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Informationen zum Thema:
Forum:
Eisenbahnforum Nordostbayern
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
BW-Ansbach, 223 061, derSchlömener

Für Kronacher Schüler gibt es viel zu wenig Plätze im Zug

Startbeitrag von derSchlömener am 17.11.2013 19:37

Hallo!

Seit einigen Tagen kocht die Unzufriedenheit vieler Eltern und Schüler aus dem Landkreis Kronach regelrecht hoch.
Begonnen hat die Auseinandersetzung zwischen Eltern, Schülern, dem Landratsamt, verschiedener Parteien und der Bahn bzw. der BEG mit einer facebook-Gruppe.

Die Gruppe "Schülerverkehr mit der Bahn im Landkreis Kronach" prangert die derzeitigen Zustände für Schüler aus dem nördlichen Landkreis Kronach an, weiterführende Schulen in Kronach besuchen und hierzu täglich mit der Bahn anreisen (müssen).

Die Gruppen beschreibt sich selbst mit den Worten

"Diese Gruppe ist für alle die welche den täglichen Kampf in und um den Platz im Schülerzug einfach satt haben.
Denn nur gemeinsam sind wir stark!!!!!"


Aktuelle hat die Gruppe 1210 Mitglieder.
Link zur Gruppe: [www.facebook.com]

Als erste Reaktion hat der Landkreis Kronach einen Entlastungsbus bestellt, der parallel zum Schülerzug verkehrt. Dieser Bus war wegen unattraktiver Fahrzeiten aber äußerst gering ausgelastet:



Im Fränkischen Tag ist ein Artikel erschienen, in dem die Frankenwald-CSU sich dafür ausspricht, gegen die Zustände vorzugehen :-)
[www.infranken.de]

Auch in der Neuen Presse ist zu dem Thema ein Artikel erschienen:
[www.np-coburg.de] (kostenpflichtig, wenige Cent)

Wie es weitergeht, kann man im "Stream" der neuen Gruppe auch als Nicht-Mitglied verfolgen:
[www.facebook.com]


Meine Meinung:
Recht haben sie (die Schüler).
Täglich spielen sich tumultartige Szenen am Bahnhof ab.
Man kann froh sein, dass es bei dem ganzen Gedränge um die knappen Sitzplätze noch nicht zu schlimmen Unfällen gekommen ist.

Die Krux ist ja: nicht einmal der Fünfteiler reicht aus, um manchmal alle Schüler wegzubekommen!
Wenn dann ein kürzerer Zug fährt, was ja beim Zuverlässigkeitswunder Franken-Thüringen-Express gar nicht so selten vorkommt, kann man sich leicht ausmalen, wie viele Personen es wirklich in den Zug geschafft haben.
Und von einer entspannten Reise bzw. gut genutzten Zeit kann bei einem solchen täglichen Pendeln wirklich nicht die Rede sein.
So "erzieht" man sich keine Kunden von morgen heran, wirklich nicht.

Ich hoffe, dass die Bahn und die BEG im besonderen schnell reagiert und durch evtl. Zusatzzüge oder Verstärkungen die kritischen Züge morgens und mittags entschärfen kann.
Ersatzverkehr mit Bussen sind bei den geografischen Bedingungen im Frankenwaldlandkreis Kronach wirklich unnütz.

Schön dass es auch jemanden interessiert, wie die Zustände für die Schüler sind anstatt dass die Eltern ihre Kinder mit dem Q5 zur Schule bringen.

Viele Grüße,
Johannes

Antworten:

In diesem Zusammenhang ist es auch sehr fragwürdig, daß die BEG die ausreichende Platzkapazität nicht als Qualitätskriterium auflistet.

[beg.bahnland-bayern.de]

Da zusätzlich auch die Pünktlichkeit nicht mit einfließen kann - weil der Verursacher ja nicht immer das bewertete EVU ist - verwundert es nicht, daß der FTX gerade auf einen guten 6. Platz gestiegen ist.

Die Aussagekraft dieses Rankings ist daher m.E. sehr gering. Wenn die BEG die ausreichenden Kapazitäten mit bewerten würde, dann würde die BEG sich ja - wenn bereits die bestellten Kapazitäten nicht ausreichen - selbst anprangern, was vermutlich nicht gewollt ist. ;-)


Gruß 223 061

von 223 061 - am 17.11.2013 20:26
Also ich sehe das Thema Schülerverkehr etwas anders. Meiner Meinung nach machen es sich die Kommunen hier meist sehr einfach. Wenn eine Bahnverbindung besteht werden Fahrkarten für diese an die Schüler ausgegeben und gut ist. Für ausreichende Kapazitäten soll dann doch gefälligst die Bahn sorgen, auch wenn man diese nur für einen einzigen Zug am Tag braucht.

Ein Beispiel gefällig?

Zwischen Wicklesgreuth und Windsbach war der Schülerzug ab 7:25 zwischen Wicklesgreuth und Neuendettelsau ohnehin bereits immer überbesetzt. Eine Gruppe von ca.15 Schülern nützt daher schon immer zwischen Petersaurach und Neuendettelsau das Fahrrad. Mit Beginn des laufenden Schuljahres hat sich die Situation dann allerdings nochmals dramatisch zugespitzt. Mehrfach blieben in Petersaurach Schüler stehen. Als Ursache stellte sich dann heraus das in Neuendettelsau vier Klassen zusätzlich eingerichtet wurden. Das dies Probleme mit der Schülerbeförderung geben könnte, darüber hat man sich im Vorfeld scheinbar keine Gedanken gemacht. Als Notlösung fährt inzwischen parallel zum Zug ein Bus von Petersaurach nach Neuendettelsau.

Der irrsinn in meinen Augen ist aber, das man die Schüler die z.t. sogar aus Roßtal kommen, bis Wicklesgreuth fahren lässt um dann in die ab dort meist schon überfüllte RB nach Windsbach umzusteigen. Wesentlich direkter und auch schneller wäre ein Umstieg in Heilsbronn in den Bus direkt nach Neuendettelsau. Dies gilt natürlich umso mehr für die Schüler die von Heilsbronn nach Neuendettelsau müssen.

Mitschuld an dem Dilemma der Schülerverkehre ist außerdem ganz klar das derzeitige Schulsystem. Das alleine die Hauptschule heute den Arbeitgebern oft nicht mehr reicht ist hinreichend bekannt. Doch anstatt die Hauptschulen (vor Ort) zu stärken, wachsen die Realschulen und Gymnasien immer mehr und Platzen oft aus allen nähten. Andernorts werden aber Hauptschulen gleichzeitig sogar geschlossen.

Würde man die Selektion der Schüler auf die Schulsysteme nach hinten Schieben und an den Hauptschulen gleichzeitig einen Realschulzweig einführen würde das viele Probleme lösen. Nicht nur das der Schülerbeförderung.

Übrigens: Warum wird bei den Schülerzügen immer nur von den armen Schülern gesprochen? Viel schlimmer finde ich sind hier Pendler dran, die zwangsläufig wegen ihrer Arbeitszeiten auf eben diese Schülerzüge angewiesen sind aber ihre Fahrkarten aus eigener Tasche zahlen müssen!

von BW-Ansbach - am 18.11.2013 00:07
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