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kite2fly.com forum
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Paul, Chris, Armin Harich, murdoc, Webwart

Welche Kites fürs Snowkiten?

Startbeitrag von Webwart am 02.11.2001 00:23

Werte Gemeinde,

welche Kites lassen sich denn zum Snowkiten mit einem Snowboard (Schnallen bindung und Softboots) bevorzugt einsetzen? Habe nur Airblasts, wollte demnächst auf einem Gletscher in Tirol kariolen gehen, stelle mir es aber eher lästig vor, den Kite zu relaunchen oder gar zu starten, brauche Ratschlag.

Fragen drängen sich auf:
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- Welche Kitetypen in welchen Konfigurationen sind brauchbar (z.B. tube mit hohem oder niedrigem AR, Matte mit echtem Depowersystem oder gar offene RAM Airs, ARCs, etc.)

- Kann man mit der Rückwärtsstarteinrichtung der Airblasts auf Schnee sinnvoll abbeide, respektive relaunchen? Kann man den Kite mit angeschnalltem Snowboard tatsächlich durch die Powerzone relaunchen, oder ist die Beschleunigung zu arg? Hätte zumindest den (theoretischen) Vorteil, dass man nicht abschnallen muss.

- Denke über den Kauf eines Flysurfer als Leichtwindkite nach, habe momentan einen 6,3er und 8,4er Airblast. Welche Grösse kommt denn am ehesten in Frage, wenn man Synergien bei den Aggregatzuständen nutzen möche (gehe mal vom Mastair aus)? Wiege 80kg, fahre aufm Wasser mit Wakeboard und möchte den gleichen Kite mit einem 1,60 langen Snowboard zum (bergauf) snowkiten einsetzen.

Bedankt
der Gefahrensucher

Antworten:

hab nur wenig zeit, aber einmal ein paar grundlagen...

1. Vergiss Tubes auf schnee

2. vergiss valved Matten auf schnee (kaum mehr zu landen da sie dir dauernd davonrutschen) - Ausnahme: ARC, da durch safety an einer hauptleine auswehend und null zug

3. Offene Ramair Kites sind für schnee ideal, da sie beim Landen zusammenfallen

4. depower oder nicht hängt vom revier ab, bei tiefschnee ist depower sinnvoll, ansonsten eher nicht notwendig, da nach kitesurfmasstäben extrem unterpowert gefahren wird.

5. Auf 3000 Meter Seehöhe brauchts du bei gleichem windspeed die doppelte kitegroße (nur so als kleiner hinweis)

6. Sei vorsichtig, wenns dich mitsamt board auf den bauch schmeisst und nachschleift musst du dich unter umständen über den rücken in voller fahrt abrollen um das brett wieder vor dich zu kriegen - üb das lieber bevor was schiefgeht.

7. board: Twintip, je weniger sidecut desto besser (ich weis twintips mit 15 m radius gibts seit 6 jahren nicht mehr, aber vielicht hast ja was im keller) bindungen zentriert und leicht duckstyle montieren

8. Power requirements:

- Tiefschnee wie im Wasser
- 10 cm Firn eine Kitegroße kleiner als im wasser
- harter Schnee (zB so ähnlich wie präparierte Piste) 2 kitegroßen kleiner als wasser.

Also 3000m seehöhe, harte piste = gleicher kite wie bei der selben windgeschw. am see

Have fun und halt dich von Seilbahnen, sesselliften und gletscherspalten fern, Motocross Schutzausrüstung und HELM ist bei NICHT tiefschnee auch nicht ganz verkehrt

LG

Paul
Progressive Sports Network


von Paul - am 02.11.2001 09:50

NOCHWAS

Falls du interesse an einem professionellem Workshop für Snowkiten hast:

--> Kite Consulting, wir machen das schon ein bissl länger und kennen uns aus was Equipement und sonstige details angeht....

LG

Paul
Progressive Sports Network - KITE CONSULTING


von Paul - am 02.11.2001 09:53
also, paul hat schon recht:
tubes sind fürs wasser gemacht.
kitesurf-matten sind bedingt geeignet, am besten sind offene matten.

der wichtigste unterschied zum wasser:

du kannst klein anfangen!
da du weder untergehen kannst, noch viel druck brauchst, kannst du mit sehr kleinen kites schon höhe fahren.

also nimm das kleinste, was du hast, und versuch dich von unten nach oben durch ;-)

von murdoc - am 02.11.2001 11:03
Wo ist denn das Problem, an Softkites mit Ventilen? Ich hatte keine Probleme damit. Mit zu 70% gezogener Savety kann ich einen FlySurfer auch alleine gut aufwickeln und einpacken. Der Kite ist durch die Ventile doch auf Wasser und Schnee doppelt einsetzbar. Macht doch Sinn, oder?
Hast du bei deiner ARC eine Savety, die ein Wiederstart sofort und einfach möglich macht?

Bye, Armin
FlySurfer.de


von Armin Harich - am 02.11.2001 23:49
High Armin

Bevor hier was in die falsche Richtung verstanden wird- flysurfer liefert als einer der wenigen Hersteller wenigsten ein aus meiner Sicht einigermassen funktionierendes Safetysystem serienmäßig aus - daher seid Ihr quasi ein Vorreiter (!!GRRR - weiteres siehe untern)...aber nun zum Thema:

Arcs muss man durch das eigenstabile Flugverhalten ja nicht landen um zB einen schluck zu trinken oder zu pinkeln.....,-)

Die Problemstellung ist aus meiner Sicht nicht der Wiederstart, sondern eine Notlandung wegen zB extremem Überpower oder unerwarteten Hindernissen oder einem unkontrollierten Bodydrag am Rücken (kommt ja im Schnee (zumindest bei mir) öfters vor bei einer verhauten Landung mit dem Snowboard)

Mir ist es im letzten Winter ein paarmal passiert dass ich mit Kitesurfmatten (Waterfoils + Quadrifoil) deren Sicherheitsystem durch meine Servobars (c) exakt so funktioniert wie das an FLysurfer matten nicht mehr in der Lage war mit dem Kite per safety am Boden die leinen vernünftig aufzuwickeln, bzw. teilweise auf hartem firnschnee sogar nachgeschliffen wurde - Ist halt kein Wasser.....

Das Hauptproblem ist dass wenn du die bremsleinen safety voll durchziehst, dann fährt im Schnee der Wind an der Hinterkante unter den Kite und lässt ihn kurz aufsteigen, dann wieder auf den Schnee knallen usw. je stärker der Wind desto schneller, dürfte ja bei allen Snowkitern ein bekannter Effekt sein... am Wasser ist das problem durch die Benetzung natürlich nicht so groß, am Schnee kann man aber die Safety oft nur zu 50% ziehen (Grund siehe oben), und dann hat die matte halt auch noch eine ziemlich große Fläche und Zugkraft die in großer kälte zB ein Aufwickeln der Leinen wesentlich erschwert und gefährlich macht...

Ich bin letzten winter wegen dem schneemangel in ostösterreich meist auf höhenrücken in 1700m höhe gekitet und da können besonders gegen Tagesende durch die Termik (kaltes schattiges Tal, warmes sonniges Tal getrennt durch waldfreien Höhenrücken) sehr heftige Windgeschwindigkeiten (Sturmstärke) direkt in Bodennähe entstehen. In so einer Situation muss der kite mit NULL Zug am Boden liegen, und das geht halt nur mit Arc-artigen kites die auswehen können, oder mit offenen Matten (Blade etc...).

Der Wiederstart geht in 90% der fälle (9 von 10 testversuchen) mit einer per safety gelandeten Arc problemlos (im Wasser, auf Schnee wahrscheinlich eher 10/10 - da ich die Arcs noch nicht auf Schnee gefahren bin kann ich dazu aber nix definitives sagen) prinzipiell ist mir in diesem Zusammenhang der wiederstart aber absolut egal, denn im notfall geht man halt gmütlich die 20 oder 30m zum kite und gräbt Ihn für den widerstart ein bisschen ein, ist ja mit offenen waageleinenmatten auch nicht anders wenns einen wirklich zerlegt (zB Schi verlieren)

Außerdem, wenn ich meine Arcs per safety lande, dann hab ich üblicherweise an einem raschen wiederstart eigentlich keinerlei interesse....

Wenn man im Flachland bei konstantem und nicht zu starkem Wind unterwegs ist, dann funktionieren natürlich auch valved Matten, Aber für wirkliche Notfälle mit extrem starkem wind ist euer Sicherheitsystem weder am Wasser noch an Land optimal (ebenso das von den meisten Tubes und fast allen anderen Herstellern) - sorry, aber da ist noch Entwicklungsarbeit notwendig, denn aus meiner sicht muss ein kite fast zugfrei (auch bei 70km/wind locker mit einer hand zu halten) in der Safety hängen. Alles andere macht mich persönlich nervös, besonders an land (= snowkiten)

ANMERKUNG:

Auch wenn das manche fälschlicherweise so interpretieren bin ich definitiv kein glühender Fan der Fa Peter Lynn, sondern des Konstruktionsprinzips der ARC.
Das Prinzip der ARC ist für mich einfach der definitiv beste Blend aus Flugstabilität, Leistung, handling und sicherheit.
Arcs sind vom PRINZIP her bei der Sicherheit absolut TOP, ABER Peter Lynn liefert komplett ohne Sicherheitsystem und ohne vernünftige Anleitung aus (PL Bar und das Instruction Video sind ein Witz - man muss halt was erfinden so wie ich) und div. andere Hersteller liefern Konstruktionen aus die einfach nur gefährlich sind (zB div. Handleashes bei 4-leiner Inflatables an der Steuerleine).
Daher seid Ihr von Flysurfer aus meiner Sicht bei der Gruppe der Einäugigen im Blindenheim dabei, ich persönlich akzeptiere für mich aber mittlerweile im Gegensatz zu vielen anderen Kitern nur absolut vollwertige Lösungen beim Thema Sicherheit - ich will mich beim Kiten nicht verletzen und schon gar niemand anderem wehtun !

LG

Paul
Progressive Sports Network


von Paul - am 03.11.2001 19:18
Hallo Paul!
Und alle anderen...

Zuerst einmal: Völlige Zustimmung, was die nötige Sicherheit angeht! Und wie Du bin ich auch der Meinung, daß man da auch einiges selbst machen kann.

Ich kopier hier mal rein, was ich bei Oase.com zum Thema "Safetyleash bei Kitesurfer" geschrieben habe. Mit der beschriebenen, selbstgebauten Safety-Einrichtung ist meine KitesurferXXL wirklich völlig ohne Power am Boden.
Das sollte in ähnlicher Form eigentlich bei allen funktionieren...(?)
Quadrifoil entwickelt übrigens derzeit ein nachrüstbares Depower-System. Es soll irgendwann im Winter fertig werden (also hoffentlich zur nächsten Saison) und "nicht teuer" (was auch immer das heißt) sein. Und wenn man bedenkt, was für einen Ruf die Fa. sich mit ihren Matten bisher aufgebaut und somit zu verlieren hat, sollte das vermutlich ganz vernünftig funktionieren. Auch wenn es evt. nicht das beste System der Welt wird, so denke und hoffe ich doch, daß dadurch Einsatzbereich und Sicherheit der Matten deutlich größer werden.

Jetzt meine Beschreibung des Selbstbaus:
>
Die Verbindungsleine zwischen den Bremsleinen (war bei mir schon so ausgerüstet) ist so etwas wie ein rudimentäres Safety-System und vor allem die Hilfe zum Rückwärtsstarten.
Ich habe mir eine Syfety selbstgebaut:
dünne Waageschnüre (ca. 70 daN Belastbarkeit reicht) per Buchtknoten an den Verbindungsknoten zwichen Tampen und eigentlicher Bremsleine angebracht (auf beiden Seiten), dann gemeinsam durch ein mittig in die Bar gebohrtes Loch (muß wg. der dünnen Leinen nicht so groß sein) und an einen germeinsamen Tampen geführt. Diesen hänge ich mittels Schlaufe in einen Sicherheits-Schäkel am Trapez. Wenn ich die Bar loslasse wird so die Bremse komplett gezogen und die Matte sinkt wunderbar kraftlos zu Boden. Wenn die Länge perfekt abgestimmt ist, kann man auch in kleinem Maße depowern (z.B. für den Start/ Landung; für den eigentlichen Flug nicht geeignet). Diese "Safety-Leinen" an der Verbindung festzumachen (jedenfalls an der bei mir schon vorhandenen) reicht übrigens nicht, der Weg bis zur Bar ist nicht weit genug und die Leine paßt doppelt durch kein Loch...
Wenn man das natürlich über/unter der Bar oder durch eine aufgeschraubtes großes Auge führt erspart man sich das Bohren und evt. die dünnen Leinen.
<

Gruß
Chris

von Chris - am 11.11.2001 11:48
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