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Forum HARY-PRODUCTION
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Wolfgang Hiller, Wilfried Hary

Monatsinfo September 2006

Startbeitrag von Wilfried Hary am 31.08.2006 14:07

Liebe Leser,

erst einmal die "frohe Botschaft": Am 31. Oktober 2006 kommt Geisterfänger 18 auf den Markt. Wieso ich das so besonders erwähne? Na, ganz einfach: Das ist mein Roman "Der Sensenmann".

Na, bis dahin ist ja noch "ein wenig" Zeit. Also kümmern wir uns erst einmal um etwas Anderes: Nein, keine Bange, ich fange jetzt nicht auch noch an mit Fußball. Nicht nur deshalb nicht, weil die Weltmeisterschaft längst Geschichte ist...

Apropos Geschichte: Habt ihr jemals in eurem Leben soviel Freude, Enthusiasmus und Aufbruchstimmung erlebt – ausgerechnet in Deutschland? Und dann dieses Zusammengehörigkeitsgefühl... Natürlich, es gab auch den einen oder anderen Chaoten, die eine oder andere Ausschreitung, aber insgesamt gesehen: Ich jedenfalls habe noch niemals zuvor in meinem ganzen Leben auch nur etwas Annäherndes erleben dürfen! Da braucht man absolut kein Fußballfan zu sein, um angesichts dessen zu sagen: Bravo!

„Nebenbei“ auch noch erwähnt: Ich habe Deutsche und Italiener ganz spontan gemeinsam feiernd auf einer großen Wiese mitten in der Stadt erlebt – und das in der heißesten Phase des Turniers! Jeder schwenkte dabei fröhlich seine jeweilige Nationalfahne!

Klar, wir dürfen dabei nicht völlig die ewigen Miesmacher vergessen, die ja wirklich an allem was auszusetzen haben und hinter allem und jedem abgrundtief Böses vermuten. Die sehen ein lachendes Gesicht und interpretieren das als hämisch. Die sehen ein trauriges Gesicht und beschreiben es als verschlagen. Die sehen eine deutsche Fahne und warnen sogleich vor einem gefährlichen Rechtsruck in Deutschland. Nicht nur, dass sie dabei historische Hintergründe völlig ignorieren: Die deutsche Fahne ist beileibe kein Nazisymbol, denn sie entstand erst deutlich nach dem zweiten Weltkrieg! Sie kümmern sich auch nicht um den krassen Unterschied zwischen Nationalbewusstsein (sprich: Patriotismus) und Fremdenhass. Ein schlauer Mensch hat es einmal so versucht zu erklären: „Der Patriot liebt die Seinen – und der Nationalist hasst alle Anderen!“ Das alles wollen solche ewigen Miesmacher natürlich nicht wahrhaben, sonst hätten sie am Ende ja nichts mehr zu mäkeln und es würde kein Horrorszenario mehr zur Verfügung stehen, mit dem sie die Bevölkerung verschrecken können.

Meine Meinung: Soviel Nationalbewusstsein war bitter nötig! Zumal bei einer Nation, die sich ihrer die letzten Jahrzehnte eher geschämt als gefreut hat. Und wenn wir schon dabei sind, bei Patriotismus und Nationalbewusstsein: Ich liebe die deutsche Sprache und natürlich das deutsche Schriftgut über alles. Darum gibt es bei HARY-PRODUCTION auch nur entsprechende Autoren. Nicht, dass ich alles andere hasse (was aus fremden Sprachen übersetzt wird), aber die brauchen meine Liebe nicht, denn sie haben ja schon die Liebe der großen Verlage, nicht wahr?

Und wie denkt ihr über dieses Thema? Seid ihr gar anderer Meinung? Na, schreibt mir auf jeden Fall mal und nehmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ich mache das ja auch nicht!

Herzlich euer Wilfried



Waldwiesenstraße 22

66538 Neunkirchen

eMail: info@HaryPro.de

Jetzt die neue Homepage besuchen: www.hary-production.de!

Antworten:

Hallo Wilfried,

grundsätzlich ist gegen deine Einschätzung des "fröhlichen Patriotismus", den ich während der WM in Berlin hautnah erleben durfte, nichts einzuwenden, auch wenn ich die Stimmung in der Stadt eher mit einer sechs Wochen andauernden Partylaune vergleichen würde, bei der zufällig die Farben schwarz, rot und gold "in" waren.
Ich habe hier in der Hauptstadt und in deren Umgebung aber auch schon anderes erlebt, was mich eher davon abhält, meine Nationalität hervorzukehren. Von Meinungsäußerungen ansonsten durchaus gebildet erscheinender Mitbürger im privaten Kreis, die noch nie extrem gewählt haben, aber locker die These vertreten, Schwarze seien selbst schuld, wenn sie zusammengeschlagen werden ("Was haben die hier zu suchen?") bis hin zu rechtsradikalen Hohn- und Spottgesängen sog. Fußballfans, die in U- und S-Bahn vom Olympiastadion nachhause fahren!
Erst wenn diese Menschen begreifen, was sie anrichten, kann ich mein Deutschsein leben, ohne vor Scham zu erröten!
Oder sehe ich alles zu schwarz (um die andere Farbe nicht benennen zu müssen?)

Alles Liebe
Monster alias W.H.

von Wolfgang Hiller - am 05.09.2006 20:50
Hallo W.H.,
Rassismus ist grundsätzlich unabhängig von der Hauptfarbe, sowohl für den, der ihn betreibt als auch für den, der ihr zum Opfer fällt. Soll heißen: Weiße werden von Schwarzen zusammengeschlagen und Schwarze von Weißen. An unterschiedlichen Orten zwar in der Regel: Verabscheuungswürdig ist das allemal.

Genauso wie Nationalismus unabhängig ist von jeglicher Nation, denn auch diesen findet man quer durch alle Nationen.

Menschen, wie du sie zitierst, mit solch "lockeren Sprüchen", die natürlich alles andere als locker sind, findest du auch überall: In der Bronx, wenn du dort als Weißer auftauchst - und bei manchen Deutschen, zu denen sich ein Schwarzer hinverirrt. Schämen muss sich für solche niemand, der sich nicht selbst etwas vorzuwerfen hat. Darum müssen wir alles tun, um uns vor solchen negativen Auswüchsen zu schützen und deutlich zu distanzieren. Egal, welcher Nation und welcher Rasse wir zugehören.Da sitzen wir alle als Menschen in einem Boot!

Herzlich Wilfried

von Wilfried Hary - am 05.09.2006 23:40
Lieber Wilfried,

natürlich ist es dem Opfer eines rassistischen Überfalls egal, welche Hautfarbe, ethnische oder sonstige Zugehörigkeit der Täter hat und Phobien gegen das Anders-, das Fremdsein gibt es überall auf der Welt. Du wirst mir aber gewiss zustimmen, dass in unserem Land - und insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR inkl. Ost-Berlin- weißhäutige Menschen eher selten Opfer andersfarbiger Täter werden, umgekehrt dafür...
Und noch eine Lektion habe ich als mit der Gnade der späten Geburt versehener 47-er Jahrgang gelernt:
Die Aussagen "Wehret den Anfängen!" und "der Schoß ist fruchtbar noch,..." (das ist von Brecht, wenn ich mich richtig erinnere) sind ebenso zutreffend wie notwendig, auch und gerade in einer Zeit, in der für die meisten Deutschen die Zeit von 33 bis 45 ungefähr so weit weg sein dürfte wie die Krönung von Wilhelm II oder die Anschläge der Thesen in Wittenberg.
Und um keinen falschen Zungenschlag zuzulassen:
Menschen aus dem Orient oder sonst woher, die sich aufgrund ihres Glaubens (!?) berechtigt fühlen, mitten in der Hauptstadt Hatz auf Juden zu machen (das gibt es nach meiner Kenntnis tatsächlich!), sind natürlich keinen Deut besser als meine Landsleute, die sich über andere erheben und entsprechend handeln.
So, das musste gesagt bzw. geschrieben werden, aber jetzt sollte es erst einmal gut sein. Vielleicht gibt es ja noch andere Forumsteilnehmer, die sich dazu äußern wollen.
Alles Gute
Wolfgang

von Wolfgang Hiller - am 06.09.2006 16:34
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