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Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 1 Monat
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Power-FM, Power-FM ne, kickbusch , carkiller08, broadcaster, Oszillatormann

Feldstärkemesser

Startbeitrag von Power-FM am 14.04.2012 20:32

Hat Jemand eine Idee (=Schaltplan ;-)) wie man ein etwas empfindlicheres Feldstärkemeter bauen kann?

Das ganz einmache Prinzip dürfte ja bekannt sein, etwa so:

Quelle: http://sbarth.dyndns.org

Wenn ich das mit zwei 70 cm langen Teleskopantennen aufbaue, funktioniert das auf UKW einigermaßen, es braucht jedoch ziemlich viel Feldstärke, um überhaupt zu reagieren -> Es funktioniert nur in unmittelbare Nähe zur Antenne (wenige Zentimeter).

Auf UKW will es eigentlich auch gar nicht benutzen, eher 94- 99 MHz tiefer ;-). Auf 11 Meter muss ich, wenn ich das passiv aufbaue, schon bis auf 5 cm an die (nachweislich gut abstrahlende, darum dient diese Antenne als "Messreferenz" ;-)) herangehen, um Ausschlag zu bekommen.
Wenn die "Empfangsantenne" auf 11 m in Resonanz wäre, würde es wahrscheinlich auch etwas weiter weg noch gehen...
Das will ich aber nicht, es soll nur eine kleine Teleskopantenne dran, maximal Zimmerhöhe.

Meine Idee wäre jetzt, der Schaltung wie oben einen Verstärker vorzuschalten. Hat Jemand sowas schon mal gemacht?

Hintergrund der ganze Geschichte ist folgender:
Wenn ich auf den "ganz tiefen" Bändern das SWR messe (auf 1 MHz zeigt mein SWR-Meter gar nichts an, auf 6 MHz liegt die Leistungsanzeige zwar völlig daneben, aber die SWR-Messung geht scheinbar), habe (auf 6 MHz) folgendes festgestellt:
Ich kann die Antenne soweit "abstimmen", dass das SWR in den akzeptablen Bereich kommt.
Da ich keinen brauchbaren Feldstärkemesser habe, habe ich immer einen Weltempfänger mit einstellbarer Vorverstärkung genommen, diesen möglichst weit "zugedreht", einige Meter von der Antenne weg aufgestellt und dann so lange abgestimmt, bis die Sinalstärkeanzeige auf dem Radio auf (trotz der zugedrehten Vorverstärkung) auf Vollausschlag war.

Jetzt kommt das Interessante: Das ist nicht dann der Fall, wenn das SWR auf dem SWR-Meter am besten ist. Im Gegenteil, wenn das SWR bei z.B. 1:2 ist (was für meinen Draht schon gut wäre), dann habe ich auf dem Radio wenig Signal. Wenn ich dann so lange rumbastel, dass ich auf dem Radio Vollausschlag habe, ist der SWR-Zeiger im roten Bereich.

Das Interessante ist auch, dass die Endstufe dann trotz des grottigen SWRs nicht merklich wärmer wird als bei gutem SWR.

Ich traue ehrlich gesagt hier dem Radio viel mehr als dem SWR-Meter, weil das Radio die HF ja wirklich nur durch die Luft empfangen kann, sprich wenn es am Radio stark ist, muss auch "viel in der Luft" sein.

Das Radio würde ich gerne durch einen Feldstärkemesser ersetzen. Macht es überhaupt Sinn, sowas selbst zu bauen, oder sollte ich einfach nach einem alten CB-SWR-Meter mit Feldstärkeanzeige (die gab es ja mal) Ausschau halten?
Antworten:
Hi PowerFM !

Ich glaube, Du gehst von einer falschen Grundüberlegung aus, die da ist:

Hohe Feldstärke und guter Empfang meines Signals auf dem eigenen Grundstück, also in Nähe der Sendeantenne bedeutet auch viel in der Luft in der Ferne. Hohe Feldstärke auf deinem Testempfänger oder auch auf einem Feldstärkemesser bedeutet auch viel abgestrahlte Leistung in die Ferne.

Das muss nicht immer so sein.
Nehmen wir den Fall, dein SWR-Meter zeigt schlechtes SWR obwohl das Signal am Testempfänger am stärksten ist: Schlechtes SWR bedeutet viel rücklaufende Leistung und meist Mantelwellen auf dem Koaxkabel. Dann strahlt nicht die Antenne sondern auch die Antennenzuleitung. Steht dein Testempfänger dann in der Nähe dieser strahlenden Zuleitung, ist das Signal hoch auf deinem Grundstück, aber es wird wahrscheinlich wenig in die Ferne gebracht.
Ebenso umgehrter Fall: SWR ist gut, Testempfänger/Feldstärkemesser zeigt wenig Pegel, weil alles gut in die Ferne weggeht.
Also teste besser mit dem Testempfänger in ein paar km Entfernung von deinem Sender.
D.h. ich würde mich eher auf das SWR-Meter verlassen. Leider kann man aber auch dabei böse getäuscht werden, d.h. SWR ist gut, trotzdem strahlt die Antenne schlecht.
Da hilft dann leider nur ein MFJ-259B Antennenanalyzer zur Ermittlung der Antennenresonanzfrequenz.
Ich hab vor Jahren auch mal so rumexperimentiert. Messempfänger zu einem Freund in der Ferne.
Er hat dann für mich die Empfangsfeldstärke beobachtet und telefonisch durchgegeben. Auf die Dauer nervte es ihn natürlich und
später haben wir es dann verbessert, indem er seine Webcam auf den Messempfänger gerichtet hat, und ich dann so live sehen konnte, wie sich was in der Ferne veränderte, wenn am Sender/Antenne gebastelt wurde.

Ich bin also der Meinung, deine Grundüberlegung ist falsch, und dann hilft dir auch kein Feldstärkemesser. Ich bin mir aber nicht wirklich sicher.
Wenns jemand besser weiss, lasse ich mich auch gerne belehren.

Bauen würde ich so einen Feldstärkemesser jedenfalls nicht. Solche CB-Teile kriegst in der Bucht mit Glück unter 5€. Dafür kannst nicht basteln.

Gruß
Broadcaster

von broadcaster - am 14.04.2012 22:55
Die Frage wäre auch: Ist denn überhaupt eine geeignete Antenne - sinnvoll installiert - vorhanden oder wird da einfach Draht nach Pi mal Daumen gespannt.
Antennen fürs X-Band oder Kurzwelle sind nunmal etwas größer und müssen auch
in entsprechender Höhe installiert sein. Und sowas läßt sich normalerweise nicht
mal eben schnell improvisieren.
Da nützt dann der Antennen-Analysator auch erstmal nicht viel weiter.

von carkiller08 - am 15.04.2012 00:00
Dass das Signal auf dem Radio- / Feldstärkemesser (ist ja irgendwie das Gleiche ;-)) durch Mantelwellen u.Ä. verfälscht ist habe ich bei meinen Überlegungen in der Tat nicht berücksichtigt...

Nur was ich komisch finde: Ich habe natürlich auch mal Tests mit einem Empfänger in einiger Entfernung gemacht (den auch ein genervter Bekannter immer ablesen und durchgeben musste).
Das Interessante daran ist: Bei dem ändert sich mein Signal überhaupt nicht, egal ob ich nun das SWR tief im roten Bereich habe oder im grünen. In beiden Fällen ist es gleich stark !?

Ich habe mich auch etwas im niederländischen AM-Forum eingelesen in das Thema, dort wird in der Regel das Gleiche berichtet, dass das SWR nicht grundsätzlich immer am besten ist, wenn die Abstrahlung am besten ist (bezogen auf praktische Versuche)
Aus dem Forum habe ich auch die Idee mit dem Feldstärkemesser. Nur bringt es wohl wirklich nichts, wenn der im absoluten Nahbereich steht.
Was wohl auch recht üblich ist in der "Branche", ist den Antennenstrom am Anfang der Antenne zu messen und auf Maximum einzustellen (mit einem HF-Amperemeter oder einer simplen Glühampe, letztere muss im Betrieb natürlich wieder raus). Ist ja eigentlich auch klar, der Stromführende Teil der Antenne strahlt ab, logischwerweise ja auch am meisten, wenn am meisten Strom fließt.

Zu der Frage, ob denn überhaupt eine "spielende" Antenne vorhanden ist:
Jein ;-).
Es ist ein willkürlich langer Draht, der über ein Pi-Filter mit einstellbaren Kondensatoren abgestimmt wird. Das SWR bekomme ich bis auf 1:2, und das Signal ist durchaus schon über die Raumwelle ~ 150 km weit gekommen.
Scheint also nicht völlig daneben zu sein.

Ich werde aber mal versuchen, das ganze als Zeppelin-Antenne umzubauen, weil ich dann keine HF-Erde brauche.

von Power-FM - am 15.04.2012 09:24
Die SWR Messerei ist nicht alles: Zuerst muß der Sender mit 50 Ohm Dummyload so abgeglichen werden, daß er an 50 Ohm maximale Leistung abgibt. Wenn der Sender an anderen Lastwiderständen mehr Leistung abgeben kann funktioniert die Abgleicherei der Antenne mittels Pi-Filter nicht! Alle Trimmer im Senderausgang dürfen nach dem Senderabgleich also nicht am Anschlag stehen.

von Oszillatormann - am 15.04.2012 12:32
Mal ganz von den Antennenproblemen weg (sie scheint ja immerhin "irgendwie" halbwegs zu funktionieren).
Ich wieder habe etwas ganz anderes merkwürdiges festgestellt (im 48 Meter Band, nicht auf MW)
Mit dem Empfänger direkt neben dem Sender oder der Antenne habe ich ja bekanntlich den Effekt, dass die Modulation aufgrund der hohen Feldstärke im Empfänger ganz leise wird (AGC kommt mit dem herunterregeln nicht mehr nach^^).
Wenn ich die Vorverstärkung zudrehe und etwas vom Sender weg gehe, wird die Modulation (inzwischen ;-)) hörbar und ist völlig i.O.

Wenn ich weiter weg fahre und mit dem (inzwischen natürlich wieder ungedämften) Radio höre, ist die Modulation auch ganz normal hörbar, also quasi auf dem Bodenwellen-Signal.
Über die Raumwelle ist der Träger in ~ 100 km Entfernung ebenfalls nachweisbar (meist ~S=7), das ist auch eindeutig mein Träger, wie diverse Tests bewiesen haben - nur von der Modulation ist dort kein bisschen hörbar!?
Wie kann das sein?

Wenn ich mir selbst mein Signal auf einem Web-SDR anhöre (und ansehe), dann ist mein "Signal-Streifen" in dem Wasserfall-Diagramm irgendwie auch ziemlich "dünn" im Vergleich zu anderen Sendern. Wie kann das denn sein, dass die Modulation - nur in der Raumwelle - verschwindet? Oder ist mein einfach zu schwach?
Wenn ich den Träger über eine andere Kurzwellenstation setze sowas macht man natürlich nicht, war auch nur für wenige Sekunden) ist auch ein eindeutiges Interferrenzpfeifen zu hören.

von Power-FM - am 16.04.2012 19:19
Ich habe mal gehört, dass es bedingt durch die verschiedenen Bedingungen in der Ionosphäre die Modualtions irgendwie gefressen wird oder nur schwach hörbar ist. Dies konnte ich auf Kurzwelle damals auch öfter festellen (war aber nicht immer so). Träger war gut aber die Modulation ging verloren. Wie das genau passiert kann ich dir nicht erklären kenne das Phänomen aber aus eigener Erfahrung.

von kickbusch - am 17.04.2012 17:34
Zitat

Bauen würde ich so einen Feldstärkemesser jedenfalls nicht. Solche CB-Teile kriegst in der Bucht mit Glück unter 5€. Dafür kannst nicht basteln.

Für diejenigen, die sowas dennoch selbst bauen würden ;-):
http://postimage.org/image/u9xaa6ydb
Sollte auch unter 5,- machbar sein^^.

von Power-FM ne - am 27.08.2012 13:59
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