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Forum Transrapid - Maglev - Eurorapid
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlüter, Karl-Hartmut Blesik, kragenpeter, Bernd Schl�ter, Insider, Stefan Münster

Künstlerische Gestaltung des Ständerwerks

Startbeitrag von Bernd Schlüter am 09.04.2004 07:15

Da ich an den Erfolg des Transrapids auf längere Sicht fest glaube, möchte ich einmal anregen, sich erstens von irgendwelchem Bundesbahndesign frei zu machen und zum anderen zu überlegen, wie wir den Transrapid so gestalten können, dass er sich mit seinem Ständerwerk gefällig in unsere deutsche Landschaft einpasst. Weder Eisen, noch Beton müssen häßlich sein.
Eine entscheidende Rolle bei der Gestaltungsfreiheit unserer Künstler und Architekten dürfte dabei das Gewicht spielen. Ebenso die Frage, ob es nicht in vielen Fällen sinnvoll sein kann, auf eine doppelgleisige Spurführung zu verzichten und einer einspurigen Trasse den Vorzug zu geben.
Wer Zweifel dabei hat, setze sich bitte einen Tag vor die Dortmunder H-Bahn und denke darüber nach, warum die DBAG so etwas nie in den Griff bekommen würde. Die machen mir einfach zu viele Unfälle.

Jetzt wird dort wieder mehr oder weniger offen dazu aufgerufen, notwendige Reparaturen zu unterlassen, damit man wieder mehr Arbeitskräfte einstellen kann. Die DBAG ist eines der unrentabelsten Unternehmen der Welt mit den meisten überflüssigen Angestellten. Würden die vernünftig arbeiten, brauchten die sich über mangelnde Arbeitsstellen nicht zu beklagen. Aber gerade in der Region auf dieser Erde, auf der die meiste Transportleistung gefordert ist, versagt dieser Verein.

Die Arbeit unserer Eisenbahner beim Kohleschippen während des Weltkrieges war ganz hervorragend. Das ist aber kein Grund dafür, dass sich unser Wasserkopf heute auf ewig auf den in Hitlers Deuschland erworbenen Lorbeeren ausruhen kann. Wir verbauen damit die Zukunft unserer Kinder.
Zugegeben, der Transrapid ist für eine Kriegsführung ungeeignet. Aber müssen wir deshalb die Steinzeittechnik beibehalten?
Sollten wir nicht auf jenen Vorzug der Bahn verzichten können?

Deutschland ist geteilt. Durch Eisenbahnen und durch Autobahnen. Das muß nicht sein.

Antworten:

Das stimmt!

Volle Zustimmung! :spos:
Aus dem Ständerwerk liesse und lässt sich viel an Design rausholen, bis hin zur echten architektonischen Touristenattraktion!
Der TR bietet, wie die H-Bahn ganz neue Gestaltungs- und Ausstattungsmöglichkeiten. Ebenso bietet er völlig neue Führungsvarianten und damit ergibt sich ein erweiterter landschaftlicher und städteplanerischer Gestaltungsspielraum.

Ja, die H-Bahn ist hübsch und originell, schon von den Fotos her! Ich will mir bald mal live ein Bild machen, hinfahren und mitfahren.

Die Stahlbauwerke der Wuppertaler Schwebahn, sowie alle Stahlkonstruktionen - vom Eifelturm über die Hamburger Hochbahn, Schiffshebewerk Finow, Rendsburger Eisenbahnbrücke, bis zu diversen Klein-Schwebrücken, etc - alles gut besuchte und gern gesehende, denkmalgeschützte Wahrzeichen einer Region und eines Zeitalters.
Die Aquädukte und Ziegel-/Fachwerk-/Steinbauten anderer Ären erst recht. Ansprechendes muss gar nicht teuer sein, zumal man's heute vorweg am Rechner entwerfen und kalkulieren kann.

Für Künstler und Designer gäbe es da wahrlich ein grosses Betätigungsfeld!
Z.B. Eine Hundertwasserbrücke (leider schon verstorben - Bhf. Uelzen letztes Projekt). Oder ein Stück Fahrweg im Artdeco-Stil, im maritimen Stil der historischen Ocean-Liner, vielleicht im Jugendstil verschnörkelt und abgerundet gaestaltet nach der Park- und Landschaftskunst des 19.Jhrh., oder einfach "natural" aus Naturmaterialien mit Gras und Efeu begrünt gehalten...da kommt man ins Schwärmen!

Möglich, dass in Zunkunft noch ganz neue Baumaterialien entwickelt werden und zum Einsatz kommen, die z.B. der Statik neue Freiräume setzten. Wie war das mit der Carbon-Faser (oder wie hiess das Patent??) Ein Super-Kabel / Fasern, entwickelt für Spannbrücken wie das Gibraltar-Projekt, oder sogar für ein Space-Fahrstuhl geeignet, zudem preiswert in der Herstllung.
Keider klar, dass solche revolutionären Materialien kaum Beachtung finden, denn wer aus den alten "Seil-Schaften" will sowas schon zulassen...?

Jedoch die Zukunft ist nicht aufzuhalten - Neues und Besseres wird sich immer durchsetzen!

Frage: Ist TR-Fahrweg in jedem Fall von den Geräuschemissionen abgekoppelt, oder würde auch beim TR ein Stahlfahrweg ala Berliner-Hochbahn "lauter" sein, bzw. stärker reflektieren, als z.B. die Emslandtrasse aus Beton dies tut?

Ein klein wenig tut auch die Bahn schon für Gestaltung. Sie malt Lokomotiven an, etc. Oder genannter Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen.
Die "rollende Kuh", eine Güter-Klein-Lokomotive der BTE-Bahn hat durch ihr Design längst Eingang gefunden in die Modellbauwelt.

Gruss aus Bremen ---
Stefan Münster
www.cityrapid.de

von Stefan Münster - am 09.04.2004 10:46

Emslandstrecke

Von allen Ansichten, die ich hier finde, gefällt mir die aus dem Emsland, mit der vollständigen Integration der aufgeständerten Strecke in die grüne Landschaft am besten. Nicht die runden, massiven Betonpfeiler, nein, diese einfachen Doppelpfeiler in umgekehrter V-Form, die ja wohl auch die billigste, zweckmäßigste und anpassungsfähigste Form darstellen. Diese besitzen in ihrem Oberteil offensichtlich eine Verstelleinrichtung gegen Bodenbewegungen. Herr Klühspiess hatte diese Ansicht kürzlich hier oben hingestellt.
Wie bekannt, bevorzuge ich dort, wo es sinnvoll ist, die einspurige Pendelstrecke, erweiterbar durch Begegnungsstationen und, wenn erforderlich, zwei- und mehrspurigen Ausbau. Standard sollte aber zunächst einmal das einspurige Grundnetz bleiben, bis der Straßenverkehr auf die Magnetschiene zurückgekehrt ist (freiwillig!).

von Bernd Schlüter - am 27.04.2004 06:02

Die Holländer sind da weiter

Und gleich noch ein Vorschlag zu einem neuen Fahrweg aus den Niederlanden (siehe Bild gaaanz unten):


[images.google.de]

von Insider - am 06.05.2004 21:30

Der schwebende Holländer

Ja, die Holländer hätte man fragen sollen, ehe in Shanghai auf die Massivbauweise gesetzt wurde. Ist zwar für die Ewigkeit, was nutzt aber die Ewigkeit, wenn sie im Sumpf versinkt? Wenn ich einmal überlege, solch ein Amsterdamer Stadthaus, das wiegt Tausend Tonnen, und steht schon seit 400 Jahren auf Holzpfählen im Sumpf.

Diese Eisenrohrkonstruktionen aus dem "Schlüsselherumdrehhaus Siemens" = "turnkey" finde ich scheußlich. Dafür hätten sie die Kiste leichter bauen müssen. Meiner Meinung nach müssten aus Komfortabilitätsgründen die Magnete deutlich leichter als die Zelle sein.

Am schönsten sind für mich nach wie vor die zweckmäßigen Konstruktionen aus dem Emsland mit den beiden relativ dünnen, gegeneinandergestellten Trägern. Ein klein wenig abgerundet, fände ich diese ideal. Auch die Einsäulenträger schneiden in meinen Augen schlecht ab.

[www.mvp.de]

[www.magneetzweefbaan.nl]

[www.magneetzweefbaan.nl]

[www.imageproduction.nl]

von Bernd Schlüter - am 07.05.2004 05:57

Re: Der schwebende Holländer

Herr Schlüter, der Fahrweg in Schanghai ist in unserem Sinne wirklich nicht ästhetisch. Das ist aber vieles andere in China auch. Bei der Konstruktion wurden ganz andere Kriterien angesetzt, zum Beispiel der enorme Zeitdruck beim Bau oder die stärkere Sonneneinstrahlung. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Stützen viel enger stehen als im Emsland, d. h. die Trägerteile kürzer sind? Und einen anderen Querschnitt haben? Das ist übrigens Folge chinesischer Vorstellungen.



von Karl-Hartmut Blesik - am 07.05.2004 16:09

Re: Der schwebende Holl�nder

Herr Blesik, auf der "hallihallo-wir-schweben"-Seite ist eine Aufnahme zu sehen, auf der chinesische Bauarbeiter eine riesige Platte für den Transrapid gießen. Ist das die Technik, wie man dort auf Sumpf baut? Die Niederländer arbeiten ja meist mit schmalen, versenkten Pfählen, die sie in den Morast rammen.
Wissen Sie, ob das die bessere Technik ist? Amsterdam und Venedig stehen schon weit über 400 Jahre auf Pfählen und die Häuser sind schwerer...
Oder haben die chinesischen Architekten die gleiche Technik verwandt?
Womöglich gibt es dort gar keine Rammen genügender Größe?

von Bernd Schl�ter - am 09.05.2004 16:38

Re: Der schwebende Holl�nder

Die Chinesen haben auf Masse gesetzt, weil es schnell gehen musste. Und weil es dort auch niemanden stört.



von Karl-Hartmut Blesik - am 09.05.2004 21:58

Re: Der schwebende Holländer

Sehr geehrter Herr Blesik,

ich möchte Sie auf keinen Fall kritisieren, muss aber doch zwei Korrekturen anbringen.
Zitat

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Stützen viel enger stehen als im Emsland, d. h. die Trägerteile kürzer sind?

Die MSB-Träger in China haben die gleiche Länge, wie die überwiegende Mehrheit der Träger auf der Teststrecke im Emsland. Sie sind aus statischen, systemtechnischen, logistischen und wirtschaftlichen Gründen ca. 25m lang. Diese Trägerlänge soll nach Aussage der TRI das wirtschaftliche Optimum zwischen Trägerkosten und Stützen/Gründungskosten darstellen; den Nachweis darüber ist die TRI bisher aber schuldig geblieben.
Zitat

Und einen anderen Querschnitt haben? Das ist übrigens Folge chinesischer Vorstellungen.

Der geänderte Querschnitt der Träger hat systemtechnische Gründe. In China ist eine Trägerbauform System "Hybrid" (Betonträger mit seitlich angeflanschten 3m langen Funktionsmodulen aus Stahl) verwendet worden, bei denen der in Querrichtung mittragende Fahrwegtisch aus Beton wesentlich schmaler ist, als bei den reinen Betonträgern im Emsland. Die fehlende aber notwendige Quersteifigkeit hat man durch die von Ihnen besagte Querschnittsveränderung erreicht, indem man am unteren Teil des Beton-Tragkörpers in Längsrichtung zusätzliche querwirksame Beton-Versteifungen angebracht hat.

MfG



von kragenpeter - am 09.05.2004 23:59

Re: Der schwebende Mandarin

Die Gründungstechnik der Chinesen ist ja interessant und mein architektonischer Unverstand sagt mir, dass diese Gründungstechnik auch eine viel naheliegendere als diese dünnen holländischen "Nadeln" auf nachgebendem Untergrund ist. Klar, die Säulen müssen in allen Richtungen fester stehen, damit sie von den thermischen Kräften nicht von der massiven Bodenplatte abgerissen werden, darum die dicken Säulen statt drei oder vier, sonst nötigen, Standbeinen. Im Emsland bewegen sich wahrscheinlich die ganzen Säulenpaare in Längsrichtung?
Ist ja wirklich interessant, wie weit das Fundament nachgibt. Eigentlich würde man als Laie denken, die dünnen Eichenpfähle der Holländer könnten solch schwere Gebäude nicht lange tragen. Aber einerseits ist der Boden in der Tiefe des Moores ja schon gefestigter, verdichteter und enthält weniger abbaubare organische Verbindungen. Zum anderen treten Scherungskräfte auf, die möglicherweise die Verfestigung des Untergrunds fördern?
Vielleicht gehen aber auch die Holländer seit vierhundert Jahren von falschen Annahmen aus? Wir werden sehen, wie sich das chinesische Gründungsmodell bewährt. Wenn die Dinger seitlich Schlitten fahren, das wäre schon ziemlich fatal. Nunja, dann gibt es eben irgendwann Hilfstützen. Der Transrapid ist schließlich kein undynamisches System...

von Bernd Schlüter - am 10.05.2004 13:17

Re: Der schwebende Holländer

Hallo Herr Kragenpeter!
Ich habe irgendwie in Erinnerung, das hier in Deutschland (HH-B) die Tragbalken 42m lang sein sollten? Wissen Sie da mehr zu?



von Karl-Hartmut Blesik - am 10.05.2004 14:31

Trägerlängen

Grüß Gott Herr Blesik,

ich hatte mit der Planung HH-B zwar nur am Rande zu tun und außerdem ist diese Planung bereits im Papierkorb gelandet, aber Trägerlängen von 42m waren auf keinen Fall geplant worden.

Geplant waren Einfeldträger aus Stahl mit Feldweiten von ca. 25m (sog. Regelfeldweite) und in Einzelfällen Zweifeldträger in Hybridtechnik mit 2 mal ca. 32m. Der größte Teil der Strecke war aber ebenerdig mit sog. Plattenfahrwegen in Stahl oder Beton geplant worden, die auf Streifenfundamenten flach gegründet werden sollten und deren Platten ca. 6m lang sind.

Die "ca." Angaben resultieren aus der systemtechnisch festgelegten Länge der Statoren mit 1032mm, die hintereinander verlegt den Langstator bilden. Ein Träger ist immer ein Vielfaches dieser 1,032m lang, sodass die genauen Trägerlängen mit 3 Stellen hinter dem Komma hergestellt aber nicht angegeben werden.

Um mögliche weitere Fragen gleich vorweg zu nehmen:
Für München ist man erst in der Vorplanung, sodass über die hier zur Planfeststellung vorgesehenen Trägerlösungen derzeit noch keine genaue Aussage möglich ist. Eine Verwendung der Shanghai-Träger in abgewandelter Form (z.B. schalltechnisch optimiert) ist aber durchaus im Bereich des Möglichen.

MfG



von kragenpeter - am 10.05.2004 22:03
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