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ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
31
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
U., Susi 34, Dagmar D., Gaby, Kloanehex, Angelika (TanteGela), Sabine (hinky), Hexe:-), Gina, Ingrid Thönen, ... und 7 weitere

Frage zu Ritalinbehandl.

Startbeitrag von U.am 11.02.2002 17:27

Hallo, ihr Lieben,

ich habe nächste Woche ein "Abschlußgespräch" bei der Ärztin, die die Diagnose stellen soll. Sie hat die Fragebögen, hat Intelligenztests gemacht, Blut abgenommen und untersucht und hat jetzt glaub alles beisammen.

Nun meine Frage: Ich denke, sie wird die Diagnose ADS bestätigen. Meine Tochter ist 5 J und im vorletzten Jahr im Kindi. Mein Eindruck ist nun, dass die Ärztin sagen wird, solange es keine schwerwiegenden Probleme gibt und sie nicht in der Schule ist, behandelt man nicht mit Ritalin. Ich bin auch kein Freund von Dauermedikation, aber ich habe immer folgende Überlegung im Kopf:
Könnte meine Kleine mit Medis nicht viel mehr "lernen" im Sinne von merken, aufnehmen, behalten?? Würde ihr das das Leben nicht auch sehr vereinfachen? Wird sie in ihrer Entwicklung nicht hinter ihrem eigentlichen Können zurückbleiben?? Ich muss immer an das "Bild" von der Brille denken, durch die man klarer sieht. Da würde doch auch niemand sagen, solange das Kind sich einigermaßen zurechtfindet, verschreibt man keine Brille!

Wie seht ihr das??
Soll ich auf Medikation pochen? Habe ich da ein Recht zu?

Liebe Gruesse U.
Antworten:
Hallo U.

Meine Zwillinge haben ein halbes Jahr vor der Einschulung mit Ritalin begonnen. Die ersten Wochen waren dramatisch (im medizinischen Sinne). Sie begannen, Bilder zu malen, wo vorher nur wirres Gekritzel war. Sie hörten, was man sagte, mit dem Gehorchen gab es allerdings noch eine Weile Probleme, aber sie merkten, dass ihre Handlungen Folgen hatten und lernten daraus und erinnerten sich beim übernächsten Mal rechtzeitig daran *smile*.

Insgesamt haben sie im folgenden halben Jahr die Entwicklung von ca. 1-2 Jahren einigermaßen nachgeholt.

Ich weiß nun nicht, wie heftig eure Probleme sind, ob einer von Euch schon völlig blanke Nerven hat, wie es deinem Kind mit seinem Anderssein geht, ob die Kindergärtnerinnen noch können oder allein beim Anblick deiner Tochter bereits leise stöhnen ... Das sind die Faktoren, von denen ich eine Ritalingabe abhängig machen würde.

Liebe Grüße,
Sabine

von Sabine (hinky) - am 11.02.2002 17:35
Hallo, Sabine,

seit ich die Thematik ADS kenne, kommen wir sehr viel besser zurecht. Vorher hatte ich echt ein paar mal an meinem Verstand gezweifelt...;-))

Allerdings habe ich oft Angst, was ist, wenn ich mal nicht 150%ig fit bin. Dieses Kind kostet mich meine gesamte Energie, es bleibt praktisch nichts für meine Große übrig, die mich auch ab und zu mal brauchte.
Außerdem habe ich den Eindruck, dass meine Kleine eigentlich ganz aufgeweckt ist, so geistig und so, aber leider kann sie fast gar nichts behalten, wenn ich was erkläre denke ich oft, wieso mache ich das, in 5 min fragt sie mich ja eh wieder...Sie ist oft so richtig in ihrer Welt gefangen, total aufgedreht, manchmal dreht sie auch richtig ab, zappelt auf der Stelle, wedelt dabei mit den Händen, als ob sie unter "Strom" steht. Dann ist sie überhaupt nicht in der Lage, auf ihre Umwelt zu reagieren.

Kindergarten hatten wir extrem Probleme, die Erzieherin war der Meinung, wenn man das Kind nur hart genug anfasst, wird es sich schon einfügen...Vor einer Woche haben wir jetzt gewechselt. Bis jetzt alles o.k. gesagt habe ich nichts, vielleicht kommt sie ja ganz gut klar. Die Erzieherin ist auf jeden Fall sehr entspannt und kommt mir auch sehr erfahren vor. Meine Tochter ist auch in einem Schwimmkurs, wo ich auch erst Bedenken hatte, ob sie macht, was man sagt oder einfach ins tiefe Wasser hüpft ;-), dort läuft aber alles ganz super.

Alles in allem kommen wir im Moment klar, aber gut ist es nicht. Vor allem muss ich halt absolut gute Nerven und einen guten Tag haben. Sobald es mir nicht so gut geht, wirds extrem.

Liebe Gruesse
U.

von U. - am 11.02.2002 17:54
Hallo und guten Abend,

möchte mich kurz vorstellen, weil wir seit kurzem die Frage in unserer Familie haben, ob eventuell eines unserer Kinder ADS "hat", oder nicht, oder....

Wollte nur zum Vergleich mit der Brille sagen: Eine Brille hat normalerweise keine Nebenwirkungen, eine Brille greift nicht tief in den gesamten Organismus ein.

Wird diesen Kindern nicht üblicherweise hohe Intelligenz bescheinigt?

Also, mein Junior kann sich fast alles merken, was er will ;-) eher sogar besser als die anderen.

Ich frage mich schon, ob nicht auch einfach das Schulsystem an sich eine positive Entwicklung ALLER Kinder möglich macht. Die, denen eben das Sitzen und Zuhören liegt, haben es sicher leichter.

Naja, momentan bin ich erst am Anfang... solange es aber irgendwie zu umgehen ist, werde ich auf Psychopharmaka jeglicher Art verzichten.

Liebe Grüße von Lisa

von Kloanehex - am 11.02.2002 18:32
Hallo Lisa!

Sag mal, was wolltest Du eigentlich mit dem obigen posting sagen?
Ich habe echte Schwierigkeiten, daraus einen Sinn zu entnehmen.
Kannst Du vielleicht noch mal etwas ausführlicher schreiben was Du wirklich meinst??

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 11.02.2002 19:29
hallo kloanehex,

ist ja wohl eine dürftige vorstellung.;-)

auch eine brille kann nebenwirkungen haben,wenns nicht die richtige ist,z.b. kopfschmerzen....

weisst du ,bei jedem medikament stehen nebenwirkungen drauf,und nicht jeder bekommt welche.
es zwingt dich auch kein mensch der welt deinen kind medikamente zu geben.

gruss mami-maus

von .mami-maus - am 11.02.2002 19:39
Naja, ihr super tollen Frauen.. (überwiegend) ich wollte hier ja keine tolle Vorstellung abgeben.

Aber: wenn ich eine falsche Brille abnehme, wird es nicht lange dauern, da bessern sich die Nebenwirkungen der falschen Brille.

Wenn hier allerdings alle auf Ritalin zum Anpassen "auffälliger" Kinder stehen ohne Diskussion über weiterführende Themen wie:

Vielleicht liegts ja u.a. auch an der Schule

dann wünsch ich euch einfach viel Glück und Erfolg - und das meine ich sogar ernst

Salü
Lisa

von Kloanehex - am 11.02.2002 20:13
Oh Oh,

Mami kann es sein ,dass du in ein Wespennest gestochen hast ???



Gaby

von Gaby - am 11.02.2002 20:21
Und?

Habt ihr früher nicht auch mal so ähnlich gedacht wie die kleine Hexe?

So ganz früher?



von Pia - am 11.02.2002 20:28
Pia,
ich habe mich sehr schwer getan mit dem Gedanken an Ritalin.

Stimmt schon,aber ich hab nicht so agressiv reagiert.

Ich denke mal es ist eh von Fall zu Fall unterschiedlich.


Gaby

von Gaby - am 11.02.2002 20:32
Hallo Lisa,

du schreibst, dass eines deiner Kinder evtl. ADS hat.

Ich würde dir empfehlen, erst mal abklären zu lassen, ob dein Verdacht überhaupt stimmt.

Dann gilt es zu klären, welche Form der Therapie dein Kind benötigt.

Und wenn alles das geklärt ist, dann ist Info über eine medikamentöse Behandlung angesagt.

Du tust im Moment den 3. Schritt vor dem ersten. Das bringt deinem Kind und auch dir nichts.

Falls es dir wirklich um dein Kind und nicht ums Stänkern geht, so suche dir einen kompetenten Arzt, der dein Kind untersucht.



von Dagmar D. - am 11.02.2002 20:43
Kann mir jetzt bitte jemand erklären, was an meinem ersten Beitrag aggressiv war... verwundert kopfschüttel

ich merkte nur an, dass ich, soweit es ginge, den Einsatz vermeiden wollte. Mir reicht es, wenn mein Kind ein glücklicher Mensch sein kann, es muss nicht zu den Top 10 gehören. Und Schulwissen hat mich nie wirklich glücklich gemacht, auch wenn ich nicht unbedingt zu den Letzten 10 gehörte. Die Lehrerin meines Sohnes meinte eben auch, er macht ja immer noch ein zwei Fehler, er könnte aber Null haben... so what...?

Und wenn ich einen Arzt hätte (habe), der es nicht für nötig hält, werde ich es nicht geben.

Sicher wollen wir alle nur das Beste für unsere Kinder. Aber was ist das Beste? Welche Fähigkeiten werden in den nächsten 15 Jahren wichtig sein? Stures Pauken, Merkfähigkeit? Ich habe noch zwei Kinder, die "den Anforderungen genügen".... sind sie auf der sicheren Seite?

In wirklich schwierigen Fällen würde ich natürlich auch zu einem Medikament greifen. Das scheint aber beim Ausgangspunkt dieser Diskussion nicht unbedingt der Fall zu sein.

"Schwache Vorstellung und so...", naja, gut, hab nicht erst stundenlang formuliert, um hier bestehen zu können.

Ich kenne andere Foren, in denen der Umgang mit "Neulingen" einfach freundschaftlicher verläuft... sorry, aber das hier scheint nicht mein Stil zu sein, weil ich eben - eher nicht aggressiv bin, aber sage, was ich denke.

Dann nochmal alles Gute von Lisa, die sich hiermit verabschiedet.

von Kloanehex - am 11.02.2002 20:46
hallo U,

ich persönlich finde die Fragen ganz wichtig: Leidet das Kind, ist es unglücklich? Oder ist es trotz ADS ein ganz zufriedenes und glückliches Kind? Hat es normale soziale Kontakte zu anderen Kindern oder ist dieser Bereich durch sein ADS stark gestört?

Wenn das Kind unglücklich und isoliert ist, würde ich eine ggf. auch medikamentöse Behandlung nicht davon abhängig machen, ob irgendwann Probleme in der Schule auftreten.

Das Leben besteht doch aus mehr und wichtigeren Dingen als Leistung und schulischem/beruflichen Erfolg!

Ist nur meine persönliche Meinung,

Gruß, Kirsten

von Kirsten* - am 11.02.2002 20:47
Hallo Lisa,

>>Kann mir jetzt bitte jemand erklären, was an meinem ersten
Beitrag aggressiv war... verwundert kopfschüttel>>

Wenn du dir den Strang noch einmal anschaust, wirst du feststellen, dass die Reaktionen, die du als unfreundlich empfindest, nicht auf deine erste, sondern auf deine zweite Reaktion kamen. Und da war dein Ton sehr viel schärfer.

>>ich merkte nur an, dass ich, soweit es ginge, den Einsatz
vermeiden wollte.>>

Das ist Eulen nach Athen getragen. Das wollen wir hier alle. Du hast nach sabine geantwortet. Wenn du ihre Antwort liest, dann wirst du feststellen, dass sie genau das gleiche schrieb.

>>Mir reicht es, wenn mein Kind ein
glücklicher Mensch sein kann, es muss nicht zu den Top 10
gehören.>>

Genau das ist Tenor dieses Forums. Wenn erst mal ein bisschen liest, wirst du dich schon einfinden.

>>Und wenn ich einen Arzt hätte (habe), der es nicht für nötig
hält, werde ich es nicht geben.>>

Du hättest keine andere Wahl. Du würdest das Medikament dann auch gar nicht bekommen.

>>Sicher wollen wir alle nur das Beste für unsere Kinder. Aber
was ist das Beste? Welche Fähigkeiten werden in den nächsten
15 Jahren wichtig sein?>>

Geht es dabei nur um Fähigkeiten oder get es auch um psychisches Wohlbefinden. Es wundert mich, dass du nach deinen einleitenden Worten jetzt nur auf Fähigkeiten abhebst und das Wohlbefinden nicht mehr berücksichtigst.

>>In wirklich schwierigen Fällen würde ich natürlich auch zu
einem Medikament greifen.>>

Ahha! Dann bist du ziemlich genau der gleichen Meinung wie die meisten Eltern hier.

>>Das scheint aber beim Ausgangspunkt
dieser Diskussion nicht unbedingt der Fall zu sein.>>

Gib dir erst mal eine Chance die Leute hier kennenzulernen, bevor du bewertest und glaubst zu wissen, was andere denken.



von Dagmar D. - am 11.02.2002 22:06
Hallo Lisa,

der Aufpasser hat mal die Provokationen entfernt. Vielleicht hast du es nicht bemerkt, wie die Wirkung deiner Worte ist ...

Liebe Grüße,
der Aufpasser

von Aufpasser - am 11.02.2002 22:39
Hallo U.,

danke für deine Antwort. Mir scheint, ihr seid so am Rande, Ritalin ja oder nein. Ich kann das leider nicht für dich entscheiden, das musst du schon selbst tun. Ich würde es verstehen, wenn du sagt, es geht nicht ohne, kann es aber genausogut nachvollziehen, wenn du sagst, wir warten noch.

Ja, das ist kein Rat, ich weiß. Aber vielleicht hat dir das Schreiben und Lesen hier schon zu etwas mehr Klarheit verholfen.

Alles Gute für dich und deine Kinder
wünscht Sabine

von Sabine (hinky) - am 11.02.2002 22:47
Hallo Kirsten,

vielen Dank für Deine Antwort!! Nachdem hier plötzlich alle anfingen rumzustreiten hab ich gedacht ich lass es lieber sein, nochmal auf "meine" Frage hinzuweisen.

Was mich halt auch sehr nachdenklich macht, sind die Erwachsenen hier im Forum, die sehr genau beschreiben können wie es sich mit und ohne Rita anfühlt. Einmal war ein Beitrag dabei in dem es ums Motorradfahren ging, und die Beitragsschreibende meinte, sie finde es lebensgefährlich, ohne zu fahren.

Leider kann ich mich ja jetzt gar nicht in mein Kind hineinversetzen um zu beurteilen, wies ihm geht. Reicht es tatsächlich, wenn man zurechtkommt und sich das Kind "durchwurstelt"?

Es scheint hier aber sehr "gefährlich" zu sein, solche theoretischen Fragen anzuschneiden. Ich werde also mal für mich alleine drüber nachdenken...

Liebe Grüße
U.

von U. - am 12.02.2002 07:20
Hallo U.,

die Entscheidung mit Medis oder nicht, kannst du sowieso erst NACH dem Ergebnis entscheiden.

Bei meinem Sohn ist es so, dass es Ritalin seit dem Sommer bekommt und erst diesen Sommer eingeschult wird. Aber er hatte ganz massive Probleme in seinem Verhalten....

Es war einfach für uns alle nötig....... ich hatte manchmal schon den Horror, wenn ich wußte er steht gleich auf.

Für ihn war es wichtig, dass er es noch vor der Schule bekam..... damit sich die Familiensituation entspannen konnte.... er hat wahnsinnsfortschritte gemacht.... mal und bastelt, was er vorher nie getan hat....... kurz gesagt, er kann jetzt Dinge üben, die für die Schule wichtig sind.

>Wird sie in ihrer Entwicklung nicht hinter ihrem eigentlichen Können zurückbleiben?? >

Medikation kommt immer auch auf die Einstelung und die Situation an. Mein Kleiner hat z.B. mit Ritalin dann ganz schnell seine Möglichkeiten zeigen können (Buchstaben in 2 Tagen gelernt, sich selber beigebracht)
Hinter dem eigentlichen Können zurückbleiben tun die Kinder nur, wenn man gar nichts macht........ wenn man nichts von ADS weiß, bzw, wenn man nichts unternimmt.

Die Lösung kann auch Verhaltenstherapie, Ergotherapie (bei Wahrnehmnungsstörungen z.B.) und Elterntraining heißen..... aber natürlich auch Ritalin.

Ich selber sage auch, dass z.B. Autofahren ohne Ritalin gefährlich werden kann...... aber ich bin auch erst als Erwachsene diagnostiziert...... gerade bei den kleinen Kids gibt es da einfach noch mehr chancen........ andererseits geht das lernen (und da meine ich Regeln und Verhalten mit) mit Medis wesendlich einfacher und schneller.

Aber die Entscheidung liegt ganz bei dir und dem Arzt!

Susi



von Susi 34 - am 12.02.2002 07:32
Zu dem Beitrag von Susi kann ich nur folgendes beifügen.

Hätte ich im Alter von 5 Jahren gewusst ,um was es sich bei meinem Sohn handelt wäre ihm viel Leid in der Schule erspart geblieben.

Denn es hat leider noch bis zur dritten Klasse gedauert bis wir wussten warum.

Versucht mal das allesaufzubauen ,was in knapp drei Jahren an Selbstbewustsein abgebaut wurde.Es ist verdammt schwer.


Gaby

von Gaby - am 12.02.2002 07:40
Hallo.

Bei uns waren es 6(!) Jahre. Was da alles kaputtgeht, das kriegst Du so nicht mehr hin, wie es sein sollte. Aber es wird besser.

Es waren einfach verlorene Jahre, weil ich gar nicht wußte, daß es ADS und Hilfe gibt.

Liebe Grüße

Kornelia

von Kornelia - am 12.02.2002 08:52
Hallo Lisa,

solange es zu umgehen ist und das Kind sich dabei wohl fühlt etc. ist das doch auch normal das man Medikamente zu vermeiden sucht. Glaub mir hier ist bestimmt niemand, der Ritalin oder irgendwas gibt, wenn es nicht nötig wäre.

>Ich frage mich schon, ob nicht auch einfach das Schulsystem an sich eine positive Entwicklung ALLER Kinder möglich macht. Die, denen eben das Sitzen und Zuhören liegt, haben es sicher leichter. <

Diese Frage habe ich mir bereits beantwortet: NEIN, das Schulsystem macht eine positive Entwicklung ALLER Kinder eher unmöglich. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf ADS sondern auf ALLE Kinder.


Gruß
Petra - eine etwas größere Hexe:-)

von Hexe:-) - am 12.02.2002 09:30
Hi:-)

Um auf die Brille zurück zu kommen. Bekommt man keine wenn man eine Braucht, hat das "Nebenwirkungen " ebenso eine "falsche"....und Du hast Recht, wird dann alles richtig eingestellt bzw. abgestellt, hören die Nebenwirkungen auf. Aber mit den meisten Nebenwirken bei Medikamenten ist es ebenso. Jedes Mittel kann Nebenwirkungen haben. Es ist immer eine Abwägung von Nutzen und Risiko...

Es gibt in der Tat auch Psychopharmaka mit irreversiblen Nebenwirkungen habe ich mir sagen lassen. Doch nach den (bisherigen) Forschungsergebnissen liegen solche bei Ritalin nicht vor.

Gruß petra

von Hexe:-) - am 12.02.2002 09:34
Hallo zusammen!

Meine Frage lautet: WAS ist mit den Nebenwirkungen eines unbehandelten ADS?

-Ausgrenzung in Schule/Kindergarten, keine Freunde
-Ich-mache-ja-nie-etwas-richtig-Gefühl, bin irgendwie "falsch"
-Andere-können-das-spielend, warum ICH nicht?
-Warum-finde-ich nichts-in-meinem-Tornister? Ich bin wohl blöd
-Ich-lerne-und-behalte-dennoch-nichts! Also habe ich eine Meise
-Dauernd-reiße-ich-was-kaputt! Bin ein Trampel

Später kommen möglicherweise wirkliche Süchte hinzu wie Tabletten, Alkohol, Drogen, Sekten.
Ich habe in der weiteren Verwandtschaft so ein Exemplar, das zwar nicht diagnostiziert ist ("habe ich nicht nötig"), aber ALLES was ich oben genannt habe bereits durchhat. Dieser arme Kerl bekommt sein Leben nicht geregelt, läßt sich aber auch nicht helfen.

Um das zu verhindern, und um Lebensfreude zu erfahren bekommt unser Sohn (14) seit mehr als 6 Jahren Ritalin.
Er stand kurz vor dem Suizid vor der Behandlung.

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 12.02.2002 12:40
Hallo Angelika (TanteGela)

Zitat

Meine Frage lautet: WAS ist mit den Nebenwirkungen eines
unbehandelten ADS?


Die Langzeitfolgen einer unbehandelten ADS sind doch klar.

Aber unbehandelt heißt doch nur, dass gar nichts getan wird.

Hier geht es um die Frage der Medikation. Bei noch kleinen Kindern kannst du manchmal auch schon recht viel mit Therapien und Elterntraining erreichen- schon allein, weil die NegativKurve noch nicht so groß ist und auch weil man erstmal mit weniger Regel anfangen kann.

Medikation ist gut (ich möchte sie nicht missen) aber nicht zwingend notwendig für JEDEN ADSler

Susi



von Susi 34 - am 12.02.2002 12:54
Hallo Susi!

Ich habe auch nicht NUR Medikamente gemeint, habe mich vielleicht etwas verkehrt ausgedrückt.
Hatte nur in den letzten Wochen mit unserem entfernten Familienmitglied soviel Ärger und Arbeit, dass mir vielleicht der Gaul durchgegangen ist.

Also UNBEHANDELT heißt für mich einfach laufen lassen und warten, dass sich das ADS "auswächst" oder wie das so schön heißt.

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 12.02.2002 13:00

Re: @Angelika (TanteGela)

:-)

na, dann sind wir uns ja mal wieder einig :-)

Susi



von Susi 34 - am 12.02.2002 13:09
Ich glaube, ich habe ein schönes beispiel :

Neulich hatten wir Arzttermin. Da Daniel neu getestet werden sollte, bekam er seine Dosis Ritalin erst kurz bevor wir aus dem Haus sind.

Es war der reinste Horror !!!

Im Treppenhaus, es war noch früher Morgen, laut geredet Treppen runtergesprungen, nicht in der Lage sich ruhig zu verhalten.
Der Weg zur U-Bahn, nur am Springen und hüpfen, nicht in der lage ganz normal zu gehen. Redet ohne Punkt und Komma, und nur sinnlosen Quatsch.

Am Bahnsteig, PANIK Immer wieder ganz nah am Rand zu den Gleisen. Endlosdiskussion, Provokation !!!

In der Bahn, nicht in der Lage still sitzen zu bleiben, redet lautes dummes Zeug. ( Alle gucken schon, wie früher :-(( )

Endlich Aussteigen..... Weg bis zum Arzt genauso schlimm wie am Anfang.

Wir sind endlich da, es dauert noch ca. 5 Min. und ich habe einen vernünftiegen 11 jährigen Jungen neben mir sitzen :-))))


Liebe Grüße Gina

von Gina - am 12.02.2002 13:48
(31-216.S.dial.o-tel-o.net)


Psychbuster,

die Regeln für das Selbsthilfeforum sind dir bekannt. Denn man muss sie lesen um hier eintreten zu können. Dies ist der letzte Beitrag, der hier von dir stehen bleibt, falls du nicht bereit bist, dich an die Regeln zu halten.


An alle Forumsleser,

wer einen Impuls verspürt, auf solcherart Postings zu antworten, der/dem empfehle ich die Teilnahme an Pias genialem Wettbewerb.

Pia, ich hoffe, du hast noch etwas Glasfaserkabel :-)))

Genauere Infos gibt es hier:


Die Moderation

Ließ mal den Beipackzettel und sieh nach was da bei Kindern unter 6 Jahren steht


von Auf gar keinen Fall - am 12.02.2002 16:48
Hi U.

Ich glaube, eine Sache ist noch nicht zur Sprache gebracht worden: Bei AD(H)S-Kids treten nicht nur die Symptome, sondern auch die Schwierigkeiten oft schon im KiGa auf.

Aber richtig ernsthafte Probleme gibt es häufig erst in der Schule. Und es wäre schön, wenn es da nur um das "sich-was-merken-können" ginge.

AD(H)S-Kids sind anders, verhalten sich anders. Also werden sie von den Mitschülern gebobbt... Und Kinder können grausam sein! Die Wunden, die Deinem Kind dort zugefügt werden würden, würde es nur schwer und nur mit professioneller Hilfe verarbeiten können.

Der erste Schritt solte m.E. daher sein, die Diagnose abzuwarten. Doch bevor Du Dich für Ritalin entscheidest, solltest Du auch mal kritisch beobachten, wie es dem Kind in der Schule denn so geht:

- Wird es zum Aussenseiter?
- Wird es gehänselt und/oder gemobbt?
- Hat es Probleme mit dem geforderten Konzentrieren?
- Und dem Stillsitzen (dem Verhalten allgemein)?

Ich glaube, Ritalin ist das tollste Medikament, das ich je genommen habe. Aber ich wünsche jedem, daß er die Chance hat, darauf zu verzichten.

Denn die Frage darf nie lauten "Sind die Nebenwirkungen noch tragbar?" (Nach 60-jähriger klinischer Erfahrung ist diese Frage ohnehin mit "Ja" zu beantworten)

Die richtige Frage ist immer "Bringt es mir/meinem Kind mehr Vorteile als Nachteile?" Oder noch besser: "BRAUCHE ich/braucht mein Kind dieses (gute) Medikament?"

Ich wünsche euch allzeit genug Erdnüsse;

Streifi.

[www.ADHS.info]

von Streifenhoernchen - am 13.02.2002 10:56
hallo u.
auch ich musste nerven haben, bis ich über vieles bescheid wusste. mit den viele verschiedenen kindergärtnerinnen, welche mei sohn hatte, habe ich gelernt auf was es bei betreuungspersonen und in der umgebung des kindes ankommt. totale aber freundliche konsequenz. unsere kinder sind sehr sensiebel im positiven sinne. sie sind vielen geistig weit voraus, oder? auch wenn unser kind überfordert ist, brauct es sofort ein time aut an einem festen, vorher zusammen festgelegten ort z.b. ecke im wohnzimmer, oder bett ec. wo es wieder zu sich kommen kann. ads ist fast immer mit wahrnehmunsstörungen verbunden wo kinesiologie, ergotherapie oder/und gezielte tagesstruktur-pläne weiterhelfen können. auch den verzicht auf zucker, brachte uns einen grossen erfolg. eine enge zusammenarbeit zwischen eltern und lehrer ist nötig. die kinder können schnell über oder unterfordert sein. bewegungselemente wie schwimmen, turnen, seilspringen oder einfach eine runde ums schulhaus springen (anstatt vor die türe zu sitzen) also nicht als strafe, sodnern als erleichterung und bestätigung für das kind. bringen dem kind selber und der umgebung grosse entlastung. ritalin dekt bei ads kindern das ganze begabunspotenzial, das meistens überdurchschnittlich ist zu. es gibt gute alternativeb wie die blaugrüne alge, spurenelemente ec.
henning köhler, ist ein bekannter deutscher elternberater und aht viele sehr gute bücher zu unsren kindern geschreiben.auch das buch von georg kühlewind "sternkinder, kinder die uns besondere aufgaben stellen" verlag freies geistesleben, oder das buch übe die indigo kinder könne dir weiterhelfen, auf jeden fall vor dem ritalin.

für weitere fragen
i.thönen@tiscalinet.ch

von Ingrid Thönen - am 16.02.2002 23:40
Hallo Ingrid,

ich bitte dich hier keine weitere Algenwerbung zu machen, denn die von dir genannten Algen sind lebertoxisch.



von Dagmar D. - am 17.02.2002 10:35
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