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EFC Freigericht / Hasselroth 1989
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 7 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 7 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kai, Thomas, Alex

Alle Tiere sind gleich. Manche aber sind gleicher….

Startbeitrag von Alexam 24.10.2005 13:22

Dieser Spruch aus George Orwells „Farm der Tiere“ ist im Moment im deutschen Fußball allgegenwärtig.
Waren es in dem Roman von Orwell noch die Schweine, die deutliche Unterscheidung unter Ihresgleichen in der Behandlung und in den Privilegien gemacht haben, so muss sich in diesen Tagen der Deutsche Fußball Bund entsprechende, und auch berechtigte, Vorwürfe anhören.
Was war geschehen?
Im September lies sich Jermaine Jones, Spieler von Eintracht Frankfurt, im Rahmen des Bundesligaspieles gegen Bayern München, zu einer völlig unnötigen Tätlichkeit hinreißen. Diese wurde im Rahmen des Fernsehbeweises, absolut zurecht, durch den Kontrollausschuss des Deutschen Fußball Bundes mit einer Sperre von drei Pflichtspielen geahndet, da der Schiedsrichter an jenem Abend den Tritt von Jones auf die Hand von Ismael nicht gesehen hatte und somit eine nachträgliche Bestrafung entsprechend den Regularien des DFB absolut möglich und richtig gewesen ist.
So weit, so gut…
Doch aktuell läuft der DFB Gefahr, sich völlig ohne Not den Vorwürfen auszusetzen, dass eine eindeutige Ungleichbehandlung und Benachteiligung verschiedener Vereine durch ihn und seine Organe erfolgt.
Jungnationalspieler Lukas Podolski reagierte am Samstag zum einen auf die in der Presse laut gewordenen Diskussionen mit seinem Trainer und, nicht minder belastend, zum anderen darauf, dass er gegen den Frankfurter Verteidiger Vasovski nahezu keine Chance hatte, mit einem frustrierten Tritt gegen den Oberschenkel des Mazedonier im Eintracht-Trikot. Diese Aktion geschah ebenfalls außerhalb der Sicht von Schiedsrichter Herbert Fandel, so dass dem DFB auch hier der Weg für ein Ermittlungsverfahren vor dem Kontrollausschuss offen steht.
Ein solches Verfahren wird zwar auch eingeleitet werden, jedoch wird es nach Informationen des Kicker-Sportmagazines wohl nicht zu einer Sperre des Kölner Kapitäns kommen. Das Argument, dass Podolski wohl den Frankfurter nicht richtig getroffen habe, im Gegensatz zu dem deutlichen Tritt von Jones, kann hier nicht zählen, da laut den Fußballregeln schon alleine der Versuche einer Tätlichkeit wie eine Tätlichkeit zu werten ist.
Warum aber rückt sich der DFB durch ein solches Verhalten völlig unnötig so dermaßen in die Schusslinie der Medien und aufgebrachten Fußball-Fans?
Eine vorsätzliche Benachteiligung gegenüber Eintracht Frankfurt, die unter der Sperre von Jones zu leiden hatte, ließe sich zwar nach vielen unverständlichen Schiedsrichterentscheidungen gegen die Frankfurter in den letzten Jahren vermuten, jedoch einen plausiblen Grund, mit Ausnahme des gewonnenen Gerichtsstreites im Rahmen des sogenannten Lizenz-Theaters 2002, gibt es dafür nicht. Irgendwelche etwaigen Verschwörungstheorien, die bei den Frankfurter Fans gerne gesponnen werden, sind bisher noch nicht offenkundig geworden.
Nein, viel schlimmer wiegt der Verdacht, dass Podolski einfach den Schutz eines Nationalspielers besitzt, dem im gewissen Maße mehr Freiheiten gegönnt werden als es den anderen Spieler eingeräumt wird. Ein ähnliches Verhalten ist ja schon sehr offenkundig geworden bei dem „Superstar“ der Nationalmannschaft, Michael Ballack. Dieser fällt oftmals mehr durch andauerndes Lamentieren mit dem Schiedsrichter, als durch spielerische Finesse auf. Meistens bleibt ein solches Verhalten jedoch ungeahndet, währenddessen ein anderer Spieler mit einer gelben Karte verwarnt wird. So geschehen am letzten Samstag bei Jermaine Jones, der eine Schwalbe (zurecht) ankreidete, und dafür von Schiedsrichter Fandel mit der gelben Karte verwarnt wurde. Hier schliesst sich übrigens der Kreis zu Jones.
Welche Auswirkungen hat eine solche Narrenfreiheit jedoch für einen jungen Spieler wie Podolski?
Jungen Nationalspielern wird also eine Art Freiraum gewährt, den andere nicht erhalten. Somit nehmen diese für sich in Anspruch, Handlungen begehen zu können, die normalerweise auf dem Spielfeld nichts zu suchen haben. Eine Tätlichkeit ist und bleibt eine Unsportlichkeit, die nichts mit Fußball zu tun hat. Des weiteren verliert der Spieler auch den Bezug zur Disziplin, da ihm jegliches Fehlverhalten ungesühnt verziehen wird. Welche Auswirkungen jedoch eine fehlende Disziplin auf den sportlichen und menschlichen Werdegang eines Sportlers haben kann, ist hinlänglich bekannt. Namen wie Jan Simak und Sebastian Deisler sind ein untrügliches Beispiel dafür, was passieren kann, wenn begnadete Spieler zu schnell zu hoch gejubelt und dadurch die Bodenhaftung verloren haben.
Demnach tut sich der DFB selbst keinen Gefallen, wenn er insbesondere nicht ein spezielles Augenmerk auf den Werdegang seiner Nationalspieler, auf deren Verhalten auf dem Spielfeld, aber auch auf deren soziale Kompetenz legt und solche unsauberen Aktionen wie die von Podolski ungestraft lässt. Schließlich sind die Nationalspieler auch das Aushängeschild des DFB und die grossen Vorbilder für die heranwachsende Fußballjugend.
Aber leider steht zu befürchten, dass „alle Menschen gleich sind, manche jedoch gleicher“. Und so bleibt ein bitterer Nachgeschmack in den Handlungen von Podolski und denen des DFB bestehen.
Antworten:

Re: Alle Tiere sind gleich. Manche aber sind gleicher….



Was für eine journalistisch hochfeine Recherche!!
Hast du auch den Watergate-Skandal aufgedeckt????

Scheißgebabbel
Supertext und absolut geile Analyse, warum veröffentlichst du diesen Artikel
nicht als offenen Brief in einer Tageszeitung.
GNZ oder GT wären über solche Äußerungen hocherfreut und würden sie im Rahmen eines offenen Briefes bestimmt abdrucken.


Ich schlage dich übrigens noch für den Pullitzerpreis vor. GANZ EHRLICH


Der Presi

von Thomas - am 24.10.2005 18:11

Re: Alle Tiere sind gleich. Manche aber sind gleicher….

Also Alex ich kann dem Thomas da nur völlig zustimmen.
Toller Kommentar der wirklich den Abdruck in einer Zeitung verdient hätte.

So long bis gegen die Arminia.
Greets
Kai :cool:

von Kai - am 26.10.2005 16:23
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