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Informationen zum Thema:
Forum:
ADHS ADS Selbsthilfe
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Andrea U., Katzenbaer, Michaela#, ErichW

Strattera kein Betäubungsmittel - Wechsel von MR zu Strattera??

Startbeitrag von Andrea U.am 07.02.2006 09:27

Ihr Lieben,
ich bin sehr verunsichert. Da mein Sohn (15) weiterhin sehr desorganisiert ist, meinte unser Arzt, man könne versuchen, statt Medikinet Retard (30 mg) Strattera einzusetzen. Das wirkt 24 Stunden und ist kein Betäubungsmittel, sagt er. Wird auf normalem Rezept verordnet. Nebenwirkungen sind im wesentlichen wie bei MR, darf also nicht gegeben werden bei Suizidgedanken.
Wie sind eure Erfahrungen? Ich habe schon viel hier im Forum gestöbert, bin aber durch die unterschiedlichen Meinungen sehr verunsichert, ob wir einen Wechsel wagen sollten. Unser Sohn ist auch unter MR oft schlecht gelaunt. Was ist denn "unschädlicher", wenn ich das so formulieren darf? Was bedeutet das, Strattera ist kein Betäubungsmittel? MR bekomme ich doch auch auf "normalem" Rezept verordnet.. ?? Vielen Dank für eure Antworten. Liebe Grüße Andrea
Antworten:
Hallo Andrea,

MPH bekommst du doch wahrscheinlich auf einem gelben Rezept in 3facher Ausfertigung verordnet, oder?

Ein Betäubungsmittel ist MPH nun ja auch nicht, aber es fällt laut Gesetz nun mal unters BtmG, Strattera hingegen nicht.

Mein jüngerer Sohn kriegt auch Strattera, aber in Kombination mit Amphetaminsaft, denn die Konzentration ließ massiv nach unter lediglich Strattera, ein Effekt, den - glaube ich - hier etliche beobachtet haben.

Bei meinem anderen ließen wir die Finger ganz schnell wieder von Strattera, die Wirkung war wesentlich schlechter als von MPH.

Viele Grüße

Michaela

von Michaela# - am 07.02.2006 12:02
Liebe Michaela,
vielen Dank für deine Antwort. Ich habe auch etwas über Leberschäden bei Strattera gelesen... da ist mir dann nicht so wohl dabei... Wie oft läßt du bei deinen Kindern EKG machen und Blut abnehmen? Liebe Grüße Andrea

von Andrea U. - am 07.02.2006 12:21
Hallo,

also zu einem Arzt, der von einem Aufputschmittel als Betäubungsmittel spricht, hätte ich nicht soviel vertrauen. Oder meinte er, wie Michaela es beschrieb, dass MPH unter das Betäubungsmittelgesetz fällt?

Generell würde ich bei Strattera genauso wie früher bei MPH sagen, dass Panik nicht angebracht ist.

Die Leberschäden bei Strattera waren übrigens reversibel, verschwanden also wieder.

Persönlich ist mir allerdings ein Mittel, das nicht auf die Potenz geht, das seit 50 Jahren erprobt ist und als eines der besterforschten Medikamente für Kinder gilt, und das vor allem nach ca. 3 Stunden aufhört zu wirken, allerdings auch lieber.

FG Erich

von ErichW - am 07.02.2006 12:54
Lieber Erich,
der Arzt sagte, daß MPH unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, lediglich Strattera nicht. Ich empfinde wie du - ich habe auch mehr Vertrauen in Medis, die jahrelang erprobt sind. Obwohl ich doch oft denke, daß mein Sohn zu den 20 % gehört, bei denen kein Mittel richtig anschlägt. Liebe Grüße Andrea

von Andrea U. - am 07.02.2006 13:29
Hallo Andrea,

ich habe mich auch lange dagegen gewehrt Strattera zu geben. Doch meine Tochter,11, gehört wahrscheinlich auch zu den 20 % bei denen MPH nicht so wirkt wie erwünscht.

Sie hatte unter Medikinet R leider Depressionen bekommen und war nur ein Schatten ihrer selbst. Unter Strattera sind diese Nebenwirkungen verschwunden. Optimal ist es immer noch nicht (Konzentration, Umgang zuhause) aber besser als mit MPH.
Gewirkt hat Ritalin, aber mit den Kurzzeitmedis kommen wir leider nicht hin. Concerta zeigte auch keine Wirkung.

Und die Blutwerte sind bei meiner Tochter supergut, die Leberwerte 1a. Wir haben im Sommer 05 mit Strattera angefangen und bisher eine Blutentnahme gehabt. Ich glaube bei Unauffälligkeit wird es 2x jährlich kontrolliert. Dabei ernährt sie sich total ungesund und einseitig, wiegt 27 kg bei 1,42m.

Ich denke es muß jeder für sich entscheiden, doch bei uns konnte es so nicht weitergehen. So haben wir uns dann doch für Strattera entschieden.

Hoffe, ich konnte ein bißchen weiterhelfen.

Sabine

von Katzenbaer - am 07.02.2006 14:00

@ Michaela

Hallo Michaela,

hat sich denn die Konzentration mit Amphetaminsaft verbessert?

Wann gibst Du den Saft?

Unsere Tochter,11, wurde im Sommer 05 auf Strattera umgestellt, die Depressionen sind weg aber die Konzentration für Hausis lässt zu wünschen übrig...

Sie ist leider manchmal auch sehr aggressiv. Weiß oft nicht ob ADS bedingt oder pubertär. Sie ist hypoaktiv.

Würde micht über eine Antwort freuen, vielen Dank

Sabine

von Katzenbaer - am 07.02.2006 14:04

Re: @ Michaela

Hallo,

er kriegt beides morgens.

Wirkweise ist schwierig zu sagen, er ist insgesamt entwicklungsverzögert mit massiven Wahrnehmungsstörungen und besucht eine Schule für Körperbehinderte, die geht bis halb vier, keine Hausaufgaben.

So richtig merke ich bei ihm noch nicht mal die Wirkung, aber in der Schule tritt es deutlicher zutage.

Beim Großen und Medikinet ist es wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Eigentlich soll Strattera ja auch gerade auf das Verhalten wirken (Aggressivität), aber da könnte auch die Pubertät mit reinspielen (gibt es für die auch eine ICD10-Nummer????).

Der Große wird 12 und langsam auf aufsässiger als die letzten Jahre (von der Zeit vor der Schule und Medis will ich nicht reden, aber eigentlich lief es die letzten 3, 4 Jahre insoweit gut, als dass er durchaus willig war, sich führen zu lassen. Aber die Zeiten sind vorbei....)

Viele Grüße

Michaela

von Michaela# - am 07.02.2006 20:52
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