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Informationen zum Thema:
Forum:
Forum Transrapid - Maglev - Eurorapid
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Schlueter, Hartmut Klimek, MDrummer, Vaptor

Hersteller von Langstator-Asynchronmotoren

Startbeitrag von Vaptor am 21.12.2004 17:13

Hallo!
Kennt jemand einen Hersteller für Langstator-Asynchronmotoren?
Im Voraus besten Dank!

Antworten:

Das wäre so, als wenn Du an eine zehn Meter lange Nadel einen fünf Zentimeter langen Faden binden würdest und damit einen Knopf annähen wolltest. Du solltest vielleicht in Texas suchen. Schorsch Bush wohnt dort.

von Bernd Schlueter - am 21.12.2004 22:09
Es gibt Langstator-Asynchronmotoren. Folgender: Ein zehn Meter langer Eisenkern, auf dessen einem Ende eine dicke Spule gewickelt ist.
Darauf steckten die deutschen Soldaten im ersten Weltkrieg einen kurzen Kupfer- oder Aluminiumring. Schaltete man nun urplötzlich den Strom durch die Spule ein, flog der Ring davon. Sozusagen ein elektrisches Schiessgewehr. Außer leichten Bömbchen hängte man zu Weihnachten auch andere Überraschungen, wie Lametta, an den Ring. Reich beschenkt wurde man aber nicht, weil bei diesem asynchronen Schießgewehr das Magnetfeld zu schnell den Ring durchdrang. Man verbesserte die Knarre, indem man statt Aluminium kleine Magnetringe verschoss, da konnte das Magnetfeld der Spule nicht mehr den Ring durchdringen. Das war dann ein Synchrones Schießgewehr.

Diese abstoßenden Kräfte eines sich ändernden Magnetfeldes macht man sich auch bei den meisten maglevs zunutze, nur wären die dazu erforderlichen Magnete viel zu groß und teuer, um sie auf tausend Kilometer Länge in der Landschaft zu verpulvern. Der teure, bewegte Supraleiter kommt ins Fahrzeug , außen nur eine billige Kurzschlusswicklung. Lauter "Kupferringe". Aber auch hier verlegt man meist den zusätzlichen Antrieb, wie beim Transrapid, nach außen, und man kann, wie beim TR, die Supraleitenden Magnete, allerdings genauso synchron und leichter, und aus einem größeren Abstand, durch die Landschaft treiben.

Beim TR geht das nur auf 10 mm Entfernung, aber so spart man die teure und schlecht regelbare Supraleiterwicklung. Gratis mitgeliefert mit den Magneten für den Motor bekommt man beim TR noch deren Tragkraft, weil sich diese an dem Eisen in der hängenden Magnetschiene festklammern wollen. Die zusätzlichen 3 einfachen, relativ (!) billigen Kupferwicklungen dienen dann als synchroner Antrieb der Magnete im "kurzen" Zug.

Im wesentlichen für Demonstrationszwecke hat man aber schon asynchrone Langstatorantriebe gebaut, ich habe diese schon bei Werkzeugmaschinen auf der H-Messe gesehen. Viel Aufwand für wenig Effekt. Ist schon ein Gag, wenn man Aluminiumgeschirr über Magneten schwebend durch die Spülmaschine gleiten lässt.
Auch andere Metallstücke kann man auf diese Weise berührungslos erhitzen, man braucht aber enorme Energiemengen.

Da bei der Asynchronmaschine die Magnetspulen gegen die Kurzschlusswicklungen (hier Geschirr) anarbeiten müssen, benötigen diese viel teurere , größere und stärkere Spulen. Mit einigen Vorteilen, was die Stabilität angeht, das wollen wir nicht verschweigen.

von Bernd Schlueter - am 22.12.2004 07:05
Vaptor hat gefragt, wer der Hersteller von Langstatormotor ist, der Nachfolgende Beitrag beantwortet Vaptor's Frage nicht!

von MDrummer - am 22.12.2004 07:23
Tja, aus dem Stehgreif würde ich mal sagen: Siemens, Thyssen/Krupp sowie das chinesische Ministerium des Eisenbahnwesens.

von Hartmut Klimek - am 22.12.2004 10:04
In der Werkzeugmaschinentechnik, bei Messgeräten und für elektrisch betätigte Türen werden Langstatorlinearmotoren schon seit langem angewandt. Infolgedessen setzt sich zunehmend auch der richtige Gebrauch der Begriffe durch, bei dem der "Stator" immer der wirklich stehende Teil ist. Im Gegensatz zu den in früherer Zeit üblichen Missdeutungen stellen die meisten früheren Projekt dann solche mit Asynchron-Langstatorantrieben dar. Das haben auch sicherlich Sie mit dem Begriff gemeint, ein Motor, bei dem die billige, lange Antriebsschiene (=Alublech) am Fahrweg, die teuren Magnetspulen aber am Fahrweg angebracht sind.
Synchron- und Reluktanz- (=Schritt-) motoren haben einen höheren Wirkungsgrad, sind aber aufwendiger. Beim Transrapid hat man die teuren felderzeugenden Spulen in den Hänger verlegt, die gleichzeitig auch noch die Tragefunktion zusammen mit der Eisenschiene übernehmen. Statt zwei Oberleitungen musste man nur noch zusätzlich statt Oberleitung eine etwa zehnmal so lange, einfache Drehstromwicklung in Schleifen verlegen, schon hatte man einen wirksamen Synchronmotor. Der leider auch schonmal "abfackelte".
In der Vergangenheit wurde der Begriff "Stator" oft falsch gebraucht.

von Bernd Schlueter - am 26.12.2004 06:39
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