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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dagmar D., Berry

Welche Möglichkeit gibt es, damit Jugendamt weiter bezahlt?

Startbeitrag von Berry am 24.09.2009 15:23

Ich brauche bitte Hilfe!
Mein Sohn geht seit 4 Jahren in ein privates Internat. Bezahlt wird das Internat größtenteils vom Jugendamt, da mein Sohn ADHS hat und ein Internatsaufenthalt von einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik empfohlen wurde (wg. drohender seelischer Behinderung, § 35 SGB).

Zuhause wollte mein Sohn nicht mehr zur Schule, weil es dort nur Ärger mit Lehrern und Mitschülern gab, er hatte keine Freunde und fühlte sich als Versager, weil er gemerkt hat, dass er überall aneckt und angemeckert wird.

Meinem Sohn geht es im Internat sehr gut, er geht wieder gerne zur Schule, hat Freunde gefunden und ist einfach wieder glücklich. Er ist jetzt in der 10. Klasse Gymnasium.

Da er sich sozial so gut entwickelt hat, soll die Zahlung vom Jugendamt jetzt eingestellt werden und mein Sohn soll wieder zuhause zur Schule gehen. Wir wohnen in Bayern, das heißt, er müßte von G9 zu G8 und von Hessen nach Bayern. Außerdem von einer privaten Ganztagsschule mit ca. 11 Schülern in eine staatliche Schule mit bis zu 33 Schülern. Da wir in einem kleinen Dorf wohnen, wäre auch am Nachmittag keiner da, der mit ihm lernt oder ihm hilft (ich kann bei Latein oder Mathe leider nicht helfen).

Mein Sohn hat jetzt schon Angst, wie es nächstes Jahr werden wird. Er fürchtet, dass es ihm in der Schule wieder so geht, wie vor dem Internat und dass er das Abitur nicht schafft. Er hat bisher noch keine Ahnung, was er werden will, er weiß nur, dass er Abitur machen will und etwas in Richtung Forstwirtschaft oder Landschafts/Naturschutz studieren möchte.

Ich habe Angst, dass er wieder so frustriert ist, wie damals und deshalb gar nicht mehr versucht, einen guten Abschluß zu machen.

Klar hat er sich sozial gut entwickelt, er ist selbstbewußter geworden, er hat Freunde, weil dort im Internat einfach viele Jugendliche sind, die sich miteinander beschäftigen. Zuhause in den Ferien sitzt er aber nur alleine rum und hat auch kein Interesse, frühere Schulkameraden anzurufen oder neue Freundschaften zu schließen. Was hier in dem kleinen Dorf auch nicht einfach ist, da es höchstens 2 ca. gleichaltrige Jungs gibt.

Ich habe schon verschiedene Stellen um Rat gefragt, z. B. die Schulberatung, welche Chance mein Sohn überhaupt hat, das Gymnasium hier zu schaffen; die Klinik, in der er damals war; einen Rechtshilfefonds für Jugendliche, welche Möglichkeiten ich habe. Wirklich helfen konnte niemand...

Hat jemand mit so etwas Erfahrung? Welche Möglichkeiten habe ich, welche Argumente kann ich dem Jugendamt bringen? Hilft ein Attest der Klinik, dass das ADHS noch besteht? Oder soll mein Sohn noch mal stationär aufgenommen und beobachtet werden, um ihn zu testen?
Ich bin für jeden Ratschlag froh! Danke!

Antworten:

Hallo Berry,

das hört sich ja prima an, dass es deinem Sohn nun so gut geht und dass er die Unterstützung, die er bekommen hat so gut umsetzen konnte und kann.

Wenn er nun in der 10. Klasse ist, kommt er nächstes Schuljahr in die Oberstufe. Dort sind die Klassen sehr viel kleiner, keine 35 Kids mehr.
Auch ob untendrunter G8 oder G9 war, ist in der Oberstufe kein Thema mehr.

Mein Sohn musste auch einen Teil seiner Schulzeit in einem Internat verbringen. Auch er konnte das nach der 10. Klasse beenden und hat es genossen nun zu Hause Freunde zu finden und mit all dem, was er gelernt hat, sich wieder zu Hause einzugliedern.

Freu dich für deinen Sohn, dass er sich so gut entwickelt hat :-)

von Dagmar D. - am 25.09.2009 17:26
Hallo Dagmar!

Das ist ja sehr schön, dass es bei deinem Sohn so gut geklappt hat!

Ich freue mich auch sehr für meinen Sohn und weiß zu schätzen, was das Jugendamt bisher für uns getan hat. Und ich hätte ihn auch sehr, sehr gerne wieder zuhause. Ich finde es nur so schade, dass er jetzt, wo er seinen Weg gefunden hat und glücklich ist, wieder "rausgerissen" werden soll.
Die 6. Klasse Gymnasium hier war für ihn so schlimm, dass er jetzt schon überlegt, lieber auf Abitur und Studium zu verzichten, als nochmal auf eine "normale" Schule zu gehen...

Leider ist das hier auch mit G8 und G9 nicht ganz so einfach.
Die bayerische Schulberatung und auch Beratungslehrer an verschiedenen Gymnasien haben mir gesagt, dass es sehr, sehr schwierig ist, von G9 in G8 zu wechseln. Ein ganzes Jahr fehlt und z.B. Mathematik ist von Anfang an völlig anders aufgebaut. Selbst wenn ein Schüler nur von Hessen nach Bayern wechselt, wird empfohlen, eine Klasse zu wiederholen, weil der Stoff schon sehr anders ist. Und von G9 in G8 ist es noch viel schwieriger. Und leider sind auch in der Oberstufe in den meisten Klassen hier ca. 30 Schüler.
Da mein Sohn auch noch die üblichen ADHS-Probleme hat, haben alle Berater, bei denen ich mich erkundigt habe, von einem Wechsel abgeraten. Wenn, dann evtl. Fachoberschule, aber für ein normales Gymnasium sehen sie wenig Chancen.

von Berry - am 27.09.2009 11:31
Hallo Berry,

es gibt nur einen Unterschied in der Mittelstufe zwischen G8 und G9, ab der 11. Klasse ist der Stoff der selbe.

Es ist doch schön, dass die Solidargemeinschaft deinem Sohn geholfen hat, als er die Hilfe dringend brauchte. Wenn nun die Hilfe nur deshalb fließen soll, um statt dem Fachabitur, das Abitur zu machen, dann fehlt diese Hilfe einem Kind, das on der gleichen Situation ist wie damals, das bekommt dann keine Hilfe, denn das Geld kann nur einmal ausgegeben werden.

Wenn dein Sohn trotz ADHS in der Lage ist, das Fachabi zu machen, dann geht es ihm sehr gut. Da haben andere Kinder trotz guter und bester Begabung ganz andere Probleme.

Als für dich und deinen Sohn gibt es nur Grund zur Freude :-)

von Dagmar D. - am 27.09.2009 15:15
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