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Senderbau und HF Technik
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Oszillatormann, RalphT, Power-FM ne, kettenraucher

NF Kompressor

Startbeitrag von Oszillatormann am 19.11.2017 19:30





Anbei die Schaltung und ein Photo eines einfachen NF Kompressors.
Er läuft mit 9..15V aus einem verbrummten Netzteil und braucht nur ein paar mA. Genutzt wurde die Schaltung für E-Gitarre, dürfte aber auch gut für eine NF Aufbereitung für MW funktionieren.

Antworten:

Das war wohl nix. Hier sind die Bilder:
https://share-your-photo.com/7f995dff97
https://share-your-photo.com/ed120cbd82

von Oszillatormann - am 19.11.2017 19:32
Danke fürs Hochladen.
Ja, da sieht man, das ist richtig "Old School"!. Schöne BC 239 Typen (rauscharm) und die Platine schön mit den alten Widerstandsfarben von früher aus den 70ern. Ja, das waren noch Zeiten.
Das werde ich mal bei Gelegenheit aufbauen. Ich habe mal eben scnell mir die Typen angesehen. Den FET und die beiden Dioden habe ich auf jeden Fall nicht da. Mal gucken, ob da auch der BF 245 für geht. Vergleichstabellen habe ich hier.

von RalphT - am 20.11.2017 04:43
Damit koennte ich meinen Sender noch hoeher aussteuern. Schoene Schaltung, @Oszillatormann.

von kettenraucher - am 20.11.2017 12:06
Bitteschön. Die Schaltung war für E-Gitarre und brauchte 1 MOhm Eingangswiderstand, deshalb den FET-Impedanzwandler im Eingang. Für alles andere tuts auch ein BC239 als Impedanzwandler. Damit wäre der FET schon mal ausgebaut. Oder überhaupt kein Impedanzwandler. Dann hat man eben 3,3 kOhm Eingangswiderstand. Und die Schaltung wird dann viel höhere Maximalpegel vertragen, weil der FET nicht mehr verzerrt. Die Dioden waren bei mir AAxxx Germaniumdioden. Weil die im Schaltbildmalprogramm nicht vorhanden sind, habe ich irgendwelche Schottkydioden eingzeichnet. Wahrscheinlich gehen auch 1N4148, wenn man die Verstärkung R13 etwas kleiner macht.
Manche Bauteilwerte sind etwas krumm, weil ich damals wahrscheinlich gerade kein anderes Bauteil hatte.

von Oszillatormann - am 20.11.2017 14:59
Die Schaltung werde ich im Dezember mal eben auf meinen Phillips Experementierkasten aufbauen und auf jeden Fall die Tonqualität testen. Bin sehr gespannt.

von RalphT - am 26.11.2017 08:07
Die Schaltung hat sehr starke Ähnlichkeit mit meinem 2-Band-Limiter, nur den FET am Eingang gibt es nicht und als "regelbaren Widerstand" habe ich einen FET statt einen normalen Transistor drin. Mit einem normalen Transistor hatte ich das auch erst probiert, jedoch verzerrt das NF-Signal damit doch ziemlich, wenn der Limiter weit herunterregeln muss (=also wenn das Eingangssignal sehr groß ist).

Am Eingang wird bei mir in zwei Frequenzbänder geteilt, für beide Bänder gibt es einzelne Kompressor/Limiter, am ende wird wieder zusammengeführt.

Und das ganze dann noch mal doppelt wegen Stereo ;-). Verwendung ist natürlich für UKW. Eingestellt ist es so, dass es im Hochjtonbereich schneller anspricht als im Tieftonbereich, die Preemphasis sitzt VOR dem Limiter.
Dadurch wird der Hochtonbereich sauberer Übertragen und es kommt nicht zu "Spuckeffekten" bei hohen Tönen bzw. Sprache mit viel Höhen.

"Richtige" Radiosender machen es vom Prinzip her nicht anders, nur mit besserer Technik ;-).

von Power-FM ne - am 27.11.2017 18:18
@Power FM: Die Regelung verzerrt nur minimal, das ist gerade der Trick an der Schaltung: Ich habe in einem Philips Kasettenrekorder aus den 70 er Jahren diese Regelung mit einem Darlingtontransistor entdeckt. Q1 und Q3 bilden den Darlingtontransistor und dieses Stellglied ist viel klirrärmer als ein einfacher Transistor. Mann kann etwa 40 mVeff NF am Kollektor von Q1 stehen lassen bis zur 1% Klirrgrenze. Das funktioniert so gut, das ich in den 90ern auch ein Produkt mit diesem Limiter entwickelt habe, das in Serie ging. Weil der Pegel am Transistor mit 40mV schon recht groß ist, kann Q2 noch etwa 90 dB Signal-Rauschabstand liefern.

Dein 2 Band Limiter ist bestimmt viel aufwändiger und klingt dafür optimal, gerade weil auch die Preemphase davor ist. Schade, das das Schaltbild verschollen ist. Welche Grenzfrequenz / Filtersteilheit hatte den deine Frequenzweiche?

von Oszillatormann - am 27.11.2017 19:43
Falls ich irgendwann mal Zeit haben sollte (haha) zeichne ich den Schaltplan mal aus meiner Platine heraus zurück.

Die jeweiligen Limiter waren aber fast genau so wie deiner, nur eben mit FET als "steuerbaren Widerstand", die Frequenzweiche war nicht so besonders aufwendig und sicher auch nicht perfekt, aber für meine Zwecke auseichend.

Dass mit der Darlingtonschaltung werde ich aber wohl auch mal (irgendwann) probieren. Darauf bin ich bei meinem Gebastel natürlich nicht gekommen.

von Power-FM ne - am 30.11.2017 17:46
So einen Luxuslimiter würde ich heute mit ein paar Vierfach-OPs und den Darlingtons aufbauen. Aber nur in Mono. Bei Stereo müßten die Darlingtons ja genau gematched werden, damit die Balance nicht ständig hin und her wandert beim Abregeln.

von Oszillatormann - am 01.12.2017 16:36
Nee, einen Mehrband-Limiter will ich niht mehr bauen (habe ja schon einen ;-) ), aber ich bräuchte noch einen Mikrofon-Limiter (habe zwar auch einen fertigen, aber selber bauen macht mehr Spaß).

von Power-FM ne - am 01.12.2017 18:49
Der Gitarrenlimiter rauscht bei dynamischen Mikrofonen natürlich zu laut. Du kannst dem statt des FET-Impedanzwandlers einen einstufigen Transistorverstärker vorschalten. Dann ist er rauscharm. Wenn die Verstärkung Dir dann reicht...

von Oszillatormann - am 01.12.2017 20:08
Ich schreibe mal hier weiter, denn es geht um den Kompressor. Den habe ich aufgebaut und am Sender angeklemmt. Mal eben schnell begutachtet, klingt er recht gut. Aber beim genauen Hinhören, kommt doch die eine oder andere Macke durch.

Wenn ein Wortbeitrag kommt, dann macht die Schaltung nach einer kleinen Sprechpause, ein starkes Signal und übersteuert somit den Sender. Und das ist auch hörbar. Die Übersteuerung, also mehr als 100% Modulationsgrad ist vielleicht nur wenige ms lang. Aber halt hörbar. Bei Musik hört man das nicht. Der Kondensator C5 ist dann noch groß genug, dass er die Ladung etwas länger halten kann. Man müsste jetzt mal ausprobieren und diesen Kondensator gegen einen 68 uF oder 100 uF zu tauschen. Das habe ich jetzt nicht mehr probiert. Ich denke mal, dann dann die Regelung ganz verloren geht, da fast immer eine Spannung an der Basis anliegt und die Regelung ständig greift.

Weiter ist mir aufgefallen, dass bei Frequenzen unter 100 Hz, die Regelung die Ausgangsspannung langsam erhöht. Das liegt daran, dass die NF-Stufe mit dem Transistor Q4 erst ab ca. 100 Hz einen linearen Frequnzhat hat. Da habe ich mal eben den 0,1 uF gegen einen 10 uF ausgetauscht. Dieser Effekt ist jetzt weg.

Mir ist hier ein Limiter aufgefallen. Dieser hier: Limiter

Hat hier schon jemand mit dieser Schaltung Erfahrungen? Die würde ich auch gerne mal testen. Mittelwelle hat ja wohl ein Frequenzgang von 100 Hz bis 5 KHz. Manchmal bin ich schon fast der Meinung, dass selbst bei diesem kleinen Frequenzgang, die NF-Aufbereitung in zwei verschiedene Bereich aufgeteilt werden müsste. Auch müsste in einem bestimmten Bereich der Frequenzgang nochmal korrigiert werden. Die Sprache wäre dann noch verständlicher. Ich weiß noch aus der alten Mittelwellenzeit, dass die Sprache bei DLF und NDR deutlicher, klarer war.

Das klingt alles nach viel Arbeit.

von RalphT - am 02.01.2018 18:32
Zitat

Mir ist hier ein Limiter aufgefallen. Dieser hier: Limiter


Erfahrung damit habe ich nicht, aber mir wäre das zu aufwendig, er benötigt ja eine symmetrische Spannungsquelle (+-15 V ).

Dann würde ich noch eher den PiRa-Limiter bauen, auch wenn der eine Rauschfabrik ist mit dem LM386 im "High Gain"-Modus. Den PiRa-Limiter habe ich ein paar mal gebaut.
Ist ganz ok, aber auch nicht unbedingt der schnellste was die Ansprechzeit betrifft, es kommt recht schnell zu Pumpeffekten. Aber das haben Limiter generell so an sich, so wirklich perfekt habe ich es bei mir selbst mit Behringer-Geräten nicht hinbekommen (ja, ich weiß, die sind nicht für Broadcast...).

von Power-FM ne - am 02.01.2018 19:38
@RalphT

Der Kompressor übersteuert weniger lang, wenn C5 47uF schneller geladen würde. Das verhindert der kleine C4 10uF. Der Gleichrichter mit C4, C5, dem Entladewiderstand R10 47 kOhm und den Dioden kann gern umdimensioniert werden. Der primitive Spitze-Spitze Gleichrichter ist eine Ladungspumpe! Die Ladung von C4 wird mit jeder Sinusschwingung stückweise in C5 umgefüllt. Das geht am schnellsten, wenn die Kondensatoren gleich groß gemacht werden, z.B beide 10 uF. Der Entladewiderstand muß dann ggf auf 220 kOhm vergrößert werden, damit die Regelung träge genug bleibt. Trägheit ist wichtig, damit der Klirrfaktor im Bass nicht steigt. Grundig hat in seinen 70er Jahre Aussteuerungsautomatiken den C5 oft durch zwei Kondensatoren ersetzt: 390Ohm und 47uF in Reihe und parallel dazu ein kleinerer C. Dadurch regelt die Regelung noch schneller ab und verhindert so Übersteuerung.

von Oszillatormann - am 03.01.2018 20:39
Den Tipp von Grundig habe ich mal eben umgesetzt. Scheint schon besser zu klingen. Ich habe mal dazu den DLF eingeschaltet und mir auf dem Oscar einen Wortbeitrag angesehen und angehört. Nach Sprechpausen ist kein Übersteuern mehr zu hören. Auf dem Oscar ist nur eine kleine Zeit messbar.

Meintest du nicht C6 und C4 gleichsetzen? Du sprichtst oben Text von C5 und C6.
Dann noch eine Frage: Im Schaltbild hast du C4 mit 0,15uF angegeben. Den hatte ich vor mal testweise auf 4,7uF erhöht. Das war eindeutig zu viel. Jetzt ist dort ein 0,1uF drin.

von RalphT - am 04.01.2018 15:30
Du hast Recht, ich habe die C Bezeichnungen verwechselt, nur die Kap.angaben mit 10uF und 47uF stimmen. C6=10uF und C5=47uF müssen für maximal schnelles Abregeln gleich gemacht werden, am besten C5=10uF machen. Ich hatte den Gleichrichter für E-Gitarre optimiert, für Musik muß er vielleicht geändert werden. Die AGC sollte auch bei Gitarre meist in der Regelung sein. Wenn die Schaltung für MW genommen wird, kommt vielleicht eine Preemphase mit in den Signalweg mit etwa 1500 Hz Grenzfrequenz. Wenn die im Signalweg vor der AGC sitzt, wird die AGC nicht mehr nur bei Bässen abregeln, sondern auch bei den von der Preemphase angehobenen Mitten. Dann klingts vielleicht gut?...

von Oszillatormann - am 05.01.2018 19:13
So nach einer kleinen Pause melde ich mal wieder.
In der Zwischenzeit habe ich mit meinem Tiefpassfilter etwas Zeit verbracht. Ich baue mir derzeit einen Tiefpassfilter mit Mehrfachgegenkopplung mit 4. Ordnung. Die Grenzfrequenz habe ich mal bei 5 kHz angesetzt. Nach dem ersten Versuchsaufbau kam eine kleine Ernüchterung: Die Schaltung machte so garnicht, was sie sollte. Bis ca. 500 Hz war am Ausgang eine relative konstante Spannung. Wurde die Frequenz erhöht, wurde auch die Ausgangsannung höher. Erst bei ca. der Grenzfrequenz fiel sie steil ab. Die Erhöhung vor der Grenzfrequenz betrug 6dB! Das war natür viel zu viel, obwohl ich eine Filtercharakteristik vom Tschebyscheff-Filter mit 0,5 dB Welligkeit genommen hatte. Nach einer Fehlersuche habe ich festgestellt, dass ich den zweiten Filterteil falsch berechnet hatte.

Ok, anschließend neu berechnet und siehe da: Ja warum macht es nicht gleich richtig? Die Schaltung zeigt einen ordentlichen Verlauf. Für heute habe ich keine Lust mehr und habe den Filter einfach mal vor den Mittelwellensender geklemmt. Der Klang ist recht gut und auch 9 kHz neben der Hauptfrequenz ist fast kein Kratzen zu hören.

Scheint schon mal ganz gut zu sein.

von RalphT - am 12.01.2018 15:59
Womit berechnest Du den Tiefpaß?

von Oszillatormann - am 12.01.2018 17:52
Zitat
Oszillatormann
Womit berechnest Du den Tiefpaß?


Ähm mit dem Taschenrechner. :cheers:
Die Formeln stammen aus der Übertragungsfunktion Ua/Ue. Die Parameter für die Filter habe ich aus dem Buch von Tietze Schenk.
Anbei zwei Formeln zur Berechnung der Tiefpassfunktion. Um es mathematisch etwas einfacher zu gestalten, habe ich die Widerstände R1, R2 und R3 gleich gesetzt. Einen Kondesator habe vorher bestimmt. Dann muss man nur noch den wert für alle 3 Widerstände ausrechnen und den anderen Kondensator. Wobei die erste Wahl von dem Kondensator auch etwas Glückssache ist. da muss man etwas probieren. Es ist am Besten, wenn die Rechenwerte recht genau an die Normreihe von R und C kommt. Jede Abweichung verfälscht die Kurve und die Grenzfrequenz.
Als OA habe ich den LM 3900 genommen. Der hat zwar frequenzmäßig einen schlechten Wert, aber für die Mittelwelle reicht das noch. Hier ist der große Vorteil: Ich brauche keine negative Betriebsspannung. Zum Testen ist das optimal.





und hier ein Teilfilter:



von RalphT - am 12.01.2018 18:34
ti Filter pro Download

Mit diesen Google Suchbegriffen findest Du das Profiprogramm von Texas Instruments. Dann darf der Taschenrechner wieder in die Schublade.

von Oszillatormann - am 13.01.2018 07:01
Und warum hast Du nicht die einfachere Schaltung mit Impedanzwandler-OP benutzt, d.h. Sallen-Key mit Verstärkung 1. Der braucht nur zwei Widerstände und zwei Kondensatoren und hat deshalb weniger Toleranzempfindlichkeit.

von Oszillatormann - am 13.01.2018 07:49
Zitat
Oszillatormann
ti Filter pro Download

Mit diesen Google Suchbegriffen findest Du das Profiprogramm von Texas Instruments. Dann darf der Taschenrechner wieder in die Schublade.


Der Taschenrechner wandert nicht die Schublade. Der bleibt noch griffbereit. Da bleibt man immer mal wieder in der Übung.

Deinen Tipp mit Texas Instruments habe ich mal befolgt. Die Software bietet ja etwas an Filter an. Meine Schaltung war auch dabei. Daher habe ich das erst mal so gelassen. Mit der Software habe ich dann einen Tiefpassfilter mit Besselcharakteristik genommen. Die Software errechnet dann leider krumme Werte. Aber das passte schon. Hier und da etwas in Reihen- und Parallelschaltung, dann ging das schon. Mein Lager an Kondensatoren und Widerständen ist schon recht gut.

Das Ergebnis ist erstaunlich gut. Der Amplitudenverlauf überzeugte sofort.

Den Sallen-Key werde ich vielleicht noch mal ausprobieren. Eine Einsparung an Bauelemten ist mir nicht wichtig. Aber du hast schon Recht, weniger Bauteile und auch weniger kann man verkehrt machen. (Toleranzempfiindlichkeit).

von RalphT - am 13.01.2018 15:25
Und warum hast Du den Sallen Key nicht genommen?

von Oszillatormann - am 13.01.2018 17:38
Zitat
Oszillatormann
Und warum hast Du den Sallen Key nicht genommen?


Ich hatte die andere Schaltung noch fertig aufgebaut. Ich wollte nur mal eben schnell testen.

von RalphT - am 13.01.2018 17:58
Achso.

Geht gleich weiter im AM Sender Thema...

von Oszillatormann - am 13.01.2018 19:26
Bei dem trüben Wetter habe ich mich noch mal meinem Tiefpass gewidmet.

Ich habe ihn durchgemessen. Im Anhang zwei Diagramme: Das erste Diagramm hat eine lineare X-Achse, das zweite Diagramm ist logarithmisch. Die logarithmische Darstellung ist eigentlich bekannter. Und es sieht doch besser aus! Eben der steilere Abfall der Kurve. Ist halt ne Darstellungssache - wie die Gewinne und Verluste bei den Aktien.

Der Tiefapss soll eigentlich seine Grenzfrequenz bei 5 kHz haben. Laut dieser Darstellung ist sie in etwa bei 4,6 kHz. Dazu muss man wissen, dass die Software in Verbindung mit der Soundkarte und dem langen Chinchkabel einen leichten Tiefpasseffekt zeigt. Aber ich denke, um das hier mal zu zeigen ist dieser Fehler vernachlässigbar.

Nachtrag:
Der Tiefpass ist ein Bessel-Tiefpass 4. Ordnung.

Tiefpass 5kHz linear

Tiefpass 5kHz logarithmisch

von RalphT - am 20.01.2018 19:01
Das hast Du schön gemessen. Mit welcher Software? Und warum bist Du nicht bei dem viel steileren
0,5dB Tschebyscheff geblieben, denn kann das TI Programm doch auch ausrechnen?

von Oszillatormann - am 20.01.2018 19:34
Hier gibt es die Software:

Audio Analyzer

Ich hatte ja zuerst per Taschenrechner den 0,5dB Tschebyscheff-Filter genommen. Der zeigte nun überhaupt nicht das Amplitudenverhalten, wie er sollte. Anschließend habe ich ja die Software zum Errechnen der Werte benutzt. Da ich sicher gehen wollte, dass es keine Höcker beim Amplitudenverlauf geben sollte, habe ich den Bessel genommen.

Auf jeden Fall werde ich noch mal den 0,5dB Tschebyscheff-Filter aufbauen. Da ich nun genau weiß, wo vorher auch die Fehler lagen, kann ich das mit dem Bessel vergleichen. Fehlerquellen hatte ich diverse: Das ging vom defekten Chichkabel über eine falsche Einstellung der Software, bis zum Glauben, dass man ein Radio mit USB-Anschluss zum Einspeisen des Filters nehmen kann. Das Radio lieferte nicht einen linearen Amplidenverlauf eines Frequenzbereichs bis 20 kHz.

Hier kommt ja dann auch die Frage auf, welche Filterart ist hier besser? Ich denke, dass bei der Mittelwelle der Tschebyscheff-Filter einfach die bessere Wahl ist.

Wie wäre das bei UKW?

Und hier stellt sich bei mir noch eine Frage:

Wo sollte man bei AM und bei FM die Grenzfrequenz setzen? FM bei 15 kHz und AM bei 4,5 kHz?
Gerade bei FM könnte das kritisch werden. Denn die Dämpfung ist bei 19 kHz nicht gerade hoch, da diese Frequenz dicht bei 15 kHz ist.
Bei dem Spektrumanalyzer ist mir aufgefallen, dass bei normaler Musik der Anteil der hohen Frequenzen immer, je höher die Frequenz, geringer wird. Von daher müsste auch hier ein Filter der 4. Ordnung mit einer fg von 15 kHz ausreichend sein. Denn diese geringen Amplituden im Bereich von 10 - 15 kHz sind doch schon recht gering. Oder ????

von RalphT - am 21.01.2018 07:16
Ich muss sagen, es ist wie im Lehrbuch! Hier der Vergleich vom Bessel zum Tschebyscheff. Man erkennt kurz vor der fg den kleinen Buckel (hier 0,5 dB eingestellt). Und man sieht den steileren Abfall gebenüber dem Besselfilter. Der Besselfilter ähnelt dem Amplitudenverlauf vom kritischen Filter. Hier hat der Tschebyscheff-Filter bei 9 kHz eine Dämpfung von -26 dB.

Vergleich Bessel zu Tschebyscheff

von RalphT - am 21.01.2018 09:07
Glückwunsch. Ein kleiner Fehler ist noch beim Tschebyscheff: Der vierter Ordnungsfilter mit 0,5dB Welligkeit sollte dies auch haben. Er muß zwei kleine Ripple mit je 0,5dB Dämpfung besitzen. Schau mal mit 1dB/Kiste im Filterdesignprogramm genau hin.#

Für AM und FM sind die Grenzfrequenzen mit 4,5 kHz und 15 kHz richtig. Bei FM kommt der Filter allerdings vor dem Stereocoder und er sollte deshalb bei >19 kHz wenigstens etwa 40 dB Dämpfung schaffen. Ich habe deshalb mal einen Cauer-Tiefpaß fünfter Ordnung nach Zverev: Handbook of Filter Synthesis designed. Der enthält zwei Nullstellen bei etwa 19 kHz und zwischen 20..30 kHz

von Oszillatormann - am 21.01.2018 10:51
Zitat
Oszillatormann
Glückwunsch. Ein kleiner Fehler ist noch beim Tschebyscheff: Der vierter Ordnungsfilter mit 0,5dB Welligkeit sollte dies auch haben. Er muß zwei kleine Ripple mit je 0,5dB Dämpfung besitzen. Schau mal mit 1dB/Kiste im Filterdesignprogramm genau hin.#


Hmm, da muss man aber eine Brille aufsetzen. Ist mir noch nie so aufgefallen. Im Tietze Schenk ist eine Abbildung von einem Tschebyscheff 10. Ordnung. Dort hat man für jeden Teilfilter die Kurve dargestellt. Bei den einzelnen Teilfiltern ist das natürlich sehr gut zu sehen. Die resultierende Kurve ist deutlich schwächer. Ok, man muss genau hinsehen.

Zitat
Oszillatormann
Für AM und FM sind die Grenzfrequenzen mit 4,5 kHz und 15 kHz richtig. Bei FM kommt der Filter allerdings vor dem Stereocoder und er sollte deshalb bei >19 kHz wenigstens etwa 40 dB Dämpfung schaffen. Ich habe deshalb mal einen Cauer-Tiefpaß fünfter Ordnung nach Zverev: Handbook of Filter Synthesis designed. Der enthält zwei Nullstellen bei etwa 19 kHz und zwischen 20..30 kHz


Das ist eine Ausssage, mit der ich was anfangen kann. 40 dB Dämpfung bei 19 kHz. Ist das der offizielle Wert laut der Spezifikation? Wo wir gerade bei den Specs sind: Weißt du zufällig, wie hoch die Amplitude vom Pilotton sein darf? Ich habe damals gehört, dass er 10% der Gesamtamplitude nicht überschreiten darf.

von RalphT - am 21.01.2018 13:56
Die 40dB sind kein offizieller Wert. Die klingen ausreichend gut und führen nicht zu Reklamtionen!
Der Pilothub soll 10% sein, das stimmt. Mehr Pilothub verursacht stärkere Interferenzprodukte im Empfänger. Das bedeutet bsp. ein 15kHz NF Ton und der 19 kHz Pilot mischen sich im ZF Filter - wenn das kein ordentliches Gruppellaufzeitentzerrtes Filter ist - zu 4 kHz. Die Höhen klingen mit dem zusätzlichen 4 kHz Ton unsauber. Das Problem ist allerdings etwas an den Haaren herbei gezogen, weil ein Schlagzeug im Hochtonbereich ohnehin zig Frequenzen erzeugt, die sich im ZF auch mischen. Man braucht nicht noch extra dazu einen weiteren hochfrequenten Ton bei 19 kHz.

Der Pilothub verbreitert allerdings auch die belegte Bandbreite des Sendesignals und sollte deshalb nicht größer sein.

von Oszillatormann - am 21.01.2018 19:49
Ich habe die Schaltung auch mal nachgebaut.
Ich habe aber überall BC550 verwendet (weil die hier kiloweise vorhanden sind). Den NF-Verstärker um Q2 musste ich anders dimensionieren (da passte der Arbeitspunkt überhaupt nicht und es gab nur "Gekrächze" ), alles andere konnte so bleiben. Den FET-Impedanzwandler habe ich auch weggelassen.

Es funktioniert sehr gut, kein hörbares Verzerren mehr. Mal sehen, was ich daraus mache. Vielleicht wird es ja doch noch irgendwann mal ein 2-Band-Limiter nur aus Standardbauteilen ;-).

von Power-FM ne - am 24.01.2018 17:33
Ich glaube da ist es ziemlich egal, was man da für Typen einsetzt. Ich tippe mal, hier macht sich bestimmt die Stromverstärkung von den Transistortypen am meisten bemerkbar. Im Plan sind B-Typen vorhanden. Vielleicht liegt da das Problem. Aber das kann man ja durch eine Änderung der Widerstände am Transistor ändern.
Da hatte ich auch mal etwas rumprobiert. Den Auskoppelkondensator vom T2 habe ich mal verändert. Das hatte große Auswirkungen auf das Signal. Die Regelung muss schon genau arbeiten.

Die Schaltung werde ich dann die Tage mit meinem Tiefpass verbinden. Mal sehen was da so raus kommt.

Wo wir gerade beim Thema sind, eine Frage:
In welchem Frequenzbereich würde der Kompressor am meisten Sinn machen? Den gesamten Bereich von 50 Hz bis 5 kHz oder vielleicht nur im Bassbereich? Oder mehr im Mitteltonbereich?

Ich könnte mir vorstellen, wenn man auf Mittelwelle eine gute Sprachverständlichkeit haben möchte, dass der Kompressor vielleicht im Bereich der Sprache nur arbeitet - oder??

Wenn ja, dann wäre die nächste Überlegung, ob die Zeitkonstante von C5 und R10 verändert werden sollte. Wenn ich das richtig verstanden hatte, dann ist die Schaltung für den gesamten NF-Bereich dimensioniert.

von RalphT - am 24.01.2018 18:39
So, es war doch einf Fehler von mir. Wenn man 10k statt 1M einbaut braucht man sich nicht wundern ;-).

von Power-FM ne - am 24.01.2018 19:28
@Ralph: Den Kompressor für MW optimieren - dazu hab ich mir noch keine Gedanken gemacht. Im Stereotool ist ein 8 Kanal - Multibandkompressor drin, der astrein klingt. Die Materialschlacht möchte in Hardware keiner hinbasteln. 8 Bandpaßfilter 8 Kompressoren, 8 Verstärker für unterschiedliche Regeleinsätze,....
Mehr als Zweiband würde ich nicht in Hardware bauen wollen, und das bitte mit mehreren Vierfach - OPs, damit der Materialeinsatz auf dem Teppich bleibt. Oder soll die Frequenzweiche nur ein RC Glied sein??? Als Zweiband würde ich vorneweg einen Tiefpaß mit 4,5 kHz 4. Ordnung verwenden. Tiefen mit Koppelkondensator auf 20 Hz Grenzfrequenz abschneiden. Dahinter die Frequenzweiche, Grenzfrequenz vielleicht auf 300 Hz. Der Tieftonzweig geht dann von 20-300 Hz, darüber ist Hochton bis 4500 Hz.

von Oszillatormann - am 27.01.2018 16:44
Zitat
Oszillatormann
Als Zweiband würde ich vorneweg einen Tiefpaß mit 4,5 kHz 4. Ordnung verwenden. Tiefen mit Koppelkondensator auf 20 Hz Grenzfrequenz abschneiden. Dahinter die Frequenzweiche, Grenzfrequenz vielleicht auf 300 Hz. Der Tieftonzweig geht dann von 20-300 Hz, darüber ist Hochton bis 4500 Hz.


Ich will hier auch keine Erbsenzählerei veranstalten. Da wir noch die dunkle Jahreszeit mit wenig Sonne haben, werde ich wohl deinen letzten Vorschlag versuchen umzusetzen. Material habe ich genug. Das liegt hier nur rum. Immer wenn ich dazu Zeit und Lust habe, schraube ich für den Filter in AM rum.

Derzeit habe ich den AM-Filter zur Seite gelegt. Er läuft ja recht gut. Jetzt habe ich mir einen Tiefpass der 8. Ordnung aufgebaut. Eingeschaltet und siehe da - nichts funktionierte. Jetzt bin ich gerade dabei die ganzen Fehler und Gedankenfehler zu beseitigen. Nachdem ich einige Fehler und Fehlkonstruktionen beseitigt habe, kommt hinten etwas raus. Das könnte ich noch lange nicht verkaufen, aber für einen ersten Test am Rechner für ein Frequenzdiagramm hat es schon gereicht. Ja ,ich muss sagen, dass Teil geht recht flott nach der Grenzfrequenz in den Keller. Am Ausgang ist noch ein recht beträchtliches Signal bei 12 kHz. Keine Ahnung, woher das kommt. Das kann auch vom Versuchsaufbau kommen. Ich hantiere hier mit tw. einfachen Strippen.

Dann habe ich mir meinen Signalgenerator mal genauer angesehen. Er liefert tw. einen schlechten Sinus. Allerdings ist das Gerät bestimmt auch über 40 Jahre alt. Dabei kam mir eine neue Idee. Dazu habe ich einen neuen Thread aufgemacht.

von RalphT - am 27.01.2018 17:16
Wer ist der Erfinder von dieser Schaltung?:

http://senderbau.egyptportal.ch/audiolimiter1.htm

Muß da nicht das rechte Ende von R8 an Pin1 von IC1A ?
Und wofür ist C4? Im Simulator schwingt der OP hochfrequent mit C4 , weil er die verstärkte NF zum FET schickt, diese darüber zum Drain koppelt und über C2 wieder zum Eingang mitkoppelt.

von Oszillatormann - am 03.02.2018 13:35
Wie ich nach einem Kompressor gesucht hatte, bin ich mal bei dieser Schaltung gelandet. Keine Ahnung, woher die kommt.
Ja, ist schon etwas seltsam. Bevor ich den Lötkolber anschmeise, gucke und versuche ich auch die Schaltung zu verstehen. Irgendwie bin ich da nicht so richtig mit klar gekommen.

von RalphT - am 03.02.2018 14:10
Ok

von Oszillatormann - am 03.02.2018 16:57
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