Startbeitrag von Kerstinam 26.10.2002 18:45
Mein Sohn 5 Jahre, ich allein erziehend- der Ausgangspunkt.
Mein Sohn ist s e h r anhänglich, sehr schmussebedürftig und sehr verschlossen Fremden gegen über, allerdings möchte ich ihm dazu verhelfen etwas mehr selbstbewußtsein zu erlangen, wie z.B. im Schachverein, er bleibt nur da weil ich mit da bleibe.
Bei meiner Freundin bleibt er schon mal ohne mich, aber auch alleine draußen spielen (im Sommer) von 10 mal 7 mal mit mir, 3 mal max. 15 min.
Hilfe!!! Wie bekomme ich mein Kind zu etwas mehr Selbstständigkeit, damit auch mehr Selbstbewußtsein und damit auch etwas los zu lassen?
Ich liebe mein Kind überalles, wie jeder hier, aber auch loslassen gehört doch dazu, sein Kind zu lieben!
Bis bald Kerstin
erst einmal eine Frage vorweg. Besucht er einen Kiga? Denn dort lernt er doch automatisch mit anderen Kindern zusammen zu sein und mit denen zu spielen. Selbst wenn er nicht an vielen Spielen teilnimmt und evt. nur Beobachter sein sollte.
Wir haben unseren Sohn mit 5 J. zum Judo angemeldet. Auch er konnte sich in neuen Situationen Anfangs sehr schlecht von mir trennen. Aber das Judo macht ihm Spaß und hat ihm auch viel Selbstvertrauen gegeben. Dort lernen die Kinder mit anderen, auch viel größeren und älteren Kindern umzugehen. Sie bewegen sich, müssen Regeln einhalten, Diziplin lernen und den Umgang mit anderen Kindern. Vielleicht klingt es für dich anfangs noch sehr abwegig, aber evtl. ist dies ja der richtige Weg. Auf einen Versuch würde ich es ankommen lassen.
Gruß Manu
von Manu - am 26.10.2002 21:24
Selbstständigkeit - situationsabhängig
In gewissem Sinne wage ich zu behaupten, dass gerade bei hb Kindern (manchmal) die (besondere) Intelligenz einer (höheren) Selbstständigkeit im Wege stehen kann.
Beispiele: (ein paar 'kindliche' Gedanken)
Wozu soll ich denn das und das (jetzt) selbst tun/erledigen? - Mutti hat das doch auch bisher immer gemacht. Warum soll ich das jetzt tun? Es ist doch auch viel bequemer so.
Wozu soll das überhaupt gut sein? - Bei Dingen, die mir "unnütz" erscheinen, weigere ich mich eben einfach, diese zu tun. Ich werde mich schon durchsetzen - es hat ja auch bisher (fast) immer geklappt.
In diesem Sinne gilt manchmal das - vereinfachte - Motto: Das intelligente Kind lässt "arbeiten" - v.a. unangenehme Dinge erledigen. - Manche anderen -v.a. interessant(er)en - Dinge macht es lieber ganz "selbstständig" (und lässt sich ggf. gar nicht helfen).
Freundliche Grüße
c.
von c. - am 27.10.2002 01:43
Re: Selbstständigkeit - situationsabhängig
Du hast den "Nagel voll auf den Kopf getroffen"!
Ja, genau diese Begründung bekomme ich ab und zu, allerdings versuche ich zu argumentieren, "Mama zieht doch auch keiner an"; wenns ums anziehen geht.
Aber er nimmt es lieber in Kauf von "seinem" Schach weg zugehen, wenn ich nicht bleibe, obwohl er mittlerweilen doch alle kennt. Ist das ein "Druckmittel", mal schaun wie weit ich Mama beeinflussen kann oder wie soll ich das einordnen.?
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 27.10.2002 07:14
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Ja und Nein - "er geht in den KiGa!
Von meiner Seite eigentlich ja, von seiner Seite auf garkeinem Fall nein, aber das ist ein anderes Thema.
Ich hatte es schon mit Kinderturnen versucht, 3 Probestunden gab es, wir "brauchten" nur 2, leider. Auch hier wieder , es ist so laut, ich will lieber mit dir spielen und und und...
Ich werde es mal in Betracht ziehen ihm mal Judo oder andere "Kampf" Sportarten anzubieten, mit einer Probestunde, aber mir wird jetzt schon mulmig wenn er "kämpfen " soll, wo er das doch so ablehnt?
Was er für sein Leben gern machen würde, wäre Golf, aber ich bekomme das finanziell nicht abgedeckt.
Was käme da noch in Frage, günstig und realisierbar?
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 27.10.2002 07:23
sei mir bitte nicht böse, aber zu deinem thread fiel mir nur ein: wenn kinder oft nicht loslassen können, sind es meistens die erwachsenen, die ihrerseits nicht loslassen können...
nur so ein gedanke :-)
alles liebe kathrin
von Kathrin - am 27.10.2002 11:53
Sicherheitsbedürfnis hb Kinder
Kathrins Gedanke wäre ggf. eine mögliche Erklärung, auch deine Vermutung könnte denkbar sein.
An meiner vorsichtigen Formulierung wird du aber festgestellt haben, dass ich selbst nicht (direkt und in erster Linie) in dieser Weise dachte.
Man sollte bei der Suche nach Ursachen für das beschriebene Verhalten nicht vergessen, dass Kinder eine (ganz) andere Sichtweise von einer Situation haben können als Erwachsene, die (ja nur) versuchen (können), sich in die Situation von Kindern zu versetzen.
Ich selbst hatte eher daran gedacht, dass sich Raphael wohler und sicherer fühlt, wenn er davon überzeugt ist, dass du (als wahrscheinlich wichtigste Bezugsperson überhaupt) in der Nähe bist und er sich "im Notfall" an dich wenden kann. Es gibt ihm einfach Sicherheit, d.h. das Gefühl, nicht allein (ausschließlich) auf sich selbst gestellt zu sein. Und da muss von Seiten des Kindes keine vermeintliche oder tatsächliche Gefahr lauern (oder vermutet werden können), damit es zu solch einem Verhalten kommt. - Dass er "alle" Anwesenden dort "kennt" genügt eben nicht.
Über mögliche Trennungsängste wurde ja schon an anderer Stelle einmal diskutiert. - Meiner Meinung nach geht das hier in die gleiche Richtung.
Wenn ein Kind eine erwachsene Vertrauensperson in der Nähe weiß, dann hat es auch nicht so große Angst davor, von anderen (vor allem noch nicht Erwachsenen) schlecht behandelt zu werden (z.B. Hänseln u.Ä.). - Mögliche Denkweise: So lange meine Mama in der Nähe ist, werden es die "Anderen" (Kinder) kaum/nicht wagen, mich auf irgend eine Weise anzugreifen. - Bei hoher Sensibilität (und somit Verletzlichkeit) ist das von ganz großer Bedeutung.
Freundliche Grüße
c.
von c. - am 27.10.2002 12:59
Wenns so einfach wäre!
Ich habe schon ein paar mal geredet mit Ihm, aber er sagt dann ja und wenns soweit ist, "Mama bleib doch bitte hier.
Es ist schon so wie "c." geschrieben hat, Sicherheitsgefühl, er ist nun mal der kleinste und mit dem Selbstbewußtsein ist es leider nicht weit her.
Aber wie bekomme ich das gestärkt?
Ich möchte ihm schon gern mal diese oder jene Verantwortung auftragen, aber ...
Gib mir doch mal brauchbare Tipps, und serviere mich nicht einfach mit diesem Satz
"Wenn Kinder nicht loslassen können ..." ab.
Damit ist mir nicht geholfen.
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 27.10.2002 15:58
Re: Sicherheitsbedürfnis hb Kinder
Vielen Dank für deine Gedanken.
Nun nur noch eine kleine Frage hinten dran: wie schaffe ich es ihm etwas mehr Selbstbewußtsein und damit mehr Selbstständigkeit zu vermitteln ?
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 27.10.2002 16:38
ich neige leider auch dazu nicht so einfach loslassen zu können (und beobachte bei meiner Tochter, dass sie sich diese Verhaltensweise schon ganz genau von mir abgegeguckt hat. Erschreckend!)
Es wurde mir mehrmals in der konkreten Situation gezeigt und erklärt, bevor ich zugeben konnte, dass das Problem wirklich bei mir liegt oder zumindest sehr von meinem Verhalten abhängt. Versuche also Kathrins Worte nicht als so verletzend zu empfangen, sonder denk in Ruhe nach (wenn ich mir mit deinen eigenen Worten helfen darf ;)), wie du dich in jedem konkreten Fall verhälst. Leider ist es nun mal so, dass wir uns hier nicht kennen und Situationsbezogene Tipps (wie in diesem Fall) sehr schwierig geben können, da wir die Situationen nur theoretisch kennen.
Also überlege dir, was du machst, wenn dein Sohn dich fragt bei ihm zu bleiben? Gibst du immer nach? Redest du nur mit ihm und machst letzendlich doch was er möchte? Wie ernst und wie oft hast du versucht mal anders zu machen als gewöhnlich (um ihm zu zeigen, dass es doch geht und das es doch gar nicht so schwierig war - ein tolles Gefühl für das Kind!)? Er ist fünf (oder?) und schlau und es wird bald die Situationen geben wo ihr beide keine Chance mehr habt. Ich weiß wie es ist, den ganzen Vormitag bei der Arbeit zu sitzen und Minuten zählen, bis der Unterricht endlich zu Ende ist und die Kleine "befreit" werden kann! Und ich habe gelernt, dass ich es ihr ZEIGEN muss, wie mann loslässt.
Also ein bisschen konkreter versuche ich jetz doch, ob du es gebrauchen kannst, weiß ich nicht. Bei uns hat z.B. prima geklappt, wenn jemand anders sie dahin (woauchimmer) gebracht hat. Ob Papa, Oma odar eine andere vertraute Person, war fast egal. Sie hat sich dann sehr gefreut von Mama abgeholt zu werden. Ist da jemand der in Frage käme? Wenn ihr ein "Papa-Tag habt" kann man das gut kombinieren, z.B. er bringt ihn hin, du holst ihm ab (entschuldige, wenn ich jetzt in deine Intimsphäre eindringe, ich versuche nur was brauchbares zu schreiben, als Hilfe und Anregung).
Vielleicht unternimmt er gerne was mit einem anderen Kind zusammen, da brauchst du dann auch nicht immer dabei sein, sonder überläst du die ganze Aktion den Eltern von dem anderem Kind (ihr könnt euch ja abwechseln oder so).
Und noch was, was ich bei meiner extrem sensiblen und schüchternen Tochter gelernt habe: selbstbewusst ist nicht gleich selbstständig, hat nicht unbedingt was miteinander zu tun. Meine ist eigentlich sehr selbstbewusst, sie weiß genau was sie kann und was nicht, sie lässt sich daran von keinem (auch nicht von größeren Kinder) verunsichern und wenn sie es für angebracht hält und sich sicher fühlt, zeigt sie es auch. Trotzdem wirkt sie oft als gar nicht selbstständig (aber nur wenn Mama dabei ist!).
Also noch mal: überlege es dir, WAS er schon kann und was nicht und vor allem WANN er das kann und wann nicht. Du weißt dann am besten was und wann du ihm zumuten darfst, ohne dabei zu sein.
Ich hoffe, dass du hiermit doch was anfangen kannst, schöne Grüße, Aleks
von Aleks - am 27.10.2002 20:00
ich hätte dir sicherlich brauchbare tipps geschrieben, wenn ich welche hätte. ich habe deinen thread gelesen und nur dieser eine gedanke ist mir eingefallen, außerdem hatte den noch keiner der anderen angesprochen. manchmal bedarf es eben auch mal nur einer anderen sichtweise für ein problem und nicht gleich ein fertiges konzept. ich habe dich nicht abgespeist.
kinder sind die spiegel unserer seele. und genau darauf war mein gedanke bezogen. um noch deutlicher zu werden, gibt es dinge/situationen/personen/erfahrungen, die du nicht loslassen kannst?
vielleicht kannst du damit mehr anfangen.
liebe grüße kathrin
von Kathrin - am 27.10.2002 20:02
Vielen Dank für deinen Beitrag, er hat mir auf jeden Fall geholfen.
Ein Denkanstoß!
Leider gibts bei uns keine Oma, Opa mehr. Auch ein Papa gibt es nicht, der hat mich im schwangeren Zustand verlassen. Klingt jetzt vielleicht frustriert, aber ist eigentlich nicht so.
Aber du hast schon Recht ,vielleicht habe ich wirklich eine "Unterbewußte "-Angst
eine "Verlustangst", vielleicht sollte ich wirklich erst einmal an mir "arbeiten", bevor ich irgentetwas von meinem Kind erwarte, wozu ich selbst nicht richtig fähig bin.
Nun gut, ich denk drüber nach und werde überlegen, wie ich den ersten Schritt in die richtige Richtung machen kann.
Leider ist da keiner da ,mit hinbringen in KiGa was schon mal eine Möglichkeit wäre.
Aber vielleicht fällt mir ja noch was anderes ein?
Auf jeden Fall Danke!
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 27.10.2002 22:31
Danke für deinen Beitrag.
Ich werde drüber nachdenken, aber es ist nicht immer alles so leicht wie es im ersten Moment ausschaut.
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 27.10.2002 22:37
schwaches Selbstbewusstsein hb Kinder - mögl. Ursachen
Ich glaube behaupten zu können, dass gerade hb Kinder - mehr als andere Kinder - eher Schwierigkeiten mit ihrem Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein haben. Dass auch andere Probleme mit dem Selbstbewusstsein haben, siehst du unter anderem an folgendem Beispiel: "Selbstbewusstsein". In diesem Fall hatte ich eine etwas längere Antwort, die du dir ja zusätzlich einmal durchlesen (oder auch nur überlesen) kannst.
Im Unterschied zu "normalen" Kindern, die sich auch bei der "Bewältigung" relativ "einfacher" Aufgaben/Fragen anstrengen müssen, stellen die selben Aufgaben/Fragen für hb Kinder kaum eine Herausforderung dar. - Wenn hb Kinder diese Aufgaben (richtig) lösen und die Fragen (korrekt) beantworten und es ihnen kaum Mühe bereitet, dann halten sie das für nichts Besonderes. Vor allem kleiner hb Kinder können es dann oft nicht verstehen, warum die anderen so langsam und so "schwer von Begriff" sind.
Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Damit das Gefühl entstehen kann: "Ich habe etwas Besonderes geleistet und kann aus diesem Grund stolz auf mich sein", scheint es unbedingt notwendig zu sein, dass hb Kinder sozusagen - leistungsmäßig - an ihre Grenzen gebracht werden. Sie brauchen anspruchsvollere 'Aufgaben', bei denen sie sich ("einmal") richtig anstrengen müssen. Wenn sie diese dann "bestehen", kann sich ggf. eher so etwas wie Selbstbewusstsein bilden/verstärken.
Was Selbstbewusstsein in Zusammenhang mit Selbstständigkeit betrifft, so stimme ich Aleks' Aussage zu, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun haben muss.
Vielleicht haben andere Forums-Teilnehmer noch ganz andere Meinungen oder Ideen hierzu.
Zum Schluss eine ganz persönliche Meinung: "Mehr zu wissen hat eher zur Folge, dass das eigene 'Selbstbewusstsein' Einbrüche erleidet, als dass es dieses stärken würde. Der 'immer mehr Wissende' erkennt immer deutlicher, dass die Menge an dem, was er nicht weiß, ja nicht einmal wissen kann, immer größer wird (zu werden scheint), je mehr er weiß. Denn er wird mit immer mehr nicht zu beantwortenden Fragen konfrontiert. - Im immer stärker werdenen Bewusstsein, in welchem Maße er ein 'Unwissender' ist, wird das konkrete Handeln (immer) schwerer, denn: Welche sinnvolle und rechtfertigenden Gründe sollte er für sein Handeln noch angeben können/haben, die nicht auf einfache Weise widerlegt werden können? - Die Unsicherheit kann (in bestimmten Bereichen) größer werden."
Die Unwissenden sind sich ihrer Sache immer sicher.
Nur intelligente Menschen haben Zweifel.
George Bernard Shaw
Freundliche Grüße
c.
von c. - am 27.10.2002 23:39
Re: schwaches Selbstbewusstsein hb Kinder - mögl. Ursachen
ich stimme dem zu, dass HB-Kinder Situationen oft anders sehen und auch ausnutzen. Während der Kiga-Zeit unseres Sohnes wussten wir nichts von seiner HB (ich habe es eher erahnt). Er hat es sich immer sehr leicht gemacht, ob es um Schuhe- o. Jackeanziehen ging oder auch andere Dinge. Mama war ja schließlich da. Mit 4,10 J. haben wir dann von seiner HB erfahren und mussten schnell reagieren. Jetzt musste er viele Dinge alleine können, da er zur Schule ging, die er vorher nicht machen wollte. Auch haben wir ihn zu einigen Aktivitäten angemeldet, bei denen ich nicht anwesent sein durfte. Es war anfangs (2 bis 3 mal) eine harte Zeit mit vielen Tränen, da er es auch nicht gewohnt war, Dinge alleine zu tun. Nachdem er aber festgestellt hatte, dass es gar nicht schlimm ist, wenn Mama nicht ständig dabei ist und ihn auch immer pünktlich abgeholt hat, fand er es auch ganz toll. Diese Zeit war für uns beide nicht einfach, da ich mich auch als Rabenmutter angesehen habe, die ihr Kind weinend zurück lässt. Aber dies war für uns beide sehr wichtig, er ist dadurch ein sehr selbständiger Junge geworden, der weiss, wenn etwas neues kommt, dass er es bewältigen kann und auch Spaß machen wird. Manchmal muß man hart sein, ob man will oder nicht. Ich wüsche Dir gute Nerven.
Gruß Manu
von Manu - am 28.10.2002 07:48
Re: Los-lassen:etwas mehr Selbstständigkeit-der brutale Weg
Dein Problem ist gar nicht so selten. Ich habe alle Meinungen hier dazu gelesen. Du schreibst du hast niemanden, der deinen Sohn irgendwohin bringen kann. Was ist mit deiner Freundin? Kannst du nicht mal so krank (beschäftigt ...) sein, dass sie einspringen "muss"? Geht er nachmittags nie zu einem Freund zum Spielen, ohne dass du dableibst? Wie erledigst du deine Weihnachtseinkäufe?
Ansonsten hilft nur die brutale Methode. Die würde ich aber nicht beim Schachverein anwenden, wo viele Ältere sind, die würden deinen Sohn nur als Heulbaby bezeichnen. Gut eignen sich Musikalische Früherziehung, Kunstkurse oder andere wahnsinnig spannende Kurse (z.B. Volkshochschule, Familienbildungsstätte), die für diese Altersgruppe gedacht sind. Vielleicht bietet ja jemand Weihnachtsbasteln oder Ähnliches an. Sprich mit ihm was ihm Spaß machen würde, vermeide das Thema allein dabeibleiben möglichst. Zum ersten Termin bringst du ihn hin und verkündest, dass du gehst und ihn pünktlich abholst. Beginnt er zu weinen drücke ihm eine Packung Taschentücher in die Hand und sage, er könne ja anfangen, wenn er fertig wäre mit weinen.
Er hält den Kindergarten ja auch durch und kennt die Situation von dort. Du musst nur pünktlich wieder da sein und es alles als völlig selbstverständlich hinstellen. Ich konnte es bei meiner Tochter auch nicht mehr ertragen. Sie hat dann kurz geweint, aber beim dritten Mal gab es schon kein Problem mehr.
So brutal wie es zuerst kling ist es nicht. Die Trennungsangst kann auch schnell zu einem Ritual werden und es wird immer schwieriger daraus heraus zu kommen. Es muss nur dein fester Wille sein.
Ich wünsche dir ruhige Einkaufszeiten oder viel Spaß beim Kaffee trinken während dein Sohn macht, was ihm Spaß macht
Marion
von MarionPE - am 28.10.2002 08:50
Re: schwaches Selbstbewusstsein hb Kinder - mögl. Ursachen
Es gibt Worte die können so gut tun, Danke :spos: :)
Noch kurz zum "Mehrwissen", es stimmt schon, desto mehr man dazu weiß, desto weniger sagt man, zumindestens geht es mir so und ich verstehe dann die simpelsten Darstellungen nicht mehr, weil mir jede Logik dazu fehlt und ich es dann einfach Nicht mehr verstehe.
Ist dann doch nicht so einfach, wenn ich es so recht überlege.
Es ist oft das Einfache, das schwer zu verstehen ist.
Auf jeden Fall ein ganz liebes Dankeschön, für die wohl überlegten und vorallem gut tuenden Worte!
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 28.10.2002 10:10
Re: schwaches Selbstbewusstsein hb Kinder - mögl. Ursachen
Vielen Dank für deinen Beitrag.
Nun ist es leider so das wir fast jeden Tag im KiGa schon Tränen haben, außer er weiß es wird ein Arbeitsblatt gemacht oder Entspannungsstunde (kleine Turnmatten im Kreis, Kinder auf den Rücken, Augen zu und es wird eine Geschichte vorgelesen), diese Dinge mag er sehr gerne, aber im KiGa rumtoben oder im Gruppenraum, wo es relativ laut werden kann ist ihm ein Gräul.
Ich versuche den Mittelweg zufinden, um ihn nicht unbedingt aus dem KiGa raus nehmen zu müssen, weil ihm damit auch nicht unbedingt geholfen wäre.
Nun gebe ich mit Erlaubnis kleine "Arbeitshefte", also eins pro Tag mit, an denen andere Kinder allerdings auch großes Interesse finden , was den positiven Nebeneffekt hat, das Sie es zusammen machen können.
Außerdem habe ich es geschafft, daß jetzt jeden Mittwoch, für die Vorschulkinder 1 Stunde Schach, von Raphaels Jugendleiterin im KiGa vermittelt wird, außerdem bekommt in diesem Zusammenhang der Kiga 5 kopl. Schachbretter vom Verein geschenkt, wovon auch Zukunftsdenkend andere Kinder auch noch profitieren.
Mir gehts nicht in erster Linie alles nur für Raphael ins Lot zu bekommen, sondern wenn man es schafft wie o.g. Bespiel andere Kinder miteinzubeziehen, hat mein Kind trotz allem am meisten davon, sozialen Kontakt mit anderen Kindern, was ich ihm zuhause nicht geben kann.
Was sportliche Dinge angeht, gibt es Kinder, so auch mein Kind die für gewisse Sachen einfach nicht geeignet sind.
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 28.10.2002 10:34
aus welcher Ecke von Deutschland schreibst Du? Evtl. ist dann ja ein direkter Austausch mit Forum-Mitgliedern möglich.
Gruß Manu
von Manu - am 28.10.2002 10:41
Re: Los-lassen:etwas mehr Selbstständigkeit-der brutale Weg
Auch dir vielen Dank für deinen Beitrag.
Was die Freundin angeht, die eine ist selbstständig und permanent unterwegst ,also nichts regelmäßiges und die andere holt ihr Kind zu diesem Zeitpunkt ab.
Außerdem kommt die Problematik noch erschwerend dazu, der er eh nicht unbedingt gehen möchte und ich schätze, daß meine Freundinnen restlos überfordert wären, wenn das geweine wieder losgeht und das bitten und betteln, ihn wieder mitzunehmen.
Was Weihnachts-Geburtstagsgeschenke angeht, organisiere ich das weitestgehend in der Zeit wenn er im KiGa ist.
Größere Sachen lasse ich mir abends bringen (ich habe einen guten Freund dem gehört ein Spielwarengeschäft, da ist auch nach Geschäftszeiten was möglich).
Was Pünktlichkeit angeht hat Raphael noch nie 1 minute warten müssen, er ist prinzipiell das erste Kind was Nachmittags abgeholt wird (seine KiGazeit 13.00-16.15).
Was das spielen bei anderen Freunden anbetrifft, bleibt er ohne Probleme alleine dort, mit ausgemachter Uhrzeit, die er ja fast (außer Sekunden) kennt, also für ihn und für mich verbindlich.
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 28.10.2002 10:54
Wir wohnen in Bayern-Schwaben.
Bis bald Kerstin
von Kerstin - am 28.10.2002 13:13