Startbeitrag von ORF: Dr.M.Kennedy & Dr.F.Hörmannam 18.10.2011 08:43
* Das Geld soll dem Menschen dienen - nicht der Mensch dem Geld.
* Geld arbeitet nicht. Arbeiten können nur Menschen und Maschinen.
* Geld wird verzinst und die Zinsen werden wieder verzinst. Der Zinseszins-Effekt lässt die Geldvermögen exponentiell wachsen. Deshalb muss unser Finanzsystem irgendwann zusammenbrechen.
* An den Zinsen verdienen nur 10% der Bevölkerung. 90% der Menschen verlieren über die Zinsen, die in allen Preisen und Steuern enthalten sind.
* Diese Umverteilung zugunsten einer kleinen Minderheit beträgt allein in Deutschland ca. 600 Millionen Euro pro Tag.
* Die automatische Geldvermehrung bei den Vermögenden ist auf Dauer nicht mit Demokratie vereinbar. »Alle Macht geht vom Volk aus« verwandelt sich de facto zu einem »Alle Macht geht vom Geld aus« denn die Realwirtschaft wird von der Finanzwirtschaft abhängig und erpressbar.
* Die Geldvermögen koppeln sich mehr und mehr von der Realwirtschaft ab und verursachen irgendwann den Zusammenbruch des Systems.
* Fazit: Wir haben nicht ein vorübergehendes Finanzproblem sondern ein systemisches Problem.
* Doch es geht auch anders: mit mehr Geldvielfalt zum Beispiel mit Zeitbanken, die auf der Verrechnung von Arbeitsstunden basieren, Regionalwährungen, die regionale Wirtschaftskreisläufe fördern und komplementären Währungen, die den Euro ergänzen und die in erster Linie sozialen, wirtschaftlichen oder ökologischen Zwecken dienen.
Margrit Kennedy hat gemeinsam mit Franz Hörmann an Johannes Kaups Gesprächsserie „Im Zeit-Raum“ am 12.5.2011 im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhaus zum Thema „Die Zukunft des Geldes. Der nächste Crash und was kommt danach?“ teilgenommen.