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Sauerei?
Bleibt dann nur zu hoffen dass private Betreiber vielleicht die Strecken übernehmen. Jedenfalls wird seit 1994 alles zunehmends kaputt gemacht.
von 627er Fan - am 17.01.2009 21:42
Gedanken dazu
b) Was wird seit 1994 "zunehmends kaputt gemacht"? Ich kann mich da eher an Sachen wie Taktfahrplan, Streckenreaktivierungen, Modernisierung von Stationen, kürzere Fahrzeiten und so Krams erinnern. Ist aber wohl nicht so relevant?!
von Woyzeck - am 17.01.2009 22:26
Re: Gedanken dazu
Die DB AG hat das ganze Material 1994 ja quasi "geschenkt" bekommen.
2) Auch die Verschrottung von ehem. Bundesbahn Loks die dank echter Wertarbeit (ja z.B. die 218 ist noch echte Wertarbeit und im Gegensatz zu neuen Zügen nicht hauptsächlich aus Plastik) noch lange irgendwo anders fahren könnten wenn man sie schon hier nicht mehr braucht ist ein echter Skandal. Waren alles mal Steuergelder. Aber die DB AG schickt die Loks lieber in den Hochofen wegen Angst vor Konkurenz.
3) Immer weniger funktioniert. Auch wenns ein altes Lied is mit der Bahn und dem Winter. Ich als Pendler habs noch nie so schlimm und chaotisch empfunden wie aktuell. Die haben immer weniger im Griff, immer öfter kommen Züge zu spät. Im Jahr 2008 habe ich dadrüber mal Buch geführt und über das Jahr 2 Tage 8 Stunden und 24 Minuten an Verspätungen durch die Bahn zusammengebracht.
4) Für mich als Eisenbahninteressierten: früher war die Bahn noch vielfältig. Heute werden nur noch billige Einheitszüge angeschafft (Kostenersparnis, schade nur dass die nach max. 15 Jahren warscheinlich am Ende sind...), absichtlich Streckenausschreibungen verloren oder Strecken ganz dicht gemacht weil sie zu wenig Gewinn abwerfen. Aktuellstes Beispiel ist die Ammerseebahn zwischen Mering und Weilheim sowie weiterführend die Pfaffenwinkelbahn bis Schongau. Und da kann wirklich niemand sagen dass da keiner mit dem Zug gefahren ist. Da gibts z.B. täglich Schülerverkehr ohne Ende. Aber das wirft ja wenig ab.
Die Bahn als solche ist nicht mehr dafür ausgelegt in Deutschland Züge zu fahren und das möglichst pünktlich und zuverlässig, sondern nur noch um als AG Gewinne zu machen und an die Börse zu kommen.
von 627er Fan - am 18.01.2009 00:40
Re: Gedanken dazu
Ok, das kann man gelten lassen.
Alte Leier, schon 100000mal diskutiert.
Könnte das eventl. auch daran liegen, daß Du vor der Bahnreform noch kein Pendler warst und deshalb die Situation früher gar nicht kennst? ;-)
Noch nie war die Vielfalt an Fahrzeugtypen und Farben so groß wie heute. Zumindest insgesamt.
Ganz sicher...
Die Bahnreform hat viele viele Strecken zumindest im Personenverkehr vor der Stillegung bewahrt.
Wurden Ammersee- oder Pfaffenwinkelbahn stillgelegt? Wär mir neu...
Und was soll "aber das wirft ja wenig ab"? Die DB fährt dort nicht mehr, weil sie die Ausschreibung verloren hat. Ende.
Was das Fuzzygejammere jetzt mit gekürzten Bundesmitteln zu tun haben soll, weiß ich nicht.
Viele Grüße
Tobias
von Schwandorfer - am 18.01.2009 02:45
Früher
Lokausfälle konnten kompensiert werden, da die gleichen Loks Personen und auch Güterzüge gefahren haben (und das gleiche Personal).
Außerdem gab es noch viele Lokbespannte Züge,dies hatte den Vorteil, einen defekten Wagen auszusetzen, bei einem VT oder ET muss dann oft die ganze Leistung wenn nicht auch noch die Rückleistung ausfallen, das es nur wenig kostenintensive Reserven gibt.
Usw. usw.
Übrigens war neulich ein Film über LA zu sehen, wie wenig ÖPNV es dort gibt. Es gab in den 60ger Jahren dort eine Art Straßenbahnlinie usw.. Diese wurde von einem Konsortium aus Standartoil, Firestone usw. aufgekauft und stillgelegt.
Diese Firmen sahen die Zukunft nur in Bussen und 6-8spurigen Freeways.
Als eine Firma anbot, kostenlos einen Einschienenbahn wie in Seattle zu errichten wurde dies von Firestone, Standartoil usw. verhindert.
Das gibt mir zu denken, wo man jetzt mit allen Mitteln die Autoindustrie stützen will
von Neuenmarkt - am 18.01.2009 09:29
in meinen Augen fallen hier die Interessen der AutoLobby und der Bahn nahtlos zusammen. Ich habe beim Börsengang der Bahn bereits das Gefühl gehabt, das die Bahnabteilung des Verkehrsministeriums vom DB Vorstand gesteuert wird, wenn sie nicht gar deckungsgleich sind. Beim letzten Konjunkturpaket drängt sich in Zusammenhang mit der scheinheilig "Umweltprämie" genannten Abwrackprämie zur Förderung des Neuwagengeschäftes der Verdacht auf, das wieder blind von einer Lobby kopiert wurde. Letztendlich passen die Tatsache, das aus dem Konjunkturpaket nicht ein einziger Euro in den ÖPNV geht und diese Regelung auch lückenlos zusammen. Das Bundesverkehrsministerium selber scheint komplett willenlos und ferngesteurt zu sein...
Man kann nur hoffen, das die vorhandenen Strecken die Substanz haben, einige Jahre ohne großartige Instandhaltungen zu überleben. In Anbetracht der bisherigen Praxis der Bahn AG die laufende Instandhaltung auf das unbedingt notwendige - Beseitigung kleinerer Störungen sowie die turnusmäßigen Prüfungen - zu begrenzen und dann bei entsprechenden großem Reparaturbedarf mit Bundesmitteln alles von Grund auf zu machen, sieht es sonst für diese Zweiglinien schlecht aus. Die Frage ist nur: wann merken die da oben die Tragweite Ihrer Handlungen. Wahrscheinlich erst dann, wenn der letzte Baum tot ist und der letzte Fisch verendet ist (Greenpeace-Spruch von Anfang der 80'er Jahre).
von Martin Pfeifer - am 18.01.2009 13:12
Re: Ruhe sanft, arme Ammerseebahn :-)
Stimmt, die Bahn ist aber auch ganz schön unpünktlich geworden. Du hast sicher die ganzen Verspätungswerte aus der "guten alten Zeit". Es ist schon traurig dass jetzt auf einmal im Stundentakt dieser "Billigschrott" rumfährt, wo früher drei mal am Tag noch echte "Wertarbeit" in Form von V100 und Umbau-Dreichachsern gefahren ist. Und dieser ITF erst, nein, nein. An Wochenenden gabs auf einigen Strecken nie Verspätungen, all die ganzen Jahre nicht, wo es Wochenendruhe gab, unglaublich oder? Wie haben die das nur geschafft? Gute alte Zeit eben, stimmts?
Dir, als Eisenbahninteressierten, wird sicher das eine oder andere Foto versaut. Ohne diese Kostenersparnis könntest du eine 01 im RE-Verkehr und die Baureihe 64 im Regionalverkehr bewundern.
Vielleicht hast du ja auch ein paar Euro gespart, dann gründest du ein EVU, z. B. "Wertarbeit-Bahn GmbH" und bewirbst dich auf die nächsten Ausschreibungen mit 627ern und 218er in Doppeltraktion (natürlich altrot) und 1-2 Silberlinge dran.
Die BEG wartet nur darauf.
Da weiß einer aber genau bescheid. Hartmut, bist du es?
Du kannst das sicher alles belegen, also ich bin gespannt.
Ist eine Strecke stillgelegt wenn keine roten Züge mehr fahren? Soweit ich weiß, fahren jetzt sogar mehr Züge auf der Ammerseebahn und es wurde ein Haltepunkt reaktiviert. Fährt die Bayerische Regio Bahn jetzt gar auf einer stillgelegten Strecke? Hast du das dem EBA schon gemeldet? :-)
Klar wirft die Strecke zu wenig ab, darum fährt dort jetzt die Veolia gGmbH, die mit Spendengeldern von örtlichen Kaninchenzüchtern und Faschingsvereinen den Betrieb gerade so aufrechterhalten kann.
627-Fan, rette unser Land, damit die Bahn wieder Züge in Deutschland fährt und das möglichst pünktlich und zuverlässig. Die Hoffnung ruht auf deinen Schultern.
So, ich werd jetzt erst mal absichtlich eine Ausschreibung verlieren...
von Stilllegungskandidat - am 18.01.2009 14:20
Re: Gedanken dazu
Also:
Ich kenn die Zeit vor der Bahnreform aus Erzählungen von meinem Vater, der sagt damals habe alles noch wesentlich besser funktioniert, er pendelt seit über 25 Jahren von Schwabmünchen nach München.
Bei der DB-AG werden die Fahrzeuge immer einheitlicher und - das ist meine Meinung, auch als Fahrgast - minderwertiger. Es kommen jetzt lediglich viele private EVU hervor die natürlich auch andere Lackierungen und teilweise andere Loks haben. Aus Angst vor Konkurenz verkauft die DB ja ihre alten Loks nicht sondern schickt sie lieber in den Hochofen. So beschaffen sich die privaten eben gleich Neufahrzeuge und gewinnen damit viel eher die Ausschreibungen.
Ob man die Streckenausschreibungen jetzt absichtlich verliert oder nicht - großes Interesse an "Nebenbahnen" hat Herr Mehdorn jedenfalls nicht. Ich habe das nur mehrfach von Lokführern die in der Gdl organisiert waren während der Streiks gehört. Laut denen will man sich beim Börsengang von allen Strecken trennen, die nicht mind 10% gewinn abwerfen. Welche Infos hast du denn Tobias? Du bist ja auch Lokführer, wenn auch nicht bei der DB.
Ich habe auch nicht gesagt dass die Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn stillgelegt wurde, sondern sie als jüngstes Beispiel einer verlorenen Ausschreibung aufgeführt. Was die BRB da jetzt macht hat für den Fahrgast sicherlich Qualität.
Außerdem ist das hier meine Meinung als eisenbahninteressierter Fotograf und Pendler. Die geht sicherlich von der Meinung eines Tfs n gutes Stück weit ab. Aber ich denke um sowas zu publizieren ist ein Forum da.
Viele Grüße
von 627er Fan - am 18.01.2009 23:08
Du bist ja au a Stilllegungskanidat...
Lauter zynische Antworten - ich mag sowas. Dieses Diskussionsthema ist sowieso unergründlich, aber das war jetz mal was anderes.
Wie stellst du dir denn die Bahn im 21. Jahrhundert vor? Alles gut so wies ist? Was würdest du ändern? Was stört dich? Bin auf deine Meinung echt gespannt...
Was absichtlich verlorene Streckenausschreibungen und BRB auf der Ammerseebahn angeht siehe bitte meine erste Antwort weiter oben.
von 627er Fan - am 18.01.2009 23:24
Re: Gedanken dazu
Hat er Dir auch erzählt, wie "gut" das Bahnangebot damals war? Also nicht nur in den Ballungszentren, sondern draußen am Land?
Daß der Komfort besser geworden ist, hab ich nie behauptet, aber einheitlicher?
Wie gesagt, das Thema hatten wir schon zur Genüge...
Schonmal daran gedacht, daß die sich auch deswagen Neufahrzeuge anschaffen, eben WEIL man damit die Ausschreibung gewinnt? Oder weil Neufahrzeuge in den Ausschreibungen gefordert sind? Die DB ist ja auch ständig am Beschaffen...
Hier bitte unterscheiden zwischen EIU und EVU.
Eine Ausschreibung, welche die DB sicherlich auch gerne gewonnen hätte.
Viele Grüße
Tobias
von Schwandorfer - am 18.01.2009 23:49
Fakten!?
Mich würde mal gerne wissen,wo du die Gewissheit hernimmst, dass man die Ausschreibung absichtlich verloren hat...
Gruß, domos
von domos - am 19.01.2009 13:42
Naja Gewissheit...
Die normalen Fahrgäste sind mit den neuen BRB-Zügen aber sehr zufrieden.
von 627er Fan - am 19.01.2009 19:56
Re: Naja Gewissheit...
das glaube ich nicht. Mir ist mindestens 1 Fall bekannt, wo DB Regio von vornerein auf eine Teilnahme an der Ausschreibung verzichtet hat, weil es für DB Regio aussichtslos war (in Niedersachsen - Strecke Uelzen - Göttingen, Verlängerung der bestehenden Metronom-Strecke Hamburg - Uelzen). Warum sollte DB Regio sich die Mühe machen, ein Angebot zu erstellen, welches nicht den Vorgaben des Bestellers entspricht. Das kostet auch Geld und nur als Beschäftigungstheraphie für Kaufleute braucht die DB Bahn Bahn soetwas sicher nicht.
Eventuell hat die Bahn ein Alternativangebot mit Altfahrzeugen erstellt, wollte halt mal testen, ob der Preis da zieht oder nicht. Das ist zumindest im Baugewerbe durchaus zulässig und mancher, speziell mit geänderten Bauablauf meistens auch erfolgreich.
von Martin Pfeifer - am 19.01.2009 20:10
Re: Letzte Worte
"Früher war alles besser, früher war alles gut... Früher, hör auf mit früher, ich will es nicht mehr hörn. Denn damals war es auch nicht anders, mich kann das alles nicht störn."
Ich werd nur kurz und knapp abschließende Worte dazu sagen, da ich momentan wirklich andere Sorgen habe. Du hast ja schon entsprechende Antworten von einigen Schreibern hier bekommen und mehr gibts dann auch nicht zu sagen.
Was soll man großartig verändern?
Der Wettbewerb an sich ist nicht verkehrt, ich fordere nur erstens einen Übernahmezwang für Mitarbeiter des Bestands-EVU bei Betreiberwechsel und die Bezahlung darf nicht schlechter sein. Das solls sogar geben und jetzt "God natt".
von Stilllegungskandidat - am 19.01.2009 21:48