Startbeitrag von Engel9am 14.09.2009 14:06
eigentlich lese ich mehr in diesem Forum aber jetzt muß ich auch mal was loswerde. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.
vor einer Weile habe ich geschrieben, dass ich es bei meinem Sohn(11 Jahre/ADS) mal mit Osteophatie versuchen will aber bis es soweit ist kann ich nicht mehr.
Seit beginn der Schule am 06.08.2009 läuft irgendwie alles schief. Mein Sohn geht seitdem in die fünfte Klasse einer Realschule. Was mich wirklich sehr freut das er es bis dahin geschafft hat. Jetzt gibt es nur noch Probleme. Da schnell feststand, das er nicht mitkommt haben wir mit Absprache vom Methylpheni TAD 10mg(zwei morgens, eine mittags) auf Ritalin LA 20mg morgens und eine Methylpheni TAD 10mg mittags umgestellt. Der einzigste Vorteil war, das er selbst gesagt hat, dass ihm in der Schule alles viel leichter viel als vorher und es ihm Spaß macht(in der Schule selbst fühlt er sich laut seiner Aussagen auch sehr wohl, denn auch seine Freunde sind dabei). Er war auch viel fröhlicher und nicht mehr so in sich zurückgezogen. Mitkommen tut er trotzdem nicht. Täglich muß ich bei seinem Freund anrufen und ihn nach den Hausaufgaben und den Schulaufgaben fragen die mein Sohn zum Teil auch nicht hat.
Seit 2,5 Wochen bekommt er morgens Ritalin LA 30 mg und es gibt überhaupt keine Vränderung. Mittags bzw. ca. 14.00 Uhr bekommt er dann 15 mg Methylpheni TAD damit es mit den Hausaufgaben besser klappt. Aber nichts passiert.
Ich habe das gefühl, das er gar keine Lust auf HA hat. Auf der anderen Seite, sehe ich wie sehr er sich bemüht aber trotzdem Stunden an den HA sitzt. Ich selbst habe seit beginn der Schule alles abgeblockt, was nachmittags auf dem Programm steht(mal mit einer Freundin Kaffee trinken usw.) um ihm zu helfen. Mal nimmt er es an mal schnauzt er nur rum. Stehe ich nicht daneben würde er am nächsten morgen noch da sitzen.
Da er eine Lese- und Rechtschreibschwäche hat, hat ihm der Deutschlehrer das Diktat heimlich zugesteckt, damit er es vorher üben kann und was macht mein Sohn? Er hat nichts besseres zu tun als sich zu weigern es zu üben. Das war dann heute eine glatte 6.
Am Sonntag habe ich ihm eine von den ritalin LA 30mg gegeben weil er noch aufgaben nachzuholen hatte und Vokabeln abschreiben mußte und sei lernen mußte. Hätte ich es nicht selbst miterlebt hätte ich es nicht geglaubt. Er war in 45 Minuten fertig inklusive der gelernten Vokabeln. Warum klappt es
in der Schule nicht und warum zickt er zu Hause so rum, dass ich vor kurzem regelrecht zusammen gebrochen bin.
Meine Nerven liegen nur noch blank. Wir(mein Mann, unser 7 Jähriger Sohn und ich) leiden alle darunter. Ich denke mein großer leidet auch, eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, denn er ist hyper sensibel und entschuldigt sich dann immer wieder.
Strafen haben wir alle durch. Zuerst haben wir ihm sein Aquarium aus dem Zimmer genommen und gesagt wenn es besser wird bekommst du es wieder wenn nicht ist als nächstes dein Meerschweinchen dran und danach dein Spielzeug. Bis auf ein spielzeugautos und der Standart(bett,schreibtisch etc...) ist nichts mehr in seinem Zimmer.
Wir haben es damit versucht, dass er sich Punkte sammeln kann(pro Punkt 5 min. Fernsehen oder Computer). Auch das hat nicht geklappt.
So, dafür das ich hier selten schreibe ist es eine ganze menge geworden und ich hoffe ich habe nichts vergessen.
Ich brauche dringent Tipps, denn ich bin wirklich mit meiner Kraft am ende.
Liebe Grüße Nicole
Schick euch mal ein kleines Kraftpäckchen!
Bekommt euer Sohn denn jetzt weiterhin die 30mg LA??
Vielleicht ist er noch nicht richtig eingestellt oder er verstoffwechselt sie zu schnell.
In der Schule gibs auch mehr Reize in der Umgebung,dann der Lautstärkepegel in der Klasse,wieviele Kids sind denn drin??
Unserem Sohn gings immer in einer kleinen Klasse gut,da konnte er sich besser konzentrieren.
Wie gut könnt ihr die KL mit einbeziehen,was die Hausis betrifft??oder den Freund?? Die Konsequenz wäre hier ansonsten "Nachsitzen in der Schule",daß geht von seiner Freizeit ab und ihr müßtet es mit der Lehrerin dann durchziehen,hab ich mit beiden Kids durchgemacht.
Dann paßt auf,wofür ihr Strafen vergebt,wir waren auch schon mal soweit wie ihr und so hat sich damals unser Sohn daran gewöhnt,ich bin schlecht,kann nix,MUSS immer bestraft werden,daß geht leider oft nach hinten los.Er lebte förmlich von Strafen.
Mit unserem Familienhelfer haben wir das wieder hinbekommen in kl.Schritten und unser VT sagte immer,Strafen auf die SACHE beziehen,um die es geht.
Wäre das vielleicht auch eine Hilfe für Euch??
Überleg mal,was das Aquarium o.Tier mit "dem verbockten"zutun hat???
Also,macht er die Hausis nicht,kann er z.b.erst TV gucken,wenn er sie gemacht hat,daß wäre ok,da es KEINE Strafe sondern eine Konsequenz ist,benutze den Namen "Strafe"möglichst nicht!!
Klar sind sie sensibel,aber das bedeutet auch,daß sie unsicher sind und keinen festen Weg haben,sie müssen da wieder drauf gebracht werden.
Unser entschuldigt sich auch immer,weil er das was er getan hat nicht tun wollte.
Nochmal zum Familienhelfer:
Ihr könnt einen Erziehungsbeistand für euren Sohn beantragen,
dann wichtig:
Familien und Elterngespräche,daß hat uns letztendlich geholfen,denn der o.diejenige sieht die Sache von Außen und anders als wir.
Es ist nett gemeint und vielleicht hilft es Dir einwenig.Wenn Du noch Fragen hast,stelle sie.
Liebe Grüße von Sternchen*
von Sternchen* - am 14.09.2009 21:13
du schreibst: "Hätte ich es nicht selbst miterlebt hätte ich es nicht geglaubt. Er war in 45 Minuten fertig inklusive der gelernten Vokabeln. Warum klappt es
in der Schule nicht und warum zickt er zu Hause so rum, dass ich vor kurzem regelrecht zusammen gebrochen bin."
Nun in der Schule ist dein Sohn weit mehr Reizen ausgesetzt als zu Hause. Da ADHS u.a. eine Reizfilterschwäche zur Folge hat, tritt diese natürlich wesentlich stärker auf, je mehr Reizen er ausgesetzt ist.
Die weiterführende Schule ist eine wesentlich höhere Anforderung. Es gibt wesentlich mehr Fächer, mehr Lehrer, mehr Unterrichtsmaterialien, oft größere Schulgebäude, mehr Wechsel im Laufe eines Tages, mehr Kinder auf den Fluren, im Treppenhaus und im Pausenhof usw. Dieses mehr macht Kindern mit einer Reizfilterschwäche natürlich auch mehr Probleme.
Was du schreibst (z.B. über die Situation mit dem Diktat) zeigt, dass dein Sohn möglicherweise was anderes will. Setze dich doch mal mit ihm zusammen und überlege, ob er auf dieser Schule gut aufgehoben ist. Evtl. benötigt er zu viel Kraft zur Reizfilterung, so dass zum Lernen nicht mehr genügend Kraft übrig ist. Evtl. benötigt er aber auch eine dem längeren Schultag angepasste Medikation, die auch am WE aufrechterhalten wird. Aber da kann euer Sohn am besten Auskunft geben, was er möchte und was er braucht.
von Dagmar D. - am 15.09.2009 16:43
mein Sohn fühlt sich auf dieser Schule pudelwohl, deswegen verstehe ich das ganze ja nicht.
In der Grundschule kam er jeden Tag nach Hause und hat gesagt, wenn ich gefragt habe wie die Schule war, blöd.
Jetzt frage ich ihn und er sagt toll.
Da es in dem Fach Mathe gut klappt, gehe ich mal davon aus, dass es an den Lehrern liegt. Denn die Lehrerin in Mathe ist sehr konsequent. Wenn die HA dreimal vergessen werden, wird den Eltern ein Brief mitgegeben. Wird in dem Heft unsauber gearbeitet wir 3mal was darunter geschrieben, beim viertenmal durchgestrichen und es muß noch einmal wiederholt werden(er fühlt sich mit diesen klaren ansagen scheinbar sehr wohl).
Es ist laut Aussage meines Sohnes auch wesentlich ruhiger im Unterricht als in den anderen Fächern. Da die Schule, sowie die Lehrer für mich auch neu sind habe ich noch nicht mit ihnen geredet. Der erste Elternabend folgt erst noch.
Ich bin auch immer ein wenig vorsichtig damit die Lehrer auf ADS anzusprechen, denn ich habe auch schon viel negatives gehört wenn die Lehrer davon wussten(gott sei dank noch nicht bei uns). Deshalb wollte ich erst einmal den Elternabend und den Elternsprechtag abwarten um mir ein Bild von den Lehrern machen zú können.
Aber das größte Problem liegt totzalledem bei uns zu Hause.
Viele Grüße
Nicole
von Engel9 - am 15.09.2009 19:19