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Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Anna, Angelika (TanteGela), Gaby, Wildcat

War auch beim Elternsprechtag

Startbeitrag von Anna am 23.11.2001 07:15

Hallo liebe Leute,

ich habe gestern verfolgt, wie Jessica sich vor dem Elternsprechtag gegraut hat. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich meinte aber, da ich gestern auch hin mußte, alles läuft irgendwie schon glatt, weil mein Sohn (13 Jahre, Realschule)mir sagte, er komme besser mit und passe besser auf und die Noten, die er mir präsentiert hat, lagen auch fast alle im Durchschnitt. Ich muß dazu sagen, daß er umgestellt wurde von Medikinet auf Ritalin SR, weil er ansonsten in der Schule nicht an sein Medikament gedacht hat.

Ich also gerstern hin. Als erstes zu seiner Klassenlehrerin.
Die begrüßte mich mit einem süffisanten Lächeln und sprach auch gleich Tacheles. Also, sagte sie, das Sozialverhalten meines Sohnes ließe ja wohl sehr zu wünschen übrig. Er würde doch, da er vorne alleine sitzt die ganze Zeit an seinen Fingernägeln kauen und in der Nase popeln. Er bräuchte auch viel länger Zeit irgendetwas in seine Mappen einzuordnen als andere und würde so mit seinem Rascheln die Ruhe in der Klasse stören.
Daraufhin meine Frage, ob sich denn dieses im Sozialverhalten niederschlagen würde. Nein, das nicht, aber er wäre ja auf Klassenfahrt (Besinnungstage) gewesen und unser Junge, ein echter Außenseiter wie so viele ADS-ler hätte da ja nicht über seine Gefühle sprechen können und außerdem wäre er die ganze Zeit am Ausflippen gewesen. Ich daraufhin, " dann hat er seine Tabletten nicht genommen". Ja, das hätte sie ihm auch gesagt und er hätte behauptet er hätte sie genommen. Außerdem wären ja gerade diese Besinnungstage dazu da, um sich gerade um solche Kinder zu kümmern und unser Florian hätte doch diese Gelegenheit ergreifen können über sein Gefühlsleben zu sprechen.
Also ich war baff und konnte nur noch sagen, ob sie es sich denn gar nicht vorstellen könnte, wie es gerade für einen Außenseiter wäre sich zu äußern über diese Dinge.
Dann auf seine Noten angesprochen. Es war wirklich so, daß er die Arbeiten ziemlich gut hingekriegt hatte, was ich ja auch wußte. Aber es standen überall Fünfen und Sechsen bei der Mitarbeit im Unterricht. Dadurch verschlechtern sich natürlich seine Noten alle um eine Zensur nach unten.

Das war also seine Klassenlehrerin.
Ich war total geknickt und hätte am liebsten losgeheult.

Dann also zum Mathelehrer.
Der sprach ganz anders. Also, das mit seiner Ordnung, das wäre halt so bei Jungen. Das würde er gar nicht so bewerten. Aber seine Leistungen wären ja ordentlich und da könnte man nicht meckern.
Außerdem sprach er mich gleich auf einen Vorfall, der sich gestern ereignete an. Ein paar Jungen aus der Nebenklasse hatten sich unseren Florian mal wieder vorgeknöpft ihn vertrimmt und seine Schultasche aus dem Fenster geschmissen.
Florian hat mir dieses gar nicht mehr erzählt, weil es ihm peinlich ist.

Dann um noch einmal etwas Positives zu hören zur Bio-Lehrerin.
Sie konnte mir auch nur sagen, das er eigentlich gut mitmache und sie wohl mit ihm zufrieden ist. Seine Zappeligkeit müßte man halt so akzeptieren.

Bei Pyhsik war es genauso.

Ich kann es einfach nicht verstehen, daß die Noten unserer Kinder anscheinend auf die Akzeptanz der Lehrer ankommen und man sich damit abfinden muß, daß es anscheinend Lehrer gibt, die zwar nach außen hin zu tun, als ob sie alles verstanden hätten aber im Grunde nicht bereit sind auch Kinder, die nicht unter die sogenannte Normalität fallen so zu akzeptieren wie sie sind.
Für sie ist es wirklich so, daß sie solche Kinder am liebsten abschmirgeln auf irgendwelche Sonderschulen. Für mich haben solche Lehrer, wie die Klassenlehrerin von Pädagogik nichts aber auch gar nichts verstanden und sind nach meiner Meinung in einer Schule überflüssig.

Danke für Eurer Zuhören.

Gruß

Anna

Antworten:

Anna reg dich nicht auf.

Leider haben wir das Pech,dass von 10 Lehrern 5nicht akzeptieren wollen um was es geht.

Ich hatte gestern in der Schule ein Schlüsselerlebniss was mich sehr nachdenklich macht.

Auf Grund einer Verspätung meines Sohnes machte ich mich auf zur Schule.

Es waren mittlerweile auch andere Mütter vor Ort da sich die Verspätung schon auf eine Stunde belief und man kam ins Gespräch auch eine Lehrerin war anwesend.

Man sprach über ADS und diese Lehrerin ach ADS ist das der neue Ausdruck für LRS?

Ich ganz selbstbewusst :Sind sie Pädagogin ,sie ja warum 9te Klasse und ich ,sie kennen ADS nicht ,das versteh ich aber nicht .Nee können sie es mir mal erklären.

Nachdem ich mein eingeübtes Sprüchlein abgeredet hatte sie zu mir: Ich glaube ich muss doch mal Freizeit opfern und mich auf Weiterbildung begeben.

Noch Fragen : Nein ich nicht mehr und da wundern wir uns ,warum unsere Kinder nicht in den Schulen verstanden werden.

Gruss Gaby

von Gaby - am 23.11.2001 07:27
Hallo Gaby,

ich reg mich ja schon gar nicht mehr so auf. Das meiste ist gestern schon verraucht.
Aber ich habe dieser Lehrerin von Anfang an Prospekte und alles mitgegeben und ihr alles genau erklärt. Diese Uneinsichtigkeit nervt mich ungemein, aber man kann wohl nichts weiter tun, als zu hoffen, daß es im nächsten Jahr eine andere Lehrerin oder Lehrer gibt.

Ich denke nur immer wieder, was müssen unsere Kinder alles über sich ergehen lassen bis sie aus dem Gröbsten raus sind und wie verkraften sie es letztendlich.
Ich denke, wir müssen versuchen sie für das Leben stark zu machen, und ihnen immr wieder das Gefühl geben, egal was auch passiert, wir stehen zu dir.
Ist zwar nicht einfach aber nach meiner Ansicht, ist das der einzige Weg.

Gruß

Anna

von Anna - am 23.11.2001 08:17
Hallo Anna,

In Bezug auf die geschilderten sozialen, bzw. Steuerungsdefizite deines Sohnes, solltest du dir vielleicht einmal die Medikamenteninfo auf meiner Seite durchlesen in Bezug auf Ritaline SR.

Gruss Wildcat
Addwildcat


von Wildcat - am 23.11.2001 10:42
Hallo zusammen!

Auf den Seiten von Wildcat finden sich auch hervorragende Tipps für Pädagogen.
Die habe ich mittlerweile schon pfundweise ausgedruckt, mittels Textmarker das Allerwichtigste gekennzeichnet, und den Lehrern gegeben.

Natürlich gibt es auch bei Lehrern (wie auch in allen anderen Bereichen) Flaschen, Vollpfeifen und Superknaller. Aber es gibt auch (immer mehr) Interessierte, Kinderliebende und Spitzenleute.

Nicht aufgeben, weiterkämpfen, auch wenn man mit der geballten Faust in der Jackentasche beim Lehrer sitzt...........

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 23.11.2001 13:03
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