Passauer "Winter" - kaum Schnee, aber viel Eis

Startbeitrag von Ilztalbahner am 17.02.2012 16:19

Servus!
Naja, allzu weiß war es in Passau bislang noch nicht. Gab es nachts mal ordentlich Flocken, stiegen die Temperaturen tagsüber meist schon wieder zu sehr an und auch vom Schneesturm vorgestern blieben wir weitgehend verschont (während es 25 Kilometer weiter in Waldkirchen bei 40cm Neuschnee wirklich heftig war). Aber die kalten Temperaturen der letzten Woche und der blaue Himmel am Wochenende sorgten dann doch für ausgiebige Sparziergänge entlang der Strecke – wo es ging sollte die teilweise bizarr zugefrorene Donau mit aufs Bild, auch wenn das leider nicht ganz einfach war.


Für das erste Bild müssen wir erst mal ein paar Tage zurück in die Vergangenheit. An einem trüben, aber immerhin überzuckerten letzten Samstagmorgen im Januar eilt mein momentaner E-Lokliebling 185 642 an der noch fließenden Donau auf Passau zu.


Eine knappe Woche später waren die Temperaturen auch in Deggendorf immer noch zu hoch, um die Wassermassen der Donau erstarren zu lassen. So nähert sich die D04 mit ihrem Agilis-440 einer sich gegen die starke Strömung stemmenden neuen Donaubrücke,...


… um in einer Wolkenlücke mit nassen Füßen dort von mir festgehalten zu werden. (Ein im linken Bildrand angeschnittener Pfeiler für die Fußgängerbrücke wurde entfernt)


Die Zeit sollte so eben noch für einen weiteren Schuss auf der Waldbahnstrecke reichen, ehe ich abbrechen musste. In der Hoffnung auf Sonne suchte ich die Gegengerade der Ulrichsberger Doppelkehrschleife auf, wo ich beim schon wieder fast zugewachsenen Motiv hinter Wühn auch belohnt wurde. Eine weitere Verfolgung scheiterte dann arbeitsbedingt, das Licht war allerdings wenig später eh völlig weg.


Es verging wieder beinahe eine Woche, als ich am frühen Donnerstagnachmittag zwei interessante Züge in der Ausfahrgruppe des Passauer Güterbahnhofs stehen sah: 151 134 und die Hödlmayr-1216. Da ich nicht wusste, ob und wann die aufgebügelte 151 weiter nach Österreich fahren würde, wollte ich nichts riskieren und steuerte nur die Haitzingerbrücke an (statt der freien Strecke am Inn). Das war nicht nur wegen der zweiten orientroten Lok im Motiv die richtige Entscheidung, denn noch auf dem Weg zum Motiv setzte sich der Kesselzug bereits in Bewegung.


Der Autowagenzug folgte in ausreichend Abstand, der mir die Gelegenheit für eine Streckenaufnahme verschaffte.


Endlich war dann auch mal Zeit für die an Mi+Fr stattfindende Bedienung von Pleinting. Warum die 294 695 neben den üblichen Gaskesseln zwischen Osterhofen und Künzing heute auch einen Schiebewandwagen am Haken hatte, kann ich nicht sagen.


Wir nähern uns großen Schrittes dem letzten Wochenende. Gestern vor einer Woche ärgerte mich an der Innbrücke ein von einer 1116 gezogener gemischter Güterzug, der mir ausgerechnet eine Doppeltraktion Adria-1216 zufuhr. Zurück im Bahnhof stand der Zug bei dann ohne Lok da, und eine 151 wurde gerade aufgerüstet. So ging es trotz einsetzendem Schneetreibens zur Löwenwand raus, wo in der Abenddämmerung das erste Bild der nun großflächig zugefrorenen Donau entstand.


Am nächsten Morgen brachte 294 836 den Gaskesselzug nach Pleinting. Laut Plattlinger Rangierplan würde sie dann später also auch den Hengersberger fahren, erstmal ...


… gab es aber u.a. noch eine 151 vor einem schönen gemischten Zug aus Nürnberg.


Am Deggendorfer Hafenbahnhof machten die in der Donau treibenden Eisschollen fast so viel Lärm, wie der vorbei tuckernde Güterzug.


Der heute recht kurze Zug erlaubte ein paar Seitschüsse, wie etwa bei Halbmeile,...


… oder kurz vor dem Ziel. Einmal mit Gehöft,...


… und einmal mit dem für die Vorwaldbahn charakteristischen Panorama.


Am Samstag dann blauer Himmel und bei -13 Grad herrlich knirschender Schnee unter den Schuhen. Bei Sandbach türmten sich ineinander verkeilte Eisschollen bis zu zwei Meter hoch und verwandelten die Donau somit in eine unwirklich scheinende Eiswüste. Leider war es schwer, die Situation zusammen mit einem Zug einigermaßen stimmungsgetreu zu verewigen. Der Audizug aus Györ war aber einen ersten Versuch wert.


Nach zwei weiteren Güterzügen dann in der RE- und ICE-Phase ein schneller Stellungwechsel nach Seestetten, wo die Mgw-185 nicht lange auf sich warten ließ. Weil der Güterverkehr dann sowieso immer abflaut, war mir der Zug eine kurze Verfolgung nach Passau wert,...


… wo er bald schon um die Ecke kam.


Nachmittags ging es dann für den Münchner DoSto, an dessen Westende die 111 213 schob, nochmal hoch nach Hausbach, von wo aus sich der Eisstau auf der Donau am besten ablichten ließ.


Als mir auf dem Heimweg ein gemischter Güterzug mit nicht für Österreich zugelassener 185 in den Rücken fuhr, und den ganzen Tag schon die 1142 566 abgestellt war, ging es in den letzten Sonnenstrahlen nochmal hinüber an mein Passauer Lieblingsmotiv, wo die Fuhre dann glücklicherweise schon wenig später entlangfuhr.


Weil's so schön war, schaute auch 1142 564 am nächsten Morgen mit einem REX nach Passau.


Der Sonntagnachmittag war dann aber wieder für den Eisstau verplant.


Netterweise verkehren auch sonntags einige recht zuverlässig fahrende Güterzüge, unter anderem zwei Stahlzüge aus Linz,...


… von denen hier nur einer gezeigt wird.


Auch der MRCE-Containerzug ließ sich zur Planzeit blicken, und versüßte somit das Warten im eisigen Wind...


… auf 111 203...


… und 111 223.


Einen Versuch war die Rückfahrt im Sonnenuntergang am Kachlet dann noch wert, ehe es die warme Stube zurückging.

Tja, und weil der heut Nacht gefallene Neuschnee auch schon wieder so gut wie weg ist, lassen wir das mit dem Winter 2012 in Passau halt einfach...

Viele Grüße vom

Antworten:

Hallo Tobias,

wieder mal ein grandioser Bilderbogen, den man gerne auch mehrmals Revue passieren läßt, weil immer wieder interessante Details entdeckt werden.

Gruß Herbert
München

von E 10 - am 18.02.2012 11:23
Leider kann ich nur zwei Bilder sehen - Pleinting und den REX. Die anderen aus meiner Schwiegerheimat würden mich auch interessieren. Woran liegt's, fragt der
korridor

von _korridor - am 22.02.2012 20:55
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