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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
HAL9000, Ingo-GL, Georg Acher, tomfritz, Kroes

16:9-Fragen

Startbeitrag von tomfritz am 11.07.2006 22:21

[Beitrag auf Wunsch des Users entfernt.]

Antworten:

Im PAL-System wurden 576 der 625 Zeilen sichtbar übertragen. Verlangte man gleiche Auflösung in horizontaler und vertikaler Richtung, müssten für ein 4:3-Bild 768 Bildpunkte je Zeile übertragen werden. Unser Standard-DVB-S überträgt einen MPEG2-Datenstrom mit 576 Zeilen und 720 Bildpunkten je Zeile. Man sieht hier schon: Unser Standard-DVB-S ist für das Bildformat "4:3" ausgelegt, nicht 16:9.

16:9 Material kann man auf folgende Art und Weise übertragen:

Letterbox:
Das Bild wird in 432 sichtbare Zeilen gepackt (oder so ähnlich). Die restlichen Zeilen werden auch übertragen, sind aber dunkel gesteuert.

Auf einem 4:3-Bildschirm sieht man also ein 16:9-Bild mit dunklen Balken am oberen und unteren Bildrand.
Auf einem 16:9-Bildschirm sieht man dunkle Balken oben und unten und dunkle Streifen links und rechts, solange er im 4:3-Modus betrieben wird. Wählt man zur Wiedergabe jedoch einen Zoom-Modus, der das Bild vertikal und horizontal jeweils im gleichen Verhältnis expandiert, so wird Bildschirm voll ausgenutzt. Das Bild wirkt jedoch leicht unscharf, da ja effektiv nur 432 Bildzeilen übertragen werden.


Anamorph:
Das Bild wird in 576 Zeilen gepackt.
Auf einem 4:3-Schirm sieht man ein Bild mit Eierköpfen: Das Bild ist in horizontaler Richtung gestaucht.
Auf einem 16:9-Schirm sieht man das Bild nur dann richtig, wenn man einen Zoommodus wählt, der das Bild in horizontaler Richtung auf volle Bildbreite expandiert. In vertikaler Richtung darf in diesem Fall nicht expandiert werden. Normalerweise haben Geräte mit 16:9-Ausstattung eine Automatik, die das Bildformatsignal auswertet. Solch eine Formatinformation gab es auch schon im analogen PAL-Fernsehen.

von Ingo-GL - am 13.07.2006 10:00
Besser hätte ich es auch nicht schreiben könne :D

Vereinfacht gesagt: bei anamorphem 16:9 hast du eine höhere Detailauflösung als im Letterbox- Verfahren, weil quasi mehr Zeilen auf gleichem "Bild- Raum" für die Anzeige zur Verfügung stehen. Leider senden noch längst nicht alle Programme in diesem Format. Premiere beschränkt sich auf die PPV- Kanäle sowie Premiere 1 & 2, ansonsten machts neuerdings auch RTL, dann noch Sat1, Pro7 und alle Öffis.

@ tomfritz:

Da du nen 16:9 Fernseher hast, und diese gewöhnlich alle anamorphes Bildmaterial wiedergeben können, solltest du deine Empfänger und DVD- Player auf 16:9 Bildformat umschalten. Normalerweise switcht dann der Empfänger selbstständig zwischen 4:3 und 16:9 hin und her, so das es keine Verzerrungen geben sollte. Bei der dBox2 mit Linux stellt man das Format auf "automatisch", um den eben beschriebenen Effekt zu erhalten.


von HAL9000 - am 13.07.2006 15:46
Sat.1 und ProSieben senden nicht anamorph...leider.

von Kroes - am 13.07.2006 17:41
Nachtrag zu den Begriffen:

"Anamorph" steht wohl für "absichtlich verzerrt oder umgestaltet". In zwei Wörterbüchern, die ich konsultiert habe, kommt der Begriff in der Form jedoch nicht vor. Statt dessen gibt es die Einträge "anamorphotisch" und "Anamorphot". Das sind Begriffe aus der Kinotechnik.

Tomfritz hat auch den Begriff "amorph" aufgeführt. Sofern er in der Übertragungstechnik verwendet wird, dann meint er wohl das Gegenteil von "anamorph". Diese Verwendung ist jedoch Blödsinn. Denn der Begriff "amorph" ist in der Physik schon eingeführt. Dort bezeichnet die Erscheinungsform eines Festkörpers, in dem die Atome oder Moleküle formlos zusammengeballt sind im Unterschied zu kristallinen Erscheinungsformen. Das hat mit Verzerrung und Entzerrung also gar nichts zu tun.

Nachtrag: Vielleicht wurde in dem von Tomfitz zitierten Fall lediglich "amorph" mit "anamorph" verwechselt.




von Ingo-GL - am 14.07.2006 10:33
Anamorph ist deswegen ein Begriff aus der Kinotechnik, weil die das mit der Verzerrung seit den Cinemascope-Zeiten schon macht. Das Filmformat ist da immer noch 4:3, nach dem Objektiv sitzt aber eine Zylinderlinse, die ein 16:9-Format auf den 4:3-Film bündelt. Bei der Projektion gehts umgekehrt.

Den Effekt der Zylinderlinse sieht man manchmal bei Nachtaufnahmen mit Scheinwerfern. Da sind dann die Spiegelungen im optischen System *nach* der Linse kreisförmig und werden bei der Projektion wieder elipsenförmig. Das steht im Gegensatz zu den runden Reflektionen, die vor der Zylinderlinse entstehen...

Georg

von Georg Acher - am 14.07.2006 13:56
@ Kroes

Korrekt, ich war in Gedanken beim DD 5.1... :D

von HAL9000 - am 14.07.2006 17:35
Da brauchst nix studieren, lass einfach die Einstellung beim Bildformat auf automatisch, sofern dein Fernseher anamorphes 16:9 darstellen kann (und das können eigentlich fast alle 4:3 Geräte der letzten 5 Jahre), liegst du damit immer richtig :)

von HAL9000 - am 18.07.2006 07:42
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