Startbeitrag von derSchlömeneram 24.01.2011 17:42
normalerweise mach ich "sowas" ja nicht mehr, aber der heutige Tag is glaub ich mal wieder exemplarisch für die Lage bzw. Zuverlässigkeit unserer Bahn im "Winter" *:
IRE 3084 Dresden (ab 7:01) - Bayreuth (10:26an) - Nürnberg +30min wg Bauarbeiten
RE 3782 Dresden (ab 7:54) - Marktredwitz - Nürnberg +25min wg Signalstörung
IRE 3089 Nürnberg - Bayreuth (an11:30) - Dresden +35 wg Verspätung aus vorheriger Fahrt
IRE 3086 Dresden (ab 9:01) - Bayreuth (12:26an) - Nürnberg +35min wg erst hoher Streckenauslastung, dann Bauarbeiten an der Strecke
RE 3784 Dresden (ab 9:54) - Marktredwitz - Nürnberg +5 wg Störung am Triebfahrzeug
* alle Angaben lt. RIS, z.T. hab ich die Züge auch gesehen, weil ich heut recht lang am Schreibtisch saß. Und v.a.: Verspätungsmeldungen sind nicht vollständig. Ich hab halt ab und an mal ins RIS geschaut.
... warum gibt es eigentlich nicht "Winter" oder "Schneefall" als Textbaustein für den aktuellen Verspätungsgrund?
... "Bauarbeiten" ist auch immer gut als Verspätungsgrund. Da kann man ja nichts dafür dann.
Heut nachmittag liefs dann besser scheinbar.
Viele Grüße,
Hannes
Und da du offenbar seit Jahrzehnten bei der Bahn beschäftigt und somit Experte bist, weißt du auch ganz genau, daß wieder der Schnee (einige lächerliche mm) verantwortlich war?
Bauarbeiten und logischerweise ungeplante Signalstörungen können stundenlange Verspätungsketten hinter sich herziehen.
Der reale Betrieb ist halt doch etwas kopmplexer, als er von einigen Schreibtischtheorethikern wahrgenommen wird.
mfg.
von fahr-gast - am 24.01.2011 19:22
Dem wirklich betroffenen Fahr-Gast ist es eigentlich wurscht, ob mm-Schnee, Signalstörung oder Bauarbeiten oder ein "kopmplexer" Betrieb schuld sind - er würde halt nur gerne halbwegs pünktlich vom geldnehmenden Verkehrsunternehmen seines Vertrauens befördert werden wollen ...
von Bahnwärter1848 - am 24.01.2011 19:28
das scheint ein Privileg zu sein, Pünktlichkeit zu erwarten.
von Brotbüchse - am 24.01.2011 20:06
Servus,
wie hat man es uns auf diversen Schulungen so schön gesagt: "Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt und nicht die Ware". Vielleicht kennt einer das Bild zum letzten Teil des Satzes, wo - in Anlehnung an Asterix und Obelix - der Händler den Fisch ins Gesicht geschlagen bekommt. Das wär mal was für oder besser gegen die Bahn AG.
von Martin Pfeifer - am 24.01.2011 20:21
Luftnummer
Das ist vom Prinzip her richtig, nur sind wir hier in einem eisenbahnforum, wo die Ursachen doch etwas differenzierter betrachten werden dürfen. Ich lese jedenfalls aus dem Text vom Schlömener keine einzige Störung heraus, die zwingend mit dem Schnee in Verbindung gebracht werden müssen. Also im Bezug auf den Betreff ne Luftnummer, nicht mehr und nicht weniger.
MfG
von Cargonaut - am 24.01.2011 20:49
Du hast recht, alles läuft wie am Schnürchen! Kein Grund sich Gedanken zu machen! (owT)
von derSchlömener - am 24.01.2011 21:13
wo hab ich das behauptet?
Ich hab lediglich den fehlenden Zusammenhang zwischen dem Betreff und dem Inhalt Deines Postings bemängelt.
Und ich dachte Du wärst ein Lehr- und kein Leerkörper....
MfG
von Cargonaut - am 24.01.2011 21:22
oh mann... :-) Irgendwann wirds lächerlich. (owT)
von derSchlömener - am 24.01.2011 21:25
danke gleichfalls (owT)
von Cargonaut - am 24.01.2011 21:27
So und nicht anders!
Genauso ist es!!!
Aber scheinbar will das in die Köpfe einiger Leute hier im Forum immer noch nicht rein. Da muß es immer erst wieder lange Diskussionen darüber geben, daß der dumme Fahrgast das komplexe System nicht versteht und doch bitteschön Verständnis haben soll und nicht so unverschämt sein soll.
Liebe Eisenbahner:
Ich weiß, daß ihr jeden Tag einen harten Job macht.
Ich weiß, daß ihr dafür ziemlich schlecht bezahlt werdet.
Ich weiß, daß die allermeisten Probleme nicht durch Euch, sondern indirekt durch politische und kaufmännische Rahmenbedingungen verursacht werden.
Ich weiß, daß die Bahn ein komplexes und damit anfälliges System ist - nicht zuletzt um der Sicherheit Willen.
Dennoch würde es mich freuen, wenn ihr mal diese unterschwellige Überheblichkeit und mimosenhafte Empfindlichkeit gegenüber den Beiträgen von fachlichen Laien und normalen Fahrgästen ablegen könntet. Einfach sachlich richtigstellen und gut ist. Niemand will Euch persönlich kritisieren.
Gruß 223 061
von 223 061 - am 24.01.2011 22:30
wo bleibt die Sachlichkeit?
Und genau DAS bestreitet auch gar keiner. Wenn ja, zeige mir bitte wer und wo das geschrieben steht. Kannst Du das, dann mach es doch bitte und schreib hier nicht irgendwelchen Mist über "mimosenhafte Empfindlichkeiten".
Ich kann aber nicht schreiben, "....Es schneit wieder und die Bahn hat gleich wieder Verspätung...", wenn dann im Beitrag darin Signalstörungen und andere Unfähigkeiten bzw Störungsgründe aufgeführt werden, die gar nichts mit dem Schnee zu tun haben?! Geht das in die Köpfe hier nicht rein? Soviel Sachlichkeit kann ich auch von einem Laien erwarten, es sei denn er ist Reporter der Blöd-Zeitung. Dann ist genau diese Argumentation verständlich.
Ich kann ja auch nicht schreiben, "...Es schneit wieder und der Flugverkehr hat gleich wieder Verspätung...", obwohl die Verspätungen durch einen Fluglotsenstreik entstanden sind. Und wenn ich genau DAS als Beitragschreiber sogar selber weiß, kann ich so eine unsachliche Überschrift einfach nicht bringen. PUNKT AUS!
Ihr erwartet doch von uns Eisenbahnern genau so eine Sachlichkeit. Wo ist Eure?
Cargonaut
von Cargonaut - am 25.01.2011 06:23
Re: So und nicht anders!
schreib' doch mal so etwas in Richtung der Autohersteller, an die Straßenbauämter, an den ADAC und an die Flughäfen samt Airlines.
Da wirst Du deren mimosenhafte Empfindlichkeit kennen lernen.
Im Gegensatz zur Bahn sind witterungsbedingte Dauerstaus und Flugausfälle nur noch eine Randnotiz in den Nachrichten wert, während man(auch die Medien) bei der Bahn gleich wieder deren Inkompetenz vermutet.
Übrigens: Ich bin "Nur-Fahrgast", kein Eisenbahner ;-)
Grüße aus dem weißen Allgäu
Wolfgang
von Wolfgang Schatz - am 25.01.2011 07:56
Eure Reaktionen...
Vor allem den Verweis auf den Luftverkehr finde ich immer lustig. Es ist doch ein großer Unterschied, ob jemand über das verlängerte Wochenende zum Vergnügen auf die Kanaren fliegen möchte oder ob jemand seinen täglichen Arbeitsweg nach Regensburg oder Nürnberg halbwegs zuverlässig zurücklegen möchte, ohne daß es immer wieder ein Lotteriespiel und Ärger mit dem Chef und der Familie wegen der Verspätungen gibt.
@Cargonaut:
Daß die oben genannte Überschrift polemisch ist, liegt auf der Hand. Mein Beitrag bezog sich jedoch eher auf die allgemeine Grundstimmung und die sich wiederholenden emotionalen, zum Teil überheblichen Reaktionen (offenbar aus dem Eisenbahnerlager) auf solche Beiträge hier im Forum als auf diesen konkreten Fall. Und daher bleibe ich bei meiner Aussage.
Wenn es so weitergeht mit der Bahn in Deutschland, dann wird sie immer mehr an den Rand gedrängt werden, vor allem im Fernverkehr. Irgendwann werdet ihr bemerken, daß man mit der ständigen Bitte um Verständnis und den Erklärungsversuchen von wegen "komplexes System" und ständigen Bauarbeiten, angeblich höherer Gewalt und dem ständigen Fingerzeigen auf andere Verkehrsträger auf Dauer nicht weiterkommt. Das verstärkt nur die Polemik und den Spott in der Öffentlichkeit.
Gruß 223 061
von 223 061 - am 25.01.2011 18:15
Servus,
ich glaube gar nicht, das für solche Verspätungen ein halber Centimeter Schnee oder etwas Frost notwendig sind. Siehe dieser Beitrag.
Weil das nicht das ganze Jahr über verwendbar ist. "Sondersituation" oder "extremes Wetter" würde besser passen.
Wie wahr...
von Martin Pfeifer - am 25.01.2011 19:27
Re: Eure Reaktionen...
Und NUR daruf bezogen sich der Kommentar vom fahr-gast und von mir. Aber das war zu schwer, das zu erfassen. Und deswegen gab es in dem Fred hier auch keinerlei überhebliche Reaktionen. In welchen Berufszweig arbeitest Du denn? Wie würde es Dir gefallen, darüber so polemische Sachen zu lesen wie hier, wenn die Probleme, die ja unbestritten sind, ganz andere Ursachen haben?!
Eisenbahner haben nun nicht mal nur einen "Job" bei der Bahn.
MfG
von Cargonaut - am 26.01.2011 07:39
Gutes Stichwort
Ich bin in der Autozulieferindustrie beschäftigt, und dort gibt es auch oft Polemik. Wenn zum Beispiel ein großer Kunde aus München, Ingolstadt, Stuttgart oder von sonstwo zu uns sagt: "Dein Produkt ist grottenschlecht und Du hast schon wieder Deinen Termin nicht gehalten wegen der immergleichen Ursache A".
Dann könnte ich natürlich zu diesem Kunden ganz im Stil des "fahr-gastes" sagen:
"Du Kunde hast doch überhaupt keine Ahnung und bist zu dumm zu begreifen, daß es nicht an Ursache A liegt, sondern an einer Verkettung von Ursache B mit Ursache C und D, wobei diesmal auch noch Ursache E eine Rolle spielte.
Was glaubst Du, wie unser Kunde darauf reagieren würde? Für ihn spielt keine Rolle, warum etwas nicht klappt, und er hat auch kein schlechtes Gewissen wegen seiner Polemik, weil er genervt ist und selbst unter Zeitdruck steht. Er erwartet einfach, daß er ein weitgehend fehlerfreies Produkt zum vereinbarten Termin geliefert bekommt, egal wie. Denn dafür zahlt er sein gutes Geld.
Im besten Fall wird der Kunde die wahren Ursachen wenigstens zur Kenntnis nehmen und dazulernen, wenn sie ihm höflich vorgetragen werden. Eins ist aber ganz sicher: Unsere Art von Kunde würde sich nicht wegen seiner Unkenntnis beschimpfen lassen. Unabhängig davon, ob uns sein Verhalten nun gefällt oder nicht.
Warum soll ausgerechnet der Bahnkunde eine andere Einstellung haben?
Gruß 223 061
von 223 061 - am 26.01.2011 18:39