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11
Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
peggy10, Händchen, AnnaS, Annette B., BarnyHH, Andre@

Löcher in den Bauch Fragen!

Startbeitrag von peggy10am 17.04.2004 10:12

Hallo Zusammen

Unser Sohnemann Felix ist 9 Jahre alt, ADHS Kind und bekommt seit 3 Jahren Medikinet, mit Erfolg.

Hier nun aber meine Frage an euch!

Seit er im Kindergarten war hat er Kindgerecht Fragen gestellt ohne Ende.
In der Schule dann aber ging es weiter. Hat man ihm eine Frage beantwortet kam schon wieder die nächste. Die Frage wieder beantwortet wieder die nächste Frage. Nur durch ein strenges "es reicht" dann entlich aufgehört.
Aber es hört ihrgend wie nie auf und ich bin bald am Verzweifeln weil er absulut nicht aufhören will.
Es zeigt mir zwar, das er Interresse Zeigt aber es wird mir immer mehr zu viel.
Und dann ist er auch noch beleidigt wenn ich dann doch keine Antwort mehr habe und ihn auf meinen Mann verweiße ihn zu fragen.
Nachschlagen (lesen) will er nicht, weil lesen für ihn sehr schwer ist, aber er kann lesen, nur ob er es auch versteht ist dann schon wieder die nächste "Frage"!

Weiß jemand Rat oder hat auch so ein Kind?

Im Vorraus vielen Dank für die Antworten!

Viele Grüße peggy10
Antworten:
Hallo peggy,

ja, habe zur Zeit auch so ein Kind. Vera ist aber erst 5 und da ist die Fragerei ja normal.

Was ich nur komisch finde, wenn ich ihre Frage beantwortet habe, stellt sie nicht die nächste Frage, sondern genau die selbe Frage nochmal. Ich weiß dann nicht, was ich noch sagen soll. Sie reagiert dann auch oft gekränkt, wenn ich nicht mehr weiter weiß oder irgendwann unwirsch reagiere.

Einen Rat habe ich leider nicht.



von Händchen - am 17.04.2004 11:48
Hallo Händchen

Als Felix noch kleiner war und wie gesagt auch so viel gefragt auch die gleich Frage kam ich ihrgend wann auf die Idee es genau so zu machen wie er.
Wenn er was wollte, zu fragen "warum mit frage" und dann genau wie er es noch mal zu machen "warum mit frage". Sie merken es dann wie es ist :-)

Was man auch machen kann mit einer roten Karte oder Stop Karte oder auch nur "stop" sagen.
Auch unsere Kinder lernen aber ein Hintertür lassen sie sich auch wieder einfallen. :-)

Ich hoffe ein wenig geholfen zu haben.

Der letzte Satz ist gut.
Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.

von peggy10 - am 17.04.2004 14:27
Hallo Händchen,
ich habe laut Familiensage auch wahnsinnig viel gefragt. War eine Frage beantwortet, bohrte ich nach: "ist das immer und ebig so?"
Vielleicht braucht Deine Tochter ebenfalls diese Bestätigung: "Ja das ist immer so!"
Gib ihr doch die Bestätigung:"ja, das ist immer so."
Vielleicht braucht sie das - jetzt mal von mir nur so ins Unreine spekuliert.
Barny

von BarnyHH - am 17.04.2004 16:11
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten. Wenn ich sage "Stop" hält meine Tochter ihre Hände vors Gesicht. Ob etwas immer so ist, wollte sie noch nie wissen.
Sie fragt anders:
Warum ist Ostern vorbei?
Warum hab ich nur einmal im Jahr Geburtstag?
Warum ist Ostern nicht im Sommer?
Warum ist an dieser Ecke kein Spielzeugladen?
Warum kann man beim Bäcker keine Kaumgummis kaufen?

Und da soll man nicht verzweifeln. Doch das schließlich allen Eltern so. Ich bin doch froh, daß Vera in diesem Punkt absolut "normal" ist. Hat auch was. *grins*

Die Signatur ist ein afrikanisches Sprichwort. Ich finde, da ist was dran.

Lieben Gruß



von Händchen - am 17.04.2004 18:40
Hallo zusammen,

mit der Fragerei ist das so eine Sache.

Da gibt es glaube ich zwei grundlegende Fragearten.

Zum Einen die Fragen aus Wissbegier und und Interesse an einer Sache; die Kinder erkennen ein Problem oder verstehen etwas nicht und möchten schlicht und einfach eine Erklärung. Aus der Antwort ergeben sich dann möglicherweise neue Fragen. Das ist wohl normaler Wissensdurst, je nach Veranlagung mehr oder weniger stark ausgeprägt.

Meine Tochter hatte es mehr mit der zweiten Art von Fragen, so wie Händchens Tochter, nämlich die, auf die es eigentlich keine vernünftige Antwort gibt und die einen deshalb zur Verzweiflung treiben können.

Meine Tochter wollte damit nur meine Aufmerksamkeit, durch das Frage- und Antwortspiel sicher gehen, dass ich mich innerlich ja nicht mit irgendeiner anderen Sache beschäftige. Fiel ihr ausnahmsweise mal nichts ein, überbrückte sie die "Wartezeit" mit dem berüchtigten:...du, Mama?....oder Mama, du?...10-15 mal hintereinander, bis die nächste Frage kam.

Beliebt war auch die Frage.....warum kriege ich keinen Hund?
Die Frage bot mindestens Stoff für eine 10minütige Erklärung. War ich fertig, sah sie mich groß an, und fragte dann....aber Mama, warum kriege ich denn keinen Hund?...

Ich bin manchmal bald schlapp umgefallen!

Das hätte bis in alle Ewigkeiten so weiter gehen können und alle Versuche meinerseits.....Darum!.... das habe ich Dir schon tausendmal erklärt.......

Völlig sinnlos!

Dagegen gibt es nur ein Mittel, die Zeit. Es wächst sich aus.

Heute ist sie 14 und ich bin froh, wenn wir an manchen Tagen mal 10 Minuten miteinander reden.

So ändern sich die Dinge.


VG
Anna

von AnnaS - am 18.04.2004 03:49
@Anna

Genial! Einfach nur genial! *lach*



von Händchen - am 18.04.2004 10:26
Hallo,

mußte grinsen, als ich Deinen Beitrag gelesen hab :-).
Diese Fragen können einen wirklich schaffen.
Meiner stellt unzählige Fragen. Nur hört er sich nie die Antworten an. Nach dem ersten Satz ist es ihm schon zuviel und er will die Antwort nicht mehr wissen.
Dafür folgt zehn Minuten später die nächste Frage.

von Andre@ - am 18.04.2004 18:58
Hallo
Ich muß mein Thema noch mal auffangen.

Heute abend beim Abendessen viel es mir wieder so richtig auf wie schon so viele Tage vorher.
Er verdreht meine Worte so für sich wie ich sie nicht zu ihm gesagt habe.
Beim Essen steht sein Mund nicht still. Plaudert vor sich hin und ärgert seinen Bruder ständig.
Wenn ich dann sage "hör auf und sei still" dann kommt promt die antwort "dann brauch ich nichts mehr essen" oder "dann kann ich nicht mehr atmen" oder auch "dann kann ich nichts mehr trinken"

Er hat so eine forderte Stimme die er sehr laut einsetzt und wenn es mir zu viel wird und er gar nicht mehr aufhört und ihn ins Zimmer schicke im dann aber einfällt das er zum Beispiel was trinken wollte und ich ihm dann erlaube noch was zu trinken sagt er dann immer "darf ich ja nicht " weil ich hoch muß.
Auch wenn wir nur so zusammen sitzten und er mal wieder blödsinn macht und ich ihn ermahne, verdreht er mir wieder meine Worte so nach dem Motto darf ich ja nicht.

Ich weiß gar nicht wie ich es richtig erklären soll.
Ist das im Moment ein Machtkampf???

Ich hoffe das ändert sich, mit dem älter werden, wie ich es schon gelesen habe, doch jetzt!!!!!!!!!!!!

Danke der eine Antwort für mich hat, den ich verzweifle bald.

Gruß peggy10

von peggy10 - am 18.04.2004 20:37
Hallo Peggy,

so wie Dein Sohn reagiert auch unserer heute noch mit knapp 10 Jahren.

Das kann mich verrückt machen, wenn ich sage, dass er z.B. seinen Mund halten soll, weil er nur Quatsch am Tisch macht und er dann quer über alles drüber langt um etwas zu erreichen, statt dass er danach fragt. Kritisiert man ihn deswegen, beschuldigt er mich, dass wir ihm ja verboten hätten zu sprechen und so konnte er ja nicht fragen.

Oder ich habe ihm wegen wiederholtem Zuspätkommen Zimmerarrest gegeben, dann bekomme ich natürlich auch wieder gesagt, dass er ja nichts zu essen bekommt, weil er darf ja das Zimmer nicht verlassen.

Es wird alles wortwörtlich genommen. Und auch alles verdreht, man sagt es ja gar nicht so oder meint es gar nicht so, wie er es immer interpretiert.

Ich finde das sehr schwierig damit umzugehen. Ich weiß da ehrlich gesagt auch keinen Rat. Höchstens versuche ich inzwischen gar nicht mehr auf solche Reaktionen von ihm einzugehen. Ich sag dann meistens nur noch "wenn Du meinst, dann ißt Du halt nichts", meistens kommt er dann doch herunter zum Essen.

Tut mir leid, einen Tipp kann ich Dir nicht geben. Aber mir kam das alles soooo bekannt vor und ich frage mich immer noch täglich, wie kann ich es verhindern, dass er mich fehltinterpretiert? Drücke ich mich denn falsch aus? Wieso versteht er immer etwas anderes als wir eigentlich meinen?

Ich bin ja mal gespannt auf die anderen Schreiber und hoffe - wie Du - auf eine Anregung.
Ansonsten kann ich Dir nur erzählen, dass ich es mit Geduld versuche. Ich versuche dies alles inzwischen gelassener zu sehen. Mir geht es dadurch besser..... klar, wenn ich mich nicht so aufrege und selbst reinsteigere.....

Liebe Peggy, verzweifel nicht, ich denke, es wird - wie Anna schrieb - wirklich besser, wenn sie älter sind.
Ich wünsche Dir alles Gute, starke Nerven und viel Geduld, dies durchzustehen.

Liebe Grüße
Annette

von Annette B. - am 19.04.2004 14:40
Hallo zusammen,

nicht dass wir uns falsch verstehen.

Als ich sagte, es bessert sich, meinte ich nur diese Geschichte, aber dafür kommt garantiert etwas anderes. Eine blöde Marotte löst die nächste ab.

Und alles wortwörtlich zu nehmen-wenn es denn von Vorteil ist-ist wohl typisch für ADS- Kinder, das ist bei meiner heute zum Teil auch noch so. Die Situationen, die ihr geschildert habt, hatten wir auch ganz genau so.

Meine wusste eigentlich fast immer ganz genau, was gemeint war und wie es gemeint war, da bin ich mir sicher .

Aber ADS-ler sind Möchte-Gern-Alphatierchen. Einfach das tun, was man ihnen sagt, ist für viele fast unmöglich.

Als Meistertaktiker witterte Knuddeline regelrecht jede winzige Chance, die vermeintliche Schmach einer Zurechtweisung oder Anweisung umzudrehen in einen Sieg, in dem sie nach irgendeiner Schwachstelle in der Argumentation suchte und sie oftmals auch fand, nach dem Motto...schlagt sie mit ihren eigenen Waffen!!!

Es ist also wirklich ein Machtkampf. Sie können nicht anders.

Das ist vielleicht-oder hoffentlich-im späteren Leben ein Teil ihrer Stärke. Wenn der Rest der Menschheit schon am Boden liegt und längst ermattet aufgibt, läuft der ADS-ler erst zur Hochform auf.

Ich sehe das als hoffnungsvolle Perspektive.

VG
Anna

von AnnaS - am 19.04.2004 18:08
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