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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Evelyn, Rena, Monika D. (Admin), Tina B

Unglaubwürdig

Startbeitrag von Tina B am 09.07.2002 17:53

Hallo Monika und alle Anderen,

Im Thema Ameisensäure wurde das schon angesprochen, aber ich möchte hier noch mal meine Frage dazu stellen:
Auch ich versuche meinen Beschwerden mit sportlicher Betätigung entgegenzutreten. Ich versuche fast jeden Tag irgendetwas Sportliches zu tun, wobei für mich aber auch sehr der Spaßfaktor und nicht nur der gesundheitliche Aspekt wichtig ist. Wenn es sein muss, dann nehme ich irgendwelche Medis, wenn mir der Sport wichtig ist, denn ohne Sport hätte ich die schmerzen ja auch....
Das Problem dabei: Mein Arzt glaubt mir jetzt meine Schmerzen nicht mehr. Er meint, so fit, wie ich wäre, könne es ja nicht so schlimm sein.
Wie begegnet Ihr solchen Situationen? Ich brauche ja trotzdem meine Medis und wenn möglich meine KG-Behandlung, die mir ja auch viele sportlichen Dinge erst ermöglicht. (Mit entspannten, gedehnten Muskeln turnt es sich leichter)
Ich freue mich auf Eure erfashrungsberichte.
Tina B.

Antworten:

Hallo Tina,

dem Vorwurf oder Verdacht der Unglaubwürdigkeit kann ich persönlich nur durch gnadenlose Offenheit begegnen. Offenheit, mit der ich mich gegen an Massenhysterie grenzende "Kämpfe für Anerkennung der Fibromyalgie" ebenso konsequent wende wie gegen einen inkompetenten Umgang von Ärzten mit Menschen, die von einem Beschwerdebild betroffen sind, für das der Begriff Fibromyalgie verwendet wird.

Fitness und Schmerzen haben überhaupt nichts miteinander zu tun! Zumindest nicht in der Weise, wie es durch die Köpfe zu schwirren scheint. Einer Weltklasse-Marathonläuferin wird man die Fitness sicherlich nicht in Frage stellen wollen. Trotzdem waren es ausgerechnet die Schmerzen, die eine solche Läuferin bei einer Weltmeisterschaft zur Aufgabe zwangen, durch die ich kapiert habe, was sich Tag für Tag jahrzehntelang "unerklärlicherweise" bei mir abgespielt hat, da bei der TV-Übertragung ihr Trainer (und Arzt) erklärt hat, was bei ihr häufig in der Rückenmuskulatur passierte und wie es sich auswirkte. Von Top nach Flop in 5 Minuten. Beim Start des Rennens nie abschätzbar, ob sich die Verspannung an der Schwachstelle aufschaukeln wird, oder ob es gelingt, die Ausbreitung der Schmerzen zu verhindern. Ich habe da zum ersten Mal gesehen, wie ein anderer Mensch von "meinen" Schmerzen betroffen wurde, von diesen Schmerzen gedemütigt wurde, wie all das Training, all die Kondition, all die Renntaktik nichts nützten, denn das Rennziel wurde an diesem Tag der WM unerreichbar.

Auch diese Frau hat genau wie wir chronische Schmerzen. Trotzdem ist sie immer wieder bei bedeutenden Marathons vorne mitgelaufen. Man stelle sich vor, ihr würde die Behandlung ihrer Schmerzen verweigert werden, weil sie ja so fit ist, dass sie sogar viel schneller laufen kann, als 99,9999 % des Rests der Welt. Das ist doch absurd. Und das muß rein in unsere Köpfe:
1. Fitness und Schmerzen schließen einander nicht aus!
2. Schmerzen können jedoch verhindern, dass Fitness in Leistung umgesetzt werden kann.
3. Meine Ansicht: Sich wegen Schmerzen nicht fit zu halten führt in die Depression und anhaltende Unfähigkeit.

Deswegen MÜSSEN Schmerzen behandelt werden!

Ein Arzt, der quasi als Preis für eine vernünftige Behandlung abverlangen will, dass der Patient die Zeiten, in denen die Schmerzen nicht alles beherrschen, so zubringt, dass er nur noch dasitzt und wartet, wanns mal endlich wieder richtig weh tut, damit der Herr oder die Frau Doktor die Gnade ihrer Zuwendung erweisen können, der gehört ins Museum mit seinen verstaubten Ansichten!

Meine Freude an der Bewegung, mein Spaß am Sport (wenn es hoffentlich bald wieder geht :rolleyes:), das ist etwas, das ich u.a. auch als Bestätigung für die gute Behandlung gerne mitteile und was ganz sicherlich auch in schwierigeren Zeiten die Motivation für eine kontinuierliche Zusammenarbeit auf beiden Seiten unterstützt. Deswegen sind Arzt und Physiotherapeut auch diejenigen, die sich am allermeisten mit mir zusammen freuen, wenn ich fit bin und das auch genieße. Denn ohne ihre Arbeit für mich wäre das nicht möglich. Vielleicht ist es das, was in weniger reibungslos funktionierenden Arzt-Patient-Beziehungen öfter mal klar zum Ausdruck gebracht werden muß: WIR KÖNNEN aus eigener Kraft viel erreichen, wenn wir in der individuell nötigen Weise kompetente Hilfe bekommen. Ohne diese Hilfe vergeuden wir unsere Kraft auf der Suche danach und werden womöglich doch noch ewig nörgelnde Jammerlappen.

Ich würde mich freuen, wenn Du aus diesen Gedanken etwas findest, das Du in einen vernünftigen Dialog mit Deinem Arzt einbringen kannst, damit Du die Unterstützung erhältst, die Du brauchst, damit Du Dir selbst so viel wie möglich helfen kannst.

Alles Gute
Monika

von Monika D. (Admin) - am 09.07.2002 21:56
Hallo liebe Tina,

nach meiner eigenen üblen Erfahrung vor zwei Wochen kann auch ich Dir nur raten ganz klare Worte mit Deinem Arzt zu reden! Laß Dich davon nicht unterkriegen, so schwer es vielleicht auch fällt. Ich hatte ja eher das Gegenteil erlebt, daß ich unbedingt Sport machen sollte und keine Medikamente bekommen sollte. Ich habe sie ja dann von anderer Stelle weiter verschrieben bekommen und habe mir nun fest vorgenommmen MORGEN mal wieder in Sport zu gehen. :-) Zumindest kann ich es mir nun das erstemal wieder vorstellen, daß es klappen könnte. Ohne die Medikamente? Keine Chance! Ich mußte also auch erstmal wieder zumindest stundenweise schmerzfrei werden um den Gedanken an Sport überhaupt denken zu können.

Also: mach ne klare Ansage und versuche Dich durchzusetzen!

Ich drück Dir ganz doll die Daumen dafür!

Liebe Grüße
Evelyn

von Evelyn - am 09.07.2002 22:42
Hallo Evelyn,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem schnellen Lernerfolg. Ich wünsche Dir auch viel Spaß beim Sport, möchte aber noch mal daran erinnern, dass ein vorsichtiger Trainingsaufbau nötig ist, damit man sich den Spaß am Sport auch erhält. Fibro-Muskeln reagieren etwas anders und werden nach Belastung langsamer regeneriert und deshalb gibt es auch weniger schnelle Trainingsfortschritte, als bei Gesunden. Deshalb würde eine zu hohe Intensität auch die Verletzungsgefahr erhöhen. Surf noch mal ein wenig hier durch die Website. Ich habe schon viel über sinnvollen Trainingsaufbau geschrieben.

Schwimmen, mit häufigem Lagenwechsel, das wäre z.Zt. wohl der allerbeste Einstieg....

Alles Gute,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 10.07.2002 08:22
Hallo ihr Lieben,

Außer Schwimmen ist Radfahren für mich mittlerweile unerläßlich geworden. Nicht nur, daß es für mich die einzige Möglichkeit ist, schnell im Städtchen Erledigungen zu machen, nein dadurch habe ich gleichzeitig frische Luft und vertreibe mir bei angenehmer Bewegung auch noch die Zeit. Voraussetzung ist da natürlich gutes Wetter. Aber ehrlich, Radfahren fällt mir unheimlich leicht, zu Fuß kann ich oft keine 100 m schaffen :confused:
Ansonsten habe ich mir ein eigenes Dehnungsprogramm angewöhnt, nach dem Aufwachen und mit Musik beim Hausputz achte ich darauf, daß meine Bewegungen nicht übertrieben sind, sondern wie gymnastische Übungen auf meinen Körper wirken. Es ist sogar ganz lustig, nach Takt Staub zu saugen oder Gemüse zu putzen.Ganz wichtig finde ich es, darauf zu achten, dabei niemals in direkter Zugluft zu stehen, da habe ich schon üble Erfahrungen gemacht. Insgesamt ist es wichtig für mich, weder zu schwitzen noch zu frieren. Ganz egal wie vorsichtig ich dann agiere, da wehrt sich mein Körper sofort und verkrampft, reagiert als ob ich die Bewegung nicht vertragen habe, aber ich weiß es in meinem Fall besser. . Hier auch noch einmal der Tipp mit dem Gymnastikball. Ich setzte mich mit geschlossenen Augen auf diesen Ball und bewege mich als ob ich im Sitzen tanze. Auch hier wieder nur soviel, wie ich mag und daß hängt natürlich von Laune, körperlicher Verfassung und ganz klar, von der Musik ab ;). Danach gönne ich mir eine heiße Dusche, ein Bad oder einfach eine heiße Tasse Kaffee.

Aber ehrlich Evelyn, wenn ich überlege, wie ängstlich und verwirrt du noch vor ganz kurzer Zeit hier im Forum aufgetaucht bist, dann ist es auch an mir , dir zu sagen, "SUPER".

liebe Grüße Rena

von Rena - am 10.07.2002 09:36
Liebe Monika,

es ist schön, daß Du Dich mit mir freust und mir nochmal ein paar Hinweise mit auf dem Weg gibst. Danke!

Schwimmen mag ich ja leider nicht soooooo gerne, also gehe ich heute abend mal wieder seit ganz langer Zeit ins Fitness-Studio. Keine Bange, das gute daran ist, mein Physiotherapeut ist dort am abend auch als Trainer tätig und ich habe da wirklich eine erstklassige Betreuung. :-) Habe mir für heute mal ein Stündchen vorgenommen, einfach ein leichtes (!!) Ausdauertraining betreiben, bißchen auf dem Rad, ein paar Übungen auf dem Ball und 1-2 Bauchübungen. Sollte ich merken, daß es nicht geht, okay, dann war es der Versuch allemal wert. Denn: ICH WILL! :-)

Dir liebe Monika und allen anderen
wünsche ich einen schönen Tag (trotz der vielen Gewitterwolken...)

Herzliche Grüße
Evelyn

von Evelyn - am 10.07.2002 09:41
Hallo liebe Rena :-)

Da waren wir wohl eben beide gleichzeitig am Werke!

Ja, ich bin einfach eine Kämpfernatur und nichts mag ich weniger als den Kopf in den Sand zu stecken...auch wenn es nicht immer leicht fällt! Es kommen wahrscheinlich auch wieder ganz andere Tage, also genießen wir doch einfach die einigermaßen guten! Es ist ja wirklich nicht immer einfach...

Übrigens sitzt in VC meine allerbeste Freundin! :-)

Liebe Grüße
Evelyn

von Evelyn - am 10.07.2002 09:47
;) liebe Evelyn,

da du mir sympathisch bist, allein weil du auch eine Kämpfernatur bist, könnte es ja sein, daß du, wenn du deine Freundin mal irgendwann besuchst, noch eine Freundin ;) findest.

Mach weiter so :spos: RENA

von Rena - am 10.07.2002 10:27
Hallo liebe Rena,

oh ganz lieben Dank für die Blumen! :-)

Also wenn ich mal wieder in der Ecke bin und es sich einrichten läßt, dann sage ich auf jeden Fall vorher Bescheid! :-)

Liebe Grüße
Evelyn

von Evelyn - am 19.07.2002 06:59
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