Startbeitrag von Handoam 24.08.2006 06:43
Trainer Feldermann immer wieder zu neuen Versuchen gezwungen
Von unserem Mitarbeiter
Olaf Kowalzik
GRAMBKE. Spielmacher bei den Verbandsliga-Handballern des TV Grambke? Das scheint zurzeit ein Job mit ganz kurzer Halbwertzeit zu sein. Auf drei verschiedene Mittelangreifer hat TVG-Coach Uwe Feldermann binnen eines Jahres gesetzt, doch der richtige Glücksgriff war noch nicht dabei. Angefangen hat alles im vergangenen Jahr mit Christoph Matuszewski, der sich während der Saison in die zweite Mannschaft zurückgezogen hatte. Danach übernahm Juri Geils-Lindemann die Regisseurrolle. Der scheint aber nun, wenn es für ihn gut und die Gelb-Schwarzen ganz schlecht läuft, ein Studium aufzunehmen und seinem Team damit möglicherweise nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Ganz abgesehen davon, dass er sich bis zum Saisonstart noch in Boston/USA aufhält. Vor September dürfte hinsichtlich seiner Studienplatzwahl noch keine endgültige Entscheidung gefallen sein.Also blieb dem B-Lizenz-Inhaber nichts anderes übrig, als erneut auf einen neuen Mann zu setzen. Wieder Fehlanzeige - denn Marius Veigt, der seine Sache dort bisher recht gut gemacht hat, zieht es noch vor Saisonbeginn für vier Monate ins Auslandspraktikum nach Südafrika. "Ich stehe der Mannschaft dann erst wieder zum Rückrundenstart zur Verfügung", erklärt der Wirtschaftsingenieursstudent."Ich habe alle Positionen mindestens doppelt besetzt. Aber ausgerechnet beim Spielmacher drückt mich der Schuh", klagt indes Uwe Feldermann. "Dort, wo die Traineranweisungen praktisch umgesetzt werden sollen." Lösungen bieten sich für den Grambker Trainer aber dennoch an: Zum Beispiel der 19-jährige Malo Rosemeier, der in der vergangenen Spielzeit schon mehrfach auf der Angriffsmitte aufgelaufen ist. "Er ist aber nicht der klassisch leitende Spielmacher, dafür ist er etwas zu ruhig. Er hat mehr Zug zum Tor", berichtet Uwe Feldermann. Und auf den 19-jährigen Neuzugang von der HSG Delmenhorst, Daniel Schlichting, kann Uwe Feldermann momentan nicht setzen, da er sich beim Fußballspielen gerade einen Mittelfußknochen gebrochen hat. Dafür haben sich aber neben Malo Rosemeier auch Patrick Geils-Lindemann und Patrick Buschhardt für die Regisseursrolle angeboten.Eins wird dem TVG-Coach in der kommenden Spielzeit hingegen wohl kaum noch passieren: Dass er sich in Notsituationen wieder selbst das Trikot überstreifen muss. Fünfmal hatte er es in der vergangenen Serie selbst angezogen und musste dabei sogar einmal selbst ran. Lediglich Marius Veigt und Malo Rosemeier waren bei allen Partien durchweg dabei. Der Rest musste verletzungs- oder berufsbedingt teilweise sogar recht lange pausieren. "Diesmal dürfte es aber nicht so weit kommen", glaubt Feldermann. Denn mit dem 22-jährigen Rechtsaußen Stephan Rudolph vom Kreisoberliga-Aufsteiger HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf, der zu Jugendzeiten bereits beim TV Grambke gespielt hatte, und dem 30-jährigen linken Rückraumschützen Jörn Memenga vom Klassengefährten SG Schortens ist sein Kader inklusive dem Nachwuchstalent Daniel Schlichtung aus Delmenhorst inzwischen auf stattliche 18 Akteure angewachsen.Ein Gewinn für die Nordbremer ist aber auch der neue Co-Trainer Marcus Schlenger, der nach seinem Ausflug zum Absteiger TS Hoykenkamp wieder zu den Gelb-Schwarzen zurückgekehrt ist. Der Ex-TVG-Keeper kümmert sich um die Fitness der Mannschaft und das Torwarttraining, Uwe Feldermann kann sich dagegen in aller Ruhe auf die Taktik und Technik stürzen.Kurios für den TV Grambke ist indes, dass er in der Verbandsliga Nordsee schon zu den alten Hasen zählt, obwohl er dort erst im zweiten Jahr aufläuft. Denn bei sieben neuen Teams in der Klasse haben die Gelb-Schwarzen zumindest der Hälfte ihrer neuen Gegner (ATSV Habenhausen II, SG Bremen-Ost, TV Oyten, HSG Varel II, HSG Delmenhorst, HSG Bützfleth/Drochtersen, HSG Neuenburg/Bockhorn) die Liga-Erfahrung voraus. Und aufgrund der relativ kurzen Entfernungen freuen sie sich bereits auf die "Straßenbahnliga", wie der Außenangreifer Torsten Humann die Spielklasse gerne bezeichnet."Wenn alles gut läuft und es keine gravierenden Verletzungen gibt, dann möchte ich unter den ersten Fünf einlaufen", blickt Uwe Feldermann nach vorne, "auf alle Fälle sollen es aber mehr Punkte als in der vergangenen Saison sein."
Quelle: Die Norddeutsche - 24.08.06