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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
bigmama777, Miss Piggy, lieb.chen, Moma

Hallo bin neu hier und habe einige Fragen zum Testergebniss!

Startbeitrag von bigmama777 am 13.10.2007 19:45

Hallo,

ich möchte mich hier neu vorstellen und habe gleich ein paar Fragen!

Mein Sohn Nov. 99 wurde mitte Sept. mit Hawik III und DAT getestet. Die Ergebnisse habe ich jetzt erst erhalten und das Gespräch findet ende Okt. statt. Aber bis dahin kann ich nicht warten und hoffe jemand kann mir hier Tipps geben.

Mich würde nur interessieren, ob bei euch der HT auch so niedrig war? Zum Schluss steht noch das eine leichte Aufmerksamkeitsstörrung vorliegt. Ist damit gemeint das mein Sohn eine leichte form von ADS hat? Ich will den Test gar nicht anzweifeln, aber vieles deckt sich nicht mit unseren Beobachtungen und Erfahrungen.

In dem Schreiben wird häufig erwähnt das sich mein Sohn nicht konzentrieren konnte, motorisch unruhig, Arbeitsstil impulsiv und Unablenkbarkeit war auch sehr niedrig.

Seine Schwächen liegen in dem Bereich Soziale Kompetenz, Schlussfolgerndes denken und planvolles handeln. Also das mit dem sozialen Kompetenz war mir schon lange klar, aber die letzten beiden Positionen decken sich gar nicht mit unseren Beobachtungen. Wie kann das sein das man sich so getäuscht hat? Oder hängt das alles mit der Konzentration zusammen das der Test so ausgefallen ist?

Antworten:

Hallo Bigmama,

wegen den Ergebnissen würde ich noch mal genau nachfragen und es mir erklären lassen. Kann ich hier so genau auch nicht sagen.

Aber zu den Beobachtungen: Wir haben unseren Sohn zuhause auch anders beobachtet. In einer 1:1 - Situation verhalten sich die Kinder auch anders. Zuhause in gewohnter Umgebung konnte sich unser Sohn wesentlich besser konzentrieren, als dann im Kindergarten - bei den Tests oder dann auch in der Schule.

Wir hatten das Gefühl, jeder will uns weiß machen, unser Sohn ist doof - wir aber wussten, es ist nicht so.

Tatsächlich sind unsere Kinder auch nicht doof. Nur - sie können sich eben meist nicht so gut konzentrieren.

Wichtig sind daher solche Tests, um genau herauszufinden, wo die Kinder ihre Schwierigkeiten haben - damit man sie optimal fördern kann - damit es in der SChule möglichst nicht zu viele Schwierigkeiten gibt.

Wir mussten ebenfalls lernen damit klar zu kommen.

Als dann die Diagnose stand - er dementsprechend behandelt wurde - konnte er sich aber immer besser konzentrieren - und wir haben dann deutlich den Unterschied zu vorher bemerkt.

Aber wie schwer nun Euer Kind betroffen ist, dass können Euch nur die behandlenden Ärzte sagen.

LG Rita

von Miss Piggy - am 14.10.2007 08:31
Hallo Bigmama!
Genau kann ich Dir Deine Fragen nicht beantworten. Dazu müsste ich mehr zu den einzelnen Untertests wissen. Nur soviel kann ich allgemein dazu sagen: Gute Ergebnisse im VT des HAWIK III im Gegensatz zum HT deuten oft auf ein gut gefördertes Kind hin. Umgekehrt gilt, dass verwahrloste aber intelligente Kinder häufig signifikant höhere Werte im HT haben. Bedeutsam ist der Unterschied ohnehin nur, wenn er mehr als 15 Punkte beträgt.
LG Moma


von Moma - am 14.10.2007 10:52
Hallo Rita,

genauso erging uns das auch. Jeder hatte etwas an unserem Sohn auszusetzen. Er kann dies nicht er kann das nicht und das bereits ab dem 4 Lebensjahr. Also 4 Jahre lang glaubten wir unser Sohn sei "blöd" nach aussagen anderer. Aber wir haben uns ständig gefragt, wie das sein kann, denn zuhause konnte er alles, begriff schnell, und setzte es auch schnell um.

Bekommt man Konzentrationsstörrung "wegtherapiert"?

Er hatte nun 1 Jahr lang Frühförderung im Kiga und 1 Jahr lang Ergo. Er hatte Probleme mit dem Muskeltonus oder so ähnlich?!

von bigmama777 - am 14.10.2007 12:06
Hallo Bigmama,

bei uns war es so, dass er eben die typischen ADS-Anzeichen hatte - die wir damals aber noch nicht als solche erkannten - da wir von ADS bislang noch nie was gehört haben - Hyperaktivität bei größeren ja, aber ansonsten null Ahnung.

Er war ein Schreikind - brauchte wenig schlaf - wurde extrem spät sauber - konnte lange nicht richtig sprechen.

War aber extrem schnell sonst im Begreiffen - konnte unwahrscheinlich schnell krabbeln - bzw. brauchte er das nicht lange, weil er genauso schnell lief.

Er stellte schon sehr früh alles auf den Kopf - nichts lag hoch genug - er krabbelte auf den Woh-zi-Schrank und hielt sich am Fernseher fest - flog samt Fernseher runter.

Du konntest dieses Kind keine einzige Sekunde aus den Augen lassen - pfiffig war er ohne Ende - mehr als uns lieb war.

Er konnte nicht lange still sitzen.

Aber wenn ich mich mit ihm beschäftigt habe (und das natürlich sehr viel - denn das brauchte er) konnte er super spielen - begriff die Spiele sehr schnell und zockte auch jeden ab.

Aber wenn er malen sollte - oh Graus - keine Lust.
Vorschulhefte zuhause - super. Im Kindergarten? Angeblich ein Kind der null kapiert - zu blöd für alles ist.

Zuhause zählte er die Teller ab, da war er noch keine 3 Jahre alt. Stellte alles richtig auf den Tisch.

Wir haben die Welt nicht mehr verstanden. Uns natürlich ständig verteidigt, wir glauben das alles nicht - er wäre zuhause nicht so. Darauf hörten wir nur immer: Das glauben wir ihnen nicht - kann nicht sein, so wie sich ihr Kind hier bei uns präsentiert.

Die Konzentrationsstörungen und Wahrnehmungsstörungen etc. kann man sicher gut behandeln.

Allerdings war es bei uns so, dass nur die Frühförder-Logopädie was gebracht hat - Ergo - Krankengym etc. nichts - auch die Spieltherapie nicht. Was nicht heißen soll, dass dies zwangsläufig bei allen Kindern so ist.

Unserer hat schwere Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen.

ADS zeigt sich bei jedem Kind doch unterschiedlich stark ausgeprägt - mit unterschiedlichen Begleitstörungen.

Es gibt Kinder, die reagieren wunderbar auf die einzelnen Therapien auch ohne Medikamente, sofern sie wohl nur leichter betroffen sind.

Wir hatten damals noch keine Diagnose - wir wurden nur von A nach B geschickt - jeder gab seinen Kommentar ab - aber auf ADS kam keiner. Bis ich selbst im Internet forschte und dann darüber gelesen habe - mein Kind eindeutig darin wieder erkannt. Dann habe ich selbst die Diagnose angestrebt.

Und ab da, wo die Diagnose stand - er Medikamente bekam - und nun zusätzlich eine VT habe ich erkannt, warum die Therapien bei uns nicht so angeschlagen haben.

Er konnte sich da so wenig konzentrieren, dass er mit den ganzen Therapien nichts anfangen konnte - er nahm das meiste gar nicht richtig wahr und konnte es so nicht umsetzen.

Erst dank der Medikamente - die ihm einfach eine Unterstützung sind (aber die anderen Therapien nicht ersetzen) kann er vieles anders wahrnehmen und so auch länger konzentrieren.

Von einem Kind, das die 1. Klasse nur mit Mühe geschafft hat - die 2. Klasse wiederholen musste und das man eigentlich auf die Förderschule tun wollte - ist ein Schüler geworden, der in der 3. Kl. im Zwischenzeugnis einen Durchschnitt von 2,5 hatte - und im Jahreszeugnis eine 3.0.

Und die bisherigen Noten sind auch nicht schlecht -

Hätte ihm vorher ohne Behandlung keiner zugetraut - ausser wir Eltern - aber wir waren auch am verzweifeln, weil wir nicht wussten, warum er die Leistungen von zuhause nicht in die Schule rüber bringen kann.

LG Rita

von Miss Piggy - am 14.10.2007 12:25
Hallo Bigmama,
so wie Rita es beschrieben hat,so hat sich mein Söhnchen auch verhalten.

Sie erkennen einfach nicht die Gefahrenquellen.

Meiner kletterte auch auf Möbel rum,sogar Balkontür hoch...oh man hatte ich ich manchmal Angst....

Ich musste meinen ständig festhalten.

Draußen in der Natur konnte ich ihn kaum bewältigen,zum Glück mein Männchen.

Ich hab mich dann viel mit ihm in der Wohnung beschäftigt.

Mit Ritalin ging es dann,zum Glück...

Aber warte erst einmal das Ergebnis Deines Sohnes ab.....

Nun schnell zur Arbeit.

Wünsche einen schönen Tag.
liebchen

von lieb.chen - am 15.10.2007 07:02
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