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Nahverkehr Rhein-Neckar
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21
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vor 3 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten
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Fabegdose, Lokleitung, Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R., bmstrab, Tw237, 218er, jo-ke, Führerbremsventil, bassemohluff, Andreas Risch, Einholmstromabnehmer

Werner Rabe verstorben

Startbeitrag von Einholmstromabnehmer am 05.01.2017 17:25

Am 24.12.2016 verstarb überraschend Werner Rabe, einstiger Verfasser des Buches "Betriebsgeschichte", im Alter von 75 Jahren.

Antworten:

Ehre seinem Andenken!
Einer der wenigen Menschen innerhalb der ehem. MVG, der Verständnis für unsere Anliegen hatte.

Damit hat das Jahr 2016 noch ein weiteres Opfer gefordert:

- Michel Delpech

- David Bowie (!)

- Claude Gensac und Michel Galabru (Gendarme v. St. Tropez)

- Maja Maranow

- Achim Mentzel

- Ruth Leuwerik

- Alan Rickman (Hans Gruber/Prof. Snape)

- Glenn Frey

- Rick Parfitt

- Greg Lake

- Black ("wonderful life")

- Roger Willemsen

- Boutros Ghali

- Umberto Eco

- Peter Lustig

- Nancy Reagan

- Keith Emerson

- Guido Westerwelle

- Lothar Späth

- Hans-Dietrich Genscher

- Johan Cruyff

- Karl-Heinz von Hassel

- Prince

- Uwe Friedrichsen

- Erika Berger

- Miriam Pielhau

- Muhammad Ali

- Tamme Hanken

- Götz George (!)

- Manfred Krug (!)

- Bud Spencer

- Walter Scheel ("hoch auf dem gelben Wagen")

- Gene Wilder

- Schimon Peres

- Hans Korte

- Jutta Limbach

- Leonard Cohen

- Fidel Castro

- Margot Honecker

- Paul Rosche

- Hildegard Hamm-Brücher

- John Glenn, der erste US-Astronaut

- Zsa Zsa Gabor

- Carrie Fisher und ihre Mutter

- George Michael (evtl. Strafe für "last christmas").

von Fabegdose - am 05.01.2017 19:12
Ein überzeugter Strassenbahner ist verstorben.
Gedenken wir seiner!
Er ruhe in Frieden.

von bmstrab - am 05.01.2017 19:50
Claude Censac war aber mitnichten ein Gendarm, sondern der Name der Schauspielerin
die die Gattin von Cruchot spielte.

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 05.01.2017 20:56
Sehr sehr schade.

von Andreas Risch - am 05.01.2017 23:47
Schon klar - ich meinte den Film.
Lebt Geneviève Grad wenigstens noch?

von Fabegdose - am 06.01.2017 09:03

Re: Geneviève Grad nicht verstorben

Ja: >>> klick

von Lokleitung - am 06.01.2017 10:34
Auf Bowie, Michael oder Prince kann ich mehr als verzichten, doch das Gerücht vom Ableben des Betriebschronisten hat mich sehr getroffen.

Zwar habe ich es noch immer nicht aus einer Quelle erfahren, die ich als zuverlässig bezeichnen würde, doch die Tatsachen, dass sein Telefon tot ist und er auch bei zweimaligem Vorbeischauen nicht daheim war, lässt schon auf das Schlimmste schließen.

Jedenfalls war er einer der ganz großen, einer der Helden meiner Jugend. Schon in der sechsten Klasse verschlang ich seine Betriebsgeschichte und war begeistert als ich ihn mit 14 Jahren auf dem Babbelowend kennenlernte.
Insgesamt habe ich ihm viel zu verdanken. Er war stets hilfsbereit bei Recherchen und hat mich auch bei Ausarbeitungen unterstützt. Nicht zuletzt habe ich einen erheblichen Teil meines Unterlagen- und Bildarchives ihm zu verdanken.

Über seine Verdienste um die Betriebsgeschichte sollte auch nicht vergessen werden, dass er maßgeblich daran mitgewirkt hat, dass Mannheim heute einen attraktiven und gut ausgebauten ÖPNV hat - im Gegensatz zu Ludwigshafen oder Heidelberg.

So sehr ich mir wünschen würde, dass er doch nur einfach in Urlaub ist, so erschütternd ist es, dass er so früh von uns gegangen ist. Mit geradeinmal 75 Jahren, wenige Jahre nach seiner Mutter, die ein dreistelliges Alter erreichte. Bei unserem letzten Treffen im Oktober war er jedenfalls noch fit und gesund. Sein Tod kam überraschend.

Sehr schade.



von Tw237 - am 06.01.2017 22:48
Ein schönes Bild von Werner Rabe :spos:

Neben dem Schriftwerk bleiben auch die mündlichen Überlieferungen über manches Kuriosum des Betriebsgeschehens in Erinnerung.

Schade, daß er das 50jährige Zwölfachserjubiläum nicht mehr erleben darf.
Die Überlieferung der Einweihungsfeierlichkeiten in einer Dürkheimer Gaststätte ist legendär ...

von Fabegdose - am 07.01.2017 11:28
Ja, der Tod von Werner Rabe ist ein herber Verlust für den ÖPNV im Rhein-Neckar-Raum.

Auf ihn gehen zahlreiche Neuerungen im Straßenbahn- und Busverkehr zurück,
die heute selbstverständlich erscheinen.

Bis zu seinem plötzlichen Tod hat er sich intensiv mit dem regionalen ÖPNV beschäftigt
und immer wieder auf Mängel aufmerksam gemacht, die ihm bei seinen vielen Fahrten auffielen
und die er genauestens dokumentierte.

Fast wöchentlich berichtete er den zuständigen Stellen von seinen Erlebnissen.

Als Beispiel möchte ich aus einem seiner vielen Briefe (hier vom September 2015) zitieren,
die sein großes Interesse und sein immenses Wissen belegen :







Dieses Wissen wird in Zukunft fehlen !
.

von bassemohluff - am 08.01.2017 18:00
Ich habe mir ja lange überlegt, ob ich zu diesem Thread etwas schreiben soll, man soll ja nicht schlecht über Verstorbene reden.
Und so versuche ich mal, einigermaßen gerecht zu bleiben.


Ich lernte Herrn Rabe als sehr kompetenten Kollegen kennen, der insbesondere durch das von ihm erdachte Beschleunigungsprogramm für die Strab in Mannheim, mit Vorsortiergleisen, Vorsignalen, Permissivsignalisierung und mit Einzelzugabfertigung an den Lichtsignalanlagen tatsächlich ein großer Gewinn für das Unternehmen MVG und den Nahverkehr der Stadt Mannheim war. Er blieb auch nie Antworten zu seinen Fachgebieten schuldig.


Letztlich waren es aber genau die im Beitrag von bassemohluff zitierten, zahlreichen (und zu manchen Themen hunderte) Briefe, mit denen er sich nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst der MVV Verkehr seinen guten Ruf und sein Ansehen selbst massiv beschädigt hat.

Das gezeigte ist ein schönes Beispiel. Hier werden Entscheidungen aus der relativ nahen Vergangenheit (1970er Jahre) dargestellt, die ich mal unter "Wissen" verbuche. Hier wird behauptet, man habe etwas "vergessen" ohne das Hintergrundwissen, warum dies so entschieden wurde. Das nenne ich mal eine "haltlose Behauptung". Und das ganze wird dann mit Geschwafel aus alten Zeiten und politischen Seitenhieben vermischt, die für das dargestellte Problem weder zielführend noch interessant sind.

Manchmal hatte er ja nicht unrecht (ich ordne das mal etwa bei 15% ein). Aber seine Schreiben waren häufig gespickt mit massiven persönlichen Vorwürfen, die bis ans beleidigende heranreichten, und sie wurden von ihm breit an Behörden, politische Gremien und natürlich auch die Verkehrsbetriebe "gestreut" (jemand sagte mal "da fehlt nur noch der Papst als Adressat".)
Insbesondere handelte Herr Rabe auch bewusst böswillig, wenn er versuchte, Personen für Dinge und Zustände verantwortlich zu machen, die es so schon zu "seiner" Zeit gegeben hatte und von denen er genau wusste, dass diese Zustände vor vielen Jahren von ganz anderen Menschen herbeigeführt wurden, die heute längst nicht mehr dafür verantwortlich gemacht werden können. Und jedes Mal war eine Heerschar an Menschen damit beschäftigt, seine Schreiben zu bearbeiten oder nachzuweisen, dass es eben mal wieder nur Belanglosigkeiten und Unsinn war, der da dem Einen oder Anderen vorgeworfen wurde.


Als Chronist und Kenner der ÖPNV-Szene Mannheim von 1967 bis 2000 war er kompetent, und ich finde es auch traurig, dass er mit 75 doch recht früh gehen musste.
Seine Vorwürfe und Briefe werde ich nicht vermissen.

von Lokleitung - am 09.01.2017 13:48

Gibt es das eigentlich offiziell?

So in Form einer Todesanzeige ö.ä.?

von Führerbremsventil - am 09.01.2017 18:40

Re: Gibt es das eigentlich offiziell?

Nö, offenbar noch nicht.
Aber es gibt die Aussage eines seiner damaligen Kollegen, die durchaus verlässlich ist.
Sie haben Post.

von Lokleitung - am 09.01.2017 19:21
Nun, so wie man mit ihm in seinen letzten aktiven Jahren bei MVV-V bzw RNV umgegangen ist sowie seine Degradierung, braucht man sich auch nicht zu wundern daß er jede Möglichkeit ergriffen hat dem Verkehrsbetrieb ans Bein zu pinkeln. Hätte ich an seiner Stelle auch getan.

Nun ruhe er in Frieden.

von 218er - am 09.01.2017 23:58
Wie ich schon schrieb sind die, denen er vor vielen Jahren offenbar zu unbequem wurde und die ihn dann "kaltgestellt" haben, längst nicht mehr für den Verkehrsbetrieb tätig, sei es bei MVV oder rnv.

Es hätte also keinen Grund zum Nachtreten gegeben, weil immer gegen die falschen getreten wurde. Und das hat er gewusst.
Aber lassen wir das, es macht ihn auch nicht wieder lebendig.

von Lokleitung - am 10.01.2017 09:20
so am Rande bemerkt: Eine wirklich zuverläsige Quelle über das Ableben habe ich noch immer nicht. Er stand nicht im Bestattungsregister der Stadt Mannheim. In seiner alten Heimat Hannover hingegen hätte er keine Verwandtschaft mehr. Und der Name steht auch noch an der Klingel.
Das macht Hoffnung, dass er nur im Urlaub ist und hier seine Nachrufe auf sich liest ;-)

von Tw237 - am 16.01.2017 09:10
Herr K. weiß mehr: [www.drehscheibe-online.de]
Und wer wagt es, Herrn K. anzuzweifeln? :joke:

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 16.01.2017 09:24
Laut RNV findet die Urnenbestattung anonym in einem Friedwald statt.

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 17.01.2017 21:00
Danke für die Info.

von Fabegdose - am 17.01.2017 21:51
Heute war im Mannheimer Morgen (Print Ausgabe) die Todesanzeige der MVV Verkehr GmbH.
Hier die Online Version
[www.morgenweb.de]

Werner Rabe

Wir trauern um unseren verehrten Pensionär, Herrn Werner Rabe Herr Rabe ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Er war über 37 Jahre in unserem Unternehmen tätig. Dem allseits geschätzten ehemaligen Mitarbeiter und Kollegen werden wir stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Mannheim, den 18.01.2017
MVV Verkehr GmbH
Geschäftsführung Betriebsrat Mitarbeiter

Anzeigen-Nr.: 4329484-010

Quelle: Mannheimer Morgen vom 18.01.2017

von bmstrab - am 18.01.2017 19:54
Oh, das tut mir sehr leid. Mein Beileid.

Wieder einer weniger, von meinen alten Straßenbahnbekannten. :-(

Er hat viel zum Entstehen meiner vielen Straßenbahnbildern aus den 80ern beigetragen.

von jo-ke - am 23.01.2017 17:57
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