Startbeitrag von sorayaam 15.07.2006 20:07
ich muss sagen ich bin ein wenig enttäuscht von der "schwarzen szene". ach wie tollerant sie doch immer war, betonung liegt leider auf war. ich gehe seit 13 jahren freitags in den turm und stoße auf immer weniger toleranz.
warum dürfen anders gekleidete menschen nicht mehr rein? ist es nicht egal was man an hat, bzw. welche farbe man gerade trägt? hauptsache ist doch dass man die musik liebt, sich gern dazu bewegt und das ganze geniesst...
es können auch viele schwarz gekleidete menschen kommen, von denen man gar nicht weiss, ob sie die musik mögen oder warum sie überhaupt kommen. für mich stand immer die musik im vordergrund. muss ich deswegen immer schwarz rumlaufen? nein. jede andere szene zeigt mehr toleranz, das hab ich leider jetzt merken müssen. und hier spricht wirklich ein "alter hase" des turms...
schade
also wenn du wirklich so ein alter Hase der Szene bist müsstest gerade du wissen
das diese Szene alles andere als tolerant ist. Und früher schon gar nicht. Kann mich noch an etliche Diskussionen hier am Board erinnern. Angefangen von Tanzstilen die bei EBM-Mukke nichts zu suchen haben bis hin zu Beschwerden das zuviele "Bunties" am Freitag rumlaufen.
von Hühnerlulu - am 16.07.2006 13:54
Hmmm, ich bin seit 10 Jahren Szene- und Turmgaenger und teilweise auch aktiv (Dark Tuesday), aber tollerant war die Szene damals genauso wenig wie heute. Es hat damals nur immer jeder gesagt wir waeren es und dann im naechsten Satz auf die "scheiss Normalos" geflucht ;-)
Die liebe Kleiderfrage... war schon immer ein schwieriges Ding. IMHO war in den letzten Jahren das Problem vom Turm dass eben zuviele Nicht-Szene-Angehoerige reingelassen wurden. Das Problem daran ist schlicht dass sich die Aufgestylten von der Anwesenheit von "Touristen" gestoert fuehlen, weswegen man heutzutage im Turm auch viel seltener richtig Aufgestylte sieht (ist zumindest mein Eindruck). In anderen Clubs steht sogar ein Schild neben der Tuer dass Dresscode gilt...
Aber die Kleiderfrage ist eine auf die es nunmal keine allgemeingueltige Universalantwort gibt... kommt immer auch auf den Fokus der Veranstaltung an.
von StonedBones - am 17.07.2006 11:11
Jedenfalls fand ich, daß er vielleicht rein optisch noch eher in den Turm gepaßt hätte als manch anderes Publikum in Blue Jeans, Pumps und rosa Trägershirt, was ich auch schon manchmal am Freitag sehen muß. Generell kann ich natürlich auch nicht von der Kleidung auf die vielgepriesene "Gesinnung" eines Gastes oder auf dessen Musikgeschmack schließen, aber ich kann nur auch nochmal sagen, daß ich es schade finde, daß sich immer weniger Leute die Mühe machen, sich fürs "Schwarz Ausgehen" extravagant oder zumindest "gothic" zu stylen.
Es hat mir schon mal mehr Spaß gemacht, in voller Montur in den Turm einzulaufen, was für mich eigentlich zum Ausgehen dazugehört. Gehe ich Goa tanzen, ziehe ich mich bunt an. Gehe ich raven, kleide ich mich technomäßig. Und für schwarze Clubs bevorzuge ich meine Cybersachen. Weil es für mich einfach zur Atmosphäre dazugehört.
Doch inmitten von lauter einfachen schwarzen Miniröcken oder Lederhosen/Jeans und T-Shirts und dann auch noch bunter Standardkleidung, fühle ich mich overdressed und lächerlich in meinem extremen Outfit und würde mich gerne wieder unter anderen "Gewandeten" bewegen. Ich seh es ein, es ist Sommer und auch ich schwitze z.B. mit Haarteilen und Korsett mehr als ohne und hab deshalb auch schon mal ein leichteres Outfit bevorzugt, aber man kann sich ja trotzdem noch schön machen.
Es tut mir auch sehr leid, daß der Turm schon langsam zu sterben scheint und man schon seit etwa Anfang des Jahres merkt, daß die "Luft raus" ist und immer weniger Leute kommen und diese auch immer weniger Stimmung verbreiten, doch das letzte halbe Jahr würde ich mich in meiner nunmehr neunjährigen Heimat doch noch gerne etwas "zuhause" fühlen können.:(
von littlenightbird - am 17.07.2006 18:41
von sixx - am 18.07.2006 09:32
schwarze Toleranz
Ich stehe dazu dass mir lieber wäre keine "Bunten" im Turm zu haben, dass liegt nicht an der Farbe der Kleidung sondern daran wie sich "Bunte" ganz allgemein gegenüber Grufties verhalten. Ich will halt wenn ich (am Freitag) im Hochgoten-Styling im PuTu auftauche, nicht wie ein Ausserirdischer angestarrt werden oder merken dass hinter meinem Rücken gekichert wird.
Ich fordere von niemandem Toleranz. Ich finde es voll in Ordnung in der Arbeit Anzug und Krawatte zu tragen. Ich will auf der Bank z.B. auch nicht mit jemandem meine Finanzen erörtern, der Unterhemd und Knöpfhosen trägt.
Ich nehme mir aber auch das recht heraus in "meiner" Szene nicht tolerant zu sein und daher keine Bunten haben zu wollen.
Toleranz bedeutet nun mal nicht nur, allen anderen meinen Lifestyle auf Teufel-komm-raus in jeder Lebenslage aufdiktieren zu dürfen, sondern eben vor allem auch dass ich akzeptiere, dass die Mehrheit mich nicht im Unterhemden-Knöpfhosen oder Bleichgeschminkt-Rüschenhemd Stil hinter dem Bankschalter stehen sehen will.
P.S. in meinen Augen gibt es übrigens auch getarnte Bunte - sprich Prolls in Rüschenhemd. - Die will ich bitte auch nicht im Turm :)
von Roman - am 18.07.2006 12:34
da es sonst keine szene wäre *hoho* :D
von david (pt) - am 18.07.2006 14:01
von sixx - am 18.07.2006 15:41