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Jonny, Jason, Arius, dingo

Deutsche Banken gefährdet

Startbeitrag von Jonny am 13.08.2003 21:20

Bankenaufsicht erhöht Kontrolle

Die deutsche Allfinanzaufsicht hat ihre Kontrolle bei mindestens zehn Großbanken verschärft. Angesichts der jüngsten Probleme in der Branche schickt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) regelmäßig Vertreter zu den Aufsichtsratssitzungen.
Großbanken im Visier
Darunter sind die Deutsche Bank, die Commerzbank, die HypoVereinsbank (HVB) und die zum Allianz-Konzern gehörenden Dresdner Bank. Bei als Risiko-Institute geltenden Banken wie der WestLB, die bei fehlgeschlagenen Auslandsengagements viel Geld verlor, sei die BaFin bei sämtlichen Sitzungen vertreten. Unter Beobachtung stehen derzeit außerdem mehrere öffentlich-rechtliche Landesbanken wie die Bankgesellschaft Berlin, die Bayerische Landesbank und die NordLB sowie die genossenschaftliche DZ Bank und eine Reihe kleiner Privatbanken.
Besuch von Aufsichtsratsitzungen
Die BaFin reagiert mit diesem Schritt auf bestehende Ängste über den Zustand der Branche. Sie tritt gleichzeitig auch Vorurteilen mancher Analysten entgegen, dass die Aufsichtsbehörde ihre Kontrollfunktion häufig zu lax angehe. Die deutschen Kontrollbehörden haben seit jeher das Recht, Aufsichtsratssitzungen zu besuchen. In den vergangenen 24 Monaten wurde die Aufmerksamkeit jedoch geschärft, als Finanzinstitute wie die WestLB, die HVB, die Bayerische Landesbank und die Bankgesellschaft Berlin in Schwierigkeiten gerieten.
Proaktives Handeln
"Unsere Anwesenheit ist Teil einer guten, proaktiven Kontrolle. Sie ist keineswegs ein Signal dafür, dass etwas schief geht", sagte Helmut Bauer, oberster Bankenaufseher der BaFin. Angaben zu einzelnen Banken, bei denen die Aufsichtsbehörde vorstellig wird, machte er nicht.
Sengera Rücktritt aufgrund von BaFin-Kritik
Banker sind überzeugt, dass die BaFin ihre Zügel wegen der in jüngster Zeit zum Teil heftigen Kritik an den Entscheidungen der Aufsichtsratsmitglieder angezogen hat. So überraschte die BaFin zahlreiche Beobachter, als sie Berichte der WestLB über ihre Fehlinvestitionen bei der TV-Leasinggesellschaft Box Clever in Großbritannien hart kritisierte. Dies führte im vergangenen Jahr zu einem Wertberichtigungsbedarf von mehr als 400 Mio. Euro. Die Kritik der BaFin hatte schließlich den Rücktritt des WestLB-Chefs Jürgen Sengera zur Folge.
Zweifelhafte Geschäfte
Die Bankgesellschaft Berlin war 2001 wegen zweifelhafter Geschäfte mit geschlossenen Immobilienfonds in Schwierigkeiten geraten. Das Land Berlin hatte als Mehrheitseigner eine milliardenschwere Haftungsübernahme und musste daher für die Verluste der Bank geradestehen.
Größter Gläubiger bei Kirch-Insolvenz
Der Bayerischen Landesbank wurde als größtem Gläubiger die Insolvenz des Kirch-Konzerns zum Verhängnis. Das Kreditvolumen der landeseigenen Bank betrug 1,7 Mrd. Euro. Auch die DZ Bank hatte, obwohl nur mit einem Exposure von 400 Mio. Euro dabei, mit der Pleite zu kämpfen und wurde von Rating-Agenturen fast auf Junk-Status gestuft.
Zahlreiche Pleiten
Die HVB sackte 2002 in die roten Zahlen, nachdem sie von den Insolvenzen bei Kirch, dem Flugzeughersteller Fairchild Dornier, Philipp Holzmann und Babcock hart getroffen worden war. Die für die Refinanzierung wichtige Kernkapitalquote sank zum Jahresende von 6,5 auf 5,6 Prozent.
Kreditrisiken senken
Wegen all dieser Schwierigkeiten tauchten im Februar Gerüchte über eine so genannte Bad Bank auf. Dabei sollte der Staat durch eine Beteiligung möglicherweise notleidende Kredite auffangen. Stattdessen gründeten die Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Dresdner Bank und die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau dann eine so genannte Neue Bank. Sie soll Kredite verbriefen und damit die Kreditrisiken der einzelnen Banken entfernen. Der Neuen Bank können sich weitere Institute anschießen.
Gefahr des Dominoeffekts
Die Aufseher sind davon überzeugt, dass ihr schnelles Eingreifen in diesen Fällen einen möglichen Zusammenbruch einer der Banken verhindert hat. Sie fürchten jedoch nach wie vor, dass Probleme bei einer Bank einen Dominoeffekt auf andere im Grunde finanziell gesunde Finanzinstitute haben könnten.
Gemischte Gefühle bei Kontrollen
Analysten betrachten die schärferen Kontrollen der BaFin mit gemischten Gefühlen. "Das ist die Antwort darauf, dass die angebliche Unangreifbarkeit des deutschen Bankensystems in jüngster Zeit in Frage gestellt wurde", sagte Jeremy Sigee von der Citibank. Auch Garth Leder, Analyst bei der auf Finanzdienstleister spezialisierten Investmentbank Fox-Pitt, Kelton hält die neuen Maßnahmen ebenfalls für beunruhigend: "Das ist ein ungewöhnlicher und dramatischer Schritt für eine Aufsichtsbehörde", sagte er.
Antworten:

Re: Entweder du arbeitest für den Hungerlohn eines Inders....

......oder du hast deinen Job los:

Banken werden Jobs in Billiglohnländer verlegen

Es is damit zu rechnen, dass die führenden Finanzinstitute in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum Jahr 2008 rund 100.000 Stellen aus den Bereichen Datenverarbeitung, Informationstechnologie oder Call Center in so genannte Billiglohnländer auslagern, heißt es in einer in Frankfurt von der Unternehmensberatung A.T. Kearney vorgelegten Studie. Die Banken könnten damit rund fünf Milliarden Euro einsparen.

Verwaltungskosten zu hoch
Gründe für die Auslagerung der Stellen seien der Druck, die eigenen Verwaltungskosten weiter zu senken, und angesichts niedriger Börsenbewertungen auch die Furcht der Konzernführungen vor einer feindlichen Übernahme. Allein die deutschen Großbanken, der derzeit mit einer sehr schwachen Ertragslage bei gleichzeitig hohen Verwaltungskosten kämpfen, haben jüngst schon Zehntausende Arbeitsplätze gestrichen.

Europäer hinken hinterher
Große US-Finanzkonzerne hätten bereits Tausende von Arbeitsplätzen nach Indien verlagert, wo die Personalkosten für die Firmen nur einen Bruchteil im Vergleich zum Heimatland betragen, erklärte der Autor der A.T. Kearney-Studie, Andreas Pratz. Diesem Trend werde sich auch der europäische Bankensektor nicht entziehen können. "Die Amerikaner sind den Europäern aber fünf bis sieben Jahre voraus." Jobverlagerungen etwa nach Osteuropa - im Zuge der bevorstehenden Erweiterung der Europäischen Union - könnten die Kosten der Institute um 30 Prozent reduzieren, fügte Pratz hinzu.

Deutsche Bank: Es gibt Überlegungen
Erst am Montag war bekannt geworden, dass die Deutsche Bank mögliche Ausgliederungen weiterer Arbeitsbereiche prüft. Einem Zeitungsbericht zufolge will Deutschlands größtes Geldhaus in der Sparte "Global Technology and Operations" (GTO) 5500 Arbeitsplätze an externe Dienstleister abgeben oder in Niedriglohnländer verlagern. Ein Sprecher der Bank hatte den Bericht mit den Worten kommentiert: "Es gibt hierzu weder eine faktische Entscheidungsgrundlage, noch liegen konkrete Zahlen vor." Es gebe aber Überlegungen "prinzipieller Art".

Goldman Sachs will nach Indien
Die US-Investmentbank Goldman Sachs will einem anderen Zeitungsbericht zufolge im nächsten Jahr einen "wesentlichen Teil" ihrer Aktivitäten in Großbritannien nach Indien verlagern. Die US-Großbanken J.P. Morgan und Citigroup haben schon Arbeitsplätze aus dem Bereich der Unternehmensanalyse in Niedriglohnländer verlegt.


PS:
Microsoft praktiziert diese Methode auch schon und hat bereits tausende amerikanische IT-Experten entlassen und läßt sein Zeug jetzt in Indien programmieren.

von Jonny - am 13.08.2003 21:24

Logik des Grosskapitals...

...Lohnkosten senken, Personal entlassen, Outsourcing, bringt mehr Gewinn.
Daß dadurch immer mehr zu einem geringeren Lohn arbeiten müssen, oder arbeitslos werden, ist ihnen kurzfristig egal.
Daß danach die Nachfrage einbricht und damit auch ihre Gewinne einbrechen, dieser Zusammenhang ist den Rindviechern anscheinend zu hoch.
Sollten sich an den alten Henry Ford sen. erinnern, der meinte:
"Autos kaufen keine Autos."

von Jason - am 13.08.2003 21:37

Re: Entweder du arbeitest für den Hungerlohn eines Inders....

In der sonntagsschule haben wir gelernt, dass alle menschen gleich
sind. wir haben heute noch krasse gegensaetze in den einkommen
weltweit. wieviele familien muessen mit 1 - 2 dollar pro tag auskommen?
sobald die umverteilung losgeht, und damit die aermeren etwas mehr
abkriegen, werden im westen die leute deprimiert und koennen die
welt nicht mehr verstehen. was wichtig sein wird in der zukunft ist,
dass alternative arbeitsmodelle geschaffen werden und damit dem
arbeitslosenheer wieder einen lebenssinn zu geben.

von dingo - am 14.08.2003 16:16

Re: Entweder du arbeitest für den Hungerlohn eines Inders....

Zitat

sobald die umverteilung losgeht, und damit die aermeren etwas mehr
abkriegen, werden im westen die leute deprimiert und koennen die
welt nicht mehr verstehen.
Zitat



von Jonny - am 14.08.2003 16:37

Fehler--->nochmal

"sobald die umverteilung losgeht, und damit die aermeren etwas mehr
abkriegen, werden im westen die leute deprimiert und koennen die
welt nicht mehr verstehen"

Umverteilung wäre schön und gut, aber die Leute in Indien werden sicher nur ausgebeutet und kriegen so gut wie nichts ab. Und sobald in Indien die Löhne etwas steigen, wandern die Firmen nach Sri Lanka. Und wenn dort die Löhne bisschen steigen suchen sie das nächste Land wo die Menschen für nix arbeiten. Es ist nicht einzusehen, dass die Manager-Gehälter explodieren (10-100 Millionen im Jahr) und alle anderen für ein Dollar je Stunde arbeiten sollen.
Das ist nichts anderes als die systematische Vernichtung des Mittelstandes und die Einteilung der Welt in ganz Arme und ganz Reiche.
Umverteilung würde für mich bedeuten, dass als erstes Bill Gates etwas von seinen Milliarden an die Armen abgibt.

von Jonny - am 14.08.2003 16:49

Deutschland vor der Deflation?

Deflation
Was tun, wenn die Preise fallen?

Deutschland droht ein gefährlicher Verfall der Preise. Die Wirtschaft steht vor einem brutalen Ausleseprozess. Nur die Starken überleben. Und die Vorbereiteten. Die Alarmrufe sind unüberhörbar. "Deflationäre Tendenzen" erkennt die Bundesbank am Horizont, "zumal bisher keine klaren Auftriebskräfte für ein Überwinden der Wirtschaftsschwäche auszumachen sind". Der Internationale Währungsfonds glaubt, es sei "wahrscheinlich", dass sich in Deutschland "eine milde Deflation über die nächsten Jahre verfestigt".

Weg in die Abwärtsspirale
Deutschland sei "ungebrochen" auf dem Weg in die Abwärtsspirale, warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Für immerhin möglich halten Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, von Amts wegen eigentlich dem Optimismus verpflichtet, und Luxemburgs Notenbankchef Yves Mersch eine Deflation in Deutschland.

Angst vor anhaltendem Preisverfall
Angst im vormaligen Wirtschaftswunderland, Angst vor einem anhaltenden Preisverfall mit womöglich schlimmen Folgen für die reale Wirtschaft. Zwar verkünden viele Konjunkturforscher und auch die Bundesregierung unverdrossen, ein schwacher Aufschwung sei in Sicht. Aber nachdem sie drei Jahre lang eine Fehlprognose nach der anderen abgegeben haben, mögen viele den Verheißungen nicht mehr so recht glauben.

Minderheit der Firmen ist vorbereitet
In anonymen Umfragen sagt die Mehrheit der Manager und Unternehmer, sie halte das Risiko einer Deflation in Deutschland für hoch. Aber nur eine verschwindend kleine Minderheit der Firmen ist vorbereitet. Sie verfahren nach der Duldungsstarre-Strategie: Kopf einziehen, wegducken und hoffen, dass es bald vorüber ist.

Abwarten, was passiert
Eine riskante Haltung. "Wer jetzt nicht radikal handelt, begibt sich in große Gefahr", sagt Daniel Stelter, Berater bei der Boston Consulting Group (BCG). "Die meisten Unternehmen", so Stelter, "warten einfach ab, was passiert. Viele werden die Deflation nicht überleben."

Zu wenig Erfahrung mit Deflation
Der Grund für die Ignoranz: Weil die heutigen Manager keine Erfahrung haben mit dem großen Preisverfall, erscheint dieses Krisenszenario als rein theoretische Katastrophe. Denken und Handeln sind auf eine inflationäre Welt konditioniert.

Neue Herausforderungen
Mit Ausnahme Japans, das Mitte der 90er Jahre in eine Abwärtsspirale geriet, steigt seit annähernd sechs Dekaden das Preisniveau in allen westlichen Volkswirtschaften. Sollte Deutschland von einem Deflationsstrudel erfasst werden, stehen die Manager vor einer ganz neuen Herausforderung - vor einer Expedition ins Schattenreich der Ökonomie: Eine deflationäre Wirtschaft ist eine widrige Welt, in der ein brutaler Ausleseprozess abläuft. Nur die Starken, die Gesunden und die Klugen überleben. Und die Vorbereiteten.

von Jonny - am 14.08.2003 18:25

Re: Deutschland vor der Deflation?

In Amiland ist die Kerninflationsrate auf 1% gefallen. Da sieht's nicht besser aus als bei uns.

von Arius - am 15.08.2003 18:40

Ohne Krieg sähe es noch viel schlechter aus...

...reden zwar im Moment von 2% Wachstum (amerikanischem Wachstum, das auch Technikfortschritt als Wachstum umrechnet), das meiste davon sind aber Miltärinvestitionen, die der Staat per Kredit indiziert.

von Jason - am 15.08.2003 19:09
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