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Forum:
Diskussionen zur Straßenbahn Frankfurt (Oder)
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ken Wegener, otmar-von-steuber.de, Roland Totzauer

Bürger-Initiative PRO BUS CONTRA BAHN

Startbeitrag von Roland Totzauer am 05.10.2005 04:40

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch den MOZ-Zeitungsartikel "Strassenbahn ist kein Gnadenbeweis"
vom 29.09.2005 ist offenbar geworden, dass zwischen beiden
Stadtverwaltungen in Frankfurt und Slubice ein gewisses
Kommunikationsdefizit herrscht.
Plötzlich wird aber auch klar: Es geht Herrn Bodziacki nicht nur um
Nahverkehr zwischen zwei Städten, sondern um ein nebulöses "modernes
Projekt". Hört, hört: Aus Frankfurt und Slubice kann seiner Meinung nach
nur "eine gemeinsame europäische Stadt entwickelt" werden, wenn eine
Strassenbahn rollt. Ein Bus wäre zwar billiger, aber es ginge um die
Zusammenarbeit der Städte. Ja, wie denn nun: Eine Busverbindung bedeutet
keine Zusammenarbeit, eine Strassenbahn heisst Zusammenarbeit? Die
Auslassungen des Herrn Bodziacki zeigen, dass er einerseits getrieben
wird von der Gier nach EU-Fördergeldern und nach der Kaufkraft der
Deutschen, andererseits von der Angst vor den eigenen Taxifahrern. Der
eigene Bus wäre zwar billiger, macht aber in seinen Augen aus Frankfurt
und Slubice keine "gemeinsame europäische Stadt"! Die Aussagen der
Frankfurter und Slubicer Stadtpolitiker sind voller Widersprüche, die
dem dialektisch denkenden Leser zeigen, was in den Rathäusern von
Frankfurt und Slubice fehlt: eine nüchterne Realpolitik.
Am 22.09.05 äußerte ein Herr Henschke gegen die Bürger-Initiative "PRO
BUS CONTRA BAHN" seine "Befürchtung, dass es hier um nicht gerade
nachbarfreundschaftliche Argumente geht". Jetzt zeigt sich, dass diese
"nicht gerade nachbarfreundschaftlichen Argumente" aus den Slubicer und
Frankfurter Rathäusern kommen. Der Frankfurter Bürgermeister reagiert
auf den Aufruf zur Gründung einer Bürger-Initiative verwirrt und der
Slubicer Bürgermeister denunziert die Bürger-Initiative mit dem
Argument, eine "kleinliche Rechnung" aufzustellen.
Dabei ist klar, dass bei dem gegenwärtigen Kaufkraftgefälle zwischen
Deutschland und Polen eine subventionierte Bahn (und natürlich auch ein
Bus) nach Slubice volkswirtschaftlicher Unsinn wäre. Die Stadt Frankfurt
würde dann mit eigenen Steuern den verstärkten Kaufkraftabfluss in
Richtung Slubice subventionieren und damit in Frankfurt auch den Verlust
von Arbeitskräften und Dienstleistern bewirken, was wiederum zu weniger
Steuereinnahmen in Frankfurt führt. Diese ökonomischen Tatsachen werden
von beiden Bürgermeistern aus unterschiedlichen Motiven mit politischen
Phrasen und schwammigen Projektfantasien überdeckt. Eigentlich müsste
sich die Stadt Frankfurt mit protektionistischen Massnahmen oder
zumindest mit dem Status quo gegen den Kaufkraftabfluss in Richtung
Slubice wehren.

Nun kam kürzlich der Aufruf zur Gründung einer Bürger-Initiative "PRO
BUS CONTRA BAHN". Was passiert daraufhin? Beide Bürgermeister reagieren
undemokratisch wie kleine Diktatoren. Ihnen antworte ich, indem ich
einen grossen Diktator frei zitiere: Die Frankfurter und Slubicer
Bürgermeister kommen und gehen, die Frankfurter und Slubicer Bevölkerung
aber bleibt!

Roland Totzauer = Initiator "PRO BUS CONTRA BAHN"
www.rotofo.de

PS. Weitere Meinungen zur Initiative sind unter der Web-Adresse
www.rotofo.de/frame_a.htm zu finden.

Antworten:

Lastminute-max.de

Sehr geehrter Herr Totzauer,

während Sie auf Ihrer Seite den subventionierten ÖPNV nach Polen als volkswirtschaftlichen Unsinn bezeichnen, den verstärkten Kaufkraftabfluss in Richtung Polen beklagen sowie den damit einhergehenden weiteren Verlust von Arbeit und Umsatz in Handel und Dienstleistung befürchten, unterstützen Sie derzeit mit Ihrem "[www.lastminute-max.de]; ähnliche Effekte in ganz andere Himmelsrichtungen.

Ich gratuliere Ihnen zu dieser Folgerung aus dem Zitat von Lin Yutang.

Mit freundlichem Gruß,
Otmar von Steuber.

von otmar-von-steuber.de - am 09.11.2005 05:44
Warum haben Sie Ihr Gästebuch von Ihrer Seite entfernt? Ich habe am 20.11.2005 folgendes hineingeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Anschließend möchten wir mit einigen Gegenargumenten klar machen, dass eine Straßenbahn über die Oderbrücke nicht sinnlos wäre.
Zu Ihrem ersten Argument sind wir der Ansicht, dass diejenigen, die es für besser ansehen zu laufen auch weiterhin laufen würden.
Zum 2. Argument: Die Straßenbahn wird frühestens 2007/2008 kommen und bis dahin werden die Märkte in Polen und Deutschland schon längst angeglichen sein, wodurch es keinen Kauftourismus im heutigen Sinne mehr geben wird. Die Straßenbahn ist ja nicht nur für den Einkauf gedacht, sondern bindet nicht nur Studenten sondern auch andere Leute aus Slubice schnell an den Bahnhof in Frankfurt (Oder) an, wodurch sie schneller von A nach B kommen.
Ohne Studenten wäre unsere Stadt nicht das, was sie heute ist...
Weiterhin hat die Stadt Frankfurt schon auf den Bevölkerungsrückgang reagiert, indem man die Straßenbahnlinien 6 und 7 einstellte und somit das Netz auf 5 Straßenbahnlinien reduziert hat. Die Taktfolge wurde außerdem von einem 10-Minuten Takt Anfang der 90er Jahre auf einen ausreichenden 20-Minuten-Takt pro Hauptlinie ausgedünnt. Die rund 20'000 Fahrgäste aus Slubice würden dafür sorgen, dass die Fahrgastzahlen weitestgehend stabil gehalten werden.
Der ÖPNV ist ein Zweig, der allein von Bezuschussung seitens der Politik lebt. Fahrpreiseinnahmen erzielen nur einen kleinen Teil der Unkosten, die durch den ÖPNV entstehen. Wenn man diese allein durch Fahrpreise decken wolle, würde der Fahrpreis um Einiges steigen. Dadurch wird der ÖPNV mit sinkenden Fahrgastzahlen immer unattraktiver. Die 2002 neu errichtete Oderbrücke ist sehr wohl auf die Errichtung einer einspurigen Straßenbahntrasse konzipiert worden.
Für die Neuerrichtung einer Buslinie nach Slubice werden weitere Busse gebraucht, welche in der Anschaffung weiteres Geld kosten würden. Geld, was die Stadt nicht hat. Des Weiteren transportiert man mit einem Standardbus der Stadtverkehrsgesellschaft nur ca. halb so viele Fahrgäste wie in einem Niederflurstraßenbahnwagen. Daraus folgt, dass man pro Kurs und Taktzeit jeweils 2 Busse mit 2 Fahrern beschäftigen müsse. Die polnische Stadtverordnetenversammlung hat eine Buslinie schon von Anfang an ausgeschlossen, da die polnischen Taxifahrer aus Angst vor einem „mobilen“ Bus um ihre Fahrgäste und somit um ihre Einnahmen fürchten. Auch bei einer Buslinie müssen notwendige Vorkehrungen getroffen werden. Es müssen Haltestellen errichtet und Fahrpläne ausgearbeitet werden. Dies trifft sowohl bei Straßenbahnen als auch bei Bussen zu.
Außerdem hat die Straßenbahn noch einen weiteren Vorteil, sie ist mit ihren Gleisanlagen und Oberleitungen Tag und Nacht präsent, auch wenn gerade keine Bahn fährt. Es verschafft einem die Sicherheit in kurzer Zeit von A nach B zu kommen.
In Zeiten eines zusammenwachsenden Europas ist die Straßenbahn mit ihren Betriebsanlagen ein Symbol für die enge Zusammenarbeit und Verbindung zwischen Deutschland und Polen.

Man sollte sich daher gut überlegen, ob es nicht doch sinnvoll wäre eine Straßenbahn nach Slubice zu errichten, zumal Frankfurt nur einen kleinen Teil der Baukosten bezahlen müsste und Slubice allein für ihren Teil aufkommen würde. Die Europäische Union unterstützt grenzüberschreitende Projekte gern.

Mit freundlichen Grüßen

Ken Wegener (17), Toni Krüger (18) und Michael Kaufmann (26)


Ken
[www.tram-ffo.de]

von Ken Wegener - am 23.11.2005 15:58
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