Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
bremer-nahverkehrs.net(z) Forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
D.Kleine, Manfred Morzik, T.Hancke, Kai B.

Netz der BSAG zu kurz?

Startbeitrag von D.Kleine am 23.03.2004 10:39

Heute fand sich folgender Artikel im Weser-Kurier

hier lang

Antworten:

Jetzt rächt sich die Zeit die man in den 70er und 80er Jahren verschwendet hat,Betriebe die ein großes Stadtbahnnetzhaben wie Karlruhe,Stuttgart und Hannover arbeiten mit hohem Kostendeckungsgrad,Busverkehr findet meist nur in den Außenbezirken statt und ist meist an Auftragsunternehmer vergeben,nur die eine oder andere hochbelastete Tangentiallinie wird vom VU selbst gefahren.
Unter den derzeitigen Bedingungen ist es schwer dass Straßenbahnnetz schnell auszubauen(Finanzierung ,Widersprüche) um die Hauptbuslinien zu Ersetzen.

Bleibt zu hoffen dass nicht in einigen Jahren die abgelegten Rostbusse aus dem Rest der Republik mit Billigbusfahrern die Bremer Paradelinien befahren.

von T.Hancke - am 23.03.2004 18:10
Naja einiges hat man sich durch Stilllegungen ja auch selber versaut! Die Linie 26 war ja mal quasi komplett Strassenbahn (wenn auch nicht mit jetztiger Streckenführung), die Gleise in der Gastfeldstrasse hat man ja erst vor ein paar Jahren rausgerissen und vor kurzem erst in der Pappelstraße. Auch die halbe 24 war schon mal mit Gleisen ausgestattet und die andere Hälfte zumindest als 19 mal angedacht! Und die 25 war wenn auch nur zu einem kleinen Teil (Findorff) auch schon mal teilweise eine Strassenbahn... Die Fehler sind eigentlich schon früher in den 60er gemacht worden, als alles für die autogerechte Stadt eingestellt wurde.
Wenn auch nicht in naher Zukunft sind nach Findorff und Rablinghausen Strassenbahnen zumindest in Gedankenspielen geplant, die 7 wurde ja 1998 extra dafür freigehalten!
Ein weiteres Problem, dass die Bahn in Bremen hat ist denke ich auch die Landesgrenze; wäre Bremen Teil eines Flächenstaates wären die Bahnen wahrscheinlich schon längst im Umland angekommen...
Leider ist es wahr, dass sich Neubauten heute schwer bis gar nicht mehr durchsetzen lassen, da wie gesagt das Geld fehlt und keiner die Bahn vor seiner Tür haben will und jede kleine Bürgerbewegung was zu meckern hat! Aber das ist ja nicht nur bei Strassenbahnstrecken so...

von D.Kleine - am 23.03.2004 19:25
Ich glaube, die ganze Diskussion ist ein wenig einseitig geführt. Natürlich verschlingt die BSAG viele Zuschüsse, und auch mehr als in vergleichbaren anderen Städten (z.B. Hannover, Essen, Duisburg, Stuttgart, Dortmund...um einige in der gleichen Größenordnung zu nennen).
Es gilt aber zu beachten, dass die Stadt Bremen niemals in teure Bauten für den Bremer Nahverkehr investiert hat (ich denke hier an U-Bahn-Anlagen, die es in sämtlichen vorgenannten Städten gibt). Das liegt sicherlich auch an den fehlenden Landeszuschüssen, die es in Flächenländern ja gibt (NRW hat in den 60ern und 70ern den ÖPNV massiv finanziell gefördert). In den anderen Städten gehören die unterirdischen Anlagen der Stadt und werden von ihr finanziert und betrieben. D.h. Betriebskosten (Reinigung, Beleuchtung, Bewachung), Zinsen und Instandhaltung tauchen nicht in der Rechnung des Verkehrsunternehmens auf sondern woanders im Stadthaushalt.
Bremen hat den anderen Weg gewählt - wenig Investitionen, dafür höhere laufende Betriebskosten, weil die Bahnen langsamer vorankommen und häufiger fahren müssen, um attraktive Reisezeiten zu bieten (in Bremen muss man nicht lange auf die Bahn warten, dafür braucht man länger ans Ziel, in Duisburg z.B. steht man halt lange an der Haltestelle, fährt dafür schneller).
Ein Vergleich wäre also nur dann zulässig, wenn auch die Abschreibungen und laufenden Kosten der Tunnel- und HOchbauanlagen in die Rechnung mit einbezogen werden. Würde das gemacht, würde ich bezweifeln, dass die BSAG immer noch als "viel zu teuer" darsteht. Dann doch lieber alle 5 Min eine Bahn als Tunnelbauten, durch die z.T. nur alle 30 Minuten ein Zug fährt (Duisburg, Bochum am Wochenende...)

Dass in den 60er Jahren Straßenbahnstrecken stillgelegt worden sind, die man heute gerne noch hätte, ist wohl in allen Städten (außer Bielefeld) der Fall. Damals war das halt "in" (so wie in dern 70ern diese häßlichen Betonbauten wie die Bremer Uni), aber hinterher ist man halt klüger. Man hat sich damals wohl in der Verkehrspolitik genauso verschätzt wie Bush beim Irak-Krieg oder die Anleger beim "Internet-Hype" an der Börse 1999/2000.

von Kai B. - am 24.03.2004 10:15
Hallo,

ich finde auch, daß das Straßenbahnnetz der BSAG zu kurz ist. Ich bin der gleichen Meinung wie Ihr:

1. In den 60/70er Jahren wurden zu viele Linien/Strecken auf den Bus umgestellt.

2. In den 80er Jahren wurden teilweise sogar Bundesmitteln für den ÖPNV nicht abgerufen, weil die Bremer Landesregierung kein Interesse daran hatte bzw. damals kaum Bremer Geld vorhanden war.

3. Aber jetzt könnte es sich ja zumindest im kleinen Rahmen bessern:
Die jetzige Bremer Landesregierung möchte ja den Ausbau des Straßenbahnnetzes (Huchting/Stuhr, Lilienthal/Falkenberg, Weserpark/Mahndorf, Daimler-Chrysler). Teilweise hängt das natürlich auch von den Umlandgemeinden Bremens ab.

Ich meine, daß die jetzige Diskussion den Ausbau des Straßenbahnnetzes durchaus im Rahmen des Möglichen beschleunigen könnte.

Viele Grüße

Manfred Morzik

von Manfred Morzik - am 28.03.2004 15:55
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.