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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
Beiträge im Thema:
3
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
urmeli_et, Monika D. (Admin)

Welche Möglichkeiten gibt es - bitte dringend um Ratschläge...

Startbeitrag von urmeli_et am 09.01.2008 11:22

Hallo an alle!

Die Forenmitglieder, die schon länger dabei sind, erinnern sich vielleicht noch an mich... Monika weiß sicher noch, wer ich bin...
Ich brauche dringend einen Rat, und hoffe sehr, dass sich hier jemand findet, der mir helfen kann...

Ich habe mich hier schon ewig nicht mehr gemeldet - einfach aus dem Grund, weil es mir tatsächlich besser geht.

In meinem Fall hat sich herausgestellt, dass sämtliche Fibromyalgie-Symptome von mehreren schweren psychischen Problemen ausgelöst wurden, und ich konnte viele davon im Laufe der letzten beiden Jahre ablegen.

Geblieben sind eine generalisierte Angststörung, dauerhafte Müdigkeit und vor oder nach Streßsituationen Gliederschmerzen und Schlaflosigkeit.
Seit mehr als zwei Jahren bin ich bin Psychotherapie.

Ich war krankgeschrieben von April 2005 bis September 2006. Anschließend wurde ich von der Krankenkasse ausgesteuert.
Beim Arbeitsamt wurde ich dann im September 2006 einem ärztlichen Gutachten unterzogen, und wurde mit Einschränkungen für arbeitsfähig erklärt. Das musste auch so sein, sonst hätte ich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I gehabt - man wollte mich schon in Rente schicken.

Ich war dann bis Januar 2007 arbeitslos, und habe die Zeit genutzt, um meine Therapie fortzuführen.
Ab Januar 2007 habe ich mich im Rahmen des erlaubten Einkommens neben dem Arbeitslosengeld I nebenberuflich selbständig gemacht.

Ab Juni 2007 erhielt ich dann den Gründungszuschuss vom Arbeitsamt, und arbeite seit Juni 2007 selbständig.
Dazu habe ich einen 8-Stunden-pro-Woche-Minijob angenommen, um meine finanziellen Probleme in den Griff zu kriegen.

Jetzt ist es so, dass ich täglich etwa vier Stunden arbeite, und ich merke einfach, dass mehr noch nicht geht.
Mir geht es zwar deutlich besser, aber mehr als vier Stunden Arbeit sind noch nicht drin, ohne mich zu überfordern, und rückfällig zu werden.

Jetzt endlich kommt meine Frage:
Ab März wird der Gründungszuschuss auf 300¤ monatlich gekürzt.
Das bedeutet, dass ich ab März ein festes Einkommen von 600 ¤ - plus meine Einnahmen aus der Selbständigkeit.
Insgesamt werde ich Monat sicher nicht mehr als 800¤ haben
Und das reicht nicht.
Als Selbständige muss ich meine Sozialversicherungen selbst zahlen - und da reichen die 300¤ Rest-Gründungszuschuss vom Arbeitsamt einfach nicht aus.

Was also machen Menschen wie ich, die eine schwere gesundheitliche Krise überwunden haben, die Rente abwenden konnten, und sogar aus eigener Kraft wieder vier Stunden arbeiten können, aber mit dem Geld nicht auskommen?

Ich habe Angst.
Ich möchte mich auf keinen Fall jetzt gleich wieder übernehmen, nur um finanziell halbwegs über die Runden zu kommen.

Was also tun?
Gibt es eine Stelle in Deutschland, die Menschen wie mich finanziell fördert?
Ich brauche einfach noch ein bißchen Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen.

Ich hoffe sehr, dass jemand von euch einen Rat weiß...
Das System in Deutschland ist so kompliziert... dieser Wust von Ämtern, Versicherungen und Behörden.

Bitte helft mir!

Liebe Grüße von Eva




Antworten:

Hallo Eva,

:spos: :spos: :spos:

Ich freue mich, dass Du es bis dahin geschafft hast, wo Du jetzt bist. Du wirst Deinen Weg auch weiter gehen! Ohne Dich zu übernehmen, ohne Dich von Angst einengen zu lassen. Mit einer 'gesicherten' Diagnose einer generellen Angststörung ist es sicherlich doppelt und dreifach schwierig, sich über die Angst hinwegzusetzen, aber das ist der Weg.

Eine Stelle oder eine Organisation, die beim Wiedereinstieg in die eigene Existenzsicherung nach Überwindung einer Krankheit Hilfe bietet (ohne dass man sich dabei in Schulden stürzt), ist mir auf meinem eigenen langen Weg auch nicht begegnet. Letztlich war es nur die Unterstützung durch Freunde, die am holprigsten Teil des Weges soweit Entlastung schaffte, dass ich meinen Weg weiter gehen konnte, erfolgreich gehen konnte.

Für Dich sollte jetzt die Zeit kommen, wo die Erträge aus der selbständigen Arbeit langsam ansteigen. Darauf solltest Du bauen bzw. darauf solltest Du hinarbeiten und notfalls auch den Weg zur Arbeitsagentur nicht scheuen. Spiele Deinen Fall doch mal auf dieser Plattform durch, denn entsprechende Ansprüche müßtest Du eigentlich haben: [biallo.sueddeutsche.de]

Alles Gute und viel Erfolg weiterhin,
Monika







von Monika D. (Admin) - am 09.01.2008 13:27
Hallo Monika!

Vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Jaaaa, ich hab mir fast schon gedacht, dass es eine solche Stelle, wie ich sie suche nicht gibt.

Und - puhhh - der Gang zu Harz IV erscheint mir schon ziemlich hart.
*seufz*
Das ist irgendwie so gar nicht mein Ding.

Nachdem ich aber meinen Fall gerade über Deinen Link durchgerechnet habe, scheint es mir doch so, als wäre das erst mal der richtige Weg.
Ich habe da anscheinend tatsächlich Ansprüche.

*seufz* Es widerstrebt mir fürchterlich, aber ich werde mich da mal drum kümmern.

Du hast schon recht - wichtig ist momentan nur, dass ich meinen Weg weiterverfolgen kann. ( *lach* Das sind auch genau die Worte meiner Therapeutin... ;-) )
Und wenn es erst mal über Harz IV sein muss...

Monika, vielen herzlichen Dank für Deine Hilfe und Deine aufbauenden Worte!
Du hast mir wirklich schon viel geholfen! Ich danke Dir!

Liebe Grüße,

Eva

von urmeli_et - am 11.01.2008 13:11
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