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Geschichte und Gegenwart der Zeugen Jehovas
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Erster Beitrag:
vor 6 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Drahbeck, Alphabethus

Königreichsdienst 1961

Startbeitrag von Drahbeck am 17.01.2011 01:20

"Königreichsdienst" 1961
Königreichsfarm in den USA, nunmehr Steuerbefreit
Geschäft mit einer "Erwachet!"-Sonderausgabe
Der letzte vorangegangene Jahrgang dieser Serie

13 Jahre lang hat die WTG in den USA prozessieren müssen, um zu erreichen, dass ihre sogenannte Königreichsfarm, einen Umfang von 320 Hektar umfassend, welche zur autarken Versorgung mit Lebensmitteln dient, nunmehr durch Gerichtsbeschluß von der Grundsteuer befreit wurde, worüber der "Königreichsdienst für Deutschland" in seiner Ausgabe für Januar 1961 auch berichtet.

Siehe zum Thema der WTG-Farmen in den USA auch
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,81310,85193#msg-85193
15. November 2010 03:50

Zu jener Zeit, erfolgte der Druck der WTG-Publikationen noch nicht simultan. Zuerst wurde Englischsprachig gedruckt, und die Übersetzungen in andere Sprachen, dann zeitversetzt.
Eine Sonderausgabe des "Erwachet!" mit dem "Thema "Die katholische Kirche im 20. Jahrhundert"
in der deutschen Ausgabe dann am 8. Januar 1961 war demzufolge in der Englischsprachigen Variante schon früher erschienen.
Sie habe in Englisch "eine noch nie dagewesene Verbreitung" erreicht, meint diese KD-Ausgabe auch jubeln zu können.

Und gleich dazu gibt es noch den "Fingerzeig" bezüglich Deutschland:
Zitat

"Die Gesellschaft hat Vorkehrungen getroffen, daß jederzeit zusätzliche Exemplare der Zeitschrift geliefert werden können. Die Druckplatten werden griffbereit gehalten, so daß im Januar zusätzlich benötigte Ausgaben gedruckt werden können, wenn die Versammlungen kurzfristige Bestellungen aufgeben."

Als Vergleichszahlen werden genannt, Brooklyn druckte zu jener Zeit etwa 1.580.610 Exemplare pro "Erwachet!"-Ausgabe. Von jener Sonderausgabe indes 2.930.000 Stück, ergo
l.349.390 zusätzliche Exemplare.
Zahlen für England werden auch genannt. Dortige damalige "Erwachet!"-Durchschnittsauflage 340.000. Jene Sonderausgabe indes mit 674.500 Exemplaren.
Japan vielleicht dabei ein Shotingstar. Normale Auflage damals dort 180.000; jene Sonderausgabe indes 408.500.

Angesichts dieser Zahlen, kann man unschwer erraten, was nun auch den deutschen Zeugen Jehovas bevorstand. Und so ist denn jene KD-Ausgabe auch voll von antreiberischen Sätzen. Zwar bei der WTG nichts neues, aber eben wieder einmal einen Anlass gefunden habend, das erneut durchzuexerzieren.
Und so versäumt denn diese KD-Ausgabe auch nicht, ausdrücklich zu bemerken:
Pioniere sollen mindestens 75 Exemplare, die "einfachen" Versammlungsverkündiger mindestens 10 Exemplare verbreiten.
In der "Königreichsdienst"-Ausgabe für April 1961, werden dann rückblickend auch Zahlen für Deutschland genannt.
Zitat

"In Deutschland wurden l 578 000 Exemplare der "Erwachet!"-Sonderausgabe über die katholische Kirche gedruckt. Das bedeutet die höchste Zahl, die hier je erreicht worden ist."

Bezüglich der nächsten darauf folgenden Antreiberaktion liest man im KD für Februar 1961.
Zitat

"Welche Zeitschriftenquote werden wir uns für den April setzen? Versammlungsverkündiger ermuntern wir, jeden Tag mindestens l Zeitschrift, im Monat also 30 Zeitschriften, zu verbreiten. Pioniere streben eine tägliche Abgabe von 4 und eine Gesamtabgabe von 120 Exemplaren an, und Sonderpioniere setzen sich zum Ziel, jeden Tag 6 oder eine Gesamtzahl von 180 Zeitschriften zu verbreiten."

Selbstredend wie damals üblich gegen Vorkasse zu bezahlen. Die Kasse der WTG stimmte also, ob der kleine Verkündiger, der sich da vielleicht unter dem moralischen WTG-Druck dazu verleiten liess eben nicht nur 10 Exemplare, sondern noch ein "paar" mehr zu bestellen, und die dann in der Praxis nicht mehr los wurde (jedenfalls nicht als bezahlbare Exemplare). Ob dessen Kasse "stimmte" dürften man wohl eher in Zweifel ziehen.

Dafür kann man als Beleg auch auf die KD-Ausgabe für Februar 1961 verweisen.
Eine WTG-Antreiberaktion löst nicht selten die andere ab. Und so war auch im Jahre 1961 schon im April die nächste dieser Art auf der Tagesordnung.
Da meint die WTG in Form ihrer sattsam bekannten "Demonstrationen" auch mitteilen zu können:
Zitat

"Eine Schwester, die im vergangenen Jahr 132 Abonnements erlangte, sagte, daß sie zuerst die Abonnements auf beide Zeitschriften anbot und erst dann auf eines zurückging, wenn beide zusammen abgelehnt wurden. Sie fügte hinzu: "In vielen Fällen wurden beide angenommen ..."

Und noch mehr hat die WTG auf "dem Kasten". Im Bewusstsein dass eine Ablehnungsreaktion in der Angabe bestehen könne, man habe kein Geld, versucht sie in ihren Demonstrationen, auch noch die so gestimmten "auszutricksen".
Etwa mit der Angabe (wo andere Veranstalter von Vertreterschulungen sicherlich vor Neid erblassen können):
Zitat

"Der Wohnungsinhaber sagt, er würde (die WTG-Zeitschriftenabonnements) annehmen, habe aber jetzt kein Geld. "Vielleicht später." Der Verkündiger erwidert: "Wir finden oft Menschen, die wie Sie im Augenblick nicht das nötige Geld haben, aber wir werden zu einer günstigeren Zeit wieder vorsprechen, damit Ihnen nicht die Gelegenheit entgeht, diese ... Zeitschrift zu erhalten. Ich könnte schon jetzt den Abonnementszettel ausschreiben und später wieder vorsprechen, um den Betrag ... abzuholen." (Er nimmt den Abonnementszettel aus seiner Tasche.) Der Wohnungsinhaber stimmt zu, gibt seine Adresse an und schreibt seine Anfangsbuchstaben auf den Zettel. Der Verkündiger vereinbart einen festen Zeitpunkt, zu dem er wiederkommen möchte, und läßt die neueste Ausgabe der Zeitschrift zurück."

Bemerkenswert an dieser Demonstration. Die auch denkbare Variante, der "Geschenksweisen" Verbreitung von WTG-Schriften, als Reaktion auf den Einwand "man habe kein Geld", kommt in ihr nicht vor.
Da herrschten zu Russell's Zeiten noch andere Konditionen. Da wurde Armen ausdrücklich das WTG-Schrifttum auch "umsonst" angeboten, wenn sie darum nachsuchen würden.
So ändern sich halt die Zeiten!

Aber die WTG intereressiert ohnehin nur ihre eigene Kasse.
Ersichtlich auch an den antreiberischen Vorankündigungen in dieser KD-Ausgabe, bezüglich des Hamburger WTG-Kongresses 1961, wobei sich die WTG wieder einmal entblödet auch mit anzumerken:
Zitat

"Wir haben erfahren, daß selbst Kinder schon mit Hingabe für den bevorstehenden Kongreß sparen."

Antworten:

Jugoslawien

Königreichsdienst 1961
Jugoslawien

Gelesen im "Königreichsdienst" Februar 1961:
Zitat

"Sendet keine Literatur nach Jugoslawien!
Ab sofort sollten keine Publikationen der Gesellschaft mehr nach Jugoslawien gesandt werden. Schon ein einziges Buch oder eine einzige Zeitschrift von uns, die aus dem Ausland kommt, kann dem Bruder, der als Empfänger angegeben wird, große Schwierigkeiten bereiten und sogar schlimme Folgen für das ganze Werk in Jugoslawien haben. Keiner von uns wünscht dies, weshalb wir von euch allen erwarten dürfen, daß ihr den obigen Hinweis strikt befolgt. Unsere Brüder in Jugoslawien danken euch dafür!"

Diese Meldung ist als durchaus interessant einstufbar.
Auch Jugoslawien verfolgte in den kommunistischen Anfangsjahren, eine durchaus rabiate Zeugen Jehovas-Politik. Anfänglich sogar noch härter, als etwa in anderen Ostblockstaaten. Sogar vor der Aussprechung von Todesurteilen schreckte die dortige Justiz nicht zurück. Soweit gingen selbst andere rabiate Ostblockstaaten nicht. Die liessen es fallweise bei der Verkündigung von lebenslangen Zuchthausstrafen als Maximum bewenden.
Siehe dazu auch:
19482Jugoslawien

Dennoch war damit in der dortigen Zeugen Jehovas-Politik noch nicht das "allerletzte Wörtlein" gesprochen.
Jugoslawien, bekannt (im Vergleich zu anderen Ostblockstaaten) für seine relative Politikliberalisierung, machte das auch gegenüber den Zeugen Jehovas. Und so hatten die dortigen, schon relative Freiheiten zu einem Zeitpunkt, wo andere Ostblockstaaten noch die äußerst harte Linie fuhren.

Schon 1958 konnte "Erwachet!" erfreut notieren:
Zitat

"Seit dem Jahre 1953 ist ein neues Gesetz in Kraft, welches allen Religionen Gleichberechtigung gewährt, und die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Jugoslawien übt seitdem ihren Predigtdienst frei aus."

Diese relative Freiheit wies aber doch wohl noch einige Einschränkungen auf, wovon dann ja wohl auch die vorzitierte KD-Notiz spricht. Noch war ja Jugoslawien immer noch ein Staat des Ostblocks.

Wie auch immer; die WTG empfahl also im Falle Jugoslawien "geschmeidiger" zu agieren. Erkannte Zuspitzungen möglichst zu vermeiden. Sich also eher mit dem bereits erreichten zufrieden zu geben, und für weitere Erleichterungen eben auf eine spätere, günstigere Zeit zu hoffen.

Hat die WTG je eine ähnliche Warnung gegenüber Ostdeutschland ausgesprochen? In dieser Deutlichkeit wohl nicht. Zwar forderte sie die einfachen Zeugen Jehovas nicht dazu auf, WTG-Literatur in Massen, etwa auf den Postwege nach Ostdeutschland zu senden. Da wusste auch sie nur zugut. Der allergrößte Teil davon erreicht aufgrund der Ostdeutschen Totalitarismaßnahmen ohnehin nicht die beabsichtigten Empfänger. Sie setzte also voll und ganz auf ihre eigenen ausgeklügelten Untergrundmechanismen.
Zwar kann man die Jugoslawische und die Ostdeutsche Zeugen Jehovas-Politik im genannten Zeitraum kaum vergleichen. Da bestanden in der Tat wesentliche Unterschiede.
Aber das Beispiel zeigt wohl auch; es hätte auch anders ablaufen können.

Ob so mancher für die WTG als Kurier agierender Ostdeutscher (vor 1961) seinen nicht selten hohen Preis, den er als Folge davon zu zahlen hatte (sei es, dass sich die Ostdeutsche Justiz in ihrer sattsam bekannten Art seiner "annahm". Sei es, auch das sei nicht vergessen, dass es der Ostdeutschen Stasi, in einigen Fällen sogar gelang, erwischte Kuriere nunmehr "umzudrehen"). Wie auch immer, einiges Leid wäre vermeidbar gewesen. Zu einer Zuspitzung gehören immer noch zwei!

von Drahbeck - am 13.02.2011 23:44

Quartiere für den Kongress - 84 Prozent der Verkündiger sind Getaufte

Königreichsdienst 1961
Quartiere für den Kongress
84 Prozent der Verkündiger sind Getaufte

Der für den Sommer (vorzugsweise an den darin enthaltenen Regentagen - wie Zyniker zu kommentieren geneigt wären) vorgesehene "Hamburger Matschkongress" des Jahres 1961 der Zeugen Jehovas, wirft seine Schatten voraus.
Siehe dazu auch: Forumsarchiv 259
Auch in der "Königreichsdienst"-Ausgabe für März 1961 begegnet man diesbezüglichen Ausführungen.
Angesichts des Bewußtseins, dass beträchtliche Teile der eigenen Anhängerschaft es nötig haben (sehr wohl noch im Jahre 1961 im "Wirtschaftswunderland BRD") auf den Pfennig zu achten, kam die WTG von sich aus schon mal zu der Einsicht. Auf grundsätzliche Orientierung auf Hotelunterkünfte, für die von auswärts Anreisenden zu verzichten.
Und die regionalen Zeugen Jehovas, welche bereit wären, Unterkünfte für Gäste bereit zustellen, dürften sich wohl in einer überschaubaren Größenordnung bewegen.
Zu anderen Zeitpunkten, veranstaltete die WTG im Vorfeld solcher Kongresse auch gezielte Quartiersuch-Aktionen, wobei dabei auch ausdrücklich den Zeugen Jehovas Fernstehende mit angesprochen wurden.
Im katholischen Bayern beispielsweise durchexerziert.

Wie auch immer, die WTG sagte sich, Hamburg ist halt nicht Bayern. Und die religiöse Sozialisation der Hanseaten (egal welcher Ausprägung) mag wohl bedeutend geringer sein, als etwa in Bayern. Das wiederum hätte bedeutet, dass der Effektivitätsgrad solch einer Quartiersuchaktion, bedeutend geringer ausgefallen wäre, als - vergleichsweise - in Bayern.
Ergo wurde dieser Option von WTG-Seite aus, schon mal nicht näher getreten.

Alternativ bot sich somit nur noch die Option von Massenunterkünften an. In Verhandlungen gelang es auch der WTG, zu diesem Zwecke etliche Schulgebäude, befristet aquirieren zu können.
Der KD notiert:
Zitat

"Bis jetzt haben sich über 30.000 Teilnehmer des Kongresses bereit erklärt, in den vorgesehenen Massenunterkünften zu schlafen."

Nun stellte sich dabei aber noch ein Problem heraus:
Zitat

"Da aber in den Schulen kein Stroh verwendet werden darf, sind wir auf Luftmatratzen angewiesen, die durch die Vermittlung der Gesellschaft sehr günstig käuflich erworben werden können."

Und weiter erfolgt die Belehrung:
Zitat

"Falls ihr eure Bestellung über den Versammlungsdiener noch nicht aufgegeben habt, so erledigt dies bitte umgehend. Das Stück wird etwa 18 DM kosten. Nachbestellungen — die grundsätzlich über die Gesellschaft gehen sollten — werden wir gern noch berücksichtigen, soweit es möglich ist."

Weiter geht es mit dem Hinweis:
Zitat

"In den vergangenen Jahren konnten wir bei den Bezirksversammlungen auch Luftmatratzen ausleihen. Auf diese Möglichkeit sollte sich aber in Hamburg niemand verlassen, da uns zu diesem Zweck nur ganz wenige — im Verhältnis zur Teilnehmerzahl — zur Verfügung stehen werden. Wer sich bereits in früheren Jahren eine Luftmatratze gekauft hat, sollte sie unbedingt mit nach Hamburg bringen."

Und die WTG versäumt es auch nicht, noch mit hinzuzufügen, dass alles sei eben bedeutend billiger, als wenn etwa auf Hotelunterkünfte orientiert werden würde, was wohl war ist.

Da die WTG somit wieder mal beim Thema Geld angelangt ist, hat sie in dergleichen KD-Ausgabe noch ein "Schmankerl" parat.
Bedauernd muss etwa notiert werden:
Zitat

"Die Berichte aus dem Büro der Gesellschaft zeigen, daß 84 Prozent der Verkündiger Westdeutschlands getauft worden sind. Wir wissen, daß viele Verkündiger, die noch vor der Taufe stehen, regelmäßig sind, so daß wir erwarten müßten, daß mehr als 84 Prozent der Verkündiger regelmäßig im Dienst stehen.
Was zeigen aber die Tatsachen? Die Berichte lassen erkennen, daß nur 77 Prozent der Verkündiger regelmäßig sind. Ausgehend von dem Unterschied zwischen 84 und 77 Prozent, müssen wir also schlußfolgern, daß mindestens 7 Prozent oder mehr als 4170 getaufte Verkündiger unregelmäßig im Dienst stehen."

Und dies trotz des Umstandes, dass es an hochfliegenden WTG-Plänen nicht mangelt.
Auch der nachfolgende Passus kündet davon:
Zitat

"Während des Monats Dezember ging der Stundendurchschnitt der Verkündiger auf 8,8 zurück. Laßt uns unser Äußerstes tun, damit dieser Durchschnitt wenigstens auf 10 Stunden erhöht werden kann. ...
Fünf Monate des Dienstjahres 1961 sind vorüber. Welche Aussichten haben wir in unserem Lande bezüglich der angestrebten 10%igen Mehrung? Eine sachliche Prüfung zeigt, daß wir einen ungünstigen Start hatten, so daß wir bis jetzt nur auf ein 2,8-%iges Wachstum zurückblicken können. Es bedarf also noch großer Anstrengungen, wenn wir unser Ziel, 10% Zunahme an Verkündigern, erreichen wollen."

Da die WTG nun wähnt, der Massenumsatz ihrer Literatur wäre ein geeigneter Hebel dabei, wurmte sie es besonders, dass die WTG-Hörigen bei ihren Bemühungen nicht selten die Antwort zu hören bekamen: Man habe dafür kein Geld.
Damit abzufinden, ist aber nicht die Intention der WTG. Und so hat sie denn in der März-KD-Ausgabe auch noch einen "genialen" Vorschlag parat.
Das liest sich dann so.
Da soll also der ZJ-Verkündiger den das Argument kein Geld zu haben vortragenden antworten:
Zitat

"Viele Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, haben uns gefragt, ob sie nicht mit landwirtschaftlichen Produkten den Abonnementspreis bezahlen könnten. Wenn auch Sie mit einer solchen Regelung einverstanden sind, nehme ich gern das. was ich sonst in einem Geschäft kaufen würde, von Ihnen entgegen und gebe Ihnen als Gegenwert dafür das Abonnement." (Dies könnte sich auf Geflügel, Früchte oder Gemüse beziehen.)"

Aber, auch das ist vergisst die WTG nicht, warnend noch mit hinzuzufügen:
Zitat

"Doch ist es gut, in solchen Fällen Kenntnis von den gegenwärtigen Marktpreisen zu haben ..."

Da wird man doch unwillkürlich an den Bericht von Willam J. Schnell in seinem Buch "Dreissig Jahre Sklave des Wachtturms" wieder erinnert, der schildert, wie zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den USA vorgegangen wurde.
Da wurden selbst alte Autokühler und Autobatterien im Tausch gegen das WTG-Schrifttum entgegen genommen!

Siehe auch
Sie nahmen Konserven

von Drahbeck - am 29.03.2011 04:40

"Dein Wille geschehe" zum zweiten mal "studieren"

Königreichsdienst 1961
"Dein Wille geschehe" zum zweiten mal "studieren"

Der "Königreichsdienst" für April 1961 der Zeugen Jehovas weis auch zu vermelden:
Zitat

"Sobald in den Versammlungsbuchstudien das Buch "Dein Wille geschehe auf Erden" zu Ende studiert worden ist, beginnen wir der Wichtigkeit wegen nochmals von vorn. Erst nach Abschluß der zweiten Betrachtung gehen wir zu einem Studium des Buches "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" über."

Das muss man sich dann wohl "nochmals auf der Zunge zergehen lassen". Zwar nicht das gesamte genannte Buch, wohl aber dessen zwei ersten Kapitel sollen also nochmals durchgeackert werden "wegen der Wichtigkeit", wie man wähnt.
Was war denn da so besonders "wichtig"?
Offenbar wohl die WTG-Antwort auf das angebrochene Weltraumzeitalter. Just in den ersten beiden Kapiteln dieses Buches, findet man dazu in der Tat einige bemerkenswerte Sätze.
So etwa den sorgenvollen Satz:
Zitat

"Zufolge der Fortschritte der weltlichen Wissenschaft ist für die Menschheit plötzlich das Atom - und Raumfahrtzeitalter angebrochen."

Nun hatte der Beginn des Weltraumzeitalters, auch noch andere Teile der Religionsindustrie aufgeschreckt. Wie auf vielen Feldern des Lebens kann man auf neu entstandene Herausforderungen, sicherlich unterschiedlich reagieren.
Wie es denn die religiöse Konkurrenz dabei so hält, beschreibt jenes Buch selbst mit den Worten:
Zitat

"Auch die Religion hat sich in die Auseinandersetzung hinsichtlich der Möglichkeiten und Gefahren des menschlichen Raumfahrtzeitalters eingeschaltet. Nachdem die Sowjetunion ihren ersten Satelliten, Sputnik I. abgeschossen hatte und dieser um unseren Planeten kreiste, befürwortete eine Woche später die Zeitung des Vatikans, der ,,Römische Beobachter", die Weltraumforschung. Unter dem Datum des 11. Oktober 1957 stand darin folgendes zu lesen: ,,Gott hat nicht die Absicht, den Bemühungen des Menschen, den Weltraum zu erobern, eine Grenze zu setzen."

Diese Variante des "taufens" der in der Regieplanung der Religionsindustrie eigentlich so nicht vorgesehener Vorgänge, mag sich die WTG ihrerseits so nicht anzuschliessen.

Zwar hatte sie in früheren Jahrzehnten auch und besonders die Technikeuphorie metaphysisch verklärt. Aber mit der Weltraumfahrt war doch nun ein qualitativer Sprung erreicht. Ein "Hineinpfuschen in Gottes Plan". Und wenn es denn um den vermeintlichen "Plan Gottes" geht, verstehen Religionsindustriefunktionäre, selten bis nie Spass.

Eine Ausnahme war dann vielleicht der Theologe Rudolf Bultmann, der da in einer "schwachen Stunde" auch mal einräumte, man könne nicht elektrisches Licht benutzen, und zeitgleich eine metaphysisches Weltbild vor sich her tragen.
Nur, Bultmann war da wohl in seinen Kreisen eher eine Außenseiterstimme, vielfach auch angefeindet.
Und das die WTG mit einem Bultmann nichts "am Hut haben würde", ist ja mit Händen zu greifen.

Ergo, da wie bei allen technischen Entwicklungen, auch im Falle Weltraumfahrt, gefahrvolle Nebenwirkungen, respektive auch Katastrophen verbunden sein können, zog es die WTG doch lieber vor, diese Aspekte zu betonen, und namentlich für ihr allgemeines Weltendeszenario nutzbar zu machen.
Einem diesbezüglichen Paradebeispiel, wie die WTG das diesbezügliche Klavier zu spielen gedachte, kann man - etwas weiter zugespitzt - noch Jahre danach, in dem Vortrag eines WTG-Funktionärs begegnen.
Siehe dazu auch:
Wie der Herr Kretschmer bezüglich "1975" "tickte"

Das alles eignet sich somit in WTG-Sicht als Instrumentarium zur Angstmache. Und bieten sich Ansatzpunkte dazu an, versäumt es die WTG selten bis nie, die dann auch auszunutzen.
Natürlich in kanalisierter Form, zur Anpeitschung der Anhängerschaft zu neuen "Höchstleistungen".

Vielleicht kann man die Kretschmar'schen Kaffeegrund-Weisheiten auch als eine Reaktion auf gewisse östliche Propagandaschriften deuten.
Etwa diese


Wenn die östliche Propaganda im Sinne Ihrer Inspiratoren, ihr Ziel dennoch nicht errreichte, so aus einem anderen wesentlichen Grund.
In östlicher Lesart hatte das östliche System identisch mit einem "Paradies" zu sein.
Der Unterschied dabei ist nur der, und den beachteten die östlichen "1984-Paradiesverkündiger" nicht, dass etlichen Insassen einex solchen "Paradieses", dieses im Alltag alles andere, nur eben nicht "paradiesisch" erschien.
Und in dieser Gemengelage, waren die östlichen Propagandaaktionen, zu Luftschlägen gegen Windmühlenflügel, von vornherein verurteilt.

Gleichwohl war eben genannter Umstand nicht damit identisch, dass die WTG sich nun ihrerseits "entspannt" zurücklehnen konnte. Denn auch sie hatte und hat nur ein "Georges Orwell 1984-Paradies" anzubieten.
In dieser Konsequenz kann man auch in dieser KD-Ausgabe wieder die WTG-antreiberischen Sätze lesen:
Zitat

"Im Monat Dezember hatten wir einen Durchschnitt von 8,8 Stunden je Versammlungsverkündiger. Im Januar war unser Durchschnitt 9,5 und im Februar 8,5 Stunden. Können wir nicht unsere Leistung im Monat April verbessern?"

Und an WTG-Vorgaben dazu mangelt es ja nicht. So auch ersichtlich an einer Detailüberschrift in dieser KD-Ausgabe die da titelt:
Zitat

"Arbeitet an einer 20%igen Zunahme".

Man entblödet sich desweiteren in einem
Zitat

"Schult Kinder zu tüchtigen Dienern Gottes"
überschriebenen Abschnitt auch die sattsam bekannte WTG-Forderung zu wiederholen:
Zitat

"Regt sie (die eigenen Kinder) an, jedes Jahr in den Schulferien im Ferienpionierdienst zu stehen."

Ein geeignetes Instrumentarium dazu erscheint der WTG auch ein hoher Zeitschriftenumsatz, den sie ja nach Kräften zu befördern sich bemüht. Und dazu gibt es dann von Zeit zu Zeit auch mal sogenannte Sonderausgaben. So in diesem Zeitraum auch eine "Erwachet!"-Sonderausgabe.
Und genüsslich zitiert die KD-Ausgabe, was denn so alles an "überaus wichtigen" Artikeln in dieser "Erwachet!"-Sonderausgabe enthalten sei.
Unter anderem
Zitat

"Eine weitere Abhandlung geht auf die Frage ein, ob es sich bei der sogenannten kommunistischen Gehirnwäsche um ein Schreckgespenst oder um eine Tatsache handele."

Nun was denn den Aspekt einer "Gehirnwäsche" anbelangt, muss man da wohl kaum auf kommunistische Kreise hinschielen.
Die WTG selbst betreibt das ja schon mit erschreckender Perfektion, bei ihrer eigenen Anhängerschaft!

von Drahbeck - am 07.04.2011 05:52

Korruption Made in WTG

Königreichsdienst 1961
Korruption Made in WTG

Bisher haben, so der "Königreichsdienst" für Mai 1961, 220 ZJ dem Ansinnen der WTG Folge geleistet, und sind in ein sogenanntes Hilfe tut not Gebiet umgezogen, um dort die WTG-Interessen zu befördern.
Das ist erst mal eine abstrakte Zahl. Sie bekommt dann ein Gesicht, sieht man sich Einzelbeispiele dazu näher an.
Zum Beispiel den Fall Erich Brüning.

Auch der lies sich unter dem WTG-Einfluss zu einem solchen Umzug motivieren. Im Falle Brüning von Deutschland nach Südtirol in Italien.
Was erlebte er dort?
Unter anderem auch dieses. Da gab es Einheimische Zeugen Jehovas, die Objektiv wertende Außenstehende mit der Vokabel bedenken würden: Wirtschaftskriminelle.
Nicht das die sich in ihrem Selbstverständnis auch so sahen; das sicherlich nicht.
Der Neuhinzugezogene Brüning, noch nicht völlig in dem örtlichen Filz integriert, sah das ähnlich, und sprach es auch aus.

Nun erlebte man den alten Weisheitsspruch, das eine Krähe der anderen selten die Augen aushackt. Der Wirtschaftskriminelle (später noch per Fernsehsendung, und Steckbrief von Interpol in der Sache auch so bezeichnet) hatte aber ein gut ausgeklügeltes System von Verbindungen, getreu dem Motto: Eine Hand wäscht die andere!
Die reichten bis hinein ins WTG-Zweigbüro in Rom.
Der das unbequeme aussprechende Brüning, hatte jene Hausmacht eben nicht.

Ergo musste er erleben. Der Überbringer der unbequemen Botschaft wird "geköpft". In seinem Fall letztendlich, er wurde exkommuniziert.
Das zu einem späteren Zeitpunkt Brüning, durch die Publizierung der Vorgänge auch in Fernsehsendungen, und Steckbrief per Interpol, letztendlich gerechtfertigt war, nützte ihm überhaupt nichts.

Wie es nicht mehr anders ging, lies der örtliche Filz die zu heiß gewordene "Kartoffel" selbstredend auch fallen. In dessen Sog mit hineingezogen zu werden, wollte auch dort niemand. Aber bis es soweit war, galt eben das Motto von der einen Hand, die die andere wäscht, unvermindert fort. Und der "Nestbeschmutzer" Brüning war in dieser Phase der eigentlich Leidtragende.

Wer denn erwartet (es wird aber wohl kaum einer erwarten; auch das ist klar). Wer also wieder alle Umstände erwarten sollte, solcherlei Beispiele auch mal im "Königreichsdenst" der Zeugen Jehovas geschildert zu bekommen, der erwartet in der Tat zu viel!
(Man vergleiche auch Brüning's Buch "Sind Jehovas Zeugen Christen?" S. 13f.)

Statt dessen hat die WTG ein anderes "Highlight" auf Lager. Ganz besonders und gezielt, spricht sie in dieser KD-Ausgabe auch die materiell Wohlhabenden in ihren Reihen an. Sie mögen doch bitte überlegen, ob sie nicht in einem "Hilfe tut not"-Gebiet eine größere Immobilie (auf ihre Kosten versteht sich) erwerben könnten, die auch geeignet sei, für Versammlungsstätten. Also einen "Königreichssaal" a la Miniatur erwerben (auf eigene Kosten), und für die WTG-Interessen dann einzusetzen.

Auch das liest man nicht im "Königreichsdienst". Einer der so der WTG half aus dem Bereich Offenburg, und welche Erfahrungen auch er letztendlich sammelte!

Der Fall Offenburg

Auch noch was zum thematischen Weiterlesen

von Drahbeck - am 06.05.2011 00:49

WTG-Zeitschriften - nicht kostenlos abgeben

"Königreichsdienst" 1961
WTG-Zeitschriften - nicht kostenlos abgeben

Der "Königreichsdienst" für Juni 1961 warnt erneut:
Zitat

"Die Zeitschriften in Wohnungen zurückzulassen, ohne mit den Menschen persönlich gesprochen zu haben, oder sie wahllos ohne Bezahlung zu verteilen kann Probleme mit sich bringen. So sollte also das Zurücklassen von Zeitschriften in Wohnungen, wo niemand zu Hause ist, eine Ausnahme sein und nicht die Regel."

Das darf man als Motivation durchaus auch so deuten. Es geht um Money.
Würde eine kostenlose Abgabe von WTG-Schriften in größerem Ausmaße einreißen, klappte es wohl nicht so recht mit der "Beraubung der Ägypter". Ergo die WTG wähnt, auf finanzielle Beiträge von Außenstehenden, durchaus nicht verzichten zu können.

Wenn sich dieser Aspekt Jahrzehnte später dann noch variiert hat, so deshalb weil die WTG in Gefahr stand, steuerlich als Wirtschaftsunternehmen behandelt zu werden.
Da die Gestehungskosten für die WTG-Literatur ohnehin relativ gering sind, zog man es dann vor - um dem Damoklesschwert der steuerlichen Bewertung als Wirtschaftsunternehmen zu entgehen - eben auf feste Preisangaben nunmehr zu verzichten.
Gleichwohl sagt man keineswegs nein, kann man auch von Außenstehenden finanzielle Beträge einkassieren, nunmehr als "Spenden" deklariert.

Die Angabe; "das Zurücklassen von Zeitschriften in Wohnungen, wo niemand zu Hause ist, (sollte) eine Ausnahme sein und nicht die Regel", ist so gesehen nach wie vor, eine aktuelle Angabe.
Heutzutage erlebt man es ja fast wöchentlich, dass die Briefkästen überquellen, von Werbefinanzierten Gratiszeitungen. Da wird der Wohnungsinhaber nicht extra gefragt. Sofern er nicht einen Warnhinweis auf seinen Briefkasten angebracht hat, dass er keine Werbung wünscht, bleibt ergo sein Briefkasten vor der Verstopfung mit Werbemüll nicht verschont.
Die diesbezügliche Palette jener, die da diesen Werbemüll verteilen, ist mittlerweile ziemlich groß.
Nicht zu ihnen gehören jedoch nach wie vor die Zeugen Jehovas, was auch ein Beleg für vorstehende Zustandsbeschreibung ist.

Die gleiche KD-Ausgabe meint auch Grund zum jubeln zu haben.
Das liest sich dann so:
Zitat

"Erstmalig überschritten wir (in Westdeutschland) damit die 70 000-Grenze (Verkündigerzahlen). Dieses Ergebnis bedeutet eine Zunahme um 8,4 Prozent gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres. Obwohl wir unser Ziel — 20 Prozent — nicht erreichten."

Tja und weil wir schon bei den hochgesteckten Zielen sind, dann noch die weitere Angabe in dieser KD-Ausgabe:
Zitat

"Die Vereinigten Staaten von Amerika erreichten im Monat April mit 273.131 Verkündigern eine neue Höchstzahl und ein Wachstum um 17,4 Prozent."

Das hätte man auch gerne so in Westdeutschland gehabt. Allein die Umstände waren so nicht.
Noch spielte in Westdeutschland der Aspekt der sogenannten "Gastarbeiter" keine Rolle. Noch ... das sollte dann erst nach dem bald bevorstehenden DDR-Mauerbau auch noch anders werden.

Dagegen muss die WTG durchaus "etwas Salz in ihrer Euphoriesuppe" registrieren.
Dafür steht dann wohl auch die Angabe in dieser KD-Ausgabe:
Zitat

Es "zeigen die Zahlen unserer Zusammenstellung über untätige Verkündiger. So sind allein in Westdeutschland im vergangenen Jahr 2.026 getaufte Verkündiger untätig geworden. In den beiden letzten Jahren waren es insgesamt 3.732, und während der letzten fünf Jahre stellten 13.641 getaufte und nichtgetaufte Verkündiger den Predigtdienst ein."


von Drahbeck - am 13.06.2011 02:19

Re: WTG-Zeitschriften - nicht kostenlos abgeben

Wenn es allein in West-Deutschland ein Minus der Aktiven von 13.000 in 5 Jahren gab, war das natürlich ein alarmierendes Zeichen für die Leitung. So gesehen war die Berechnung der 6 000 Jahre Menschheitsgeschichte ein Geniestreich. Nachdem die Veröffentlichungen dazu erstmal auf dem "Markt" waren gabe es in der Zeit von 1968 bis 1975 eine Zunahme von Aktiven Zeitschriftenvertretern um mehr als 1 000 000.
Sollten die Zahlen stimmen, die Glockentin in Bremen genannt hat, dass es zur Zeit jährlich bis zu 2 000 Abgänge gibt, kann man gespannt sein, welche "Berechnung" bald präsentiert wird um den Trend wieder umzukehren und eine Zunahme zu erreichen.

von Alphabethus - am 13.06.2011 06:53

Re: WTG-Zeitschriften - nicht kostenlos abgeben

Zitat
Alphabethus
Wenn es allein in West-Deutschland ein Minus der Aktiven von 13.000 in 5 Jahren gab, war das natürlich ein alarmierendes Zeichen für die Leitung. So gesehen war die Berechnung der 6 000 Jahre Menschheitsgeschichte ein Geniestreich. Nachdem die Veröffentlichungen dazu erstmal auf dem "Markt" waren gabe es in der Zeit von 1968 bis 1975 eine Zunahme von Aktiven Zeitschriftenvertretern um mehr als 1 000 000.

So möchte es die WTG unfraglich, auch in der Gegenwart noch haben.
("Königreichsdienst" Februar 1968)


Zum weiterlesen für einige, welche dem Grundsatz des vorsätzlichen Vergessens huldigen.


von Drahbeck - am 13.06.2011 08:02

Letzte Ratschläge

Königreichsdienst 1961
Letzte Ratschläge

Quasi letzte Anweisungen bezüglich des Hamburger ZJ-Kongresses vom 18. - 23. 7. 1961, begegnet man auch in der "Königreichsdienst"-Ausgabe für Juli 1961.
Unter anderem den Ratschlag:
Zitat

"Auf der Festwiese in Hamburg werden wir eine Rasenfläche vor uns haben, die bei feuchtem Wetter ziemlich weich werden kann. Es ist hier angebracht, auf Schuhe mit hohen Absätzen zu verzichten, da diese unter solchen Umständen weder der Schwester, die sie trägt, noch dem Rasen besonders dienlich sind."

Wie wahr, mag man dazu nur sagen.
Weiter geht es auch mit dem Rat:
Zitat

"Wir versammeln uns auf der großen Festwiese im Hamburger Stadtpark. Eure Sitzplätze sind somit nicht überdacht, und ihr solltet dies bei euren Reisevorbereitungen mit berücksichtigen. ... Berücksichtigt dabei eine eventuelle kühle Witterung ...
Vergeßt auch nicht euren Regenschirm oder den Regenmantel ..."

Wer dann vorgenannte Ratschläge auch befolgt hat, war sicherlich gut beraten; denn wie man den weiteren Kongressberichten entnehmen konnte, sahen jene die das so nicht befolgten, dann "ziemlich alt aus". Es sei denn, sie entschlossen sich aus der Situation heraus, Kongress dann Kongress sein zu lassen.
Das aber kann für einen betört-überzeugten Zeugen kein Thema sein. Ergo bewaffneten sich viele von außerhalb Anreisende mit einem Gepäckumfang, als wenn es gälte, einmal zum Nordpol und zurück zu reisen.

Wieder einmal offeriert die gleiche KD-Ausgabe, auch einen vorab einzustudierenden Predigttext, der dann dem (nicht selten ungeneigten) Opfer roboterhaft herunterzurattern sei.
Insofern nichts neues, das gab es auch schon davor.
Und in diesem Predigttext findet sich dann auch der Passus:
Zitat

Man besuche "Mitmenschen ... um eine der wichtigsten Fragen in bezug auf Gott zu beantworten. Menschen, welche die krebsartige Ausdehnung des Kommunismus sowie die ansteigende Zahl der Verbrechen und Gewalttätigkeiten beobachten ..."

Tja, das ist dann wohl wieder mal ein Beispiel der gepriesenen, angeblichen "Neutralität" der WTG.
Ob man denn, kurz vor dem Ostdeutschen Mauerbau, noch zu recht von einer "krebsartigen Ausdehnung des Kommunismus" reden kann, erscheint wohl etwas zweifelhaft.
Immerhin dürften die da als "Krebs" bezeichneten, das auch zur Kenntnis genommen haben; und wie sie denn darauf zu reagieren pflegten, bedarf hier und jetzt keiner näheren Erläuterung.
Beklagt sich also die WTG in die "Krebszangen der Kommunisten" geraten zu sein, darf sich sich durchaus den Orden an die Brust heften, ihrerseits einiges dazu beigetragen zu haben, dass es so kam!

von Drahbeck - am 10.07.2011 23:58

Was wäre wenn und aber

Königreichsdienst 1961
Was wäre wenn und aber

Ein etwas vulgärer "Weisheitsspruch" will wissen.
"Hätte der Hund nicht gesch... hätte er doch den Hasen gekriegt.
Nun hat aber der Hund gesch... und den Hasen eben nicht gekriegt."

Ist es denn so ungewöhnlich wenn man an vorgenannten Spruch erinnert wird, liest man in der "Königreichsdienst"-Ausgabe für August 1961 auch die Klage:
Zitat

"Im Sommer vergangenen Jahres ging unser Stundendurchschnitt in den Monaten Juli, August und September auf 8,7 Stunden je Verkündiger zurück. Im Jahre 1959 betrug der Durchschnitt in der gleichen Zeit 9,2 Stunden je Verkündiger. Wenn die Verkündiger während dieser drei Monate des Jahres 1960 einen Durchschnitt von 9,2 Stunden erreicht hätten, wären fast 100.000 Stunden mehr im Predigtdienst eingesetzt worden."

Wenn wenn, nun aber hatten es die "Treppenterrier" vorgezogen, etwas weniger als im Vorjahr sich die Hacken abzurennen. O welcher Graus (für die WTG). Und als einen "Übeltäter" wähnt sie dabei eben auch den Sommer wahrzunehmen.
Deshalb ihre Predigt, ja nicht nachzulassen im "Treppenterierdasein". Auch nicht in einem mit Ach und Krach, gerade mal noch zugestandenen Urlaub.

Und so wird denn den WTG-Hörigen in dieser KD-Ausgabe weiter eingebläut. Das Ziel des letzten Monats des WTG-Dienstjahres, müsse eine 10% Zunahme sein.
So übermäßig lange war es dann wohl noch nicht her, dass dieselbe WTG von einer 20% Zunahme träumte; inzwischen aber selbst erkennen musste, dieser Traum wird ein Schaum bleiben!

von Drahbeck - am 25.08.2011 04:30

... an alles gedacht ...

Königreichsdienst 1961

Na bitte schön! Es ist doch an alles gedacht!
Rückblickend kann der "Königreichsdienst" für September 1961, den Besuchern des Hamburger Matschkongresses ein Lob aussprechen, dieweil sie doch diese Tortur diszipliniert durchgestanden hätten.
Und dafür gibt es dann auch noch eine "Zugabe".
Man habe von einer Firma während des öffentlichen Kongresses, eine Luftaufnahme machen lassen.

Die nun könne man in verschiedenen Varianten dem geneigten Publikum offerieren. Angefangen von einer Postkarte für 0,25 DM bis zu einer Großaufnahme im Format 0,70 x 0,50 m, für immerhin doch stolze 22,- DM.
Als Zwischengröße gibt es auch das Format 0,30 x 0,24 auch für noch beachtliche 16,- DM.
Nun mag solcherart Preisgestaltung sicherlich die einer Marktwirtschaft angemessene sein.

Bliebe nur noch zu fragen.
Die Angebote sind dann ja Bruttopreise. So ungewöhnlich dürfte es nicht sein, unterstellt man, die Einkaufspreise für dieses "Event" dürften doch wohl beachtlich darunter liegen.
Nun soll solcherlei Praxis auch andernorts gang und gäbe sein, was wohl nicht zu bestreiten wäre.
Aber auch das kann man wohl unterstellen. "Zu kurz" kommt die WTG bei diesem Geschäft wohl sicherlich nicht!

Eine kleine Frage noch. Vorstehendes Angebot läuft ja auf der Basis Vorbestellung. Das heisst, es wird nicht einfach "auf blauen Dunst hin" produziert, sondern nur auf der Basis fester Bestellungen. Das enthebt dem Hersteller schon mal eines beträchtlichen marktwirtschaftlichen Risikos.
Was mich persönlich dann noch interessieren würde, wäre die Frage: Wieviele von der nachstehend beschriebenen Kategorie, auch zu vorgenannten Bestellerkreis gehörten?
In der "Königreichsdienst"-Ausgabe für Oktober 1961 ist auch zu lesen:
Zitat

"In Hamburg lagern noch viele wertvolle Fundsachen. Bitte beschreibt den verlorenen Gegenstand so genau auf einem besonderen Bogen, daß die Brüder auch in der Lage sind, das gewünschte Stück herauszufinden. Sendet eure Briefe nach Wiesbaden an das Zweigbüro zur Weiterleitung."


von Drahbeck - am 13.09.2011 02:16

Buch: "Die Wahrheit wird euch frei machen"

Königreichsdienst 1961

Der "Königreichsdienst" für Oktober 1961 teilt unter anderem mit:
Zitat

"Im Monat November werden wir das Buch ",Die Wahrheit wird euch frei machen'" mit der Broschüre "Die Heilung der Nationen näher gerückt" für 2,50 DM anbieten."

So so, dass muss man dann wohl zweimal lesen.
Zitat

"Eine hervorragende Hilfe zum Verständnis für Gottes Wort ist das Buch "Die Wahrheit wird euch frei machen"
tönt nachlegend, auch die November-Ausgabe des "Königreichsdienstes".
Jenes Buch "Die Wahrheit wird euch frei machen" erschien zuerst im Jahre 1943.
Unmittelbar nach 1945 landeten ganze Schiffsladungen deutschsprachiger Ausgaben davon, dann auch in deutschen Häfen.
Immer noch nicht ist also dieser alte WTG-Schrott der schon zum Zeitpunkt der Erstverbreitung im Deutschsprachigem Raum veraltet war, vollständig abgesetzt worden.
Das war jenes Buch, welches die Russell'sche Theorie kippte, die ominösen 6000 Jahre Menschheitsgeschichte seien "1872" beendet, und 1872 durch 1972 ersetzte. (S. 152f.)
In seinem 28. Kapitel wusste es unter anderem mit der Aussage zu "glänzen".
Zitat

"Einige Bibelaussagen und prophetische Dramen deuten an, dass sie (die sogenannten "Alttestamentlichen Überwinder") noch vor der Schlacht von Harmagedon zum Leben erweckt werden, mit dem treuen geistlichen Überrest zusammentreffen und mit ihm die gewaltige Schlacht und den herrlichen Sieg sehen, wovon sie weissagten."

Schon auf dem New Yorker ZJ-Kongress von 1950, gab der damalige WTG-Chefideologe F. W. Franz jener These den Laufpass, indem er die rhetorische Frage stellte, ob jener Kongress sich freuen würde, zu erfahren, dass die "Fürsten der neuen Welt" bereits unter ihnen weilen.
Kraft seiner Wassersuppe wusste Herr Franz dann als Antwort auf seine selbstgestellte Frage mitzuteilen.
Ja, die gegenwärtigen WTG-Funktionäre seien diese erwarteten Fürsten, und erntete von der blöckenden Horde, dafür gar noch frenetischen Beifall!

Siehe unter anderem auch noch:
19462Zahl

Jenes Buch glänzte auch noch mit der 1929er Obrigkeitsthese, wenn es dort weiter heisst (S. 312f.)
Zitat

"Solche ('irdischen Könige, Fürsten und Mächtige') sind nicht die 'von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten', wie die religiöse Geistlichkeit dies behauptet."

Schon ein Jahr später, gab auch die WTG dann noch dieser These den Laufpass.

Von solchen Details wie etwa, dass der Vatikanstaat zu der Zeit als "König des Nordens" definiert wurde, erst gar nicht zu reden.
Auch wenn die "Nord- Südkönig"-Theorie, zu der Zeit in dem parallelen WTG-Buch "Die neue Welt" detaillierter dargestellt ist, setzt auch "Die Wahrheit wird euch frei machen" diese Aussagen voraus.

von Drahbeck - am 16.10.2011 22:03

Anprangerungen

Königreichsdienst 1961
Anprangerungen

Nostalgisch verklärend, notiert der "Königreichsdienst" für November 1961:
Zitat

"Eine Analyse unseres Zeiteinsatzes zeigt einen ständigen Rückgang. Im Jahre 1948 leisteten wir (in Westdeutschland) mit einem monatlichen Durchschnitt von 16 Stunden je Verkündiger gute Arbeit."

Und nun, im Jahre 1961, sei der durchschnittliche monatliche Predigtdienststundeneinsatz auf 8,9 Stunden abgesackt.
Damit indes will sich die WTG nicht abfinden.
Wohl wissend, dass trotz ihrer 20% Mehrung-Parolen, in den Jahren 1960 und 1961 nur eine solche von 4% erreicht wurde, stellt sie weiterhin unverdrossen die Forderung nach einer 10% Mehrung.

Als flankierende Maßnahme wird mitgeteilt, man habe nun in Westdeutschland eine neue Kreiseinteilung in Kraft gesetzt.
Zitat

"Anstelle von 48 Kreisen und 6 Bezirken werden wir künftig 79 Kreise und 7 Bezirke haben. Durch diese Neuorganisierung wird der Kreisdiener jede Versammlung alle vier Monate, also dreimal im Jahr besuchen. In dieses Programm sind auch die alleinstehenden Verkündigergruppen und die Sonderpioniergebiete eingeschlossen."

Und auch das vergisst der KD nicht mit hinzuzufügen:
Zitat

"Bereitet euch persönlich gut auf den Besuch des Kreisdieners vor. Teilt eure Zeit gut ein und regelt eure beruflichen Verpflichtungen so, daß ihr während der Dienstwoche viel Zeit zur Verfügung habt. ..."

Ein besonderes "Event" hat diese KD-Ausgabe dann noch in der Form einer einstudierten Demonstration auf Lager. In ihr werden (faktisch) typologisch sortiert, von der WTG einige an den öffentlichen Pranger gestellt, die in WTG-Sicht, nicht genügend leisten.
Fünf "Typen" meinen die KD-Schreiber da ausgemacht zu haben:

1. Bruder "Überarbeitet"
2. Schwester "Überarbeitet"
3. Bruder "Entspannung"
4. Bruder "Ausflugsfieber"
5. Schwester "Kinderreich"

Wie man unschwer erraten kann, wird allen fünf "Typen" dann in der Demonstration nichts erspart.
Stellvertretend sei nur das Fallbeispiel "Schwester Kinderreich" genannt.
Fünf Kinder und einen ungläubigen Mann dazu habe sie, so die Mitteilung in der auf 10 Minuten angesetzten Anprangerungs-Demonstration zu ihrem Fall.

Da in WTG-Sicht nicht sein kann was nicht sein soll, gibt es selbstredend ein vermeintliches "Happy End" dazu.
Das liest sich in diesem Falle so:
Zitat

"Eine Schwester bietet sich der Schwester "Kinderreich" dazu an, wöchentlich drei Stunden deren Kinder zu beaufsichtigen. Schwester "Kinderreich" freut sich, bedankt sich und meint, daß ihre 13jährige Tochter auch auf die Kinder aufpassen könne. Sie faßt den Vorsatz, jede Woche in den Dienst zu gehen."

Da weis man nach der Lektüre solcher Beispiele in der Tat nicht so recht, was denn nun angesagt ist.
Das Lachen oder das Weinen!
Ich fürchte eher das letztere!

von Drahbeck - am 11.11.2011 23:48

Königreichsdienst 1961

Zitat

"Der Hilfsversammlungsdiener wird den Studienleitern jede Woche eine Liste mit den Namen der Verkündiger aushändigen, die, im Dezember noch nicht berichtet haben"
teilt der "Königreichsdienst" für Dezember 1961 mit.
Was das dann in der Praxis bedeutet, ist unschwer zu erraten.

Was, du hast diesen Monat noch nicht genügend Treppenterierdienst geleistet?! Dann werden wir dir mal den Allerwertesten so heiß machen, dass du schon von allein losrennst, weil Du selber einsiehst. Das ist wohl das kleinere Übel für dich.
Solltest du wieder erwarten dich dennoch störrig erweisen, dann werden wir dich lehren, was ein Spießrutenlauf ist. Und hast du das dann mal mitgemacht, wirst du schon von ganz alleine um Gnade winseln, und all das tun was wir dir zu tun heißen.

Zum Beispiel im Monat Dezember 61 möglichst vielen Leuten für 3,75 DM pro Stück das WTG-Buch "Vom verlorenen zum wiedererlangten Paradies" aufzuschwatzen.
In unserer großen "Gnade" erkennen wir, dass es in der Tat "Böcke" geben mag, die partout jenes Buch nicht abkaufen wollen. Dann ist es trotzdem deine Pflicht (Zitat KD Dezember 61):
Zitat

"Wenn dieses Angebot abgelehnt wird, sind wir vorbereitet, zwei Zeitschriften zurückzulassen, damit der Wohnungsinhaber erkennt, wie notwendig es ist, sich mit Jehovas Wort
(Einfügung: sollte wohl besser heißen WTG-Wort)
Zitat

zu beschäftigen."

Der vorstehende "Dialog" (besser wohl Monolog), wird in der geschilderten drastischen Art, so nicht stattgefunden haben. Dazu ist die WTG zu klug, um nicht auch zu wissen, die harte Faust wird in "Watte verpackt".

Die derart Besuchten werden selbstredend mit salbungsvollen Worten "eingeseift". Mit soviel "Seifenschaum", dass ihnen gleich die Augen tränen, wegen dieses aggressiven "Seifenschaums".
Also an "Watte" als Verpackung, wird sicherlich nicht gespart, darüber kann kein Zweifel bestehen. Entfernt man diese Verpackung indes, zeigt sich sehr wohl, die vorgeschilderte ungeschminkte Fratze!

http://www.youtube.com/watch?v=isXsbCvpmfM&feature=related

von Drahbeck - am 20.12.2011 00:51
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