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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 10 Monaten
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Martyn136, RheinMain701, Tesco.live, DH0GHU, Alqaszar, 102.1, Saarländer (aus Elm)

Frequenzen für LTE1500 und LTE1600 in Deutschland und Europa frei?

Startbeitrag von Martyn136 am 12.10.2012 20:05

Wir haben ja mal darüber geredet, das in Europa besser wäre die für einst für DAB vorgsehenen aber ungenutzen L-Band Frequenzen für Mobilfunk zu verwenden, als weiter UHF Frequenzen zu beanspruchen.

Nun gibt es leider kein LTE Band das haargenau zu den DAB L-Band Frequenzen passen würde. Aber folgende LTE Bänder sind schon spezifiziert und werden schon eingesetzt.

LTE1500 (Band 21)
von NTT DoCoMo in Japan
Uplink: 1447,9-1462,9 MHz
Downlink: 1495,9-1510,9 MHz
3 Blöcke insgesamt

LTE1600 (Band 24)
Aruba
Uplink: 1626,5-1660,5 MHz
Downlink: 1525,0-1559,0 MHz
6 Blöcke insgesamt

Wären diese Frequenzen auch in Deutschland und Europa frei, oder sind sie da (teilweise) belegt?

Antworten:

Das L-Band wird noch für DAB gebraucht - in Eupen-Malmedy und im Burgenland.

von RheinMain701 - am 12.10.2012 20:11
Zitat
RheinMain701
Das L-Band wird noch für DAB gebraucht - in Eupen-Malmedy und im Burgenland.

Wer genau sendet dort noch, und wo sind die Standorte?

von 102.1 - am 12.10.2012 22:02
Zitat
102.2
Wer genau sendet dort noch, und wo sind die Standorte?

Gesendet wird dort noch nichts. Aber beide Gebiete haben in GE06 keine Band III-Kanäle erhalten und müssen daher, wenn sie mal digital auf Sendung gehen, dies im L-Band tun.

von RheinMain701 - am 12.10.2012 22:10
Ich geh mal nicht davon aus das alle Nachbarregionen wirklich alle koordinierten Boquets nutzen. Da kann man bei Bedarf sicher was umkoordinieren.

von Martyn136 - am 12.10.2012 22:53
Das L-Band war schon einer der Sargnägel des alten DAB. Zu hohe Frequenzen verursachten tiefe Feldstärkelöcher schon bei kleinen Abschattungen und extrem eingeschränkten indoor-Empfang.

Können die derzeit verkauften DAB+-Geräte überhaupt L-Band?

von Alqaszar - am 13.10.2012 04:39
LTE Band 11 bzw. 21 bei 1450 MHz ist in Japan kein Problem, da dort das mittlerweile abgeschaltete 2G-Netz im PDC-Standard sendete. Dass die Japaner bei vielen Technologien ihre eigenen Wege gehen ist ja nichts neues, und aufgrund der Insellage wohl auch kein Problem.
Hierzulande bzw. in Europa generell wäre aber das Finden passender Frequenzlücken schon eine größere Affaire.
Größere Chancen gibt es eher im DVB-T Bereich (leider) oder bei der Umwidmung von anderen GSM/UMTS/WiMAX Bereichen. Verfügbar wären hier die Bänder 1, 3, 7, 8, 20 sowie ggf. was im Bereich der Bänder 12,13,17,22. Das sollte für den Anfang reichen.

http://en.wikipedia.org/wiki/E-UTRA#Frequency_bands_and_channel_bandwidths

DAB L-Band wird z.B. vom Terratec Noxon Stick unterstützt.
Da Frankreich weiterhin auf dieses Band setzt (ggf. wieder für irgendeine Pay-Radio-Totgeburt), dürfte sich an der Frequenzbereichszuweisung nichts ändern, und auch in Zukunft vielleicht wieder verstärkt L-Band-fähige Geräte produziert werden.

von Saarländer (aus Elm) - am 13.10.2012 20:58
VW werksradio "RCD 510" mit DAB+ macht L-Band.

von Tesco.live - am 15.10.2012 15:45
In Italien wird das L-band für DAB genutzt, ebenfalls in Tschechien. Nicht etwa nur als Planung, sondern auch tatsächlich.

Tatsächlich ist dieser Bereich nur bedingt für DAB brauchbar, wenn wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle spielen. Das Hauptproblem sind die SFN-Abstände - eine hohe ERP läßt sich ja relativ leicht durch vertikales Stocken von Antennen erzeugen, während im Band III an bestehenden Standorten dafür oft der Platz fehlen dürfte.

Ein Ballungsraummux im Stil von "Alexanderplatz + Scholzplatz + Postgiroamt + Britz + Funkturm" oder von "Olympiaturm + Funkhaus + Blutenburgstraße + IRT-Mast + Ismaning" mit hohen Leistungen ließe sich damit wohl sogar in D realisieren. Mehr wohl kaum. Aber der Zug ist zum Glück in D abgefahren.

Denkbar ist aber durchaus, dass z.B. Italien im L-Band DABt, und Deutschland dort LTEt. Frequenznutzung ist prinzipiell immernoch Sache der Nationalstaaten, die muß nach wie vor nicht EU-weit harmonisiert sein (ist sie auch nicht).
An Grenzen, die nicht durch hohe Berge voneinander getrennt sind (D/I), richtet man in so einem Fall üblicherweise Schutzabstände ein. Es gibt auch heute noch genug Beispiele, wo Frequenznutzungen in unseren Nachbarländern von denen in D abweichen.

Der Vorteil des 1,5-GHz-Bandes gegenüber Frequenzen einer 2. digitalen Dividende ist die bessere Integrierbarkeit in kompakte portable Endgeräte und der geringere Wiederbenutzungsabstand von Frequenzen.

Auf die Fragen zur Benutzung der anderen Frequenzen in D gehe ich mal nicht weiter ein, das ist ja im Frequenznutzungsplan der BNetzA jederzeit für jedermann nachlesbar...

von DH0GHU - am 15.10.2012 16:16
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