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Forum:
Forum zu den Eisenbahnen in Polen
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Martin Kop., Emil Oldersum, HFR

Raider heisst jetzt Twix oder das Ende der PKP

Startbeitrag von Martin Kop.am 13.11.2009 13:06

Hallo Forum,

die "Eisenbahnkrieg" in Polen hat sein erstes Opfer:

Kurzfristig hat die bisherige Firma PKP Przewozy Regionalne ihre tatsächlichen Eigentumsverhältnisse nun auch visuell umgesetzt: Ab sofort entfällt in öffentlichem Auftritt und im Logo die Abkürzung "PKP", die Firma heisst nur noch "Przewozy Regionalne" (="Regionalverkehre").

Nochmal zum Hintergrund: Seit einem Jahr hatte berets de facto die ehemalige Regionalverkehrsabteilung der ex-Staatsbahn mit der PKP-Holding nichts mehr zu tun, sondern befand sich im Besitz der regionalen Gebietskörperschaften. Zuvor hatte sie jegliche überregionalen Zugleistungen und das zugehörige Rollmaterial an die weiterhin im Besitz der PKP-Holding befindliche Firma PKP Intercity verloren. Da gerade diese Leistungen überhaupt den Ansatz von Wirtschaftlichkeit hatten, begann PR, mit dem verbliebenen Rollmaterial unter dem Namen "InterRegio" wieder überregionale Zugverbindungen anzubieten, hier speziell auf sehr lukrativen Routen und solchen, auf denen PKP IC das Angebot einschränkte. Das Ganze amüsierte PKP IC überhaupt nicht, da man hier mit einem weiteren Monopol im Fernverkehr rechnete.
Gleichzeitig war PR hochverschuldet, was PKP IC bzw. dem Besitzer, der PKP-Holding, ein gewisses Druckpotential in die Hände gab. Recht offen forderte man die Einstellung des InterRegio, und liess verlauten, dass man sich auch in PR einkaufen könne, um die Firma dazu zu zwingen.
Gleichzeitig verlangte man auch auf einmal Markennutzungsgebühren für das Kürzel "PKP". Deshalb hat man nun wahrscheinlich bei PR die Konsequenzen gezogen.

MfG
Martin
Antworten:

Noch ist Polen nicht verloren - und die (Nicht-)PKP?

Krank, was da abgeht!

Ich dachte schon, die Atomisierung der Deutschen Bahn AG und die gegenseitige Verrechnung jeglicher Aktivität zwischen den Unternehmensbereichen seien schon die Krönung des Bürokratismus. Aber die Polen toppen das noch um ein Vielfaches.

Wohin diese Haltung führt, sich mehr mit sich selbst als mit der Eisenbahn zu beschäftigen und so zu tun, als wäre man wie früher alleine auf polnischen Gleisen, sieht man ja an der Flucht in die neuen "Landesbahnen" (Koleje Dolnoslaskie & Co.) - als Aufgabenträger würde ich auch versuchen, mch von einem derart ineffizienten, inkompetenten und am Bahnbetrieb offenbar völig desinteressierten Laden (zumindest dessen Entscheidungsträger) abhängig zu machen. Der Spruch
"und fahr´n auch keine Züge mehr
so bleibt uns doch der Schriftverkehr"
charakterisiert den Zustand der PKP (und der nicht-mehr-PKP) treffend. Ebendieser von Martin geschilderte Streit um die Nutzung des Namens "PKP" ist da noch das Sahnehäubchen.

Heiko

von HFR - am 14.11.2009 16:18
Hallo Martin,

was nicht (mehr?) auf dieser Seite [pr.ec.pl] zu sehen ist, ist tatsächlich das Logo, dieses eingerahmte 'PKP'. Aber es steht dort weiter PKP PR sp. z o. o. Das ändert natürlich nichts an den katastrophalen Zuständen im polnischen Eisenbahnwesen, von denen du schreibst.

Gestern an der Strecke zwischen Kostrzyn und Szczecin liefen mir mal wieder diese absurden Os-Kurse über den Weg: Szczecin-Wrocław mit EN 57. Anderenorts sind das doch die PR-InterRegios. Und dann 10 Stunden in der Kiste mit Halt an jeder Milchkanne. Nett vielleicht für unsereins, ein Angebot ist das nicht.

Gruß in die Runde
Emil

von Emil Oldersum - am 16.11.2009 21:33
Zitat
Emil Oldersum
Hallo Martin,

was nicht (mehr?) auf dieser Seite [pr.ec.pl] zu sehen ist, ist tatsächlich das Logo, dieses eingerahmte 'PKP'. Aber es steht dort weiter PKP PR sp. z o. o. Das ändert natürlich nichts an den katastrophalen Zuständen im polnischen Eisenbahnwesen, von denen du schreibst.

Gestern an der Strecke zwischen Kostrzyn und Szczecin liefen mir mal wieder diese absurden Os-Kurse über den Weg: Szczecin-Wrocław mit EN 57. Anderenorts sind das doch die PR-InterRegios. Und dann 10 Stunden in der Kiste mit Halt an jeder Milchkanne. Nett vielleicht für unsereins, ein Angebot ist das nicht.

Gruß in die Runde
Emil


Dass diese Langdurchläufe existieren, ist die Folge der sehr zu begrüssenden Zusammenarbeit der drei beteiligten Wojewodschaften. Natürlich fährt dort niemand die Gesamtstrecke(ist viel schneller via Poznan), aber sowohl verkehrlich als auch betrieblich sind diese schwer sinnvoll - man spart sich eine eigene Fahrzeugvorhaltung für die Leistungen innerhalb von Lubusko, und es gibt Verbindungen über die Wojewodschaftsgrenzen hinweg. Das war schon mal ganz anders, als noch vor drei Fahrplanperioden nördlich von Kostrzyn fast gar nichts mehr fuhr.

MfG
Martin

von Martin Kop. - am 18.11.2009 12:18
Hi Martin,

vielen Dank für diese Erläuterungen! Danke auch für die bisherigen Hintergrundinfos zur PKP!

Schönen Sonntagnachmittag
Emil

von Emil Oldersum - am 22.11.2009 13:27
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