Startbeitrag von Power-FMam 25.07.2009 17:31
Seit einiger Zeit versuche ich, mir meine Platinen für meine HF-Schaltungen selbst zu ätzen. Vorher war meist Dremeln meine Methode, selten auch mal Inseln kleben oder die "Cutter-wegbrenn-Technik" ;-). Und für nicht-HF halt Lochraster. Bei den wenigen Bauteilen ist das ja auch noch vertretbar, nur es sieht halt doch nicht so gut aus wie geätzt.
Nun habe ich vor einiger Zeit mal angefangen, Platinen nach der Edding-Methode zu ätzen.
Leider ist das Ergebnis bisher immer noch nicht wirklich zufriedenstellend:

Als Ärtmittel nehme ich Natriumpersulfat, zum Aufzeichnen der Leiterbahnen einen säurefesten Edding (3000?).
Soweit kann man ja eigentlich nicht viel falsch machen.
Etwas unprofessionell ist meine Erwärmungsmethode, ich nehme da einen alten Wasserkocher mit Wasser (Deckel ist entfernt), lasse in diesem Wasser kochen und darüber befindet sich die Schüssel mit dem Ätzmittel.
Und jetzt kommt der erste Knackpunkt: Ich erwärme das ganze nur nach "Gefühl", denn irgendwie traue ich mich nicht so recht, den Metallfühler meines Thermometers in die Säure zu tun ;-).
Daher weiß ich nie, ob ich wirklich im Bereich von 45-50°C bin.
Könnte das schon das Problem sein? Auffällig ist, dass der Ätzvorgang immer recht ange dauert, fast 30 minuten. Das ist ja eigentlich zu lange, bei dem wenigen Kupfer, was auf solchen Platinen weg muss.
Oder kann dass auch am Edding liegen, also dass der nicht Deckfähig genug ist? Bläschen oder so auf den ausgemalten Flächen gabs nicht.
Oder kann es auch sein, dass das einfach an der Platinenqualität liegt? Es sind diese von Reichelt ohne Herstellerangabe verkauften Europlatinen.
Aber ich vermute fast, nur an dem Ergebnis kann man schlecht erkennen, woran es liegt, da zu diesem Ergebnis diverse Fehler führen können...
Bevor ich das so nicht vernünftig hinbekomme, brauche ich mit dem Foto-Verfahren oder Toner-Verfahren gar nicht erst anfangen. Da sieht ja sogar gefräßt besser aus ;-).
Bild falsch eingestellt.
von Power-FM - am 25.07.2009 17:33
von Power-FM - am 25.07.2009 17:34
Bild ging nicht
von Power-FM - am 25.07.2009 17:35
von Power-FM - am 25.07.2009 17:51
30min sind viel zu lange. Du mußt das Ätzbad hin und her bewegen, damit das
Ätzmittel das sich bildende Kupfersulfat "herunterwäscht".
Außerdem ist es wichtig, daß die Temperatur nicht zu weit sinkt.
Hierzu bietet es sich an, das Ätzgefaß (z.B. Fotoschale) selbst in einem
heißen Wasserbad (Waschbecken mit heißem Wasser) zu lassen während des Ätzvorgangs. Dann sollte das ca. 10-15 min dauern.
Die Temperatur des Atzbades bestimme ich nach Gefühl.
45-50°C sind halt etwas wärmer als das Wasser zum Duschen oder in der Badewanne.
Ich stelle meine Platinen nach dem Fotoverfahren oder - bei kleineren Sachen -
mit Klarlack (noch aus DDR-Zeiten aus diesen Ätzmittel-Sets) und Nullenzirkel zum Zeichnen her.
von carkiller08 - am 25.07.2009 18:50
Ich möchte halt erst mal mit der Edding Methode vernünftige Ergebnisse bekommen, bevor ich mich an die Foto-Methode wage.
Sonst kommt nur sowas raus wie das hier:
Hier im Forum entdecktv (Sorry Kickbusch). Und das will ich vermeiden.
von Power-FM - am 25.07.2009 19:17
Das obere Bild ist mein Versuch, dass untere von Jemand anders.
von Power-FM - am 25.07.2009 19:20
....ich kann dir nur sagen, dass ich anfänglich auch Probleme hatte. Der Edding ist auch nicht so das Erfolg versprechende. Mit der Toner Methode wirst du auch Probleme bekommen. Das Belichten einer Leiterplatte erfordert noch mehr Erfahrung da hier die Belichtungszeit genau stimmen muß. Der nächste Schritt wird dann sein, dass du versuchen wirst, deine Folien herzustellen. Hier scheiterst du dann wieder denn du bekommst die nicht Lichtdicht. Dann gibt es die Methode aus dem Netz, mehrere Folien übereinander zu legen......funktioniert auch nicht wirklich......und dann rechne mal die Zeit und das Material was du "vergeigt" hast.....Ich habe mir dann ein Belichtungsgerät (aus einen alten Philips Gesichtsbräuner ) gebaut. Ein Ätzgerät bei Reichelt bestellt und die Folien lasse ich generell in einer hiesigen Druckerei herstellen. Für eine DINA4 Folie (da gehen ein paar Platinen drauf) zahle ich 6 Euro. Ich entwickel die Schaltbilder mit TARGET (EAGLE geht auch aber für Free-User werden nur kleine Platinenmaße unterstützt) lasse die drucken, belichte und ab ins Ätzbad (Natriumpersulfat) Das ganze dauert ca. 20 min. und du wirst mit einer schönen Platine belohnt. Klar, wenn du nur so bastelst ist diese Sache sehr kostenintensiv. Manchmal lohnt es bei EBAY zu schauen. Dort werden Ätzgeräte manchmal billig angeboten. Ich finde als Basismaterial aus DDR Zeiten war der Klarlack nicht schlecht. Den hast mit Tinte eingefärbt (ist ja sonnst transparent) und gezeichnet. Ich denke bei deiner Platine (sind ja nur Flächen) kommst du besser du nimmst diese kleinen Reparaturlackflaschen aus den Baumarkt. Das ganze muß etwas länger trocknen und es stört nicht wenn die Platine doch etwas länger im Ätzbad liegt. Mit der Temperatur habe ich es so gehalten, dass ich immer je ein Ätzbad mit 60 Grad Wasser angesetzt habe. (einmaliger Gebrauch!) Das alles in eine Fotoschale und immer schön bewegen........naja dass nimmt mir jetzt alles die Maschine ab und ich gehe nebenbei Kaffee trinken..
Gruß Andre
von Shunth - am 26.07.2009 08:24
Ist schon klar, aber für die paar "Inseln" bei Endstufen oder so, die ich ja auch nicht in Serie baue, sondern nur mal gelegentlich eine oder so, ist alles andere zu aufwendig . Wenns mal was anspruchsvolles wird, dann lasse ich die Platinen sowieso immer von Leuten herstellen, die wissen, was sie machen.
Aber mit Edding muss es doch auch zumindest etwas besser gehen, siehe z.B.
Die Platine hat nämlich überhaupt keine "Löcher". Oder sieht das nur so aus ;-)?
von Power-FM - am 26.07.2009 09:18
Da muss ich auch noch mal schauen, was ich da falsch gemacht habe.
Vielleicht könnte broadcaster ja mal eine Anleitung posten, er kann das ja echt gut :)
von Fuffzehn (ehem Terminico) - am 26.07.2009 09:55
von Power-FM - am 26.07.2009 10:45
Mfg
von Shunth - am 26.07.2009 11:57
Ist zwar nicht perfekt, sieht aber schon ganz anders aus als mein Versuch von gestern. Das "Geheimnis" ist, dass ich die Platine vorher mit Ajax gereinigt bzw. geradezu "geschliffen" habe und dann das Layout aufgetragen habe. Zum testen übriegens die eine Seite mit Edding 8300 und die andere mit 3000.
Macht überhaupt keinen Unterschied. Auf jeden Fall hat die Platine so gut wie keine Löcher mehr :-).
Den Ätzvorgang selbst habe ich also wohl schon richtig gemacht, denn daran habe ich dieses mal nichts anders gemacht als letztes mal.
von Power-FM - am 26.07.2009 15:14
Bei uns ist es eben das Fett der Haut etc die die Platte verunreinigt haben ;-)
TiPP: Nimm nicht unbedingt ein Scheuermittel: Kauf dir Bremsenreiniger, das bewirkt wunder.
von Frannek - am 05.08.2009 09:11
Das brachte dann immer solche Ergebnisse wie ganz oben, obwohl die Edding"lack"schicht super dicht ausgesehen hat.
Den Tipp mit dem Scheuermittel und eher "schleifen" denn nur drüberputzen hat mir ein Kollege gegeben. Scheinbar hatte er recht...
von Power-FM - am 05.08.2009 18:33
Nur Aceton/Spiritus sollte man nach dem Ätzen nehmen, um den Edding abzumachen. Habs erst mit Scheuermilch probiert, das gab aber komische Flecken.
Die Platine sieht auch recht gut aus, nur hab ich da jetzt den 400mW Sender draufgelötet und der sendet nicht so wie er sollte. Der Puffer/die Endstufe machen da leider noch Probleme.
von Fuffzehn (ehem Terminico) - am 03.09.2009 03:25
Probiert es mal aus, es lohnt sich.
von ampliphase - am 25.09.2009 15:22