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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lokleitung, Tw237, Heidelberger Straßenbahner

Rundreise mit dem Heidelberger Straßenbahner VII

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 14.12.2011 12:34



Heute mal ander's rum; erst ein Bild und dann der Text! Wie im letzten Reisebericht angekündigt,über etwas, was es in Heidelberg auch gibt, eine Standseilbahn.

Aber der Reihe nach: Von unserer Unterkunft fuhren wir mit der Linie 11 Richtung Bühlau bis zur Haltestelle Plattleite. Nach einem Fußweg durch ein ..... hmmm ......... ja ........Villengebiet, ist wohl der richtige Ausdruck für das Wohnviertel Weißer Hirsch, kamen wir zur Bergstation, wie unschweer auf dem Bild zu erkennen ist.

Die Bahn wurde am 26. Oktober 1895 mit Dampfbetrieb (dazu später mehr) eröffnet und 1909 auf elektrischen Betrieb umgestellt.

Ein Wagen, der mittlerweile vierten Wagengeneration, stand zum einstieg bereit, da wir die ersten Fahrgäste (und so ziemlich die einzigsten) waren, belegten wir die ZDF-Plätze (für Privatfernseher: die, in der ersten Reihe).



In einer Anzeige im Giebel der Station sah man, neben der Uhrzeit auch die Abfahrtszeit der Bahn.
Wenige Meter nach der Bergstation verschwindet die Strecke in dem 54 Meter langen Prinzeß-Luisa-Tunnel. In der 29% Steigung liegt in der Steckenmitte (wo auch sonst wohl?) auf einem Viadukt die Abtsche Ausweiche.



Durch Gärten verläuft die Stecke weiter und endet 547 m später nach dem Burgbergtunnel (96 m lang) in der Talstation in Loschwitz.



Der Vollständigkeit halber, und bevor Proteste erscheinen: Der Höhenunterschied beträgt 95 Meter, die Strecke hat die Kurpfälzische Normalspur.


Nach dem überqueren der vielbefahrenen Straße nach Pilnitz (siehe Busbild der Linie 61 in der letzten Schilderung) wirkt Loschwitz fast dörflich, wie der folgende Schnappschuß zeigt.



Nach nur wenigen Metern Fußweg erreicht man eine weitere Atraktion: Die Schwebebahn.
Sie verbindet mit einem Höhenunterschied von etwa 84 Metern seit 6. Mai 1901 den Stadtteil Loschwitz mit Oberloschwitz.

Zuerst ein Bild des Wagen 2 in der Talstation:



Da sich auch hier der Andrang in Grenzen hielt, konnten wir die vordersten Plätze einnehmen, ohne in der Nacht vorher diese mit einem Handtuch zu „reservieren“.

Gut gelungen sind mir deshalb auch ein Bild, der nach dem Prinzip „Eugen Langen“ gebauten Strecke.



Aufrund der zweigleisigkeit der 274 m langen Strecke läßt sich der Gegenwagen nur schlecht ablichten, ständig ist einer der 33 Masten im Bild --------->>




---------->> oder halt ein Fensterholm.

Dafür gelang mir das Foto der Einfahrt in die Bergstation besser (ja ich weiß. Besser ist nicht gleich gut)





Von der Aussichtsterasse aus sieht die Einfahrt eines Wagens natürlich besser aus.

Das Dach der Bergstation ist für Sportmuffel bequem mit dem Fahrstuhl zu erreichen. Unter ständigen Ermahnungen besorgter Eltern genossen wir die Aussicht:

Auf das blaue Wunder:



einen einfahrenden Wagen:



......... und zum Schluss auf die Standseilbahn.



Zu meinem bedauern müßt Ihr mit diesem Bild vorlieb nehmen, da meine Begleiter nicht gewillt waren, nachdem das erste Foto nicht so meinen Vorstellungen entsprach, nochmals 20 Minuten auf die nächste Bahn zu warten – leider:

Um dem weiteren Gekeife der Eltern zu entgehen, verließen wir das Dach sportlich über die Treppe. Da das Gezedere oben nicht ab, sondern eher zunahmen, legt den Schluß nahe, dass die Sorge der Beiden wohl nicht uns galt, sondern deren Nachwuchs.



Auf der Talfahrt lichtete ich den Führerstandsbild ab, nur diese Wagenseite verfügt über einen solchen. Die weltweit einzigsten Hängebahnwagen haben (im Gegensatz zur Wuppertaler Schwebebahn) keinen eigenen Antrieb, sondern werden durch ein Zugseil von der Bergstation bewegt.

Noch etwas für Technikbegeisterte:

Die Bezeichnung Schwebebahn ist laut Wikipedia falsch, da im Unterschied zu einer Magnetschwebebahn, ein ständiger Kontakt zwischen Fahrweg und Wagen besteht.
Der für beide Bergbahnen benötigten Strom wurde in den Anfangsjahren mit zwei Dampfmaschinen, die einen Gleichstrom-Nebenschlussmotor antrieben, erzeugt. Bei Ausfall der Dampfmaschinen stellten zwei Batterien den Weiterbetrieb für das Fahren in die Stationen sicher.




Hinter diesem, für Dresden typischen Haltestellenschild sieht man nochmals, die sich harmonisch in die Landschaft eingefügte Stecke, der, wie wir jetzt alle wissen, Nichtschwebebahn.

Über das „Blaue Wunder“ (Besserwisser an: mundartliche Bezeichnung der Loschwitzer Brücke, Besserwisser aus) gelangten wir fußläufig in den Stadtteil Blasewitz. Auf der Brücke enstand noch ein Bild der Elbschlösschen



Nach der Strapaze (schreibt mman dies eigentlich so?) von mindestens 500 m Fußweg war unbedigt Erholung angesagt.



Im Schiller(bier)garten genossen wir bei einem kühlen Pils die Aussicht auf die Elbe. Leider wurde die Ruhe durch die hektisch vorbeifahrenden Raddanpfer getrübt.



Ein Blick auf die Haltestellenanzeige des Biergartens (gibt es so einen Service eigentlich bei uns?) zeigte uns die Abfahrtszeiten, der in ca. 200 m entfernt liegenden, Haltestelle.



Nach diesem unendlich langen (auf jeden Fall länger wie geplant) Geschreibe mit warer Bilderflut, nun ja, der Busbericht war dafür relativ kurz, geht auch diese Geschichte einmal zu Ende, ich hoffe doch, dass Jeder die Schilderungen aufmerksam gelesen hat.

Ich werde, bei einem gelegenlichen Treffen den Forenmitgliedern die ein oder andere Frage zur Erfolgskontrolle stellen, und hoffe, sie wird dann auch richtig beantwortet.



Salü Erhard



PS.: Bevor ich meinen Nichtdoktortitel aberkannt bekomme (soll ja im Moment sehr beliebt sein): Ich habe die Angaben aus Wikipedia übernommen

Antworten:

Zitat

Aufrund der zweigleisigkeit der 274 m langen Strecke läßt sich der Gegenwagen nur schlecht ablichten, ständig ist einer der 33 Masten im Bild



Wie sagt es doch eine alte RNLF-Weisheit: "Die ganze Strecke ist versaut, wenn man Mittelmasten baut"

von Tw237 - am 14.12.2011 13:39
Schääner Bericht von außergewöhnlichen Verkehrsmitteln.
Vielen Dank auch.

von Lokleitung - am 14.12.2011 16:20
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