Startbeitrag von Hüruperam 02.11.2006 07:49
Handball. DHK Flensborg erwartet nach dem Desaster in Leck nun den HSV Insel Usedom zur Rehabilitierung.
FLENSBURG. Auch wenn man beim DHK Flensborg vor dem anstehenden Heimspiel gegen den HSV Insel Usedom (Sonnabend, 17 Uhr, Idrætshallen) sehr darum bemüht ist, die außergewöhnlichen Ereignisse des letzten Spieltages aus den Köpfen zu bekommen und am liebsten einfach wieder zur Tagesordnung übergehen möchte, so steckt der Stachel enorm tief.
Nicht so sehr die Höhe der Niederlage beim Liga−Konkurrenten HSG Nord−NF (25:31) hat die SdU−Handballer hart getroffen, sondern die Art und Weise, wie das Derby nach einer 15:10−Pausenführung komplett aus den Händen geglitten war. 6:21−Toren in der Phase zwischen der 31. und 55. Minute waren Ausdruck eines außergewöhnlichen Blackouts.
"So etwas habe ich auch noch nicht erlebt", kommentierte Peter Stotz den "sportlichen Untergang" in Nordfriesland, um nahtlos anzufügen, "aber wir sind stark genug, um uns wieder zu fangen."
Dieses indirekte Kampfansage richtet der versierte Kreisläufer allerdings gar nicht einmal so sehr an den kommenden Gegner aus dem fernen Osten Mecklenburg−Vorpommerns, sondern ist vielmehr als ein Versprechen der Mannschaft an die Fangemeinde anzusehen. "Wir sind dabei uns einen ansehnlichen Zuschauerstamm aufzubauen und wollen unseren erworbenen Kredit nicht einfach wieder verspielen", erklärt Stotz. Die Schwächephase, die sich nach einer imponierende Auftaktbilanz von sechs Siegen in Folge in den letzten drei Spielen einstellte, will Stotz am liebsten am Sonnabend mit einem überzeugenden Auftritt in Idrætshallen und dem siebten Saisonsieg beenden.
Der 26−Jährige erlebte mit dem neuformierten DHK−Team also schon nach dem ersten Saisondrittel einen rasanten Höhenflug im Sonnenschein wie auch die Schattenseiten der kleinen Negativserie. "Wir haben diese peinliche Niederlage einmal über uns ergehen lassen, das soll"s dann aber auch gewesen sein. Wir müssen gar nicht so sehr auf die Konkurrenz blicken, sondern unser eigenes Spiel wieder finden", formuliert der Rechtshänder die Zielsetzung, "und ich sehe keine Gefahr, dass es nicht auch klappen wird."
Und Selbstvertrauen getankt hat das Team von Trainer Christian Lutter schließlich in den ersten Spielen reichlich. Dazu Stotz: "Wir waren auf der Erfolgswelle und haben jetzt einen Rückschlag erlebt. Das so etwas kommen würde, war eigentlich klar. Jetzt gilt es den Schritt zurück zu verarbeiten und wieder in die Spur der ersten Spiele zu finden."
Stotz, ein waschechter Handewitter, der nach einem Gastspiel in Emsdetten im Sommer zum DHK wechselte, kennt die Ursache, warum derzeit "der Wurm drin ist", denn "der Spielfluss ist weg."
Vor allem fehle dem Rückraum die Gefährlichkeit der ersten Partien, wobei auch das Tempospiel noch weitaus effektiver gestaltet werden konnte. "Darauf haben sich die Gegner mittlerweile ganz gut eingestellt und das macht die Sache für uns nicht gerade einfacher", erklärt das 1,80 Meter große Kraftpaket.
Um dem kommenden Auftritt gegen Usedom wieder mehr "Fahrtgeschwindigkeit" zu verleihen, plant Lutter die Besetzung von Abwehr und Angriff nicht mehr so häufig zu tauschen, wie es noch in Leck der Fall war.
Im Klartext: Das Abwehrzentrum mit Olaf Karstens und Kim Jessen soll nicht mehr komplett mit dem Angriffs−Duo Maik Barthen und Peter Stotz permanent getauscht werden. "Dadurch können wir den Gegner schneller unter Druck setzen und auch eher wieder zum Spielfluss finden", hofft Stotz.
Als "Nebeneffekt" liebäugelt der treffsichere Schütze auch mit mehr Spielanteilen in der Defensive. Dazu Stotz: "Man hat ja immer persönliche Ziele, an denen man arbeitet." Schließlich sieht sich der Kreisläufer als "ganzer Handballer."
Mit der Vorstellung im Angriff ist der Handewitter schon recht zufrieden. "Mit Søren Johansen habe ich schon in Handewitt gut zusammengespielt und auch mit den anderen Rückraumspieler klappt alles schon recht ordentlich."
Und auch die Handschrift von Trainer Lutter hat Stotz als A−Jugendlicher zu Handewitter Zeiten kennen− und schätzen gelernt. "Generell kann man sagen, dass wir eine tolle Mannschaft zusammen haben, die vor allem Qualität und Perspektive hat, wenn sie über einen längeren Zeitraum zusammen bleiben kann."
Um sich im oberen Drittel dauerhaft fetszusetzen, ist ein Heimsieg gegen Usedom laut Stotz "klares Ziel". Allerdings kommt der Zweitliga−Absteiger nach einer Negativserie von zuletzt drei Niederlage "angeschlagen" und damit auch eine Spur weit unberechenbar nach Flensburg.
Erfolgen in Bramstedt und Tarp folgten zuletzt Niederlagen in Süderlügum sowie Heimpleiten gegen Bad Doberan und Brandenburg. "Sie verfügen mit Holtz, Gala und Zaremba über einen starken Rückraum, sind ansonsten allerdings neu bestetzt", berichtet Stotz, der im letzten Jahr im Trikot des TV Emsdetten zwei Mal das "Vergnügen" mit den Insulanern hatte.
Nach zuletzt 1:5−Punkten soll sich der Abstand zu Spitzenreiter Cottbus nicht noch weiter vergrößern und zugleich die Rückkehr zur alten Leistungsstärke gelingen.
Volker Metzger
(Quelle: Flensborg Avis)
Gruß
Michael