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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 3 Monaten
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rita66, Winterkind, seeyou, Euridike, Agnes69

niedrig dosiertes mph

Startbeitrag von rita66am 27.01.2009 09:55

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ganz kurz zu mir.
Ich bin Mutter von drei Kindern von denen der Jüngste diagnostizierter ADS´ler ohne H ist. Wir haben sehr viele Höhen und Tiefen durch, brauch ich ja aber euch wohl nicht nähers erläutern. Es war und ist bei uns wie bei allen Familien mit ADS-Hindergrund. Etwas chaotisch aber sonst ok.
So nun zu meiner Frage und ich hoffe das sich der eine od. andere meldet weils Ähnlichkeiten gibt.

Mein Sohn wird bald 17 Jahre alt und hat auf eigenen Wunsch nach den Sommerferien 2008 kein MPH mehr eingenommen. Bis dahin nahm er Concerta 54mg.
Allerdings nur während der Schulzeit. Am WE und in den Ferien kam und kommt er auch ohne Medikament super klar.

Dann kam das bittere Erwachen. Seine Noten wurden immer schlechter und auch verhaltenstechnisch viel er auf einen Stand zurück der mich stark an die Zeit erinnerte vor der Diagnose.
Er hat dann beschlossen wieder ein Medikament einzunehmen. Er fing mit 2 x 5 mg kurzwirksames MPH an und kommt damit super zurecht. Unsere Ärztin ist sehr erstaunt das diese "homöopathische" Dosis wirklich wirkt.
Aber sogar sein Lehrer hat den Unterschied bemerkt und das ohne das er wusste das Sohn wieder MPH nimmt.
Ab morgen nun nimmt er Medikinet retard 10 mg damit er in der Schule nicht nachlegen muss.

Wir sind natürlich glücklich darüber das er so gut auf das MPH reagiert haben aber auch Zweifel obs evtl. nur die Psyche ist die ihm da einen Streich spielt. In dem Sinn: ich nehme eine Tbl. und bin gut und kann mich konzentrieren.

Leider hab ich im Internet keine Erfahrungsberichte gefunden über Behandlungen mit so niedrig dosiertem MPH. Vielleicht gibts aber hier einige die damit Erfahrung haben.
Über eure Berichte würde ich mich sehr freuen.

LG Rita66
Antworten:
Hallo Rita!

Ich habe zwar keine eigenen Erfahrungen damit, habe aber schon mehrmals gehört, dass - scheinbar paradoxerweise - vor allem Erwachsene oft sehr geringe Dosen brauchen - manchmal deutlich geringere als Kinder.
Da Dein Sohn an der Schwelle zum Erwachsenenalter steht, könnte das für ihn vielleicht schon zutreffen.

Bei Roswitha Spallek ("Große Hilfe für kleine Chaoten" - das Buch gibt's z.B. bei amazon, aber der Link dorthin funzt aus irgendeinem Grund nicht) habe ich sogar gelesen, dass manche ihrer Patienten die Tabletten (Ritalin, soweit ich mich erinnere) in Wasser auflösen müssen, um die entsprechend geringe Dosierung herzustellen.
Ich kann mich jetzt nicht so genau erinnern, aber vielleicht geht sie in dem Buch auch auf die Frage nach dem Placebo-Effekt ein. Ich weiß jedenfalls noch, dass sie für mein Empfinden sehr schlüssig argumentiert und ihre Aussagen mit vielen Erfahrungsberichten belegt.

Ich fand das Buch übrigens in jeder Beziehung hochinteressant, wenn auch manche ihrer Behauptungen nicht ganz unumstritten sein dürften.
- Eine Erweiterung der Sichtweise um einige Facetten des vielgesichtigen ADS-Bildes bringt es auf jeden Fall.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein Stückchen weiterhelfen!

Lieben Gruß!

Agnes

von Agnes69 - am 27.01.2009 10:29
Hallo Rita,

da kann ich mit Erfahrungen dienen. Meine Tochter ist 18 und kommt mit einer Einzeldosis von 5 mg an den Schultagen bestens zurecht. Sie hat auch testhalber mal 7,5 und 10mg probiert. 7,5mg nimmt sie bei besonderen Herausforderungen (lange Kursarbeiten in Mathe oder so). Bei 10mg wird die Wirkung dann deutlich schlechter...sie sagt, sie wird dann nervös und bekommt Kopfweh.

Wir konnten das auch nicht recht glauben, da ihr jüngerer Bruder leider eine viel höhere Dosis braucht (an längeren Schultagen mit Hausis insgesamt 55mg). Aber auch unser Arzt bestätigte die Erfahrung, daß ADSler nach der Pubertät häufig mit einer deutlich geringeren Dosis klarkommen und eben auch so lächerlich kleine mg-Unterschiede registrieren.

Du kannst dich also entspannen und freuen, dass dein Sohn gemerkt hat, was er im Moment braucht, um weiter gut durch die Schule zu kommen:-).

LG,
Euridike

von Euridike - am 27.01.2009 11:55

Danke für die schnellen Antworten.

Das mit der Pupertät könnte hinhauen. Er ist fast schon durch. Man kann sich sogar wieder normal mit ihm unterhalten.
War bei seinene Brüdern auch ein Zeichen dafür das sie fast schon durch sind.

Es beruhigt mich zu hören das es durchaus sein kann das diese geringe Menge MPH so gut wirkt.

@ Euridike ich bin auch sehr froh darüber das Sohn weiß was ihm guttut und was nicht. Wenigstens in Bezug auf die Medikamente.

@ Agnes Werd mir das Buch besorgen. Danke für den Tip. Ich hab schon eines von der Autorin und fand es sehr gut. Es hat mir sehr oft und viel geholfen.

LG Rita66

von rita66 - am 27.01.2009 13:53
Hallo Rita,

2x 5mg ist wenig, aber nicht außergewöhnlich. Wenn dein Sohn die Vierteltablette (2,5 mg) noch teilen müsste, dann vielleicht. Will sagen: Die Wirkung ist ganz sicher nicht eingebildet. Kann allerdings sein, dass sich der Körper nach ein paar Wochen wieder gewöhnt und er etwas mehr braucht.

Hat jedenfalls einen sehr schönen Vorteil: Falls er mit 18 selbst bezahlen muss, bleibt der Preis überschaubar. ;)

Viele Grüße
Winterkind

von Winterkind - am 27.01.2009 19:58

Wir haben Glück.
Sohn verträgt auch die Medikinet retard sehr gut.
Super Nebeneffekt, er frühstückt jetzt jeden Morgen. Ich habe ihm den Beipackzettel vorgelesen das die Tbl. nach dem Frühstück genommen werden soll.

Kann mir den sonst noch jemand von seinen Erfahrungung berichten?
Es wäre mir schon wichtig.

@Winterkind,
ich hoffe ja das er bis dahin ohne Tbl. auskommt. Sehe aber momentan noch schwarz. Vor allem weil er ab Herbst dann seine Ausbildung beginnt und es dann noch anspruchsvoller wird.

LG Rita66


von rita66 - am 31.01.2009 17:01

Mit 18 ohne auskommen?

Zitat
rita66
@Winterkind,
ich hoffe ja das er bis dahin ohne Tbl. auskommt. Sehe aber momentan noch schwarz. Vor allem weil er ab Herbst dann seine Ausbildung beginnt und es dann noch anspruchsvoller wird.


Hallo rita66,

er hat doch gerade einen Absetzversuch hinter sich, jetzt schreibst du er verträgt Medikinet Retard gut und dann dass du hoffst, er kommt mit 18 ohne Tabletten klar??

Gerade wenn jetzt neue Herausforderungen kommen, sollte er eine gut funktionierende Medikation beibehalten. Ich bin jetzt 43 und kann mir überhaupt nicht vorstellen, in den nächsten Jahren MPH abzusetzen. Der Unterschied mit oder ohne ist einfach zu groß.

Wenn es tatsächlich bei einer Medikinet Retard 10 mg am Tag bleibt, das macht 18,72 ¤ im Monat, die hat zur Not auch ein Azubi übrig- oder die Eltern sponsern. ;)

Viele Grüße
Winterkind

von Winterkind - am 31.01.2009 19:25
Sorry, 18,97!

von Winterkind - am 31.01.2009 19:27

Re: Mit 18 ohne auskommen?

Zitat
Winterkind

Hallo rita66,

er hat doch gerade einen Absetzversuch hinter sich, jetzt schreibst du er verträgt Medikinet Retard gut und dann dass du hoffst, er kommt mit 18 ohne Tabletten klar??

Gerade wenn jetzt neue Herausforderungen kommen, sollte er eine gut funktionierende Medikation beibehalten. Ich bin jetzt 43 und kann mir überhaupt nicht vorstellen, in den nächsten Jahren MPH abzusetzen. Der Unterschied mit oder ohne ist einfach zu groß.

Wenn es tatsächlich bei einer Medikinet Retard 10 mg am Tag bleibt, das macht 18,72 ¤ im Monat, die hat zur Not auch ein Azubi übrig- oder die Eltern sponsern. ;)

Viele Grüße
Winterkind


Es geht mir nicht ums Geld. Natürlich würden wir ihm die Tbl. auch bezahlen.

Ich muss gestehen das ich nicht begeistert bin das er MPH einnimmt. Ich sehe aber auch das er es momentan noch braucht. Trotzdem hoffe ich das er, lieber früher als später, ohne Tbl. klar kommt.

Es mag für dich ein Widerspruch sein. Für mich ist und bleibt MPH ein Medikament das stark in den Ablauf und die Vorgänge im Körper eingreift und dabei ist mir nicht wohl. Je früher Sohn darauf verzichten kann umso besser.

Das gilt übrigens auch für andere Medikamente. Frei nach dem Motte: So viel wie nötig - so wenig wie möglich.

LG Rita66

von rita66 - am 01.02.2009 15:42
es ist nicht selten, dass kinder /jug./erw. sehr gut auf niedrigdosierungen reagieren. im sankt joseph krh. berlin wird es oft praktiziert.
es gibt auch studien einer firma die allerdings noch nicht abgeschlossen sind, darüber, dass pat die eine gewisse zeit medikamentös behandelt wurden später keine medikamente mehr benötigen, es ist noch nicht signifikant, aber schon oft vorgekommen.
lg.

von seeyou - am 09.02.2009 17:51
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