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Informationen zum Thema:
Forum:
Senderbau und HF Technik
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren
Beteiligte Autoren:
juppeck, radio_ukw, ampliphase, Ralf G./ D-MNBP, broadcaster, miniMaxi

Sender am Dummyload betreiben erlaubt?

Startbeitrag von radio_ukw am 16.12.2007 17:48

Ich bin erstaunt wie weit ein 1 Watt Sender am Dummyload geht, ich konnte gut 20m damit überbrücken.
Nun meine Frage ist das auch schon strafbar? Ist alles im Metallgehäuse eingebaut und verdrosselt.
Weil da würde ich mir einen 35W am Dummy hängen .... :blink:

Antworten:

Deine Idee ist grundfalsch. Nur weil du ein Dummy statt Antenne benutzt, wird die Sache auch nicht legal.
Maßgeblich ist doch die Strahlungsleistung (EIRP).
Trotz einem Dummy wird noch Leistung abgestrahlt, z.B. über die Zuleitung zum Dummy oder aus dem Dummy selbst heraus, weil es niemals die perfekte Abschirmung gibt.
Gäbe es diese, würderst du auch in 20mtr Entfernung nichts mehr empfangen.
Deshalb ist die Idee statt Antenne ein Dummy an hoher Ausgangsleistung zu betreiben, und damit EIRP zu vermindern der absolut falsche Weg, und macht die Geschichte auch nicht legal.
Da nimm doch lieber direkt einen Sender, der die höchstzulässige EIRP nicht überschreitet, und damit auch legal ist.

Gruß
Broadcaster

von broadcaster - am 16.12.2007 18:20
Zitat
radio_ukw
I

Betr: Sender am Dummyload betreiben erlaubt?




N E I N !

Wir dürfen überhaupt keinen (UKW) Sender betreiben. Weder am Dummy noch sonst wo. Bis auf die Mini, sogenannten i pod sender.

Du mußt jegliche Ausstrahlung verhindern. Das kannst du nicht mit einem Dummy. Es ist nur eine künstliche Last. Damit machst du in einem Stadtgebiet bei größerer Leistung immer noch alle radios zu.

Alles andere hat hier oben broadcaster schon geschrieben.

Maßgeblich ist doch die Strahlungsleistung (EIRP).....................


ralf

von Ralf G./ D-MNBP - am 17.12.2007 07:07
Was ist eigendlich per Gesetz ein Sender? Sind das per se alle Generatoren oder spielt der Verwendungszweck auch eine Rolle. Es muß doch ein unterschied sein ob ich einen Generator zur induktiven Erwährmung betreibe ( EMV-Gesetz ) oder den Generator moduliere und daran eine Antenne anschließe um Informationen zu übertragen. ( Telekommunikations-Gesetz ab 9kHz bis 3000GHz(??)). Nach letztere Definition dürfte man nicht einmal einen Audioverstärker bereiben, denn auch daran könnte man eine Antenne anschließen und somit im ELF-Bereich senden.

Gruß
Maxi



von miniMaxi - am 17.12.2007 12:55
Vor langer Zeit hatte ich einen Kosmos Radio Bausatz der ging wenn man ihn vorschriftsmäßig aufbaute ca. 3 Zimmer dann war schluß.

Nachdem man herausgefunden hat wo die Antenne zum dranmachen war, stolze 100m direkte Sichtverbindung.

Deutlich weiter als FM Transmitter mit die Nanowatts was es jetzt gibt. Da frage ich mich ob nicht andere Gesetze gelten eventuell wie für die Störstahlung.

Ein CB Funkgerät mit 4 Watt gibt trotz guter Filterung mehr Oberwellen ab.
Chris

von radio_ukw - am 17.12.2007 13:28
Wie die exakte Definition eines Senders ist, siehe BNetzA.
Eines ist jedoch klar - das Errichten und Betreiben von Funkstellen (auch Emfpänger sind Funkstellen) ist nur mit Genehmigung (früher Lizenz) erlaubt. Als Funkamateur darfst Du Sender bauen und auf den Deiner Genehmigungsklasse entsprechenden Frequenzen, betreiben. Rundfunk ist Funkamateuren auch nicht gestattet denn Amateurfunkdienst ist Experimentierfunkdienst. Der eine oder andere Funkamateur macht dass auch noch, sind jedoch leider nur noch wenige, die überhaupt mehr können als einen einfachen PL-Stecker zu löten.
Ich sehe hier teilweise mehr interessante Basteleien als bei den Funkamateuren , was schade ist - dich aber wohl kaum ändern lässt.
Nun, das betreiben eines Senders ist grundsätzlich nur mit Genehmigung möglich. Wenn er an einem Abschlußwiderstand betrieben wird, muss sichergestellt sein, dass keine HF entweichen kann. Dazu wird er ja unter anderem an einem Dummy angeschlossen. Wenn damit Verbindungen über 100m und mehr, möglich sindm, spricht dass nicht gerade für den Dummy, und der Behörde ist es egal, ob eine Antenne drann ist oder ein Dummy - Du sendest damit und verstösst damit gegen geltendes Recht.
Was ein Sender von einem Oszillator unterscheidet ist zum einen die Leistung die erzeugt wird, und die Tatsache, dass ein Oszillator nichts an einer Antenne zu suchen hat. DIe Geräte im Nanowatt-Bereicht überbrücken gerade mal einige wenige Meter.
Fazit: Definition hin oder her - Sender sind nur mit Lizenz ´zu betreiben.
Aber dass ist ja auch nichts neues.

Frohes Fest und guten Rutsch


von juppeck - am 24.12.2007 13:41
Zitat

Definition hin oder her - Sender sind nur mit Lizenz ´zu betreiben


Gilt das auch für beispielsweise einen SMLU von R&S? Der macht immerhin 2 Watt und gilt als Messgerät.



von ampliphase - am 24.12.2007 15:24
Zitat
ampliphase
Zitat

Definition hin oder her - Sender sind nur mit Lizenz ´zu betreiben


Gilt das auch für beispielsweise einen SMLU von R&S? Der macht immerhin 2 Watt und gilt als Messgerät.




das gilt für jeden Sender, auch wenn er ein Messwerkzeug darstellt. Diese Geräte sind jedoch so gebaut dass sie die erzeugte HF nicht abstrahlen da sie über sehr gute Abschirmungen verfügen. Diese Geräte dürfen nicht an eine Antenne angeschlossen werden - sollte klar sein.
Ein Gerät muss nicht als Sender konzipiert sein um gegen Gesetze zu verstossen. Strafbar wird es wenn vorsätzlich damit gesendet wird. Den Anschluss einer Antenne an einen Messsender ist Vorsatz.Alles Andere regelt das EMV / TKG.
Also nix mit Senden - auch nicht mit einem Messgerät. Senden ist Senden - egal womit.

von juppeck - am 24.12.2007 19:34
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