Startbeitrag von Moanaam 18.03.2003 19:45
Mein Sohn Leon ist gerade 5 Jahre alt geworden und gestern waren wir wieder beim Neurologen. Ich persönlich denke schon, dass Leon ADHS hat, bin aber schon etwas beunruhigt wie schnell der Neurologe es diagnostiziert hat. Wir (Leon selbst, mein Lebensgefährte, mein Vater und ich) haben Leon sehr ausführlich beschrieben, es ist ein EEG gemacht worden und Leon wurde neurologisch untersucht. Anschließend meinte der Arzt wir sollten mit einer Ritalin-Dosis von einer halben Tablette (5 mg) für 8 Tage beginnen. Ich war etwas perplex und fragte ihn, ob zu einer ausführlichen Diagnostik nicht zum Beispiel auch Fragebögen an den Kindergarten gehören (leon ist aber erst seit 01.02.2003 in diesem KiGa). Er meinte aber daraufhin, dass die Symptome so ausgeprägt wären, dass das nicht nötig sei. Kann er das wirklich so schnell beurteilen??? Zum Glück hatte ich schon vor längerer Zeit einen Termin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie einer Uni-Klinik ausgemacht allerdings ist der erst Ende April. Was soll ich denn nun tun? Einerseits erhoffe ich mir vom Ritalin schon sehr viel (er hat heute morgen auch seine erste Hälfte bekommen), andererseits überlege ich aber auch, ob ich nicht erstmal abwarten sollte was in der Uni-Klinik herauskommt...ach jetzt habe ich endlich eine Diagnose und eine Erklärung für alle unsere Probleme mit unserem kleinen Mann und jetzt mache ich mir schon wieder Druck ob ich das Richtige tue...
Ich bin ja noch ein relativer Newbie und Ihr kennt Euch alle schon so gut aus...sagt mir doch mal bitte etwas dazu! Ich bedanke mich schonmal im Vorraus!!!!
Gruß,
Melle
diese ruck zuck diagnostik ist doch etwas sehr ungewöhnlich.
hm, ich weiß nicht, aber ich glaube, ich würden den psych.termin noch abwarten, bevor ich mit ritalin anfange. vielleicht kannst du da ja nochmal anrufen, die aktuelle lage und die diagnostik des neurologen schildern und anfragen, wie es mit einem etwas früheren termin ausschaut.
bei uns lief die diagnostik mehrschienig und länger.
es lief zuerst mehr als ausschlußverfahren anderer krankheiten und mein sohn wurde regelrecht auf den kopf gestellt und von oben bis unten untersucht. inklusive blutentnahme und neurologe.
dann haben wir fragebögen mitbekommen und ich hab die nicht nur in der schule und von uns selbst ausfüllen lassen, sondern kopien für jeden gemacht, der dennis näher und gut kennt. also familie, engerer bekanntenkreis und fachlehrerinnen (also nicht nur die klassenehrerin).
ich fühle mich mit dieser ausführlichen diagnostik, die auch eine gründliche psychologische betreuung mit iq test beinhaltete, wesentlich wohler. zumal ich ritalin gegenüber auch erst skeptisch war. es sind schließlich keine traubenzuckerdrops.
ich hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben mit unserer geschichte.
liebe grüße
steffi
von Stef@ni - am 18.03.2003 20:37
Gaby
von Gaby - am 19.03.2003 08:50
Schade
von Moana - am 19.03.2003 16:38
Re: Schade
Hallo Moana,
gib uns doch die Chance dir brauchbare Antworten zu geben....
.......brauchauchmazeit.........
Habe heute ein Gespräch mit der Erzieherin meines Sohnes ge-
habt ,das sehr erfolgreich war.
ADS ist dort nur als krasse Form bekannt ,auch plagt dieses Team ein Unwissen über Ritalin .
Bin gut vorbereitet in das Gespräch gegangen und nach anfänglich deutlichem Widerstand durchgedrungen und habe eine
völlig erschütterte Fr.G. hinterlassen.
........gott wie schrecklich;Fr.Bellmann,würde es ihnen etwas aus
machen dem gesamten Team dies nochmalig zu schildern ?
Sooooooo steht das nicht in den Büchern,warum wissen wir als
Erzieherinnen davon nichts?????
Könnten sie auch etwas über das Ritalin erzählen.....?
.......ich muß das erst mal sacken lassen,bin total fertig,danke
nochmal......
Gern geschehen sagt Sonja
von Sonja Bellmann - am 19.03.2003 17:29
Ich kann Dich gut verstehen, dass du etwas perplex bist über die schnelle Diagnose des Neurologen.
Bei uns war der Weg doch etwas länger.Da Dein Sohn ja erst 5 Jahre alt ist, hast Du noch etwas Zeit bis er in die Schule kommt. Wenn Du Dich bei der Diagnose des Neurolgen noch zu unsicher fühlst würde ich auch auf den Termin Ende April bei der Uni-Klink warten.
Ich glaube es ist wichtig voll hinter der Diagnose stehen zu können um seinem Kind ohne schlechtes Gewissen Ritalin geben zu können. Sonst werden Dich immer Zeifel plagen, insbesondere wenn Du von Deiner Umwelt wegen des Ritalins angegriffen wirst. (Das kommt bestimmt)
Ich habe 3 Söhne davon 1 mit ADHS und 1 mit ADS. Bei meinem Sonnenschein mit ADHS haben wir trotz Diagnose erst ca. 8 Monate danach mit dem Ritalin angefangen,(1/4-Jahr vor der Einschulung) da mein Partner anfangs strikt dagegen war. Unter solchen Voraussetzung hätten die Nebenwirkungen die das Ritalin leider auch hat, sehr schnell zum Abbruch der Medi geführt.
Erst als ich meinen Partner genug bearbeitet, informiert und auch mit Vätern von anderen ADHS-Kindern zusammengebracht hatte, konnte er hinter der Medi-gabe stehen. Heute klappt es recht gut.
Manchmal frage ich mich wie ich die Jahre ohne Medi überstanden habe ohne verrückt zu werdne??
Mein Kleiner 6 Jahre alt hat ADS, ist noch im Kindergarten und bis jetzt klappt es noch ohne Medi. Sollte es aber in der Schule zu Problemen kommen werden wir auch bei ihm um die Medi nicht herumkommen.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld und grüsse Dich herzlich.
Marlen
von Marlen - am 19.03.2003 20:08
Re: Schade
da ich hier im Osten fast Einzelkämpfer bin, würde ich gern auf Unterlagen zurückgreifen, so sie da sind, um auch unsere Lehrer einzustimmen. Kann man sich da noch mal austauschen?
Gruß,
Annette
von Libby - am 19.03.2003 20:43