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Hüruper

HSG Nord-NF - DHK Flensborg 31:25 (10:15)

Startbeitrag von Hüruper am 29.10.2006 19:48

Absturz ins Bodenlose

DHK Flensborg erlebte bei der HSG Nord-NF nach einer 15:10-Halbzeitführung eine »sportliche Katastrophe« und unterlag mit 25:31

Im Handball ist bekanntlich vieles möglich - seit dem vergangenen Wochenende ist die Rubrik »Unmögliches wurde möglich« um eine Episode reicher. Schauplatz einer enorm unterhaltsamen weil absolut denkwürdigen Regionalliga-Partie war die mit 350 Zuschauer gut gefüllte Nordfrieslandhalle in Leck, in der sich die HSG Nord-NF und der DHK Flensborg zum Derby gegenüberstanden. Der 31:25-Endstand für die Gastgeber deutet nicht im geringsten auf dramatische und schicksalsträchtige 60 Spielminuten hin.

Die erste Halbzeit hatten mit klaren Vorteilen für die Gäste und einer 15:10-Pausenführung eher die allgemeine Erwartungshaltung bestätigt und nichts ließ auf einen zweiten Abschnitt vermuten, in dem der Gast aus Flensburg ein sportliches »Waterloo« erleben sollte.

Rauschzustand

In dem Maße, wie sich die HSG Nord-NF auch ohne Spielmacher Anders Okholm (privat kurzfristig verhindert) in einen Rausch spielte, brachen beim SdU-Vertreter aber alle Dämme. Nach sieben Minuten hatten die kampfbegeisterten Nordfriesen das Derby beim 17:17 egalisiert und spätestens bei der ersten Führung (20:19 in der 45. Minute) die Nordfrieslandhalle endgültig in ein Tollhaus verwandelt.

In der »Friesenhölle« kam es für den Tabellenzweiten aus Flensburg aber noch viel dicker. Als die Anzeigetafel fünf Minuten vor dem Ende farbenfroh in roter Leuchtschrift das 31:21 verkündete, war die »sportliche Katastrophe« für den DHK längst zur Realität geworden. Daran änderten die letzten vier Treffer der Partie auch nichts mehr.

Ratlosigkeit

Ratlosigeit auf der einen, überschwenglicher Jubel auf der anderen Seite beherrschte die Szenerie nach dem Schlusspfiff, den schließlich alle Akteure herbeigesehnt hatten. Während die DHK-Delegation gesenkten Hauptes und mit versteinerte Miene das Geschehene nicht begreifen konnte, genossen die Hausherren einen weiteren Husarenstreich gegen einen als Favorit angereisten Gegner ausgiebig.

»Unser Abwehrspiel war nach der Pause famos, alle haben sich in der Dienst der Mannschaft gestellt und sich als Einheit präsentiert«, freute sich Holger Rapraeger, der bei der HSG die verwaiste Rolle des Trainers übernommen hat. »Somit konnten wir unser Tempospiel aufziehen und schließlich gewinnen.«

Kollektiv-Versagen

DHK-Coach Christian Lutter brauchte erst einmal eine »Nacht lang« um sich von dem »Kollektiv-Versagen« seiner Mannschaft zu berappeln und Gründe für die sportliche Misere zu finden. »Ein Knackpunkt war, das die HSG unsere Außen aus dem Spiel genommen haben. Dadurch kamen wir aus dem Spielfluss und haben uns in Einzelaktionen verzettelt«, so Lutter, »schließlich sind wir dann sogar gänzlich zusammengebrochen.«

Der DHK konnte in Leck nur eine Halbzeit lang die Tendenz der letzten Wochen verändern, also die spielerischen Defizite beheben. Nach Wiederanpfiff fielen die Lutter-Schützlinge schließlich in eine ausgedehnte Schwächephase, die erst von den souveränen Schiedsrichtern Ehrig/Hintz (Bad Segeberg) beendet wurde. »Wir haben kopflos gespielt und sind in hektische Aktionen verfallen«, gestand Lutter, »aber ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass wir innerhalb von nur 15 Minuten die Kontrolle und Sicherheit derart verlieren würden.«

Seuche

In der Tat griff die Unsicherheit im DHK-Team wie eine Seuche um sich und ließ die Fehlerquote in allen Bereichen entscheidend in die Höhe schnellen. Im Angriff herrschte bei den jungen und unerfahrenen oder routinerten Kräften das Einzelspiel, wobei technische Fehler und überhastete Würfe als Folge dann auch die Wende herbeiführten. Die HSG brachte es, überwiegend über Keeper Jörg Henningsen eingeleitet, dadurch auf satte acht Konter und sieben erweiterte Gegenstöße und spielte auf diese Art den Gegner förmlich an die Wand. Dass der DHK überhaupt nicht in der Lage war, von Angriff auf Abwehr umzuschalten, war nur ein deutliches Symbol für einen »Black out«, der die Gäste volle 30 Minuten fest im Griff hatte.

»Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern das Ruder wieder rumreißen. Es gilt die spielerische Linie, ja in die Spur zu finden und darum freue ich mich schon auf das anstehende Heimspiel gegen Usedom, wo wir die Chance dafür bekommen«, richtete Lutter gestern den Blick schon wieder nach deutlich vorne.

Während es für den SdU-Club gegen Usedom darum geht, die Negativbilanz der letzten drei Spieltage zu durchbrechen, macht sich die HSG aus Nordfriesland mit gestärktem Selbstvertrauen am kommenden Wochenende zur bärenstarken HSG Kropp-Tetenhusen auf den Weg. »Und dahin wollen wir den Schwung aus dem DHK-Spiel mitnehmen«, frohlockt Holger Rapraeger.

HSG Nord-NF: Voges (ab 56.), Henningsen - Fischer 6, Hansen 3, Röhrs 2, Klappstein, Thielebein 9/2, Schlichting 4/1, Will 5, Borchardt, Neizel, Kahl 2.

DHK Flensborg: Schultz, Peters (50. - 56.) - Barthen 5, Karstens 1, Eskildsen 1, Zschiesche 4, Johansen 8, Stotz 3, Jessen, Klein 1, Kohnagel 1, Molsen 1.

Schiedsrichter: Ehrig/Hintz (Bad Segeberg)

Zuschauer: 350

Siebenmeter: 4/3:2/1

Zeitstrafen: 10:10-Minuten

(Quelle: Flensborg Avis/DHK Flensborg)

Gruß
Michael

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Ohne Okholm die Sensation geschafft

Die HSG Nord-NF sorgte in der Handball-Regionalliga Nordost für eine dicke Überraschung. Die Nordfriesen wahrten ihren Heimnimbus und bezwangen den hohen Favoriten DHK Flensburg mit 31:25 (10:15).

Leck/dew – Als es in der 56. Spielminute 31:21 für den Außenseiter stand, muss dieser Zwischenstand den Gästen einer Demütigung gleich gekommen sein. So ein Resultat hatten Insider auch getippt – allerdings für DHK, nachdem bekannt wurde, dass Spielmacher Anders Okholm drei Stunden vor dem Spiel erneut abgesagt hatte – „aus familiären Gründen“, wie der verärgerte HSG-Manager Fred Karstens erläuterte.

Bis zum Pausenpfiff statteten sich die Gäste mit einem 15:10-Vorsprung aus. Die HSG hatte sich zu viele schwache Würfe geleistet, den Gegner in Ballbesitz gebracht und DHK-Torjäger Sören Johannsen in der Abwehr große Lücken erlaubt.

Doch nach dem 11:16 (32.) arbeiteten sich die Nordfriesen Tor um Tor heran und hatten in fünf starken Minuten den 17:17-Gleichstand erreicht (37.). Die Partie wurde jetzt richtig spannend. Die HSG ging mit 20:19 erstmals in Führung (45.) und sollte sie nicht mehr abgeben. Von Lars Fischer und Björn Schlichting angetrieben, steigerte sich die Mannschaft in einen wahren Spielrausch hinein. Den Gästen wurden zwischen der 45. und 55. Minute gerade mal zwei Treffer erlaubt. Der Rest der Partie wurde von stehenden Ovationen der begeisterten Fan-Kulisse begleitet. „Wir haben im zweiten Durchgang unser Kämpferherz ins Spiel gebracht. Dem hatte der DHK nichts entgegen zu setzen“, analysierte Spielertrainer Björn Schlichting. „Meine Mannschaft ist dem Irrglauben erlegen, die Partie zur Pause schon gewonnen zu haben. Was sie sich in der zweiten Halbzeit leistete, ist unglaublich“, so DHK-Manager Joachim Ostendorf.

Dass der HSG-Angriff Dampf machen konnte, ist aber auch der Leistung von Jörg Henningsen im Tor und der starken Abwehr zu verdanken. Lars Fischer bot als Okholm-Vertreter sein bisher bestes Spiel im HSG-Dress, auch der 19-jährige Sönke Röhrs überzeugte.

HSG Nord-NF: Henningsen, Voges (ab 55.) – Fischer (6), Hansen (3), Röhrs (2), Klappstein, Thielebein (9/2), Schlichting (4/1), Will (5), Borchardt, Neitzel, Kahl (2).
DHK Flensburg: Schultz, Peters (50.-56.) – Koch, Grimm, Barthen (5), Karstens (1), Eskildsen (1), Zschiesche (4), Johannsen (8), Stotz (3), Jessen, Klein (1), Kohnagel, Molsen (2/1).
Schiedsrichter: Ehrig/Hink (Bad Segeberg). Siebenmeter: 4:2. Zeitstrafen: 5:5. Zuschauer: 300.

(Quelle: sh:z)

Gruß
Michael

von Hüruper - am 30.10.2006 08:11
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