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ADHS ADS Selbsthilfe
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15
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
-Natascha-, Janette, maria, Martin Winkler, Siggi_O, maxima, AnnaS, Monkele, Markus D.

mal wieder unten - mal wieder hier

Startbeitrag von -Natascha- am 12.07.2004 14:46

Hallo,

ich war eine Zeit lang nicht hier. Bei mir gings in letzter Zeit nicht so gut.
Habe mittlerweile zig Sachen gelesen, jetzt zum 3. mal Medis umgestellt ( zur Zeit Concerta 36 Watt), aber ich bekomme mich immer noch nicht in den Griff. Im Gegenteil. Es scheint alles über mich hineinzubrechen.
Ich scheine immer mehr die Kontrolle zu verlieren.

Ich darf jetzt noch 1 Tag arbeiten, dann bin ich arbeitslos. Ich dachte ja schon viel eher, dass ich meinen Job verlieren würde, aber jetzt ist es so weit.

Ich bin immer noch auf der Warteliste der VT´s. Irgendwie scheint die ganze Welt gestört zu sein, ansonsten hätten die doch nicht so lange Wartezeiten, oder?

Jeden den ich frage sagt, dass die nichts beschleunigen können. Die einzige Möglichkeit wäre Stationäre Freiwillige Einweisung.

Mittlerweile zweifle ich bereits wieder, da mir die Ganze Behandlung, und das ganze Geld für die Medikamente bislang noch nichts gebracht hat.
Ich will mich nicht selbst bedauern oder so, aber momentan läuft es wirklich ziemlich in die falsche Richtung. Hatte wirklich gehofft, dass die ADS Diagnose mir mal helfen würde vorran zu kommen. Aber es scheint mir momentan nicht anders, als die vorherigen auch.

Mir fällt echt nicht mehr viel ein, wie ich es durchbrechen kann. Ich bin so unentlich müde von allem...

Gruß
Natascha
Antworten:
Hallo Natascha!

Ich hab eigenartigerweise heute an dich gedacht und warum du wohl nicht mehr schreibst.

Dann solche Nachrichten.....

Laß dich mal fest drücken!!!

Hast du irgend etwas in Aussicht mit Arbeit?

Vieleicht soltest du wirklich eine stationäre Behandlung erwägen? Wenn es dir so Schlecht geht? Deine Arbeit steht dem ja nicht im Weg. Makaber aber ein kleiner Vorteil....

Wenn du die ganze Zeit dich mit der "Macht" Arbeitslosigkeit beschäftigen mußtest ist es doch nur klar das es dir nicht gut geht.

Aber es geht weiter! Du bist noch jung an Jahren! Da kannst du immer irgendwo etwas neues beginnen! Du mußt nur an dich glauben! Und wenn gar nichts mehr geht hast du ja sogar noch die Chance weiter zu lernen! Denk daran das für dich noch einige Wege offen stehen! Ich habe etwa in deinem Alter auch nochmal ganz neu angefangen!

Du schaffst das!!!

Auch die letzten heftigen Berge!

Mit ganz lieben Gruß

Janette

von Janette - am 12.07.2004 15:42
Hallo Natascha!

Kopf hoch ist sicher leichter gesagt als getan... Aber wenn ich irgendwie helfen kann, melde Dich ruhig per PM.



von Martin Winkler - am 12.07.2004 16:06
Hallo Natascha,

ich kann mich noch erinnern, dass ich mich mal gewundert hab, weil es bei Dir so schnell gehen zu schien mit der Medi-Einstellung und Erfolgen...

Ich bekam meine Diagnose ja ein bisserl früher als Du (Mitte Jänner 04), seither läuft die Medi-Einstellung und die funktioniert auch noch nicht wirklich. Überhaupt liegt kein Stein mehr auf dem anderen, das Kartenhaus, das ich mir in den letzten 25 Jahren aufgebaut und mit Mühe zusammengehalten habe, ist völlig zusammengebrochen. Irgendwie geht nix mehr, inzwischen weiss ich nicht mal mehr, ob ich mein Studium je fertig machen werden könne. Die Trümmer meines Lebens liegen umher und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll mit aufräumen....

Mein Glück ist, dass ich eine kompetente Therapeutin habe und mir - das erste Mal in meinem Leben - im Moment keine finanziellen Sorgen machen muss. Ich werde nächste Woche auch einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik antreten. Insofern bin ich nicht hoffnungslos. Aber mir ist im letzten Jahr, und ganz besonders seit der Medi-Einstellung, einfach vieles sehr bewusst geworden - nämlich was vielleicht nicht möglich ist. Wie stark mich das alles, das ADS und die Fibromyalgie, doch behindert. Dass im Moment einfach nix mehr geht. Dass ich nicht so kann, wie ich will. Und das ist teilweise schon sehr brutal.

Vielleicht wäre ein stationärer Aufenthalt wirklich nicht so schlecht für Dich im Moment. Raus aus dem Alltag und wieder Energie tanken, sich neu orientieren...

Wie hat da mal jemand gesagt...ich glaube, meine Logopädin....mit der Diagnose fängt es erst an........

Liebe Grüße
maria

von maria - am 12.07.2004 17:39
Hallo Natascha,

das tut mir so Leid! Ich hatte Dich schon vermisst!

War vielleicht auch alles ein bisschen viel auf einmal, wenn ich mal so an Deine Postings zurückdenke.

Schlaue Sprüche helfen Dir jetzt auch nicht, das weiß ich, aber es ist schon so, wie Maria gesagt hat, Medis können Dir nur im Rahmen Deiner Möglichkeiten helfen, ein normales Leben zu führen und den Alltag zu bewältigen, viel mehr eigentlich nicht.

Wie groß Deine Scheu vor einer stationären Aufnahme ist, weiß ich nicht, aber es wäre sicher hilfreich, wenn du jetzt bald für Dich eine Möglichkeit hättest, mal in Ruhe Ziele für Dich abzustecken und Wege dorthin zu checken.

Ich hoffe und wünsche sehr, dass du Menschen in Deiner Nähe hast, die dich unterstützen und zu dir stehen.

Ganz liebe Grüße
Anna

von AnnaS - am 12.07.2004 18:03
Hallo Natascha,

auch ich habe Deine Postings echt vermisst. Sie waren immer interessant zu lesen und Du bist so hilfsbereit, wenn andere Probleme haben.

Großes Lob mal an dieser Stelle. Vielleicht muntert es Dich etwas auf :).

Mein Mann hat mal gesagt, als alles bei uns schiefgelaufen ist:
"Wer weiß wofür das gut ist" und es war dann auch wirklich der Anfang einer positiven Entwicklung.
Er war gezwungen, sich einen neuen Job zu suchen. Das ist jetzt 16/17 Jahre her und es war für uns und für ihn ein großes Glück, dass alles so gekommen ist, auch wenns damals nicht einfach war.

Schau nach vorne und sieh die Arbeitslosigkeit im Moment als Chance. - Als Chance erstmal das ADS in den Griff zu bekommen, ohne den Druck, dass es auf Arbeit ja klappen muss.

Lass die Seele baumeln und nimm Dir die Zeit nach neuen Wegen Ausschau zu halten. Ich hoffe, dass du mit dem Arbeitslosengeld genug hast, dass Du Dir die Zeit nehmen kannst.

Und wenns Dir mies geht, dann heul Dich hier aus, denn hier gibt es immer jemanden der Dich wieder aufbauen kann.
(Lob ans Forum ganz am Rande :))

Aufmunternde Grüße

Monkele

von Monkele - am 12.07.2004 19:19
Hallo ihr Lieben,

danke für eure vielen aufmunternden Worte.
Ich habe mich echt gefreut, wo ich eure Beträge gelesen habe.
Auch, dass ihr zwischendurch an mich denkt.

Ich möchte Dagmar noch sagen, falls sie das ließt, wie wichtig und hilfreich das Forum ist, welches sie erschaffen hat. Ich denke, dass viele Menschen hier ihren Weg finden bzw. gefunden haben und mehr Hilfe bekommen, als bei manch einer Beratungsstelle oder Ärzten.
Wenn ich zurückdenke an die Zeit, als ich Dagmars Buch Weihnachten zum erstmal mal laß, und das erstemal was von ADS hörte, und mich dann langsam ( oder auch etwas schneller) mich hier durch das Forum gearbeitet habe... Das kommt mir vor, wie eine Ewigkeit. Da hat sich vorallem viel in meinem Kopf getan. Danke dafür Dagmar!

Ja, ich habe wirklich das Gefühl, als ob ich schon wieder vor einem neuen Anfang stehe. Ich habe das Gefühl, dass ich mich jetzt entscheiden muß, welchen Weg ich gehe. Aber es gibt so viele verzweigungen und verästelungen, dass ich auch angst habe mich zu verlaufen.

Mit der Einweisung harpere ich aus verschiedenen Gründen. Ich habe oft das Gefühl, dass es gut wäre mal raus zu kommen, und mal durch zu atmen. Ich würde mich auch freuen, wenn ich jemanden hätte, der sich mit mir befasst, und mir sagt, wo meine Schwächen und Stärken liegen und mir Hilft, Selbständig zu werden.
Allerdings benötig ich immer viel Zeit allein, wo ich mich zurückziehen kann. Um mal nichts zu hören und nichts zu sehen, um meine Gedanken wieder zu sortieren etc. Da glaube ich, haben ich Stationär wenig Chancen. Das Krankenhaus, welches ich kenne, hat keine Einzelzimmer. Auch wird es nicht gewünscht, wenn sich Patienten zurückziehen. Ich habe auch etwas angst davor überrollt zu werden dort. Ich weiß nicht, ob ihr es nachvollziehen könnt, aber dort ist nicht vertrautes. Ich habe dort keinen Platz, wo ich mich wohlfühlen kann. Jedenfalls nicht in der ersten Zeit.
Ich habe bedenken, dass es so ist, wie im Urlaub. Wenn ich im Urlaub bin, ertrage ich es ca. 1 Woche. Dann bin ich so fertig, dass ich mich zu Hause erstmal erholen muß. Die vielen fremden Geräusche und Eindrücke helfen mir nicht unbedingt.
Bis lang war ich immer nur in Krankenhäuser, die sich um den Körper gekümmert haben. Dort bin ich meist sehr früh entlassen worden, da die Ärzte einsehen, dass die Krankenhausatmosphere meiner Genesung nicht wirklich entgegenkommt. Im Klartext, ich kann dort nicht schlafen, habe Angst, Blutdruck probleme, Kreislauf etc. Ich weiß nicht, wieso es so ist, aber mein Körper spielt im Krankenhaus irgendwie verrückt.

Der 2. Grund ist, dass ich meine Tiere habe. Meine Mäuse, meinen Hund etc. Die möchte ich nicht allein lassen. Ich wüsste auch nicht wie. Wenn ich meinen Hund ins Tierheim bringen müsste, bekommt er einen psychischen Knacks, da er schon mal verlassen wurde. Nochmal würde er nicht ertragen. - Und ich auch nicht. Ich brauche meine Tiere mehr, als die meisten Menschen.

Ich weiß es noch nicht, was ich machen werde. Es ist alles momentan etwas Chaotisch in meinem Kopf. Am liebsten hätte ich eine Ambulante Therapie.
Mit der Therapeuten suche, ist es aber auch nicht so ganz einfach. Da gibt es so viele verschiedene, da den Überblick zu behalten... Außerdem finde ich es schade, dass es keine Verzeichnisse mit Schwerpunkten oder ähnlichen gibt. Nur die verschiedenen Therapieformen, aber nicht, wieviel Erfahrung in welchen Bereichen...
Am meisten Helfen würde mir wahrscheinlich eine Art Coatch, der für mich Situationen reflektiert und mir sagt, was schief lief, und mit mir übt es besser zu machen. Auch, mit mir zusammen meine stärken und schwächen durchgeht, und mir hilft, dass ich lerne mich einzuschätzen.

Beim Arbeitsamt bin ich nämlich auch total gescheitert. Ich mußte solche Zettel ausfüllen. Da stand dann auch drauf, in welchen Bereichen ich eingesetzt werden möchte. Da habe ich erst gesagt, dass ich es nicht wüsste. Der Mitarbeiter sagte mir dann, ich solle draufschreiben, als was ich gerne arbeiten möchte. Also schrieb ich verschiedene Berufe auf, die mir intressant erschienen.
Der Mitarbeiter war mir vor, ich wolle ihn verarschen, da ich Berufe aufgeschrieben habe, wofür ich keine Ausbildung habe.

- Bei solchen Sachen z.B. möchte ich gern, dass das einer mit mir übt. Ich weiß auch nicht, da waren so viele Leute und keiner schien irgendwie ein Problem zu haben. Ich habe mich ständig verlaufen, stand vor den falschen Türen, kam zu spät zu Gesprächen etc. Die haben bestimmt den Eindruck von mir, dass ich meinen Job auch nur per Zufall bekommen habe.

@ Martin

Vielen Dank für dein Angebot. Das nehme ich bestimmt noch wahr. Allerdings muß ich erstmal konkrete Fragen aus meinem Kopf filtern ;-)

LG
Natascha

von -Natascha- - am 13.07.2004 09:54
Hallo Natascha !

Das mit den Tieren kann ich gut verstehen :-)

Ansonsten hätte ich eine sehr konkrete Idee, welche REHA-Einrichtung prinzipiell geeignet wäre und Einzelzimmer bietet. Die Behandlung dort würde auf die spezifischen ADHS-Probleme zugeschnitten, aber nicht begrenzt sein. Neben einer Standortbestimmung geht es dabei eher um die Entwicklung und Förderung eigener Ressourcen und sehr praxisnaher Problemlösemöglichkeiten. Dabei soll aber Raum für die Bearbeitung von eigenen "Traumata" bzw. Verletzungen und auch begleitenden anderen psychischen Problemen bleiben, so dass neben einer ADHS spezifischen Therapie auch eine Basisgruppe angeboten wird. Daneben ein begleitendes Therapie- und Sozialberatungsangebot.

Sicher keine Wunderlösung, da eben die realen Probleme zu Haus damit nicht aus der Welt geschafft sind. Aber eine Möglichkeit zum Durchatmen, genauerem Einstellen der Medikation (falls erforderlich).

Oder anders ausgedrückt : Ich bin wohl doch plötzlich ziemlich akut von einer theoretischen Marktforschung hin zu einem konkreten stationären Behandlungsangebot für ADHS gekommen :-)



von Martin Winkler - am 13.07.2004 10:19
Hallo Maria,

nee, dass muß getäuscht haben. Ich habe bis heute noch keine Wirkung bei den Medikamenten gehabt. Ich hatte erst Ritalin in verschiedenen Dosierungen dann Concerta 18 mg jetzt 36mg. Die einzige Wirkung war, dass die Stimmungsschwankungen nachliessen.
Aber konzentrationsmäßig oder sonst was hatte ich noch nichts getan.

Das was mir am meisten geholfen hatte, waren die AHA-Effekte, die ich hatte im Internet und in den Büchern. Es war, als ob ich ein Buch las, aber plötzlich mit den Augen des Autorens. Ich habe plötzlich die Hintergründe verstanden.

Das gelernte auf andere anzuwenden und zu reflektieren habe ich wenig probleme. Aber bei mir selbst klappt es nicht so gut.
ich habe immer wieder Phasen, wo ich glaube, dass alles gut läuft und das ich es geschafft habe. Aber dann werde ich irgendwie immer wieder zurück auf den Boden geholt, weil ich es dann ganz anders eingeschätzt habe, als es wirklich ist.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du geschrieben hast. Ich habe auch das Gefühl, dass ich mir einfach oft was vormache, und mir selbst und auch anderen einfach viel einrede.
Ich wünsche mir oft zurück Kind zu sein, aber vor der Schulzeit. Damals war alles geregelt. Klar gab es auch Probleme, aber es war viel einfacher. Um so älter ich werde, um so mehr muß ich regeln. Das Leben ist einfach manchmal etwas zu schnell für mich. So schnell kann ich gar nicht denken. Man muß an alles denken, alles vorrausschauen. Ich habe manchmal das Gefühl, alle können Gedankenlesen, und wissen immer genau was kommt, nur ich nicht. - Obwohl ich immer alle zenarien vorher genau durchspiele. - Es kommt nie das, was ich Plane. Das schlimme ist nur, wenn die Situation ähnlich ist, wie ich sie geplant habe, ich es aber nicht erkenne. Dann laufe ich in die falsche Richtung, bis ich plötzlich verloren gegangen bin, oder hart gegen eine Wand schlage...

Was genau ist denn die Psychosomatische Klinik? Bzw. was wird denn dort gemacht? Dauert dort der Aufenthalt auch so lange?

LG Natascha

von -Natascha- - am 13.07.2004 10:22
Hi Natascha !!!

Als erstes möchte ich Dir sagen, "KOPF HOCH, DU SCHAFFST DAS!". Ich glaube zu wissen, wie es Dir geht, auch ich habe meine Pobleme, mit sogenannten "schlechten Tagen". Vor allem wenn ich wieder mal etwas versiebt habe, wie Job, Prüfung oder andere Dinge, die mir wichtig sind.
Für mich persönlich habe ich heraus gefunden, das Konzentration der Schlüssel zum Glück ist. Denn ohne, kontrollieren mich meine Gefühle, und nicht umgekehrt. Bloß wo kriegt man Konzentration her? Ich glaube nicht, das eine Einweisung wirklich hilft. Obwohl der Aspekt von Martin bezüglich der richtigen Medikation nicht schlecht ist.
Die Idee mit der Ambulanten Therapie, find ich besser.
Es gibt in Deutschland ein Einrichtung, die nennt sich "Gesundheitslotse". Die sollen angeblich die richtigen Ansprechpartner in deiner Umgebung kennen. Ich persönlich, habe da nie angerufen, weil ich durch zufall schon Fachärzte gefunden habe.Ob diese Fachärzte auch wirklich eine Hilfe waren, laß mal offen. Zumindest waren sie gut genug, mir Rezepte aus zu stellen. Ob die Rezepte gut waren, laß ich auch mal offen.
Ansonsten sie doch mal bei Google nach, was den Lotsen angeht.



von Markus D. - am 13.07.2004 10:43
Hi Natascha,

das mit dem Bedürfnis, sich von Zeit zu Zeit wieder zurückzuziehen, kann ich gut nachvollziehen. Das ist auch eine meiner Bedenken, zwar gibt es in der Klinik Einzelzimmer, aber ich weiss noch nicht, ob ich eins kriege. Ich würde es wohl auch dringend benötigen, da das Programm dort mich sicher anstrengen wird.

Die Krankenkasse hat mir erst mal vier Wochen bewilligt, aber wahrscheinlich wird das dann noch verlängert. Ich gehe auch mit gemischten Gefühlen hin, weil ich dort noch niemanden - außer dem Chefarzt - kenne und alles Vertraute hinter mir lasse. Aber es wird mir sicher gut tun, aus meinem Alltag raus zu kommen......denn der ist schon viel zu lange sehr chaotisch und unstrukturiert.

Was eine psychosomatische Klinik genau ist? Mmh, kann ich wohl auf die Schnelle nicht so erklären. Jedenfalls bieten sie verschiedenste Therapieangebote an, Einzeltherapie zwei Mal in der Woche, verschiedene Gruppen (zum Thema Schmerz, Angst, etc..), Entspannungsmethoden (Autogenes Training und Co) und aber auch Behandlungen auf körperlicher Ebene (Akupunktur, Physiotherapie). Was genau ich dann krieg, weiss ich noch nicht, da lass ich mich überraschen.



Alles Gute
maria

*die jetzt mal für so ca. zwei Tage schlafen geht*

von maria - am 13.07.2004 14:25
Hallo Natascha!

Ich mach es mir woanders immer "Muckelig". Ich nehme Tücher von zuhause mit um einen Tisch abzudecken, Bilder von meinen Lieben und Kleinkram wie Kerzen, Nippes, Bücher, mein eigenes Kissen, eine Vase für Blümkes, meine Tasse usw...

Dadurch schaff ich mir eine vertraute persönliche Note in der "Fremde". Meine Leute sagen immer lachend ich würde mich häuslich niederlassen.... Meine Koffer können echt voll werden!

Gibt es keine Klinik die erlaubt das Hunde mitkommen? Wäre bestimmt sehr positiv! Wenn du niemanden hast der sich eine Zeitlang um die Tiere kümmert kann man sie durch die "Arche 2000" unterbekommen. Gegen Futterkosten leben sie dann bei tierlieben Menschen die dadurch z.B. verhindern wollen das unliebsame Tiere ausgesetzt werden. Eine tolle Organisation!

Deine speziellen Probleme hören sich wirklich schwierig an!

Ich gehöre zu den Wurzellosen, den Nomaden. Ich könnte heute noch meine Sachen packen und mit meinen Dreien woanders hingehen und neu anfangen. Es wäre wie ein Abenteuer! Solange ich mit den Menschen klar komme ist es OK. Ich kann dir noch nicht mal sagen ob mir der Rest meiner Leute fehlen würden... Eher nein.

Daher hört sich das für mich sehr heftig an.

Vieleicht ist deine Schwierigkeit das du deine Probleme jetzt durch die Medis klar siehst? Denn das drum herum überrennt dich ja gerade. Wenn dir diese Sachen vorher vieleicht nie richtig klar aufgefallen sind kann das verdammt heftig für dich sein!

Die Assistentin unseres Arztes meinte das durch die Medis nur etwa 30% Besserung zum "Normalen" erwirkt werden. Der Rest muß durch Therapien, Coaching, positives Feadback und Erleben gefüllt werden.

Das braucht seine Zeit.

Eine andere Sache wäre das du A-Typisch auf die Medis reagierst.

Ich weiß durch deine Post das du wie ich viele der ganz typischen ADS Merkmale hat. Positiv wie negativ. Daher denke ich ist ADS schon dein Ding. Aber vieleicht mit Komorbiditäten die dir das Leben schwer machen? Und Gegenwirken???

Keine Ahnung ob es das gibt?

Bis dann und fühl dich gedrückt!

Janette

von Janette - am 13.07.2004 19:27
Hallo Natascha,

mein Sohn befindet sich seit 5 Wochen in der KJP. Seit der Zeit fühlte ich mich erst leer, richtig leer und müde.

Langsam geht es mir besser. Die Frau vom JA sagte mir, ich solle mich retten, eine Therapie machen (frühester Termin im September) oder zur Kur fahren.

Ich kann nicht zur Kur fahren, ich habe 2 Hunde, 2 Katzen, 2 Papageien.
Aber am schlimmsten ist es eben mit dem einen Hund. Der würde sich zu Tode jammern. Der hätte dann genauso einen Schaden.

Ich wollte dir nur sagen, in der Richtung kann ich dich sehr gut verstehen. Mir bedeuten meine Tiere auch unglaublich viel. Nie möchte ich auf sie verzichten.
Ich verstehe dich.

Aber du solltest auch an dich denken. Finde eine Lösung.

Eine tolle Idee wäre es doch sich einen Wohnwagen zu leihen und eine ambulante Therapie zu machen. Dann könnte man den Hund mitnehmen.

Aber sicher gibt es sowas nicht, schade.

Ich wünsche dir viel Glück und halt die Ohren steif, du schaffst das

Liebe Grüße
Angelika

von maxima - am 13.07.2004 19:55
Hallo

Vieleicht ist das mit den Tieren eine Sache die ihr einfach erfragen müßt mit der entsprechenden Argumentation?

Im Altersheim gab es früher auch absolut keine Tiere. In einigen Seniorenheimen ist es heute OK das Tiere mitkommen wenn ihre Herrchen sich drum kümmern können! Vögel wurden der Gruppe dann vererbt.

Sowas ist einfach ein Prozeß der Veränderung der in Gang getreten werden muß! Wenn die Kurbetreiber merken das es Patienten gibt die gerne kämen aber nicht können wegen z.B. einem Hund dann wird denke ich die ein oder andere Kliniken in Deutschland es erwägen das Tiere mitgebracht werden können!

Es gibt doch oft verschiedene Häuser auf dem KLinikgelände. Da könnte doch eins ohne weiteres das Haus für "mit Tier" werderden! Vieleicht mit Aufpreis?

Ich denke das die Chance gar nicht so schlecht stehen das mit der Zeit zu bewirken.

Den man bekommt doch immer seltener eine Kur bewilligt und in immer größeren Abständen. Wenn dann Plätze besetzt werden müßen um die Häuser voll zu bekommen, dann werden sich die Betreiber etwas einfallen lassen. Vieleicht kommen sie durch eure Anfrage ja die zündende Idee die gerade gesucht wird?

Janette

von Janette - am 13.07.2004 21:02
Hallo Natascha,

es tut mir so leid, dass es für Dich im Augenblick nicht gut
läuft. Du hattest immer so hoffnungsvoll geklungen und auch
andere hier im Forum aufgerichtet.

Du schreibst, dass Du eigentlich eine Art Coach bräuchtest.

Ich weiß, dass das nicht vergleichbar ist, aber hast Du denn
vielleicht in Deinem Umfeld jemanden Deines
Vertrauens, der Dir im Augenblick beistehen könnte -

z.B. bei der Bewältigung des Schriftkrams (ich weiß, Arbeitsamt ist so
ein Fall für sich. ) ? Damit Du wenigstens ein bisschen Luft
bekommst?

Mir hat es immer gut getan, wenn mir in Krisensituationen
jemand zumindest einen Teil irgendwie abnehmen konnte.

Ich wünsche Dir jedenfalls alles, alles Gute.

Siggi

von Siggi_O - am 15.07.2004 17:40
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