Startbeitrag von T@anjaam 06.08.2002 08:42
Ich bin mal wieder total verzweifelt es geht um meinen Sohn ADHS-ler und meinen Mann, der nicht Tims leiblicher Vater ist.
Also, es war schon immer eine gewisse Spannung zwischen den beiden.....Mein Mann ist eigendlich sehr ruhig, aber seit ein paar Wochen kommt er abends von der Arbeit und zieht ein langes Gesicht...Tim freut sich auf ihn und will iHn zur Begrüssung gleich küssen.....von meinem Mann kommt dann nur ein Spruch," ach da muss ich mich ja bücken ": Er ist dermassen abweisend Tim gegenüber, dass ich langsam daran kaputt gehe.
Er verlangt von Tim Perfektion aber er selber bekommt nicht viel auf die Reihe......ich muss meinem Mann oftmals Zucker hintenrein blasen damit der mal in die Gänge kommt.
Mir tut es so weh, wenn ich sehe wie er Tim abstöst.
Vor 1 1/2 Jahren hatte er mir versprochen, dass er sich ändern würde, was Tim angeht......das gleiche versprach er mir vor einem halben Jahr auch und er versprach es als wir vor zwei Monaten erfuhren, dass Tim an ADS leidet.
Bis heute ist nichts passiert....keine merkende Änderung......
Tim bettelt so nach der Liebe meines Mannes......er malt ständig kleine Herzen wo dann PAPA drinnen steht......ich bekomme selten so ein Herz........bei mir am Tisch ist Tim artig, er redet nicht viel und isst anständig.....bei meinem Mann redet Tim am Tisch ununterbrochen......zappelt rum und wird motzig wenn mein Mann was sagt.
Ich habe schon tausendmal versucht meinem Mann zu erklären, dass Tim das nur macht, weil er keine Liebe von ihm bekommt.....Tim macht solange, bis irgendeine Reaktion von meinem Mann kommt.....tim ist egal ob sie positiv oder negativ ist, hauptsache sein Papa reagiert.
Egal was Tim macht, mein Mann klebt in sekunden schnelle mit dem Ar.... an der Decke.....für jede kleinigkeit jagt er Tim in sein Zimmer.
Der kleine redet sich den Mund fuselig und fragt, " Papa unternehmen wir heute etwas " die Reaktion von meinem Mann ist dann " hast du dein Zimmer aufgeräumt- warst du artig u.s.w. " am Ende bleibt mein Mann vor der Klotze oder am PC sitzen und lässt Tim links liegen........Der kleine ist dann zu tode betrübt und weint sich fast die Augen aus...
Ich habe das Gefühl, dass mein mann Tim nicht akzeptieren will.
In letzter Zeit ist mein Mann auch mir gegenüber sehr streitsüchtig.......
Ich habe einfach mal den Haushalt schleifen lassen, da mein Mann nie irgendetwas macht......er macht nur unortnung....ist nicht in der lage etwas anständig wegzuräumen, den Müll runter zu bringen oder das Alt Papier u. Glas wegzufahren.
Auf alles muss ich ihn aufmerksam machen.......ich habe nicht zwei Kinder......nein....mit meinem Mann habe ich drei Kinder...
Als er mitbekommen hatte, dass ich den Haushalt schleifen lasse ( nur damit er mal sieht, wie es ist, wenn ich auch nichts mehr tue )......da schrie er mich an ich wäre nicht fähig einen Haushalt zu führen und ich wäre mit zwei Kinder und Hund überfordert.....
Er kommt heim und wenn eine Tasse auf der spüle steht, dann geht er hin und räumt sie demonstrativ in die Spülmaschine ein, so nach dem Motto.......wenn er nach Hause kommt muss er erst meine Arbeit tun . :-)
Er sucht ständig nach fehlern bei Tim und mir und fängt dann an zu streiten.........unsere großer Streitpunkt ist natürlich Tim.
Ich kann nicht mehr länger zulassen, dass er immer so auf Tim rumhackt und dem Kind keine Liebe gibt.....er stöst Tim immer nur ab.
Was kann ich tun, damit mein Mann entlich mal das ADHS versteht und liebevoller mit Tim umgeht.
Ich weiß mir keinen Rat mehr......ich habe meinem Mann jetzt eine Frist gesetzt bis 16. November.....an diesem Tag wird Tim 7 Jahre alt.........Ich sagte, wenn bis dahin keinen merkende Besserung eingetreten ist, dann ziehe ich die Konsequenzen.....ich kann nicht zu lassen, dass mir mein Kind auf so eine Art und Weise und überhaupt , seelisch kaputt gemacht wird.
ich würde mich sehr freuen, wenn ich über dieses Thema zahlreiche postings erhalten würde.....
Vielen Dank
eine Mutter die momentan ganz heftig zwischen zwei Stühlen sitzt......sich aber am 16. November für den kleinen entscheiden wird, egal wie weh es tun wird.
Tanja
von gipsy - am 06.08.2002 09:01
das andere Kind ist sein leibliches, da ist er ganz lieb.
von T@anja - am 06.08.2002 09:09
puh, da muss ich erstmal schlucken. Dein Beitrag macht mich sehr traurig.
Warum ist dein Mann so zu deinem Sohn? Ist da keine engere Beziehung entstanden? Ich meine, dein Tim ist ja noch jung und es fällt ja oft leichter, zu jüngeren Kindern noch eine gute und liebevolle Beziehung aufzubauen. (Was ist eigentlich mit seinem leiblichen Vater?).
Also, ich habe selber einen Sohn (8J und hypo/hyper mit ADS) und bin zum 2. Mal verheiratet. Mein Mann, der Stiefpapa, ist - wie soll ich es sagen ohne Schwärmerei- einfach wunderbar zu meinen Kindern. Ich brauche und erwarte Unterstützung von meinem Mann.
Es tut mir so leid, ich kann hier nicht einfach einen guten Tipp geben, denn es kann ja sein, dass eure Schwierigkeiten ganz woanders liegen. In eurer Beziehung (?). Und dein Kind jetzt die Auswirkungen eurer Probleme zu spüren bekommt ?
Es geht ja nicht darum, deinem Mann ADS zu erklären (das wäre ja noch "einfach") sondern die Haltung und Einstellung deines Mannes zu ändern. Da fällt mir erstmal nur die Eheberatung oder ähnliches ein.
Wenn ihr zwei euch wieder besser versteht, dann könnt ihr gemeinsam an der Beziehung zu den Kindern arbeiten.Eventuell hilft dir dann jemand dabei, deinem mann die Problematik ADS zu erklären. (Kinderarzt?) Schön wäre es, wenn ihr gemeinsam ein Elterntraining besuchen würdet, denn das bringt euch auf eine andere Ebene-nämlich eine positive- um über die Kinder zu reden.
Ich drück dir die Daumen und schick dir liebe Grüße
Susanne
von susanne niedersachsen - am 06.08.2002 09:12
danke für dein liebes posting.............in unserer Beziehung haben wir eigendlich keine Probleme.........es ist immer nur wegen Tim.
Sein leiblicher Vater hatte damals sehr viel getrunken und mich geschlagen, deswegen habe ich mich getrennt. Wir waren nicht verheiratet. Geheirartet habe ich erst am 31.12.99 meinen jetzigen Mann. Ich lebte fast drei Jahre mit Tim alleine, bis ich meinen Mann kennen lernte.
Ich vermute irgendwelche psychische Probleme bei meinem Mann, die schon ein paar Jahre zurück liegen und über die er nicht sprechen will oder kann.
Ich habe ihm gesagt er soll sich bei einem Psychologen hilfe holen, denn so geht es nicht mehr lange gut.
Zu unserer gemeinsamen Tochter ist er ganz lieb und ein richtig netter, besorgter Vater.
Ich kann nicht verstehen, warum er so ist, wie er ist.
Es ist mir echt zu hoch. Es kann nicht sein, dass er ständig bei Tim nach Fehlern sucht und ihn dann immer mit Verachtung strafen tut. Der kleine geht mir daran kaputt und ich mit der Zeit auch.
Ich bin mit einem Kind alleine klar gekommen, dann schaffe ich das auch mit zwei kindern.
Wenn mein Mann sich jetzt nicht Ärztlich helfen lässt, dann sehe ich schwarz.
Gruß Tanja
von T@anja - am 06.08.2002 10:58
ich habe deine Beträge gelesen und dachte "holla" das kennen wir doch irgendwoher. also bei uns gibt es ein ähnliches Problem. auch ich habe vor ca 4 Jahren meinen jetzigen Mann kennengelernt und ihn lang und breit über ADS informiert, er hat sich sogar sehr interessiert gezeigt und selber viel Literatur gelesen. aber der Alltag sieht anders aus als die guten Vorsätze oder die blanke Theorie. Mein Sohn ist 14, in der Pupertät und somit da ADS sehr ausgeprägt ist, entsprechend anstrengend. Jedoch hat er einen innigen Kontakt zu seinen Großeltern und etwas zu seinem Vater. Mein Mann ist auch sehr ruhig und hat ein sehr strenges Elternhaus gehabt, ich denke dort liegen auch die eigendlichen Probleme!!! wir alle wissen das ADS-Kinder anders sind als viele andere und brauchen somit auch eine besondere Führung. Vieles was man bei "normalen Kindern" macht kann man bei unseren Kinder nicht erwarten oder voraussetzen. Mein Mann hat immer den Eindruck das mein Sohn irgendwie eine Sonderbehandlung genießt oder man ihn alles durchgehen lässt. Das ist aber nicht so, man nimmt sie nur einfach anders. Manchmal entsteht bei mir der Eindruck, das mein Mann einfach nur eifersüchtig oder missgünstig ist. dann versucht er durch besondere Härte oder Gezänk seine Stellung zu behaupten, bzw. sich einfach über meinen Sohn zu erheben.
Ich versuche natürlich immer soviel wie möglich abzufangen oder erzähle ihm nur das Positive von meinem Sohn um keinen Anlass zu Pöbeleien zu geben.
Das gelingt natürlich nicht immer und es geht auch auf meine Kosten.
Aber ich denke das eingentlich Problem haben die Männer und die müssen in ihre eigenen Biographie gucken warum sie mit gewissen Verhaltensweisen nicht umgehen können. Was man nicht vergessen darf die leiden oftmals genauso. man muss nur sehen wie lange man das selber aushält, denn Ändern können sie sich nur selber -wenn sie das Problem erkannt haben.
Unsere Ehe leidet sehr unter dieser Situation, aber wenn es hart auf hart kommt, halte ich zu meinem Sohn, ohne meinen Mann bloß zu stellen!
Ich denke mein Beitrag war zwar keine große Hilfe, aber Du bist nicht allein mit diesem Problem.
Mit aufrichigem Mitgefühl
Gruß
Angela
von Angela Pentz - am 06.08.2002 12:22
vielen Dank.......Du sprichst mir aus der Seele........
Mein Mann hat aber bis heute nicht erkannt, dass diese ganzen Streitereien von ihm aus kommen........Tim nervt ihn ja nur um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, egal wie sie ausfällt, hauptsache Papi merkt, dass Tim da ist und Papi wenigstens eine negative Reaktion rüberbringt.
Ich muss jeden Tag gewisse Dinge abfangen, sonst würden hier schon morgens um halb sieben die Fetzen fliegen...........ich ermahne meinen Mann, wie ein kleines Kind immer wieder.........." bleib auf dem Teppich, wenn Tim provoziert "........sei trotz allem lieb zu ihm" egal was er macht, sei lieb zu ihm und erkläre ihm im ruhigen Ton.......nimm ihn in deine Arme, wenn du mit ihm redest, aber sei lieb zu ihm.
Diesen Satz kann ich fast nicht mehr aussprechen.........er rennt mir schon nach.
Genau wie du schreibst........er versucht sich, wie ein kleines Kind mit aller Gewalt sich über Tim zu stellen um dem Kind zu zeigen " ich bin hier der Herr im Haus, und es wird das gemacht, was ich sage ".......
Mein Mann kann Tim gegenüber keine Gefühle Zeigen........er nimmt ihn von selbst nie in seine Arme.........ich muss ihn auffordern, dass er mal 2 Min. mit dem Kleinen schmusen und kuscheln tut.........aber dann merke ich immer, dass selbst das meinem Mann einfach zu viel ist.
Ich bin im Moment wirklich so weit, dass ich am liebsten heute statt morgen die koffer packen möchte, denn ich stehe hinter meinen Kindern und ich lasse mir Tim nicht kaputt machen.
wie gesagt, wenn mein Mann sich bis mitte November keine Ärzliche Hilfe nimmt, und auch keine merkbare Besserung eingetreten ist, dann ziehe ich meine Konsequenzen.
Tim allerdings hat mir gesagt, dass er von Papa nicht weg ziehen möchte, wenn Papa auch so ekelig zu ihm ist, will er trotzdem bei ihm bleiben, weil er Papa doch so lieb hat.
Bei diesem Spruch musste ich ins Bad........habe 10 min. lang in ein Handtuch geweint, damit der kleine das nicht mitbekommen konnte.
Ist meine Reaktion so grass???? oder bin ich doch eine normal denkende Mutter die zu ihren Kindern hält.???????
Ich weiß es selbst nicht mehr
Ich liebe meinen Mann, unsere Beziehung ist auch in Ortnung, bis auf die o.g. Vorfälle mit Tim.
Ich würde ihn ungern verlassen, aber wenn es anders nicht möglich ist..........AUCH ICH HALTE ZU MEINEN KINDERN UND WERDE ALLES DAFÜR TUN; DASS ES IHNEN AUCH IN ZUKUNFT GUT GEHT:
Gruß Tanja
von T@anja - am 06.08.2002 13:34
deine Beiträge haben mich auch sehr bewegt.
Vielleicht ist nicht die Tatsache, dass dein Mann nicht der leibliche Vater deines Sohnes ist, das Problem. Vielleicht denkt dein Mann, dass ein Vater seinem Sohn nicht so viel Gefühl/körperliche Zuwendung zeigen darf. Du schreibst selbst, dass da etwas vorgefallen sein könnte, das dein Mann noch nicht verarbeitet hat.
Es wäre bestimmt hilfreich für euch alle, wenn dein Mann zum Psychologen ginge. Dazu müsste er aber erkennen, dass _er_ ein Problem hat, sonst bringt das alles nicht viel.
Hatten dein Mann und dein Sohn schon einmal Gelegenheit, sich gegenseitig _richtig_ kennen zu lernen, sich auszusprechen und "Mann-zu-Mann-Gespräche" zu führen? Vielleicht solltest du beide für ein bis zwei Wochen zum Zelten nach Schweden schicken. Da wären die beiden auf sich gestellt, hätten keine Ablenkungsmöglichkeiten (Fernseher!) und könnten am Lagerfeuer oder beim Angeln herausfinden, wie wichtig einem der andere eigentlich ist. Dein Sohn weiß das ja schon...
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute. Eine Trennung wäre wahrscheinlich für alle Beteiligten die schlechteste aller Lösungen.
Viele Grüße!
Christine
von Christine - am 06.08.2002 17:35
Dieser Satz hat mich sehr nachdenklich gemacht, liebe Tanja.
Dein Sohn sieht die Angelegenheit viel erwachsener.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß "Aussitzen" oft eine gute Lösung ist.
Kann Dein Mann nicht einmal in der Woche nur etwas mit Deinem Sohn unternehmen, ohne Dich, ohne Druck.
Das halte ich für eine gute Möglichkeit, die Beziehung zwischen beiden zu verbessern.
Dein Mann wird sich auf Dauer nicht der entgegengebrachten Liebe Deines Sohnes entziehen können.
Gefühle entwickeln sich besser ohne Druck und brauchen Zeit.
Deinem Sohn ist der Zusammenhalt der Familie extrem wichtig.
Will denn Dein Mann die Situation verbessern?
So ewig lange seid ihr ja auch noch nicht zusammen.
Und dann noch das kleine Geschwisterchen.
So eine Konstellation belastet jede Familie.
Schaff' Situationen, in denen sich Mann und Kind miteinander beschäftigen müssen, ohne Einmischung und Kontrolle von außen.
Ich wünsche Euch alles Gute!
MfG ute
von ute - am 06.08.2002 17:45
ich danke euch allen für euere netten postings.
ich habe meinem mann auch vorgeschlagen, dass er mit Tim ganz alleine was unternehmen soll.....wie z.Bsp. Fussball spielen gehen........Rad fahren.....aber er kam gleich mit der Ausrede " wann soll ich das denn machen, wenn ich drei mal die Woche erst gegen 19- 19:30 Uhr nach Hause komme. Ich sagte gleich zu ihm , dass auch drei Tage in der Woche dabei sind an denen er früher zu Hause ist und dann immer noch ein zwei stunden was unternehmen kann.
Da merkt man auch wieder, dass er irgendwo nicht will oder vor irgendetwas angst hat.
Jetzt habe ich bei Tim´s Therapeuten einen Termin für nächste Woche zu einem Familiengespräch. Ich habe dem Therapeuten vorab die Lage zu Hause etwas geschildert, der sagte nur " Oh Gott, das arme Kind." Und gab mir sofort einen Termin, an dem mein Mann mitkommen muss.
Mein Mann hat jetzt angst, dass der Therapeut ihm den Kopf runter nehmen wird..... :-) das wird er ja wohl nicht :-)
aber ich finde es gut, dass er nun etwas Angst davor hat, denn jetzt fängt mein Mann an zu denken .
Ich kann nur hoffen, dass er auch auf den Therapeuten hört und nicht denkt " rede du nur ".
Also drückt mir ( uns ) bitte alle die Daumen........
Da Tim und ich meinen Mann sehr lieben, ist eine Trennung ja auch das allerletzte was wir wollen.
Liebe Grüße
Tanja
P.S. IHR SEIT ALLE SO LIEB UND NETT:::::ES IST WIRKLICH SCHÖN DASS ES EUCH GIBT UND IHR EUERE HILFE ANBIETET:
ICH DANKE EUCH...........UND GEBT EUERE GUTEN RATSCHLÄGE IMMER SO LIEBEVOLL WEITER:
DANKE
Tanja
von T@anja - am 06.08.2002 18:31
ich habe mit nochmal Deine Beiträge durchgelesen. Du schreibst, dass Dein Mann sonst ganz ruhig und lieb ist, was ich mir jedoch nicht ganz vorstellen kann. Anfänglich kam mir mein Mann auch sehr ruhig und ausgeglichen vor. Doch seitdem die Situation so angespannt ist, bemerke ich, das er auch mit anderen Situationen schlecht umgehen kann. er ist grundsätzlich wenig belastbar und neigt doch dazu seinen Unmut, doch lautes Gepoltere und böse Bemerkungen zu kompensieren. Heute morgen zb. nervten die Katzen (5 Baby´s), er schreit sie grundlos an. von diesen Situationen gibt es hunderte am Tag. Ich überlegte mir, liegt es daran dass er grundsätzlich mit den Nerven am Ende ist, oder habe ich dieses Verhalten an ihm nie richtig regestriert ? Dann ist mir aber aufgefallen, dass in unserer Beziehung, ich immer dazu neigte, ihm soviel wie möglich vom Hals zu halten (etwas harmoniesüchtig!!!) Erst jetzt, wo ich total genervt bin (Stress zwischen Sohn und meinem Mann), schallte ich auf stur und halte ihm eben nicht mehr alles vom Hals und er muss sich mit Sachen auseinander setzen, auf die er kein Bock hat. Dadurch erkenne ich, dass das Problem wirklich bei meinem Mann liegt. Ein ADS-Kind verlangt eben ständig etwas von einem und wenn man nicht genügend Puffer hat, hat man ständig das Gefühl diese Kinder oder Personen (mein Mann hält mich auch für einen ADS-ler Super!!----kann sehr gut damit leben!!!!) nehmen einem die Luft, oder Raum zum leben. Jedoch halte ich die Reaktionen von meinem Mann oder auch von Deinem total für überzogen.
Was ich jedoch damit sagen möchte ist, ich werde meinen Mann versuchen zu einem Gang zum Psychologen zu bewegen, jedoch nicht wegen der Probleme mit meinem Sohn sondern, weil er in anderen Situationen eben auch überzogen reagiert. Wenn er grundsätzlich lernt gelassener zu reagieren, wird sich auch das Verhältnis zu meinem sohn entspannen. Ich hoffe nur, das er die Problematik selber erkennt. Und sollte es keine Einsicht geben, denn ich halte das alles nicht mehr lange aus, werde ich meine Konsequenzen ziehen.
Also irgendwie schafft man das schon (holla, sind wir heute wieder positiv)
Gruß lass den Kopf nicht hängen
Angela
von Angela Pentz - am 07.08.2002 07:34
habe eben deinen Beitrag gelesen........da geht es dir nicht anders als mir.......heute morgen kam mein Mann von der Arbeit, machte das Frühstück.Danach musste ich mit der kleinen zu Vorsorgeuntersuchung. Tim blieb mit Papa alleine zu Hause. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen und schlechtem Gewissen zum Kinderarzt. Doch als ich nach Hause kam.......siehe da es hat funktioniert.....die beiden sassen am Tisch und malten Pokemons... :-)
Eben hat mein Mann Tim mit in die Wiese genommen, wo wir unseren Hund immer laufen lassen. Bin mal gespannt, was los war, wenn sie nach Hause kommen.
Heute Mittag fährt mein Mann auch mit zu Tim´s Ergotherapie.
Ich sprach gestern mit dem Therapeuten und wir machten einen Termin für nächste Woche, damit wir ein Familiengespräch führen können............Also ich glaube ich habe es geschaft, meinen Mann davon zu überzeugen, dass auch er Psychologische Hilfe brauch..........er hat mir gestern Abend am Telefon gesagt, dass er heute mitfährt um den Therapeuten schon mal kennen zu lernen und dann will er auch nächste Woche mit ihm reden.
Wenn Tim´s Therapeut der Meinung ist, dass mein Mann psychische hilfe brauch, dann ist mein Mann sogar bereit eine Therapie zu machen.
Mein Gatte ist genau wie deiner.........er tut auch bei der geringsten kleinigkeit total überreagieren. Selbst unser Hund muss darunter leiden. Wenn der Hund durch die Wohnung läuft, dann machen seine Krallen auf dem Laminat ein lautes Geräusch....ich höre das schon gar nicht mehr, aber mein Mann bekommt dann einen Anfall und schreit den Hund an er sollte auf seinen Platz gehen und sich hinlegen.
Es gibt auch bei ihm mehrere Situationen in seinem Tagesablauf wo er einfach überfordert ist und überreagiert.
Aber ich bin froh, dass er jetzt entlich den Schritt zu einer Therapie machen will
Ich drücke auch dir ganz fest die Daumen, dass dein mann genauso einsichtig ist wie meiner und den Weg zum Therapeuten gehen wird.
Viel Glück wünsche ich euch
Liebe Grüße
Tanja
von T@anja - am 07.08.2002 11:00
Dein Beitrag kam mir ziemlich bekannt vor. Nur - daß es sich bei mir um den leiblichen Vater handelt. Vorab möchte ich sagen, daß sich sein Verhalten (vom Vater) in den letzten Monaten sehr gebessert hat. Bei uns kamen denke ich mehrere Punkte zusammen. Hauptsächlich war mein Mann (unbewußt?) eifersüchtig auf den Kleinen, nahm er doch einen ganz schönen Anteil meiner Zeit und Energie in Anspruch. Dann kamen seine beruflichen Probleme hinzu und die Tatsache, daß er ein kontrollierender, machtorientierter Mensch ist. Sobald er nach Hause kam fand er weder Ruhe, noch das Gefühl Authorität zu besitzen. Erschwerend war, daß er durch seine eigene Kindheit (alleinerziehende Mutter mit vier Söhnen, Vater ausgewandert, zeitweise war er im Heim) kaum eingehendes Elternverhalten kennengelernt hat. Wie bei Dir eine Besserung eintreten kann weiß ich nicht. Bei uns half, daß sich der berufliche Streß etwas legte, so daß er aufnahmebereiter werden konnte, und den Ausschlag gab, daß ich ihm erklärt habe, daß ich ihn verlasse, wenn er diese Art noch einmal bringt.
Ich habe über Jahre auf ihn eingeredet und jetzt sagt er zu mir (kann ich nicht ganz nachvollziehen - aber es ist ja positiv...), daß er bisher nicht gemerkt hätte, was er uns damit angetan hat...
Momentan bemüht er sich sehr und ich sehe ein wesentlich stabileres und ausgeglicheneres Kind vor mir.
von Andrea - am 07.08.2002 21:09
als ich Eure Beiträge las,dachte ich...das kommt mir ja nur bekannt vor...mit dem kleinen Unterschied,dass mein Mann die Koffer gepackt hat.Sieben Jahre lang stand ich zwischen 2 Stühlen und versuchte immer zu vermitteln...-er konnte einfach nichts mit meinem Sohn anfangen und ist bis heute der Meinung er wäre ein verzogenes Gör.
Mein Sohn ist heute 14 Jahre alt und sein Kommentar zu unseren Beziehung war am Ende:"ich suche mir jetzt neue Eltern im Telefonbuch!"
Die Eifersucht meines mannes war so groß.dass ich am Schluß selbst den Kontakt zu meiner Famile abgebrochen habe aus "Harmonieliebe" und er selbst auf die 30 Minuten am Abend,wo ich meinen Sohn ins Bett bringe und wir den Tag durch Gespräche Revue passieren lassen, eifersüchtig reagierte.Auf Vorschläge,doch irgendetwas gemeinsam zu machen(Fußball,Tischtennis,etc) sagte er immer nur.."von welcher Zeit...ich habe doch nie Zeit!"
Seit über 2 Monaten ist er schon fort und Vorschläge zur Familientherapie lehnt er immer mit fadenscheinigen Argumenten ab.Da jetzt auch noch bei mir selbst ein ADS ohne H diagnostiziert wurde...weiß ich echt nicht mehr,was denn nun richtig oder falsch ist.Wenn ich versuche mit meinem Mann normal zu sprechen,artet es immer nur in Vorwürfe...und"all die anderen sind schuld"..aus
wäre in unserer Situation eine Therapie denn überhaupt noch sinnvoll?
liebe Grüße
bärbel
von babsi - am 13.08.2002 16:20