen Virus?"
Natürlich nicht.
Im zweiten Fall hat der Virus sich auch direkt an die Liste verschickt, weshalb eine Mail mit dem Virusanhang auch bei mir auf dem Rechner gelandet ist. Da ich glücklicherweise Pegasus Mail verwende, wurde der Viruscode nicht, wie er könnte, automatisch ausgeführt, sondern blieb schön brav in meinem Ordner, bis ich ihn gelöscht habe.
Jedenfalls habe ich heute erst einmal Mails an alle schreiben müssen, um ihnen zu erklären, daß nicht wir der Ausgangspunkt waren, sondern der Virus nur so getan hat, als ob ... *grrrrrrrrr*
Und da liegt denn auch der wahre Schaden, den diese Viren anrichten. Obwohl sie inzwischen eher selten noch Rechner infizieren (die Anti-Viren-Programm-Hersteller sind inzwischen sehr flink mit der Herausgabe aktueller Signaturdateien und Mail-Server aktualisieren diese sowieso vollautomatisch mehrmals am Tag. Dadurch wird bereits der allergrößte Teil der Viren schon auf dem Server gelöscht, bevor sie überhaupt zum Endanwender gelangen können), erzeugen sie soviel Verkehr und Chaos, das man praktisch von der eigentlichen produktiven Arbeit abgehalten wird. Das besonders perfide daran ist, daß die ernsthaften Internet-User anfangen sich gegenseitig zu verdächtigen, infiziert zu sein (im gut gemeinten Sinne zwar, aber trotzdem).
So wie es aussieht, läuft zur Zeit ein Krieg zwischen den Schreibern der Netsky- und der Bagle-Viren, der auf unserem Rücken, respektive in unseren Rechnern, ausgetragen wird. Ein besonderes Merkmal der Netsky-Viren ist dabei, daß sie beleidigende Kommentare gegenüber dem Bagle-Autor enthalten und daß sie eventuell vorhandene Bagle-Viren vom Rechner löschen. Ob sich der Netsky-Autor deshalb für moralischer hält, ist mir eigentlich, gelinde gesagt, sch... egal. Wie ich ja oben bereits festgestellt habe, ist unserer Firma aufgrund seines Virus durch die Bindung meiner Arbeitskraft ein konkreter Schaden entstanden.
Dasselbe gilt ja auch für Spam. Es wird geschätzt, daß der deutschen Industrie durch Spam und Viren im letzten Jahr ein Schaden von rund 2,3 Milliarden Euro entstanden ist. Und das wird in diesem Jahr wohl kaum weniger werden ...
Kurz gesagt: Ich bin super stinkig heute!!!!! :angry: :mad:
von ernestine - am 29.03.2004 15:52
Re: Krieg der Viren - gutes Tool
Ansonsten empfehle ich das kostenlose Programm www.free-av.de, das regelmäßig aktualisiert wird.
Spams werden bei mir auch täglich mehr - die guten Absichten der EU und Microsoft scheinen da wohl noch nicht zu bewirken.
von Norbert Reichinger - am 29.03.2004 16:28
von Orbanaschol - am 29.03.2004 17:05
Re: Krieg der Viren - gutes Tool
Auch diese beiden sind kostenlos im Netz erhältlich.
Gut soll auch Sophos (www.sophos.de) sein, kostenlos zumindest für Angehörige der RWTH-Aachen.
von Orbanaschol - am 29.03.2004 17:08