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Digital war gestern, Schallplatten sind wieder "in"

Startbeitrag von UKW vs. DAB+ am 28.10.2015 19:49

Ich war am Wochenende in dem Media Markt in Emden um mich mal nach einem DAB+ Hi-fi-System umzusehen. Auf dem weg zur "Anlagen Ecke" kam ich an der "Musik Ecke" vorbei.
Ich musste zweimal hingucken, ich sah dort Tatsächlich Vinyl Schallplatten in den Regalen, ein ganzes Regal voller LP's :eek:

Zuhause angekommen schaute ich mal im Internet was das wohl zu bedeuten hatte. Es scheint wirklich so zu sein das sich die Leute wieder vermehrt Schallplatten kaufen!? Aber warum? Wäre MC, also Kassette nicht viel sinnvoller? Die Kassettendecks ja noch relativ weit verbreitet und viele besitzen noch ein Kassettenradio im Auto.

Ich bin schon mal gespannt wann die ersten wieder wie damals im Auto einen Plattenspieler im Handschuhfach haben. :D

Antworten:

Die Platte war bei DJs etc. nie tot, für die Masse ist das aber nur ein weiterer Retrotrend, ausgehend von denen, die als Kinder den Plattenspieler noch bedienen lernen konnten.

Ich hab sämtliche Tracks der elterlichen Plattensammlung (die ich mir freiwillig angehört hab) als gute MP3 am Rechner, am Handy, im Auto - der Thorens steht verstaubt am Dachboden. Die wenigen CDs sind ebenfalls komplett auf dem Rechner und machen den nächsten Umzug sicher nicht mit. Also bei Ton bin ich voll auf Download, nur Filme gibts hier noch auf BluRay/DVD - da freu ich mich jetzt schon auf das VHS-Revival, vielleicht gibts dann mal wieder gute HiFi VCRs neu zu kaufen, dass man die besseren Tapes auch noch ins Digitale retten kann...

von elchris - am 28.10.2015 22:07
Unser MediaMarkt hat seit mindestens 2010 eine riesige Schallplatten-Sektion. Das ist nix neues.

Gegen den Kauf eines CD-Players habe ich mich bislang standhaft gewehrt und mein Plattenspieler steht nach wie vor im Wohnzimmer.

Nicht wegen dem Retro-Trend, sondern weil ich nie aufgehört habe, meine Platten zu nutzen. Neues kaufe ich mir hingegen recht selten, weil ich sowieso lieber das Alte höre.

Seit dem Tod von James Last habe ich seine Platten intensiv durchgehört und besonders die Kompositionen fernab dessen, was im Radio so gespielt wird, zeugen davon, dass der Mann es einfach drauf gehabt hat!

Mittlerweile sieht man überall Schallplatten im Fernseher, insbesondere bei der Klientel gängigen Sendungen wie "Berlin Tag & Nacht".

Wolfgang

von Wolfgang R - am 29.10.2015 08:33
Meine Platten aus den 80ern (viele davon Maxis, einige von Depeche Mode) drehen sich zwei Jahren auch wieder häufiger auf dem Teller. Ein völlig intakter und mittlerweile sehr seltener Technics SL-1510 aus den 70ern, in tadellosem Zustand auf dem Wertstoffhof entdeckt, trägt eine gewisse Mitschuld daran.

Dieser alte Knochen ist auch Schuld an einer für mich recht neuen Erkenntnis: Platten müssen nicht rumpeln. ;) Der Sound auf dem Dreher ist phänomenal.
Auf der To-Do-List steht der Tausch des recht schweren Tonarms gegen einen leichteren. Das vergrößert die Auswahl des dazu passenden Systems nämlich ganz erheblich....Bislang bin ich mit dem Ortofon-System noch ganz zufrieden, wohlwissend dass es da noch viel viel besseres gibt.
Einen neuen Phono-Vorverstärker habe ich mir mittlerweile auch gegönnt, nämlich diesen hier. Im Vergleich zum alten Telefunken-VV klingt das Teil einfach genial.

Ja, und warum das alles?
Warum sich mit dem "alten Plunder" befassen, wo es doch so supereinfach ist, den perfekten Sound mithilfe von flac-Dateien aus der Hosentasche zu zaubern?

Der Plattenspieler macht Musik hören zu einer Zeremonie. Er entschleunigt das Musik hören komplett. Sich in 30s durch eine Sammlung von 2000 Titeln durchzutippen ist nicht möglich, man will es in diesem Fall auch gar nicht. Er zwingt einem dazu, die Musik an nur einem festen Platz zu hören. Dementsprechend richtet man sich diesen Platz so ein, dass man sich beim Musik hören wohl fühlt. So ist es jedenfalls bei mir. Das ist dann die Ecke, in die man sich zurück zieht, sich den Kopfhörer aufsetzt, ein gutes Gläschen einschenkt, die unhandliche Plattensammlung durchstöbert, die Platte auswählt, aus dem Cover zieht, auf den Teller legt, einem kritischen Blick unterzieht, ggf. mit der Carbonfaserbürste reinigt (hoffentlich nicht!), die richtige Geschwindigkeit auswählt, zum Tonarm greift, die Nadel vorsichtig auf die richtige Stelle aufsetzen lässt und den Klängen lauscht, die aus dem Kopfhörer kommen.
Das sind die Momente, die einen ausrollen lassen. Momente, in denen ich Details in Musikstücken entdecke, die ich in der "megageilen" flac, bestmöglich gerippt von der Original-CD, vorher nie gehört habe.
Das sind auch die Momente in denen ich feststelle, dass die Titel aus den 80ern von der Platte mehr Spaß machen als von den x-fach digital remasterten CDs. Es ist einfach so, zumindest für mich.

Man kann die Platte im Prinzip mit einer Wärmequelle in der Wohnung vergleichen: Ich kann die Haustür meiner kalten Behausung aufmachen und im Vorbeigehen mal eben schnell den Heizkörper aufdrehen. Ich kann aber auch im offenen Wohnzimmerkamin ein Feuer machen, mich mit einem sehr guten Single Malt davor setzen, die Wärme genießen, dabei ins Feuer schauen und den anstrengenden Tag ausklingen lassen. Genießen und genießen lassen. ;)

P.S.: Nein, ich habe keinen offenen Wohnzimmerkamin. So ein Single Malt geht zur Not auch mal ohne. :D

von Mc Jack - am 29.10.2015 09:36
Auf ein Comeback von Kassette oder VHS wird man vergeblich warten, dazu ist die Qualität einfach zu schlecht. Aber die LP steht in Sachen Tonqualität der CD in nichts nach. Meine ältesten LPs sind aus den frühen 1950ern, sie laufen noch einwandfrei. Viele meiner CDs aus den 1990ern können nicht mehr abgespielt werden. Ich bevorzuge beim Kauf also nach wie vor die Schallplatte. Ein Kassettendeck und sogar ein Tonbandgerät habe ich auch noch in Betrieb, allerdings normalerweise nur zum Abspielen alter Konserven. Das heißt, das Tonbandgerät nutze ich sogar noch gelegentlich, um Sendungen vom Radio aufzunehmen, insbesondere beim DXen. Da ist die lange Spielzeit und die unkomplizierte Bedienung ein großer Vorteil gegenüber dem PC, ebenso wie übrigens die Tatsache, dass das Tonbandgerät den Empfang auch bei Mittel- und Kurzwelle nicht stört.

von Bolivar diGriz - am 29.10.2015 09:54
Naja eine Schallplatte ist technisch wie klanglich murks. Das ist klar. Aber beim Musik hören zählt nun mal viel mehr als nur die Musik selbst. Es ist das Gefühl der großen Vinylscheibe, das große oftmals anspruchsvoll und teilweise auch sehr aufwendig gestaltete Cover, wenn die Platte sich auf dem Teller dreht und die Nadel aufliegt hat man das Gefühl man könne sehen wie die Musik abgetastet wird und so weiter... Und genau das ist ein Punkt den die Musiklabels lange Zeit verdrängt haben. Mit ihren OnLine Stores wo man zwar die Musik in einer Klangqualität geboten bekommt die weit über dem liegt was das menschliche Ohr wahrzunehmen vermag (192khz / 24 bit sind keine Seltenheit). Aber das Gefühl geht dabei komplett flöten. Das ist wie mit dem Essen. Es kann geschmacklich noch so gut sein. Aber wenn es aussieht als hätte einem jemand auf den Teller gesch***** schmeckt es einfach nicht.

von Spacelab - am 29.10.2015 10:01
Dass die CD technisch bessere Qualität liefert, hilft aber nicht weiter, wenn die Studios zu blöde sind, richtig abzumischen. Das ist wie mit der Einbauküche für 50.000 Euro gegen die Billigküche für 1000 Euro: Auch das beste Induktionskochfeld ist kein Garant für leckeres Essen.

von Bolivar diGriz - am 29.10.2015 10:04
Genau so sieht es aus. Das ist das was ich meinte.

von Spacelab - am 29.10.2015 10:08
@McJack:
Danke fuer das schoene Posting. Bringt mich dazu, meinen alten Plattenspieler auch mal wieder oefter anzuwerfen.

von Habakukk - am 29.10.2015 10:15
Aha ich verstehe, es ist also das "feeling" was die Schallplatte wieder nach vorn bringt.

Ist es nicht bei vielen Sachen so? Warum einfach wenn es auch kompliziert geht. Das war im 19ten Jahrhundert auch schon so. Damals gab es auch schon Elektro Autos, wenn der Rennsport nicht gewesen wäre wären wir mit der Batterieforschung schon wesentlich weiter aber damals wollte man eben nicht einfach einsteigen und losfahren, es faszinierte den Motor in Bewegung zu setzen und hoffen das er anspringt, der Motorsport war da das Vorbild. Es war hier genau wie bei der Schallplatte, der eigentliche nutzen ist nebensächlich, die Prozedur es zum laufen zu bringen macht es aus.

von UKW vs. DAB+ - am 29.10.2015 11:45
Für viele klingt die Schallplatte auch so gut weil man den Klang nach seinem Wünschen formen kann wie man will. High-End Freaks die gerne alles genau so hören möchten wie es im Original war stellen sich hier wohl alles Nackenhaare. :D Aber wenn ich mir hier mal meine Plattenspielersammlung anschaue klingt jeder Player verschieden. Der Technics mit seinem T4P System klingt Stock nüchtern. Er ist am nächsten dran am Original. Das ist aber in vielen Fällen nicht unbedingt gut. Vor allem bei den bekannt oftmals billigen Pressungen aus den 80ern deckt dieser Dreher gnadenlos jeden akustischen Mist auf. Ganz neue pressungen klingen übrigen wieder genauso übel. In den 80ern war es das schlechte, oft viel zu dünne Vinyl. Heute sind es schlechte Presswerke und für eine Schallplatte unpassende Abmischungen.

Am liebsten höre ich über meinen DJ Player. Zusammen mit dem Ortofon DJ Abnehmer hat das Teil einen wuchtigen Klang mit reichlich Bass. Das hat zwar nichts mehr mit dem Original zu tun. Macht aber am meisten Spaß.

Und zu guter letzt habe ich noch einen Dreher aus dem Preissegment oberhalb 1500€ der aber, so unglaublich es klingt, in erster Linie zum basteln geeignet ist. Ein typischer High-End Player bei dem man bis auf die letzte Schraube alles austauschen kann und sich halb zu Tode basteln und spielen kann. Ich hab jetzt schon mehrere Tonarme und Abnehmer ausprobiert, aber so wirklich meinen Geschmack getroffen habe ich bisher noch nicht. Das Teil werde ich wohl verkaufen. Mittlerweile ist das bei mir nur noch ein Staubfänger.

Lange Rede kurzer Sinn: ein Plattenspieler ist mehr was fürs Auge und fürs Herz. Wer einmal die Tabaluga Schallplatte aus dem liebevoll gemalten Hardcover Buch herausgezogen und aufgelegt hat, weiß was ich meine. Klingt im direkten Vergleich zur CD wie ein Eimer. Aber wenn man dem Erzähler lauscht und die Musik hört und dabei das große Buch durchblättert wird einem warm ums Herz.

von Spacelab - am 29.10.2015 12:26
Ich empfand Technics-Plattenspieler (die normalen HiFi-Bausteine, keine DJ-Plattenspieler) mit Standard-System auch immer eher kalt und nüchtern.

Deshalb nutze ich eine alte Braun-Regie-Stereoanlage aus den 70ern, habe sogar noch das passende Spulentonbandgerät dazu, letzteres ist aber eingemottet, weil es wirklich nicht mehr genutzt wurde.

Die Bänder fingen auch das Schmieren an und lösen sich in ihre klebrigen Einzelbestandteile auf.

Zurück zur Braun-Anlage: Diese ist dem Zeitgeist folgend auf den "Taunus-Sound" optimiert. Wuchtige Bässe und kristallklare Höhen. Dem Röhren-Sound nachempfunden, den damals viele noch von den Radioschränken kannten.

Der Taunus-Sound hieß so, weil alle dort ansässigen, vorweg Braun und CANTON, damals ihre Produkte so abglichen.

Das ist sicherlich nicht mehr nahe am Original im Sinne von Studiolautsprecher, aber für meine Ohren klingt es einfach toll. Die Bässe hab ich etwas rausgedreht, das muss wirklich nicht so wuchtig sein.

Damit klingen Platten aus den 60er, 70ern und gute aus den 80ern wunderbar.

Billig K-TEL und billige Sampler aus den 80ern jedoch schauderlich.

Schon der Wahnsinn, was an qualitativen Unterschieden es da gab.

Am liebsten höre ich von den kleinen Singles, ich meine immer noch, die Qualität ist die beste.

Wolfgang

von Wolfgang R - am 29.10.2015 12:48
Sie war doch nie weg, die Schall-Platte! Nur mittlerweile fast alle Presswerke... ;)
Beim Techno kommt zwar mittlerweile fast alles nur noch digital auf den Markt, oft nur als mp3, manchmal aber auch hochwertig im AIFF-Format. Und das geht recht schnell. Aber es werden immer noch Sachen auf Vinyl rausgebracht - und da muss man schon genau überlegen, was man pressen lässt. "Aktuelle" Ex- und Hop-Tracks mit einer einmonatigen Halbwertszeit eher nicht, das müssen schon bessere und vor allem "zeitlos gute" Sachen sein, da man bei den verbliebenen Presswerken mindestens ein halbes Jahr warten muss, bis man dran ist.
Auf das Vinyl-Feeling beim Auflegen von mp3s muss dank "Traktor" aber auch keiner verzichten (nur auf den guten Klang :D ).

von iro - am 29.10.2015 15:57
Es gibt eh nur wenige Audio Medien die wirklich tot sind. Ich hatte vor ein paar Monaten noch einen Katalog zugespielt bekommen wo man sogar noch MDs bestellen kann. Also nichts selbst bespieltes. Sondern echte gepresste Original MDs. In Fernost soll es diese ja auch noch ganz normal im Laden zu kaufen geben. Ich selbst habe nur rund 10 gekaufte MDs. Der Rest ist selbst bespielt. Und klanglich ist da bis jetzt noch kein normaler MP3 Player ran gekommen.

von Spacelab - am 29.10.2015 16:17
Bespielt nicht. Aber leere gibt es noch neu. Bei DAT ist es mittlerweile aber wohl schwerer noch gut funktionierende Geräte zu finden.

Den Sony MZ-R30 hatte ich auch. Dazu kam dann etwas später ein stationäres Gerät mit einen Anschluss für eine richtige Tastatur. Eine Wohltat! Irgenwann schwenkte ich dann um zu Sharp. Das waren damals die ersten die einen USB Anschluss anboten um Musik schneller als in Echtzeit auf MD überspielen zu können. Außerdem waren das die einzigen die 24 Bit Aufnahmen auch vom analogen Anschluss machen konnten. Sonst waren 24 Bit Aufnahmen ja nur möglich wenn man eine entsprechende Quelle über den Digitaleingang anschloss. Ja das waren noch Zeiten...

von Spacelab - am 29.10.2015 18:18
Zitat
Habakukk
@McJack:
Danke fuer das schoene Posting. Bringt mich dazu, meinen alten Plattenspieler auch mal wieder oefter anzuwerfen.


Aber gerne doch. ;)

Meistens läuft der Technics Freitags, direkt nach dem 80er-Hitabend auf MDR Sachsen-Anhalt (19-23 Uhr).
Die Sendung ist schlichtweg Pflicht. Der Technics knüpft dann thematisch einfach an. ;)

von Mc Jack - am 29.10.2015 19:16
Zitat
Spacelab
Naja eine Schallplatte ist technisch wie klanglich murks. Das ist klar.
Es gibt nicht wenige die behaupten das man für einen gleichwertigen CD-Klang deutlich mehr €uros ausgeben muss als sie für ihren Dreher plus Arm plus System plus Vorverstärker ausgegeben haben. Allerdings kann ich das nicht so recht glauben.

von B.Zwo - am 29.10.2015 20:23
In der Anfangszeit der CD mag das vielleicht noch gestimmt haben. Aber irgendwann gab es dann richtig gute D/A Wandler bereits in billigen Brot & Butter Playern.

von Spacelab - am 29.10.2015 20:30
Mein erster CD-Player hatte ein leises Flirren im Hintergrund, was wohl von dem eingebauten Wandler kam. Es war ein Akai. Damals war das wohl noch ein Problem. Die Zugriffszeiten waren jedoch phänomenal kurz, wesentlich kürzer als bei meinen anderen Playern. Das führte dazu das man interessante A-B-Wiederholungen machen konnte, was klanglich interesant war. Insbesondere wenn man es auf Tape aufnahm. Mit einem Schallplattenspieler wäre dies niemals möglich gewesen.

von B.Zwo - am 29.10.2015 20:38
Das ist halt wie mit den alten Roehrenradios. Da hat man auch immer das Gefuehl, dass die besser klingen, als moderne Verstaerker mit Transistoren. Wenn man genau hinschaut, dann erkennt man aber, dass die alten Dinger ganz einfach ein verbogenes Klangbild haben und Aufnahmen auch nicht 100% praezise wiedergeben koennen. Das empfindet man dann als "warmen", sehr angenehmen Klang, im Gegensatz zum sterilen Transistor-Verstaerker-Sound, bzw. zum sterilen CD-Sound.

Auch bei Kopfhoerern ist das oft ein Problem: viele wirklich gut klingende Kopfhoerer sind halt auch solche, die das Material gerade nicht so praezise wiedergeben und Schwaechen in der Produktion gut kaschieren koennen. Das klingt dann immer gut, voll und warm. Auf einem hochwertigen Kopfhoerer kann schlecht produziertes Material aber richtiggehend beschissen klingen und man denkt dann tatsaechlich, dass der Kopfhoerer scheisse ist.

Darum liebe ich auch meine uralten Boxen mit teils sogar kaputter Sicke. Die Dinger haben zwar tatsaechlich einen guten recht linearen Frequenzgang, haben aber beileibe nicht die Praezision in der Wiedergabe, die viele Leute vielleicht schaetzen. Vor allem der Bass schwimmt tlw. schon ganz schoen, die sind nicht unbedingt fuer kurze Kick-Drums ausgelegt. Da koennen die Beatles unten rum schon mal satter klingen als ein Techno-Titel! Dafuer klingen sie angenehm warm und rund, ich mag das.

Was Schallplatte vs. CD angeht: man muss halt auch mit pauschalen Aussagen aufpassen. Es gab Zeiten, da war das Material auf Schallplatte z.B. deutlich staerker dynamikkomprimiert als auf CD. Eine Schallplatte ist halt nicht fuer beliebige Tonaenderungen geeignet, sonst wuerde einem die Nadel abheben. Heutzutage ist es eher andersrum: auf CD bekommt man oft plattkomprimierte Briketts serviert, waehrend Schallplatten gerne etwas luftiger abgemischt sind. Da lohnt es sich manchmal, sich die LP zu besorgen.

OT: Im Auto bin ich mit dem Klang nicht zufrieden. Es passiert mir oft, dass ich z.B. ein DAB-Programm hoere und mich die sterilen Hoehen nerven. Dann schalte ich auf UKW und stelle fest, das klingt ganz genauso. Die Endstufe im Kenwood klingt einfach so steril. Oder es liegt an den verbauten Lautsprechern. Deshalb plaediere ich bei DAB ja schon lange fuer einen "Analogisator", der das sterile AAC+Signal so verfaelscht, dass es sich "analog" anhoert. Am besten noch mit integriertem Fading-Generator. ;-)

von Habakukk - am 30.10.2015 08:48
Rauschen kann AAC+(v2) ja schon simulieren. :D Und zwar von leisem Hintergrundrauschen damit man beim IP Telefonieren nicht glaubt die Leitung sei tot bis hin zu Rauschen mit Vollpegel. Deshalb hat rosa Rauschen bei AAC+(v2) ja auch nur eine Datenrate von ungefähr 8kbps. Während das gleiche Signal MP3 selbst bei 256kbps noch zur Verzweiflung bringt. :D

Aber du hast da in der Tat was sehr richtiges angesprochen. Was am besten klingt ist selten am dichtesten an der Realität. Trockene harte Kicks sind auf der CD trockene harte Kicks. Auf Schallplatte sind diese prinzipbedingt schon wesentlich weicher. Dadurch wirkt es aber auch deutlich satter.

Mittlerweile gibt es ja nur noch wenige Konzeptalben. Aber ich kann mich noch sehr lebhaft an die Schallplattenrezensionen und die Leserbriefe in der "Stereo" erinnern wo immer gemeckert wurde das man in der hälfte die Platte umdrehen musste. Auch Mike Oldfield soll oft über die Schallplatte gemeckert haben wegen ihrer doch sehr begrenzten Spielzeit und weil er seine Arrangements mittendrin unterbrechen musste wegen des Seitenwechsels. Auch Pink Floyd Frontmann Roger Waters soll sich laut einem damaligen Zeitungsbericht sehr über die CD gefreut haben weil man doch nun endlich die Alben genau so veröffentlichen konnte wie sie geplant waren. Gut, heute sind Konzeptalben eh leider selten geworden.

von Spacelab - am 30.10.2015 09:26
Bei den meisten Roehrenradios sind Lautsprecher mit anderem Charakter verbaut, als man es von heutigen Geraeten kennt. Oftmals treffen grosse Membranflaechen und recht weiche Aufhaengung in Verbindung mit grossem erlaubten Membranhub auf ausreichend grosse und vor allem vibrationsarme Gehaeuse. Die zur Verfuegung stehende NF-Leistung war oft recht ueberschaubar und man erwartete, dass so ein Geraet auch mal eine Familienfeier in Partylautstaerke beschallen konnte. Das, was vielen im Ohr blieb, ist die warme und weiche Basswiedergabe bereits bei geringen Lautstaerken - wogegen man bei hoerer Spiellautstaerke den Bassregler nicht selten recht weit zuruecknehmen musste. Die Wiedergabequalitaet im Sprach- bzw. Gesangsbereich gefiel mir bei Mittel- und Oberklassegeraeten dann auch noch, mit der Wiedergabe der oberen Hoehen konnte mich kein Geraet ueberzeugen. Aber das ist anerzogenes Hoerverhalten bzw. die Erwartung, wie sowas zu klingen hat.

Schallplatten habe ich auch, wenngleich meine Vorliebe den Schellackplatten der spaeten 1920er bis in die 1940er gilt. Abspieltechnik dafuer ist da, wir haben im Freundeskreis auch schon ganze Themenabende mit diesen Scheiben gemacht. Der Frequenzgang ist alles andere als linear, der nutzbare Frequenzbereich zudem ein Bruchteil dessen, was man von audiophil abgemischten und hergestellten Platten der 1970er bis 1980er so kennt. Zum Vergleich: Unter 200 Hz kommt meist nur tieffrequentes Gerumpel, wenngleich einige Platten aus den 1940ern bis an die 100 Hz herab Nutzsignal enthalten. Nach oben hin ist bei den meisten Scheiben meiner Sammlung bereits bei 4,5 kHz Schluss, einige wenige (amerikanische) Scheiben klingen dagegen einer "Luftigkeit" bis 6,5 kHz herauf. Zwei meiner Schaetze enthalten Aufnahmen mit Louis Armstrong und die sind schon im Klang umwerfend.

von PowerAM - am 30.10.2015 09:55
Wenn ich mal so die alte Telefunken Jubilate Röhrenkiste mit dem modernen Pure Evoke F4 vergleiche liegen da natürlich Welten dazwischen. Das Telefunken Gerät klingt voluminöser. Bei niedrigen Lautstärken bis gerade mal Zimmerlautstärke klingt es sehr angenehm. Wenn mir auch die Höhen doch schon ziemlich fehlen. Wenn man über Zimmerlautstärke dreht muss man aber schon die "Sprache" Taste drücken die den Bass kräftig herausdreht denn sonst fängt der sehr weich aufgehängte Lautsprecher stark zu flirren an. Das Pure Kofferradio hat einen wesentlich saubereren Mitteltonbereich mit endlich mal vorhandenen Höhen. Im Bassbereich muss sich das Gerät aber dem Telefunken klar geschlagen geben. Der Bass der Röhrenkiste ist viel tiefer. Dafür hat er aber auch deutlich weniger Punch und im direkten vergleich wirkt er dann auch sehr unpräzise und mulmig. Ich würde sagen es ist Geschmackssache was einem besser gefällt. Zur leiseren Hintergrundberieselung würde ich sagen gefällt mir der Telefunken Röhrenkasten klar besser. Vom Gefühl her, und genau hier schließt sich der Kreis zum Ausgangsthema wieder, ist das Röhrenradio hingegen ungeschlagen. Man schaltet es ein, das Magische Auge fängt langsam an zu glühen und der Ton fadet gaaanz langsam hoch. Dann die pissgelbe Skalenbeleuchtung die im dunklen angenehm warm glimmt... Da kann der größte Schwachsinn gesendet werden. Alleine schon dem Radio zuzuschauen macht unglaubliche Freude.

von Spacelab - am 30.10.2015 10:20
erledigt, genau das, was ich gerade schreiben wollte, hat Habakkuk oben schon geschrieben.
Der beitrag hat sich damuit erledigt.

von WiehengeBIERge - am 30.10.2015 18:45
Wie hoch ist eigentlich der Frequenzgang von Schallplatten? Ottonormalo hört ja von ca 16hz bis 16.000hz (30jahre +) . AM schafft bis 4.500hz, FM bis 15.000hz. Bei DAB+ sind es meines Wissens nach bis zu 24.000hz bei einer Abtastrate von 48khz!?

von UKW vs. DAB+ - am 30.10.2015 21:10
An welcher Stelle der Platte meinst du? :D Am Außenbereich des Platte ist die maximal mögliche Frequenz am höchsten und gegen Innenseite nimmt diese kontinuierlich ab. Deshalb sind bei Testschallplatten entsprechende Signale auch immer im Außenbereich.

von Spacelab - am 30.10.2015 21:15
Das Problem in der digitalen Kette ist, dass unsere Ohrenwatscheln nicht digital funktionieren. Sonst hätten sie ihre Freude daran. Ich mag auch lieber den warmen Analogklang, war aber seinerzeit auch durch die Vorzüge der CD (einfacheres Handling, zunächst keine Abnutzungserscheinungen) angetan. Mit der Zeit erkannte ich dann, dass die Abnutzung sich eben auch digital äusserst. Entweder der Silberling läuft oder er läuft nicht mehr bzw. springt. Und sogar "hängen bleiben" kann die CD. Mittlerweile habe ich alle CDs als *.wav auf die Festplatte gebannt, denn die ersten zeigen Ermüdungserscheinungen und wollen nicht mehr so recht. Ein paar streikten sogar beim Rippen bei manchen Titeln. Platten höre ich mittlerweile lieber als CDs.

von Peter Schwarz - am 30.10.2015 21:47
Da auf einer Schallplatte ein analoges Signal vorliegt, kann man gar keine maximale Übertragungsfrequenz angeben. Theoretsich kann das Signal jeden beliebigen Wert zu jeder beliebigen Zeit annehmen, analog halt!
Die Grenzen sind hier rein physikalisch bedingt z.B. durch die Trägheit der Nadel, Abnutzungsgrad der Nadel, Qulität des Masters, der von Spacelab genannte Effekt, dass am Anfang der Platte eine bessere Hochtonwiedergabe möglich ist als am Ende, usw.
Deswegen kann man nicht generell sagen, die "maximale Übertragunsgfrequenz von Schallplatten ist so und so", wie es bei digitalen Verfahren geht.

Eine ähnliche Diskussion hatten wir hier vor Jahren mal, als es um die "Auflösung" von VHS ging, die man aber eben auch nicht in "Pixel x Pixel" angeben kann wie in der Digitaltechnik.

von WiehengeBIERge - am 31.10.2015 17:53
Wenn unbedingt Zahlen gewünscht sind kann man grob über den Daumen sagen das bei einer handelsüblichen Langspielplatte (33 1/3 Umdrehungen/min) bei 13kHz Schicht im Schacht ist. Oberhalb muss der Pegel zu sehr abgeschwächt werden weil es sich nicht mehr sauber pressen lässt. Mit Vollpegel kann man bei einer Schallplatte nur bis 1kHz Mastern. Ab da beginnt schon ein leichter Roll-Off. TELDEC hatte damals das "DMM (Direct Metal Mastering" Verfahren entwickelt bei dem keine Glas-, sondern eine Metallmatrize verwendet wurde. Damit waren dann Frequenzen bis 15kHz sauber möglich. Wohl gemerkt im äußeren Bereich. Nach innen hin fiel die oberste Grenzfrequenz dann immer weiter ab.

Eine Platte mit 45 1/4 Umdrehungen/min spielte hingegen, bei sauberem Mastering, problemlos bis 18kHz.

In den 70ern gab es verschiedene Hersteller die versuchten, mit teils bescheidenem klanglichen Erfolg, echten 4 Kanal Ton auf eine Schallplatte zu pressen. Das beste System soll "SQ+" von CBS gewesen sein. Hierfür war es notwendig Frequenzen bis weit über 40kHz auf die Platte zu schneiden. Dies gelang indem man die Rillenflanken anders formte. Solche Schallplatten konnte man aber nur mit speziellen Tonabnehmern abspielen. Versuchte man es mit einem normalen Abnehmer war die Platte sofort unrettbar zerstört. Außerdem soll der Ausschuss von Fehlpressungen immens hoch gewesen sein.

Im Bassbereich filtert jeder halbwegs brauchbare Vorverstärker alles unter 30 bis 35Hz radikal weg (Subsonic Filter). Denn darunter gibt es nur noch ganz fieses rumpeln und flattern das man kaum hört aber schon bei Zimmerlautstärke die Membrane der Lautsprecher irre Auslenkungen vollführen lässt. Üblicherweise geht eine normale Schallplatte aber eh nicht so tief in den Basskeller da, umso tiefer die Frequenz, die Rille breiter geschnitten werden musste und dabei die maximale Spielzeit rapide abnahm. Mit grauen erinnere ich mich da an diese Platten von k-tel, Telstar oder aber auch von etlichen von namhaften Herstellern wie ariola, wo man teilweise 35 Minuten auf eine Seite gequetscht hat. Diese Platten waren sehr leise aufgenommen wodurch man den Verstärker recht laut aufdrehen musste und so massig Störgeräusche auf die Ohren bekam. Vor allem aber waren diese Teile sehr Bassschwach.

von Spacelab - am 31.10.2015 18:30
Ein schönes Thema, das man wohl nicht (nur) von der rein technischen Seite betrachten sollte.

Erst vor ein paar Monaten habe ich meinen jahrelang im Keller deponierten Plattenspieler wieder ausgemottet und fest installiert. Kein High-End-Teil, aber zuverlässige Technik aus den frühen 80er-Jahren (Blaupunkt P-2100). Neuen Riemen und neue Nadel gekauft (ja, beides ist immer noch erhältlich!) und schon spielte das Teil wieder wie neu. Am alten Harman-Kardon-Verstärker klingt es sogar richtig toll, denn der hat noch einen ganz ordentlichen Entzerrer-Vorverstärker drin.

Früher™ hatten mich die nie ganz vermeidbaren "Nebengeräusche" des Vinyls gestört, weshalb ich seinerzeit relativ rasch auf CD's umgestiegen bin. Heute stört mich das kaum noch. Das mag einer altersbedingten Toleranz-Zunahme geschuldet sein, aber es ist wohl eher dieses nostalgische Gefühl, das ich beim Hören einer Schallplatte empfinde, welches mich ihre Unzulänglichkeiten vergessen lässt.

Bei digitalen Medien hat man irgendwie keinen Bezug mehr zur dahinterstehenden Technik. Das Medium verschwindet in einem Schacht oder die Toninformationen liegen gleich komplett unsichtbar auf einer Festplatte oder einem Speicherchip. Daraus Töne zu gewinnen, ist ein komplexer, für den Laien nur ansatzweise verständlicher Vorgang. Das Prinzip einer Schallplatte hingegen ist schnell erklärt und wirkt daher "beherrschbar", vertraut.

Nun ja... man könnte noch lange darüber philosophieren. Ich denke, bei den meisten Schallplatten-Nostalgikern (mich eingeschlossen) ist das Vinyl einfach auch ein Stück Jugend. Etwas, das viele Erinnerungen weckt. Wenn ich eine Platte aus den 70ern oder 80ern auf den Teller lege, öffnet sie in meinem Kopf ein Zeitreiseportal in die Vergangenheit. Jede Scheibe verbinde ich mit irgendwelchen Eindrücken von damals. Nicht immer nur schöne, aber das gehört halt auch dazu.

Der langen Rede kurzer Sinn: den Reiz einer Schallplatte kann man nicht an technisch messbaren Parametern festmachen. Sie ist viel mehr als nur ein Tonträger, obwohl sie auch als solcher den Vergleich nicht zu scheuen braucht. Gut gelagert wird man ihr auch in hundert Jahren noch Töne entlocken können, wenn es für die Einsen und Nullen von heute schon lange keine passende Software mehr gibt.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 31.10.2015 18:35
@Rolf: Wo hast du die Plattennadel gekauft? Ich wusste gar nicht, dass die noch hergestellt werden. Ich habe nämlich nur einen Universum-Plattenspieler, für den solch einen wird es wohl sowieso schwierig eine passende zu finden.

von PhanTomAs - am 01.11.2015 16:02
Nadeln gibt es noch für sehr sehr viele Abnehmer. Meistens wird man fündig wenn man nach dem verbauten Tonabnehmer sucht und nicht nach dem Plattenspielermodell. Gerade für die älteren Abnehmer sind das zwar alles Nachbaunadeln und keine originale mehr. Aber das muss kein Nachteil sein. Nicht selten sind diese sogar besser, im Sinne von "Haltbarer", als das alte Original.

von Spacelab - am 01.11.2015 16:09
Bei eBay hatte ich ein komplettes Set für mein Modell gefunden: Nadel plus Riemen für rund 35 Euro. Die Nadel war explizit als Nachbau deklariert, klingt aber trotzdem um Welten besser als der abgeschliffene Diamant, der vorher dran war. Der Riemen war zwar noch an einem Stück, sass aber schon recht locker. Daher habe ich den auch gleich ersetzt. Wer weiss, wie lange man die Teile noch bekommt...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.11.2015 16:59
Ich selbst habe auch noch über 400 LP´s, 7,10 und 12" Singles. Und was soll ich euch sagen, ich liebe jede einzelne Platte! Einzelne LP`s hatte ich auch als CD nachgekauft, aber teilweise vermisste ich bei den CD´s die dynamik gegenüber den Schallplatten! Ich gebe Sie nicht her, obwohl, nachdem ich mal schaute was die jetzt wert sind?! Muss dazun sagen das es viele der LP`s nicht auf CD gibt!
Achso, Musikrichtung zu 90 Prozent REGGAE!

von UlliBG - am 01.11.2015 17:30
Ersatzteile für Plattenspieler:
http://www.dienadel.de/Phono+Zubehoer/

von ross22 - am 01.11.2015 17:33
Zitat
UlliBG
Ich selbst habe auch noch über 400 LP´s


Hehe, da musste ich doch grad an ein Lied denken, das ich selber auf Vinyl habe und in dem es um ein Grammophon geht: Henry Valentino - Ich hab' dein Knie geseh'n.

"Ich hab' zu Haus 'ne Diskothek mit Quadrosound, oho! Und 400 LPs im Schrank, natürlich Stereo." :)

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.11.2015 17:44
Ich weiß nicht, ob es die Firma noch gibt, aber vor ein paar Jahren bekam man Nachbauten so ziemlich JEDER Nadel bei der Firma "Dreher & Kauf" aus (?) Idar-Oberstein.

von WiehengeBIERge - am 01.11.2015 19:57
Zitat
PhanTomAs
@Rolf: Wo hast du die Plattennadel gekauft? Ich wusste gar nicht, dass die noch hergestellt werden. Ich habe nämlich nur einen Universum-Plattenspieler, für den solch einen wird es wohl sowieso schwierig eine passende zu finden.


Wie schon weiter oben geschrieben, nicht der Plattenspieler selbst ist ausschlaggebend.

Es darf geklickt werden:
http://www.hifi-regler.de/shop/hifi/plattenspieler/tonabnehmer-systeme/
http://www.roe-hifi.de/de/Phono-Zubehoer/MM-Tonabnehmer
http://www.amazon.de/b?node=412359031
http://www.phonophono.de/phono.html

usw usf. ;)

von Mc Jack - am 02.11.2015 06:37
Nur für mein Tefifon muss ich den Tonabnehmer wohl aus einem umgebauten Plattenspielertonabnehmer selber basteln, oder kennt da jemand eine Quelle für bezahlbare fertige Tonabnehmer?

von Bolivar diGriz - am 03.11.2015 13:06
Danke für die Links! Die Nadel ist nicht das Problem, aber wie in dem Thread steht, der Kristallabnehmer hat sich zersetzt. Selbstgebastelte Piezo-Abnehmer sollen vom Ergebnis nicht so überzeugend sein. Aber ich werde wohl nicht umhin kommen, was passend zu machen. Im Wumpus-Gollum-Forum gibt es dazu einen Thread.

von Bolivar diGriz - am 03.11.2015 15:44
Viele Faktoren beeinflussen die Wiedergabequalität des Mediums Schallplatte.

Es fängt an beim Dreher selber, setzt sich über das Tonabnehmersystem (MM oder MC) fort, der Nadelschliff trägt dazu bei und schliesslich und letztendlich natürlich die Entzerrer/Endstufe/Lautsprecher- Kombi. Dazu ist auch noch etwas handwerkliches Geschick gefragt, wenn es darum geht, den TA zB mittels "Schön- Schablone" so präzise wie möglich zu justieren. Wenn mans ganz genau nimmt, gibt es nicht mal "das eine TA- System" für alle Musikrichtungen. Manches klingt auf dem einen System besser als auf dem anderen und umgekehrt. Das ist eine Wissenschaft für sich - und ein Groschengrab.

Wie bei der CD: Ist das Mastering oder die Pressung Käse, kann auch der teuerste Plattenspieler daraus keine Bratkartoffeln machen.
Passt aber das Zusammenspiel aus Dreher, TA, Verstärker und Lautsprecher und trifft auf eine gute Pressung, eröffnen sich einem Klangwelten, die man von der CD wohl erwartet - aber praktisch nie antrifft.
Die Vorteile des DMM- Masterings von Teldec kann ich nur bestätigen: Ich hab von ein und derselben Schallplatte eine DMM und eine normale Pressung - die Höhen sind im Gegensatz zur Standardausgabe deutlich brillanter, der Klang ist voluminöser und in sich "reiner".

Bei diversen Second- Hand- Händlern meiner Region bin ich mittlerweile Stammkunde. Hier finde ich immer wieder schöne Stücke, 30 Jahre und älter. Ist die LP noch oberflächlich betrachtet frei von Kratzern, wartet meine Okki Nokki Plattenwaschmaschine darauf, ihr den Glanz vergangener Tage zurückzugeben.
Desweiteren hab ich das Glück (und die weise Vorraussicht) gehabt, restlos alle Schallplatten aus meinen Jugendtagen aufzubewahren. Viele Jahre fristeten sie ihr Dasein im Keller bzw. auf dem Dachboden. Aber sie wegzugeben kam mir nie in den Sinn. Man muss ja auch MAL was richtig machen im Leben :D

Und wie es hier im Faden eingangs beschrieben wurde: Das Musikhören mit all dem Drumherum wird zu einem vollständigen "Erlebnis" - eben wie der Single Malt vorm Kamin.

von HAL9000 - am 05.11.2015 16:53
Zitat
Spacelab
Bei DAT ist es mittlerweile aber wohl schwerer noch gut funktionierende Geräte zu finden.


Die Mechanik altert halt (Riemen, Andruckrolle) mit Risiko bis hin zum Knittern und Zerreißen der sensiblen Bänder. Bei manchen Sonys brechen auch noch diverse Zahnräder - die Freaks fertigen selbst dafür heute Ersatz. Auch ein Sony-Problem sind vergammelnde Elkos im Kopfverstärker. Die Decks fangen irgendwann an. Lesefehler zu machen (klingt wie falsches Tracking) und es wir dimmer schlimmer, bis nix mehr rauskommt. Läßt man es in dem Zustand, fängt es irgendwann an zu stinken.

Man kann sowas fast immer heilen (lassen). Zum Beispiel hier:
https://www.facebook.com/MCS-Mickeleit-Computer-Shop-DAT-Service-767447099983687/

Mal die Galerie durchgehen die ganzen Monate zurück. Sind auch grauslige Verbastelungen drin, die bei Herrn Mickeleit wieder geradegebogen wurden.

Ein bei Herrn Mickeleit gewarteter DAT (oder ein dort gekaufter) spielt auf jeden Fall wieder etliche Jahre, wenn die Andruckrolle gewechselt wurde. Für Pioneer und die baugleichen Laufwerke von Onkyo, Tascam und Fostex gibt es aber keine Andruckrollen mehr...

Ach so, Schallplatten... ich warte seit knapp 2 Wochen auf eine beim Mediamarkt in Berlin-Schweineöde bestellte Doppel-LP. Warum die und nicht die CD? Weil mehr drauf ist. Sonst hätte ich mir die Mühe nicht gemacht.

von Chris_BLN - am 05.11.2015 19:17
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