Startbeitrag von Sven Pettersam 10.12.2005 09:08
H a n d b a l l
"Der Aufstieg ist für uns vorerst kein Thema"
Vor dem "Gipfel" in Alfeld: Emmerthals Handballchef Kutschera über den Höhenflug der TSG
Handball (hjk). Hinter Regionalligist VfL Hameln sind sie in dieser Region seit Jahren die "zweite Kraft" im Männer-Handball und schlagen sich auch in der laufenden Meisterschafts-Saison ausgezeichnet: Die Spieler der TSG Emmerthal mischen in der Oberliga Niedersachsen ganz oben mit. Hinter Spitzenreiter MTV Celle belegen sie derzeit Platz zwei und gastieren morgen um 17 Uhr im Gipfeltreffen beim Rangdritten SV Alfeld. Trotz des Höhenflugs ist ein Aufstieg in die Regionalliga bei den Grün-Weißen aber "vorerst kein Thema", wie TSG-Handballchef Stephan Kutschera in einem Gespräch mit der Dewezet-Sportredaktion betonte. Hans-Jürgen Kroggel sprach mit dem 38-Jährigen, der seit vier Jahren die Emmerthaler Handballsparte leitet.
Ein starkes Team: Bei der TSG Emmerthal läuft zurzeit alles rund. Foto: Markus Richter
Herr Kutschera, die TSG belegt derzeit Platz zwei. Träumen Sie schon vom Aufstieg in die 3. Liga und in der nächsten Saison von Lokalduellen gegen den VfL Hameln?
Nein, wir bleiben in Emmerthal schön auf dem Teppich. Niemand redet vom Aufstieg. Die Regionalliga ist bei uns vorerst kein Thema. Wir wollen in dieser Saison zwischen Platz drei und fünf landen, nachdem wir in der vergangenen Serie Vierter waren. Der Tabellenführer MTV Celle ist die überragende Mannschaft in dieser Klasse und somit auch Aufstiegsfavorit.
Ihre Mannschaft hat kürzlich aber nur ganz knapp gegen den Klassenprimus verloren...
Beim 31:32 hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite. Unsere Mannschaft spielt schon seit Wochen am Limit, das verdient Respekt. Angesichts des kleinen Kaders mit nur elf Spielern ist jede Partie ein gewaltiger Kraftakt. Vor allen Dingen auch deshalb, weil mit Marc Siegesmund seit Mitte Oktober ein absoluter Leistungsträger aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht.
Auch im Pokal mischt die TSG Emmerthal noch kräftig mit. Wie sind hier die Ambitionen?
Wir wollen natürlich möglichst weit kommen. Immerhin stehen wir schon in der vierten Runde und wären bei einem Sieg im nächsten Spiel am 8. Januar zu Hause gegen MTV Vorsfelde bereits im Viertelfinale auf HVN-Ebene. Leider ist der VfL im Pokal nicht dabei. Auf ein Derby in diesem Wettbewerb hätte ich mich sehr gefreut...
Was ist das Geheimnis des guten Emmerthaler Abschneidens?
Die Mannschaft zeigt eine große Geschlossenheit. Sie geht, bei allem Ehrgeiz, immer ganz locker in die Spiele. Und sie setzt meistens auch das um, was von den Trainern Sönke Koß und Andrej Antonewitsch, die hervorragend zusammenarbeiten, gefordert wird.
Macht Sönke Koß in der nächsten Saison als Spielertrainer weiter?
Wir werden uns nach dem Spiel gegen Großenheidorn zusammensetzen und dieses Thema erörtern. Wir sind mit Spielertrainern in der Vergangenheit immer sehr gut gefahren. Sönke macht als Nachfolger von Marc Siegesmund einen guten Job.
Sonntag geht es nun zum vom Ex-Hamelner Jürgen Kloth trainierten SV Alfeld. Das ist eine echte Standortbestimmung und ein absoluter Härtetest für die TSG. Was rechnen Sie sich beim Tabellendritten aus?
Wir fahren nicht nach Alfeld, um dort die Punkte kampflos abzugeben. Die Spieler gehen ganz locker in diese Partie, wo es auch ein Wiedersehen mit unserem ehemaligen Torhüter Michael Edler gibt. Ganz wichtig ist, dass wir den überragenden Torjäger Goran Krca in den Griff bekommen. Wir haben im Übrigen sehr gute Erinnerungen an diesen Gegner, denn in den letzten drei Jahren hat die TSG in Alfeld fünf Punkte geholt.
© Dewezet, 10.12.2005