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Senderbau und HF Technik
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vor 2 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 2 Monaten
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Oszillatormann, Power-FM ne, birgitt77, sachsenbastler, Elektronikbastler, RS1003, OkiDoki, Power-FM

Drahtantenne für Mittelwelle

Startbeitrag von Power-FM am 03.05.2015 06:20

Ich möchte mir nun endlich mal eine einigermaßen funktionierende Antenne für die Mittelwelle bauen.
Ich habe allerdings gestern einen ganzen Nachmittag damit verschwendet ohne wirklich zu einem Ergebnis zu kommen...
Und ich meine, das Gleiche ist mir schon öfter passiert bei dem gleichen Vorhaben ;-).
Deshalb würde mich einfach mal interessieren, was ich da nun genau falsch mache, denn irgendwas muss ich falsch machen ;-).

Der geplante Aufbau war so:
[attachment 259 antennenanlage.gif]

Dass die Antenne so immer noch viel zu kurz und viel zu tief ist, das ist mir schon klar, aber mehr kann ich nicht auf der Fläche unterbringen.

Die Verlängerungsspule ist am unteren Ende mit dem Koaxschirm und "Erde" verbunden, der Innenleiter des Koaxkabels wird per Krokoklemme auf die beste Anzapfung der Spule angeschlossen (also so, dass der maximale Antennenstrom fließt, den Antennenstrom messe ich mit einem Lämpchen zwischen Spule und Draht).
Das habe ich nun gemacht, aber so wirklich hell bekomme ich das Lämpchen nicht zum leuchten (schon hell, aber nicht so, wie ich das erwartet hätte).

Ich hatte auch mal eine Zeit lang eine Drahtantenne auf dem Dachboden gespannt, einfach "außen rum", also ein Rechteck (gleiche Drahtlänge wie jetzt außen), dieses hatte ich mit der gleichen Spule "angepasst", nur hatte ich dort halt keine HF-Erde, also hat sich die Antenne wohl einfach ihre Erde "gesucht" (Koaxschirm). Dort brannte das Lämpchen (bei der besten Anzapfung) wesentlich heller, und die Antenne strahlte auch eine Bodenwelle von immerhin so 4-5 km weit ab (bei ca.5 -10 Watt), was für eine verkürzte Antenne ja schon ganz in Ordnung ist.
Und dass, obwohl die Antenne ja dort komplett horizontal gespannt war, was doch eigentlich Steilstrahlung, also eher schlechte Bodenwelle, bedeuten würde (?).
Mit der Antenne draußen nun, die ja immerhin ca 5 m vertikalen Anteil hat, geht es nun bei gleicher Leistung wesentlich schlechter, nur so einen Kilometer vernünftig :confused:
Liegt das einfach nur an der Höhe?
Die Antenne beginnt so ja nur weniger Meter über dem Grund. Der horizontale Anteil hängt etwa genau so hoch wie er auch auf dem Dachboden hing.

Klar, das Koax nach draußen ist länger, aber in dem niedrigem Frequenzbereich dürfte das nicht so tragisch sein.

Die Verlängerungsspule habe ich mit einem Programm von einem Funkamateur (Rufzeichen / Name gerade entfallen) berechnet.

Antworten:

Du hast viel zu wenig Erde. Entweder noch ein paar Erdrähte ins Gras legen oder gleich eine magnetische Loop bauen. Google mal dg0kw calculator
Da kommt ein Programm zur Berechnung von Loops.
Wenn ich als Loopparameter 5m Seitenlänge, Form Quadrat, Umfang 20m, Material Cu, Leiterdurchmesser 1mm, 1 Windung, Frequeunz 1MHz, Zusätzlicher Verlust 0,05 Ohm in Reihe und 1000 kOhm Parallel eintippe kommt folgendes Ergebnis:
Induktivität 30 µH, Güte 108, Verlust R des Leiters 1,67 Ohm, Wirkungsgrad 0,13% Gewinn -28,6dBd. Damit sollte man trotz des bescheidenen Wirkungsgrades anständig funken können.

von Oszillatormann - am 03.05.2015 12:30
Bei einer Loop ist das Problem (für mich), dass ich nicht weiß, wie ich das speisen soll.
Man macht das ja scheinbar mit einer Koppelwindung. Beim Empfang ist das ja egal, dort nutze ich eine kleine Rahmenantenne (also auch eine Loopantenne), bei der die Ankopplung des Empfängers ganz simpel so erfolgt, dass ich den Empfänger in die Rahmenantenne lege und dieser dann induktiv angekoppelt wird.
Sendeseitig wird das so aber nichts ;-).

Auch bräuchte eine vertikal aufgebaute Loop mit 5 * 5 ja schon wieder zwei hohe Abspannpunkte.
Was recht einfach gehen würde, wäre eine horizontal aufgehängte Loopantenne vom Haus aus zum Garten hin, aber da ich nur einen hohen Abspannpunkt im Garten verwenden kann käme nur ein Dreieck (Delta-Loop) in Frage.
Aber strahlt dass dann, also horizontal aufgehängt, nicht auch nahezu einfach senkrecht in den Himmel?

Und vor allem: Wieso funktionierte meine Drahtantenne auf dem Dachboden vergleichsweise so gut?
Vom Prinzip her war das fast eine horizontale, rechteckige Loopantenne (oder doch nicht, immerhin kam ja eine Verlängerungsspule zum Einsatz und es gab wohl auch das Stromnetz im Haus als unfreiwillige "Erde").

Mehr als einen hohen Abspannpunkt draußen kann ich mir nicht leisten.
Es gibt ja eh schon zwei andere auffällige Masten bei mir, ein mal den mit der drehbaren Empfangs-UKW-Yagi (sehr auffällig ;-)) und dann noch den UKW-Mast (damals auch stark auffällig mit dem "grünen" Dipol, aber immerhin einfahrbar, inzwischen weniger auffällig mit der als Fahnenmast sehr gut getarnten Slim-Jim, ebenfalls einfahrbar)...

von Power-FM ne - am 03.05.2015 20:57
[attachment 260 LOOP.png]

Das mit der Magnetischen Schleife halte ich auch für die beste Lösung bei beengtem Platz..
Schau mal nach ''Army Loop''.. Das Bild sollte alles erklären.
Ich speise meine Loop's nur noch so,ist bedeutend einfacher Resonanz u. SWR einzustellen!


Ansonsten eine viertelwellen Drahtantenne, da muss aber das Gegengewicht stimmen.


MsG

von birgitt77 - am 04.05.2015 08:35
Wenn ich deine Zeichnung sehe ist doch knapp 50m Umfang machbar. Dann in der Funkerbude mittels kapazitiver Kopplung speisen und das passt. Wenn du zwei 'UKW Radio' Drehkos mit je 450pF max. Kapazität nimmst (mit je zwei Plattenpacketen), geht auch mehr wie QRP ohne zu ''feuern''. Größere Plattenabstände sind natürlich immer schöner..

MsG

von birgitt77 - am 04.05.2015 08:39
Guter Plan. Nimm deine vorhandene 60 m lange Schleife (xm Kabel im Haus +25m am Boden + 5m am Mast + 20m Antennendraht) als Loop! Anpassen würde ich wie im ersten Bild Loop Ping. Da wird als Koppelkondensator zum Koax irgend ein kleiner Kondensator notwendig. Den rechten Drehko weglassen und durch einen Kurzschluß ersetzen. Die Loop ist also mit dem rechten Ende direkt am Koaxschirm. Du kannst dann mit zwei Drehkos wechselweise auf Vollgas abgleichen.
Der Loop Calculator sagt zu einer Rechteckloop mit 15 m Seitenlänge und 2mm Leiterdurchmesser, daß diese bei etwa 2MHz Eigenresonanz hat, müßte also für 1...2 MHz perfekt funken. Der Calculator hat als Güte 209 berechnet = 7 kHz Bandbreite. Wenn Du eine viel größere Bandbreite bekommst hast Du irgendwo viel mehr Verluste. Die würde ich dann versuchen auszubauen.

Im Bild 2 wird ein unermeßlich großer Drehko benötigt mit zig nF, falls Du auf tiefe Frequenzen abstimmen willst. Das ist unpraktikabel.

Welche Vorteile die symmetrische Speisung hat weiß ich nicht. Vielleicht werden dadurch elektrische Einstreuungen besser unterdrückt. Dann knistert es leiser, wenn Du mit der auch Loop empfangen willst.
Aber das weiß Birgitt77 bestimmt genauer.
Eine anständige Loop für Empfangszwecke schirmt man am Besten ab gegen E-Feld, also gleich aus Koaxkabel mit unterbrochenem Schirm bauen.


Gruß,
Oszillatormann

von Oszillatormann - am 06.05.2015 08:09
Hi zusammen,

ich würde an deiner Stelle folgende Antenne bauen:

http://www.frieloo.nl/schema/Rondstraler/rondstraler.html

Wollte diese Antenne selber auch schonmal bauen - habe aber nie die Zeit dafür gefunden.

Diese Antennen werden häufig von den Mittelwellenpiraten in der Niederlande benutzt, grad wenn man nicht soviel Platz zum Draht spannen hat.

Ich selber habe auch schonmal eine verkürzte Dipolantenne unterm Dach gespannt, aber das war auch nicht wirklich das Ware.

MfG OkiDoki

von OkiDoki - am 06.05.2015 18:20
Ich werde das mit der Loopantenne aus Draht mal probieren.
Eine "Spulenantenne" wie aus dem letzten Link wäre schon wieder viel zu auffällig für die Nachbarn ;-) (rein optisch), beim Draht dagegen sieht man nur die Abspannpunkte (Masten) und den Draht dagegen schon aus ein paar Metern so gut wie gar nicht mehr.
Davon abgesehen ist der Wirkungsgrad bei einer Spulenantenne ja noch etwas geringer, bei der großen Drahtloop ist er zwar rechnerisch auch nicht so toll, aber doch besser als bei der "Spulenantenne"

von Power-FM ne - am 06.05.2015 20:08
Kauf Dir doch die neue Super Breitband Doppelloop Antenne von 10m - 160m (Das Teil funkt ab 1,5MHz mit SWR 1:1,5) und ist nur 1,50m groß und kostet 149 €.

http://www.antenna-engineering.de/Kap._DO_portable_Loop.html?PHPSESSID=be7963377a3c70ea77b792855844a287

von Oszillatormann - am 08.05.2015 14:17
Die Frage ist, wie der Wirkungsgrad ist ;-).
Ich möchte ungern 100 Watt reinschicken müssen um 1 Watt ERP zu haben. Mit 10 Watt in für 1 Watt ERP dagegen könnte ich leben (dass keine super Wirkungsgrade machbar sind mit zu kurzen Antennen ist mir klar).

Noch mal eine Frage:
Wenn ich jetzt tatsächlich aus meinem ganzen Draht eine sehr große Loopantenne baue, dann könnte ich diese ja aufgrund der Größe nur "liegend" ( "horizontal" ) aufbauen. Würde das überhaupt funktionieren?
Vom Strahlungsdiagramm her würde dass dann (meinem beschränktem Verständnis nach) doch fast nur in den Himmel und zur Erde strahlen, also genau dahin, wo man es nicht gebrauchen kann. Oder?

von Power-FM ne - am 08.05.2015 15:22
Das wüßte ich auch gern, wie der Wirkungsgrad ist. Aber auch mit 1 W ERP kommst Du auf Mittelwelle schon zig km weit!
Die Loop muß vertikal sein. Und Du hast doch die Loop schon vertikal fertig! Guck doch deine Zeichnung an. Alles ist gut: Nur noch die Verlängerungsspule kurzschließen und das Koaxkabel grün mit dem Antennendraht rot durchverbinden. Beim grünen Koaxkabel schaltest Du Innenleiter und Schirm parallel, dann wird die Loop niederohmiger und verlustärmer. Dann mit zwei Drehkos auf dem Dachboden am Sender anpassen und losfunken.

Gruß,
Oszillatormann

von Oszillatormann - am 09.05.2015 06:41
Zitat

Und Du hast doch die Loop schon vertikal fertig! Guck doch deine Zeichnung an.

Schon, aber sie steht doch so genau genommen "auf dem Boden". Was doch eigentlich vieeel zu tief sein müsste!?

Egal, ich probiere das mal aus und wir werden es sehen.

von Power-FM ne - am 14.05.2015 10:36
Das die auf der Erde steht ist ziemlich Wurscht, weil das Magnetfeld der Rahmenantenne vom Erdreich nicht geschwächt wird. Das sagen zumindest die Amateurfunkseiten. Elektrische Antennen wollen dagegen viel weiter weg von der Erde montiert werden.

von Oszillatormann - am 14.05.2015 14:21
Ich komme hier ab und zu mal vorbei und schaue, was ihr schönes treibt. Offensichtlich war ich schon länger nicht mehr da...

Zu Power-FM: Hast Du denn zwischenzeitlich Dein Antennen-Phänomen entschlüsselt? Ich hätte da zumindest einen Lösungsansatz!

von RS1003 - am 05.11.2015 14:57
Hallo,

ich poste das mal hier rein, da ich denke ein neues Thema dafür aufzumachen wäre unangebracht...

Es geht auch um Mittelwelle - und - Drahtantennen bzw. stark verkürzte Antennen...

Ich habe hauptsächlich Fragen zur Reichweite.

Ich habe die Information irgendwoher das diverse Mittelwellen "klein Piraten" gerne mit 5-7Watt Senden. Oftmals mit viel zu kurzen Antennen z.B: einer CB Antenne auf´m Dach welche zwischen 7 und 10 Meter lang is. Angeblich gibt´s dann Reichweiten von "ein paar Kilometer brauchbar". Ich stand auchmal mit einem in Kontakt, der mir sagte, er möge net über 10W senden weils sonst überschläge im selbstbau Antennentuner gibt. Das sind oft abenteuerliche Konstruktionen, auf PE bzw. Plastikrohren mit recht dickem Draht gewickelte Spulen und Drehkos - die ziemlich groß sind im Verhältniss zur Leistung...

Wie auch immer, ich bin ja dafür bekannt, Klein bis Kleinstsender zu bauen, aber ich habe natürlich auch Experimente im Watt-Bereich gemacht...

Das Problem auf der Mittelwelle ist nicht, die Leistung bereitzustellen. Gerade bei so tiefen "fast noch NF" ;) Frequenzen kann man wunderbar mit Mosfets arbeiten, diese wie bei einem Schaltnetzteil ansteuern - und so - auch schon mit wenig Modulatorspannung nennenswerte Ausgangsleistungen erzielen...

Aber das Problem ist immer - oder bis jetzt bei mir - die ideale Anpassung der natürlich viel zu kurzen Antenne. Ich meine "wirklich - viel zu kurz". Die Übliche Schaltung, mit beispielsweise 100µH im Drain des FETs sowie "üblichen" Anpasschaltungen von Kleinstsendern wie sie auch von div. Firmen verwendet werden, und bei Kleinstsendern sehr gut funktionieren "ziehen" hier einfach nicht. Es gibt zwar einen klaren Resonanzpunkt, der je nach auslegung des Filters sehr "scharf" (schmalbandig) sein kann aber es geht einfach "keine Leistung in die Antenne" - klar, weil diese ja viel zu kurz ist. Allerdings funktionieren vergleichbare Schaltungen auf CB scheinbar recht brauchbar da werden auch (vom hHersteller) mitgelieferte, ca. 20cm lange Antennen mit einer gut 5cm langen "verpackten" Ladespule gut angepasst.

Bei kleinen Sendern bis 0,25W funktionieren PI Filter und co gut, aber ich hab gemerkt, das sich ab 1Watt Leistung extrem hohe Verluste bilden, so werden die "bekannten" Spulen des Types SMCC im Filter regelrecht heiss, sodass man sie kaum noch anlangen kann - sobald die Antenne auf Resonanz is - und wenn man die Spulen dann durch eine entsprechend massivere ersetzt geht es zwar, aber es ist irgendwie... nicht vergleichbar mit 1Watt auf Kurzwelle...

Also habe ich ein anderes Konzept "kennengelernt" das dem eines Baluns gleichkommt, man nimmt einfach 2 Schwingkreise und ein Übersetzungsverhältniss, wovon die "1" Seite auf der Senderseite ist, quasi wie ein PI Filter "als Spule".

Im kleinleistungsbetrieb funktioniert das wunderbar, und sehr gut, doch ich habe am WE wieder Versuche gemacht, mit ca 7W Leistung die in´s Mosfet flossen, und konnte große Ringkerne (die "so" warscheinlich locker 50W Tx Leistung aushalten) mit dieser Methode innerhalb von einer halben Minute so aufheizen, das sie begannen zu richen, und man sich die finger drann verbrannte! Das muss man erstmal schaffen. Ich habe dabei verschiedene Kerne probiert, mit verschiedenen AL-Werten. Mal warens Kerne, wo 5 Windungen Draht schon 300µH ergaben - klar - die sind wohl falsch, mal warens schon welche der "T... sonstwas" Serie, wo 7 Windungen Draht gerademal 0,9µH ergaben (und das man bei einer 1,50m Drahtantenne viele µH brauch is ja nachvollziehbar).

Auch auf einem Mittelwellen Ferritstab wickelte ich 2 Spulen - doch das ganze ging irgendwie net so optimal. Der MW Ferritstab brachte eine "verhältnissmäsig" schlechte Leistungsübertragung, und die Kerne wurden alle mal mehr mal weniger (je nach Typ) heiss... wie gsagt, bei ca 7W el. Leistungsaufnahme. Die besten Ergebnisse bekam ich noch mit dem T "irgendwas" ;) Kern (Unklug die Kerne zu kaufen, und ohne beschriftung in eine Kiste zu werfen). Wie auch immer, aufgrund der Relation (Stromaufnahme / Angepasste Antenne / Änderungen) die schon einige hundert mA betrug vermute ich, das von den 7W el. Leistungaufnahme die in den Kern gingen, noch 2-3W an der Antenne "tatsächlich" ankamen, denn dieses Konzept funktionierte bei meinen Tests um Welten besser als der "alte" PI Filter, der, wie gesagt, sich zwar "Anpassen" lässt, aber kaum Leistung in / auf die Antenne "geht".

Die "Strahlung" an der 1,50m Antenne war dann so stark, das man mit einem Phasenprüfer - berührte man den blanken draht - deutliche Lichtbögen ziehen konnte. Berührte man mit dem Phasenprüfer die Antenne, hat die Glimmlampe auch extrem stark geleuchtet, und auch durch "in die Nähe halten" des Phasenprüfers konnte man die Glimmlampe zum leuchten anregen. Auch der altbekannte Trick mit der Energiespaarlampe, die im el. Feld der Antenne aufleuchtete war gut nachmachbar...

Ich möchte hiermit also sagen, das die Antenne also scheinbar "wenigstens einigermaßen brauchbar" angepasst war, vor allem im Vergleich zum PI Filter...

Doch die Reichweite war enttäuschend. Mir ist durchaus klar,das man für Reichweite x2 ca. Leistung x10 brauch aber ich hatte am Vortag "kleine Experimente" mit 250mW gemacht (die auch schon gereicht haben, eine Glimmlampe an der Antenne zu zünden - allerdings arbeitete ich hier mit altem PI Filter).

Klar, im Haus, und direkt darum hat man ein superstarkes Mittelwellensignal - aber - wenn ich mit einem "durchschnitts" Empfänger (den ich für sowas eher als Referenz ranziehe, wie die durchaus guten bis sehr guten Empfänger die ich besitze) hörte man bei gerademal 30-40m Distanz zum Sender bei 250mW schon ein deutliches Rauschen. Ungefähr 50% rauschen 50% Musik...

Als ich die Leistung um das 10-Fache erhöhte, also 2-3Watt auf der Antenne hatte - war es viel stärker "in der Tat" aber auch schon nach 30-40m war ein deutliches Rauschen zu hören. Gefühlt im Verhältniss 80 / 20. Das is ja ok, aber umso weiter man weg geht, umso schneller "kommt das ganze ausser Reichweite" und schon nach gerademal 120metern ist das Signal nurnoch schwach (aber erkennbar, und bei Sprache auch noch verständlich) im Rauschen aufzunehmen...

Was ich einfach fragen will ist. Mache ich irgendwas falsch - oder - kann man mit einer 1,50m Antenne einfach keine größeren Reichweiten erzielen? Ich würde sagen, wenn´s so 300m weit geht in brauchbarer Qualität (für immerhin 2-Watt) wäre das doch angemessen, wenn die "semi Profis" mit ihren 7-10m langen Antennen, und 7Watt Kilometerweit senden...

Das würde mich einfach interessieren - ich betone nochmal, anhand der Effekte, die es gibt, wenn man die Antenne "berührt" (Lichtbögen und co) - sie scheint schon zu strahlen. Auch Einstrahlung auf Geräte die in die Nähe der Antenne gebracht werden sind deutlich da (zum beispiel Walkman Kassettenteil einschalten ohne Kassete, so ab 30cm Distanz zur Antenne is die Modulation zu hören... solche Spielchen)

Ich hab die Antenne dann mal etwas verlängert, in dem ich 4m Draht dazugegeben habe, die aber klar aus Platzgründen nicht umbedingt "gut" im Zimmer aufgehängt werden konnten. Das hat einen deutlichen Reichweiten boost gebracht, in 30m Distanz war fast kein Rauschen mehr zu hören (wirklich um Welten besser als die Tests mit 250mW) aber nach 120m war das Signal echt schon sehr sehr schwach...

Ich bin einfach neugierig, mir is schon klar, das die Antennen extrem viel zu kurz sind, aber ich bin etwas überrascht, warum "andere" dan dennoch so gute (Kilometerweite?) Reichweiten hinbekommen, und man hört auch oft aus anderen Foren, das sogenannte "Krankenhaussender" die mit gerademal 1Watt Senden es über Reflexionen bis hier her schaffen...

von Elektronikbastler - am 08.11.2015 18:45
zum Antennenproblem:

Ich hatte damals im 2. Stock wenn ich das Fenster geöffnet hatte einen Haken in der Wand entdeckt. Dieser war wahrscheinlich von einer Haus- Stromversorgungs Freileitung.
An diesen Haken habe ich in etwa 40cm Abstand einen weissen Keramikisolator angehängt. An diesem war eine etwa 10m lange Kupferlitze fest geknotet. Ich glaube von der NVA Kurzwellenstation R109 . Die Litze reichte gerade so zu einem Birnbaum, wo ich den 2. Keramikisolator mit einem Strick an einem dicken Ast festgebunden habe. Der Strahler hing also etwa 0,5m von der Hauswand weg und fast 1m weg vom Baum.
Die Einspeisung ging über einen Drehkondensator und den Einspeisepunkt habe ich durch ausprobieren mit einer Gegenstation die etwa 2km entfernt war mit nochmal 0,5m vom Isolator festgelegt.
Das war irgendwie optimal!
Der TX war immer ein Röhrenoszillator mit schätzungsweise 4-6W. Der Modulator war teilweise auch ein Röhrenradio. NF- Eingang, Mikrofon, Plattenspieler- Ausgang 2. Lautsprecher auf Sender.
Als Empfänger diente bei mir ein Dresden Zwinger Super6. bei den Gegenstationen waren es ebenfalls Röhrengeräte.
Ein Mitschnitt auf einer Radiokassette wurde mir vorgespielt als Beweis, das ich in etwa 4Km mit etwa S5-6 zu empfangen bin. Und da war kein Rauschen drauf!
Allerdings waren unsere Empfangsgeräte an wirklich guten Antennen, einschliesslich Erde.
Damit konnte man Mittags 12.00Uhr Radio Luxemburg empfangen.
Vielleicht ist das eine Anregung. Weg vom Haus und mindestens 8m über Grund.

von sachsenbastler - am 08.11.2015 19:37
Ich schrieb ja anderswo schon mal:
Anpassung ist nicht alles und auch nicht das Problem.
Wirkungsgrad ist das entscheidende Problem. Je kürzer die Antenne ist, umso mehr Leistung wird in der Anpassschaltung, wie auch immer diese erfolgt, verheizt, und zwar durchaus im wahrsten Sinne des Wortes.
Man kann einfach nicht die vollständige Leistung in eine viel zu kurze Antenne "pumpen", es ist technisch nicht möglich, und da MW-Antennen im Vergleich zu allen anderen Bändern IMMER viel zu kurz sind, kann man leider nur sehr geringe Wirkungsgrade erwarten.
Auch die Spulenantennen, die in Holland oft verwendet werden und in etwa dem entsprechen, was du da mit der modifizierten CB-Antenne beschrieben hast, haben nur einen sehr geringen Wirkungsgrad, stehen aber immerhin meist wenigstens so hoch wie möglich und funktionieren wohl deshalb etwas besser.

Und auch Leuchtende Phasenprüfer, Glimmlampen, Leuchtstoffröhren, Lichtbögen usw.an der Antenne sagen NICHTS über den Wirkungsgrad aus.
Aussagekräftiger wäre ein emfindlicher Feldstärkemesser in etwas Entfernung zur Antenne.

Ob mit 1,5 m als Antenne nicht mehr zu erwarten ist:
Rechne doch einfach mal per Dreisatz (auch wenn das so nicht ganz korrekt ist, aber zumindest einen Anhaltspunkt gibt).

1 MHz Sendefrequenz = 300m Wellenlänge / 4 (Lamdba Viertel) = 75 m (währe ein Schenkel eines Dipoles!)
75 m - 100%
1,5m- x %

x= 2 % (!)


Rechne das auf UKW "hoch" (100 MHz, Lambda/4= 0,75m):
0,75 - 100%
x - 2 %

x=0,015m
(Kann man auch viel einfacher (und sogar im kopf, und das kann sogar ich als absolute Null im Rechnen) rechnen und gerade mit diesen Werten geht es besonders einfach, die Aufstellung dient nur der Verdeutlichung ;-))

1,5 m Antenne auf 1 MHz entspricht also einer 1,5 cm (!) langen Antenne auf UKW die auf dem Boden liegen würde, selbst wenn die MW-Antenne in ein paar Metern Höhe wäre.
Unter den Umständen wirst du auch nicht weiter kommen ;-). Dafür sind die Ergebnisse sogar schon verdammt gut...

Und so kannst du auch auf andere Bänder hochrechnen und wirst feststellen, dass es in jedem höheren Band gleich ganz anders aussieht, so z.B. auch schon auf KW oder auf 27 MHz, da erreicht man solchen kurzen Antennen schon wesentlich mehr Prozent der Soll-Länge (als Idealfall).

Mit dem Röhrenoszillator direkt en einem langen Draht kann man das nicht vergleichen, denn da gibt es ein sonst ganz wichtiges Problem gar nicht: Es gibt keine Stehwellenproblemaik (zumindest meinem Verständnis nach).

Ich selbst kann zum Thema aktuell nicht beitragen, ich bin an wenigen WEs die ich frei habe aktuell an einem extrem aufwendigen UKW-Tuner, aber auf der Basis meiner vorgestellten einfachen Schaltung dran, die mit mehreren mitlaufenden Kreisen, einer heftig regelnden AGC und einer automatisch die passende Bandbreite auswählenden ZF-Filterung ausgestattet ist (was auch alles schon funktioniert, nur noch nicht alles perfekt).
Mein(e) MW-Projekte liegen schon seit Anfang des Jahres auf Eis...

von Power-FM ne - am 09.11.2015 20:02
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