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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Stefanie, Sharky, Beate Mahr, clak, Jutta

Hallo , bin neu hier und habe gleich eine Frage

Startbeitrag von Stefanie am 04.05.2002 18:39

Hallo alle zusammen,

schon seit einiger Zeit lese ich hier mit.
Ich habe einen Sohn 8 Jahre der seit 1,5 Jahren auf ADHS getestet ist.
Jetzt wollen wir ihm mit Ritalin helfen, doch seitdem dieses Thema ansteht habe ich das Gefühl das mein Kind immer ruiger wird und sich schon fast selbst in den Griff bekommt.

Habt Ihr schon mal von so etwas gehört?

Ist das möglich?

Sollte ich vielleicht doch noch mal ein halbes Jahr abwarten?

Kann ich was falsch machen wenn ich es ihm jetzt doch gebe?

Ich weiß gar nicht mehr weiter.

Also ursprünglich war bei der Testung empfohlen worden noch ein Jahr zu warten um zu sehen ob er sich in der Psychotherapie noch macht, der Therapeut empfahl uns jetzt aber doch Ritalin zu geben. Ja und jetzt wo wir auch sagen es ist okay und wir können unserem Kind damit helfen ändert der Knilch sich von selbst.
Der kommt manchmal mit Sprüchen um die Ecke, da denke ich das ist doch nicht meiner. Heute Abend z.B hat er mit seinem 1,5 Jahre älterem Bruder geschimpft " Lass das doch bitte sein, sonst muß ich das Mama sagen" ganz ruig und sachlich, oder " ich möchte das nicht , das tut mir doch weh"
Also ich bin total überrascht.

Oder mache ich mir hier Illusionen? Und das ist nur so eine Phase???

Bitte schreibt mir doch auch zurück

Vielen Dank für Eure Antworten


LG Stefanie

Antworten:


Hallo Stefanie,

vielleicht macht Dein Sohn gerade wirklich eine Entwicklungsphase durch, vielleicht hat es "klick" bei ihm gemacht.

Ich könnte mir auch vorstellen, das Du, nachdem Du eine Entscheidung bezüglich Ritalin getroffen hast, selbst ruhiger geworden bist. Allein schon durch die Diagnose gehts Du vielleicht (unbewusst) auch anders mit ihm um.

Vertraust Du Deinem Arzt und Therapeuten?? Wenn Du bist jetzt damit zufrieden warst, sprich doch mit ihm mal über Deine Bedenken.

Uns wurde damals auch nach anderen erfolglosen Therapien Ritalin vom Arzt empfohlen. Ich habe mir damals eine Zeit von 3 Monaten gesetzt, wenn das Medikament bis dahin nicht wirklich sichtbaren Erfolg bringen würde, hätte ich es abgesetzt. Vielleicht wäre so etwas ja auch für Euch eine Möglichkeit.

meint Jutta

von Jutta - am 04.05.2002 20:23
Hallo Stefanie,

die Diagnose ADHS ist noch lange nicht gleichbedeutend mit medikamentöser Behandlung. Ähnlich wie Bluthochdruck, Übergewicht u.a. ist auch ADHS eine dimensionale Erkrankung, kann also mehr oder weniger ausgeprägt auftreten.

Zur Indikation für Medikation gehört u.a. ein bestehender Leidensdruck und/oder die offensichtliche Unfähigkeit vorhandene Potenziale umzusetzen und/oder erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.

Eltern, die sich zur medikamentösen Behandlung durchringen haben gemeinsam mit ihrem Kind nicht nur einen langen Leidensweg, sondern auch einen konfliktträchtigen Entscheidungsprozess über etwaige Vor- bzw. Nachteile hinter sich.
Ohne Not verabreichen verantwortungsvolle Eltern ihrem Kind kein hochwirksames Medikament. Ganz abgesehen davon, dass es vom Arzt auf speziellem Betäubungsmittelrezept erstmal verordnet werden muss.

An deiner Stelle würde ich mir von dem Psychotherapeuten genau auseinandersetzen lassen, aufgrund welcher Beobachtungen er Ritalin für "not-wendig" hält, dann mit deinen eigenen Beobachtungen vergleichen. Ggf. kannst du noch Lehrer und andere Personen aus dem näheren Umfeld befragen. Besprich dich ausführlich mit dem Kinderarzt und dann hör auf deinen Bauch, schließlich kennst du dein Kind am besten und letztendlich musst du die Verantwortung auch ganz alleine tragen.

Gruß clak


von clak - am 05.05.2002 00:54
Hallo Stefanie,

wenn du dir unsicher bis - - - ein Tipp.

Lass dir von den Lehrern deines Kindes Wochenberichte schreiben, mach das auch mal für zuhause .

Kann es sein, dass du nach der Diag. dein Erziehungsstil ~~ unbewußt ~~ geändert hast.

Allein das hilft unseren ADSler schon ungemein.

Beobachte dein Kind genau !!! schreib ALLES auf was dir auffällt, mit diesen Berichten kann dein Doc dir besser raten.

Ich würde es mal SO versuchen ... vielleicht hast du ja auch nur DEINE Sicht der Dinge geändert.

Schönen Sonntag noch

Gruß
Beate

von Beate Mahr - am 05.05.2002 07:24

Re: Clak und alle anderen

Hallo noch einmal,

also ich muß mich erst bedanken fpr Eure Antworten.

Ich habe wohl zu wenig von uns erzählt, das sehe ich an Claks Antwort.

Also wir gehen im Prinzip schon seit der Kindergartezeit durch einen Scheuersack.
Damals wurde an ADS noch gar nicht gedacht, er ging zur Logopädin und wegen Wahrn.störungen zur Ergotherapie.
Machte ein Vorschuljahr und hatte es schon sehr schwer, im ersten Schuljahr viel er natürlich auch sehr auf bis mich jemand darauf aufmerksam machte ich soll mit ihm in die Uni gehen und ihn testen lassen. Da ich zu der Zeit mit den Nerven total am Boden war , war dies ein Rettungsanker.
Ja und da kam dann die Diagnose! Endlich, bekam ich bestätigt das ich doch nicht die Erziehung versaut hatte. Konnte ich mir eigendlich auch nie denken, denn ich kann doch nicht das eine Kind so erziehen und das andere so.

Ja und die Ärzte in der Uni empfahlen uns dann noch ein Jahr zu warten, da wir selbst noch nicht so weit waren und ihn halt weiter Psychotherapeutisch behandeln zu lassen ( diese Therapie hatte ich selber schon ein Jahr zufor angeleiert , ohne zu wissen das mein Sohn ADHS hat.)
Ja und in ein bzw. eineinhalb Jahren könnten wir uns immer noch endscheiden.
Ja und nun ging es halt so weiter es gab HOchs und Tiefs.
Manchmal Tage wo ich mein Kind am liebsten in Pflege gegeben hätte ( O Gott was für eine RABENMUTTER, aber ich denke so denkt jeder mal) SORRY das ich es zu gebe.
Manchmal auch Tage wo ich froh war wenn es zu Bett ging.

Vor ca. 2 Monaten hatten wir dann wieder mal ein Gespräch mit dem Psychotherapeuten, der uns nochmals auf Ritalin hin wies , ich muß dazu sagen er war auch vor einem Jahr noch nicht davon überzeugt das mein Kind Ritalin benötigt. Heute sieht er es anders, er sagt auch das die Therapie manchmal gar n iht möglich ist und dann natürlich auch nicht sehr viel bringt.

Ja ich glaube ich habe jetzt nichts vergessen und ihr könnt mich ein bischen besser verstehn.

Ach ja und wir haben uns lange genung mit dieser Thematik auseineander gesetzt.
Es wundert mich halt nur das wo es jetzt los gehen soll, dieser kleine Kerl sich total verändert.

LG

Stefanie

von Stefanie - am 05.05.2002 08:29

Re: Clak und alle anderen

hallo stefanie,
ich denke, dass du es dir nicht einfach machst liegt doch auf der hand.
meiner erfahrung nach ist ein versuch mit ritalin durchaus sinnvoll. ich nehme es selber. und wenn es nicht gut geht oder zumindest besser, dann könnt ihr euch immer noch - und zwar jederzeit - wieder dagegen entscheiden.
viele liebe grüße
Sharky

von Sharky - am 05.05.2002 08:36
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