Unsere Wahrnehmung kontrolliert unsere Gene

Startbeitrag von Bärbel Mohr über Bruce Lipton am 21.08.2009 10:02

Bruce Lipton: „Bring eine Körperzelle in ein gesundes Umfeld und sie wird gesund werden. Bring eine Körperzelle in eine krankes Umfeld und sie wird krank werden."
www.brucelipton.com



Bruce Lipton ist Zellbiologe und Gewinner des Amerikanischen Buchpreises in der Kategorie „Naturwissenschaft" (Best Books 2006 Award) mit seinem Lebenswerk „Intelligente Zellen - the biology of belief", das er während des Vortrages in Kurzform vorstellte.

Ich sage es gleich, ich bin ein echter Fan. Auch wenn ich nie irgendwas studiert habe (bzw. es mir noch einem halben Jahr an der Uni zu theoretisch wurde und ich mich lieber ins konkretere Arbeitsleben gestürzt habe), so habe ich mich doch immer für Biologie interessiert und erinnere mich noch genau an die Botschaft des Bio-Leistungskurses am Gymnasium: Unsere Gene kontrollieren unseren Körper.

Damit räumt Bruce Lipton gründlich auf und stellt alles auf den Kopf. Es sei zwar richtig, dass aus DNS (Genstrang) RNS gemacht wird und daraus die Proteine. Aber die DNS bestimmt nicht aus sich selbst heraus, was sie tut, sondern wird von Regulatorproteinen gesteuert, welche sich wiederum nach Signalen aus der Umwelt richten. Allerdings nicht nach objektiven Signalen, sondern gemäß der Interpretation dieser Signale durch das Individuum.

Das heißt, vereinfacht ausgedrückt, das Aufleuchten eines roten Lichtes könnte für das eine Individuum ein Signal für Gefahr sein, die Regulatorproteine reagieren entsprechend und die DNS wird entsprechend abgelesen und im nächsten Moment reagiert die ganze Körperchemie auf das Gefahrsignal. Denn nichts anderes sind unsere Gene laut Bruce Lipton - als eine Blaupause, ein Bauplan für die Proteine. Welcher Teil dieses Bauplans (der zu mehr als 99 Prozent bei allen Menschen gleich aussieht !) gerade abgelesen wird, hängt von der Steuerung der Regulatorproteine ab, die von unserer Wahrnehmung unserer Umwelt abhängen.

Wenn also ein anderer Mensch das rote Licht aus unserem Beispiel zu sehen bekommt, könnte er statt Gefahr Rotlichtviertel und Sex damit assoziieren und eine ganz andere Reaktion in der Körperchemie damit auslösen. J

Je nachdem, wie ich meine Umwelt interpretiere und wahrnehme, werden meine Gene anders abgelesen. Es kontrollieren also nicht unsere Gene unsere Biologie, sondern unsere Wahrnehmung kontrolliert unsere Biologie ! Bruce Lipton berichtete auf dem Vortrag, dass dies sogar soweit gehe, dass unsere Wahrnehmung unseren Gencode neu schreibe könne !!!

In meiner Schulzeit hieß es, ohne Gene sei die Zelle nicht lebensfähig, da die Gene alle biologischen Prozesse steuern würden. Dass das nicht stimmt, war eigentlich schon damals lange bekannt, erklärte uns Bruce Lipton. Denn man kann der Zelle den Zellkern mit den darin enthalten Genen entnehmen und trotzdem lebt sie noch zwei bis drei Monate ohne Einschränkungen lustig weiter. Das einzige, was sie nicht mehr kann, ist, sich zu reproduzieren, denn dafür fehlt ihr der Bauplan = die Gene.

Ich könnte noch lange so weiterschreiben, möchte mich aber auf eine letzte weitere Info beschränken: Bruce Lipton hat bereits 1977 eine Arbeit zum Thema Stammzellen publiziert. Die Stammzellen sind die ersten Zellen, aus denen heraus das Embryo sich bildet und aus denen heraus alles im Körper gebildet wird. Bruce berichtete uns, dass er Stammzellen geklont habe (d.h. er hat identische Stammzellen erzeugt) und sie dann in verschiedene Kulturmedien getan. Das ist ein Versuchsschälchen mit anderen bereits vorhandenen Kulturen. Und je nachdem, in welchem Umfeld die Stammzellen landeten, bildeten sich Muskelzellen daraus, Knochenzellen oder Fettzellen. Stammzellen können alles im Körper reproduzieren.

Und - dazu kann man auch Rudolf Jaenisch googlen - man kann auch aus erwachsenen Körperzellen neue Stammzellen schaffen.

Bruce sagt dazu, wir sollen uns vorstellen, wir wären eine Art lebender Versuchsschale mit Haut darum. Denn was im Labor geht, geht auch in unserem Körper: Aus erwachsenen normalen Körperzellen neue Stammzellen schaffen und aus diesen beliebige neue und gesunde Körperzellen !

DAS ist letztlich die zentrale Botschaft aus dem Vortrag von Bruce: Wir kontrollieren mit unserem Geist unsere Körperzellen und wie unsere Gene abgelesen werden.

Und er gibt als Letztes zu bedenken, dass der Placebo-Effekt nicht nur positiv wirkt (wenn positive Gedanken und Gefühle heilen). Er gilt und wirkt auch umgekehrt, indem negative Gedanken und Gefühle krank machen können. Sie stellen ein schädliches Signal für die Regulatorproteine dar.

Wir sind daher keine Opfer unserer Körperchemie, sondern wir sind deren Schöpfer. Das einzige Problem ist, dass wir uns diese Botschaft selbst oft nur in kleinen Tippelschritten glauben können und trotz allen neuen Wissens dies auch nur in kleinen Schritten umsetzen. Aber der Weg lohnt sich, denn das Ziel ist real: Ein gesunder Körper.

Laut Bruce ist Selbstheilung ein Urinstinkt in unserem Körper, aber der wird überschrieben von erlernten Glaubenssätzen. Vielen Menschen geht es schon alleine auf dem Weg zum Arzt besser, weil sie überzeugt sind, dass ihnen jetzt gleich geholfen wird. Es sind daher unsere gesellschaftlichen und individuellen Programmierungen und Glaubenssätze, die den Instinkt Selbstheilung auf ein Minimum reduziert haben. Um ihn wieder auszugraben, ist persönlicher und gesellschaftlicher Einsatz in der umgekehrten Richtung gefragt.
Antworten:
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.