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Informationen zum Thema:
Forum:
Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
rosenfee, marianne, Annette, g.sander, betty, Hujan, Aleksandra, Anne2

Frage zu einem IQ Test

Startbeitrag von rosenfee am 16.09.2003 07:45

Hallo, ihr erfahrenen Forumsteilnehmer

ich habe eine Frage an euch:

mein Kind wurde wegen des verdachts auf hochbegabung/underachiever getestet.
beim test wurden ihm natürlich zuerst die leichten fragen vorgelegt.
die waren alle falsch beantwortet.
der tester hat dann sozusagen als abschluss die schweren fragen vorgelegt. die konnte mein kind. es ging überwiegend um die zuordnung von symbolen etc.

da der tester aber bei den falschen leichten symbolen bereits sozusagen einen endstand errechnete, sind die schweren ja gar nicht mehr gewertet worden.

gibt das nicht einen vollkommen falschen wert wieder?

was meint ihr?

Antworten:

Hallo Rosenfee,

ich bin nicht so erfahren, da nur mein älterer Sohn getestet ist und dieser Test ist meiner Meinung nach auch in die Hose gegangen, auch wir haben nur schlechte Auswertungserfahrung gemacht.

Aber nach allem was ich kenne oder gelesen habe, ist ein erfahrener Psych, der sich mit der Hb-Thematik auskennt, nicht so vorschnell, ein Ergebnis zu finden, bevor er den Test beendet hat. Wie genau war denn da die Testsituation? Und welcher Test ist gemacht worden? War es ein Hb-erfahrener Tester? Warum ist dein Sohn getestet worden und wie alt ist er?

Wenn dein Sohn ein Underachiever ist, kann das Ergebnis höchstwahrscheinlich nur das Minimum an Intelligenz zeigen. Ich habe es so bei meinem Sohn erlebt, ich glaube fest daran, dass er nicht alles gezeigt hat, weil er es wichtig findet, nicht anders zu sein, sondern lieber wie alle anderen.

Schreib doch mal mehr.

Liebe Grüße Jutta

von Hujan - am 16.09.2003 11:30
Hallo JuttaK,

also der Test war wohl ein sogenannter sprachfreier Test CPm heißt der, glaub ich.
Der Tester? Keine Ahnung, ob der erfahren war. Er tat zumindest so.

Kind war zur Diagnostik da, weil es - naja, eben anders ist.
Dachte an ADS, an leichtes Asperger oder so. Oder einfach psychische Probleme.
Wurde vom Kinderarzt dorthin überwiesen.
Kind ist 12 und massiv vorpubertär.

UnderachieverVermutung kommt aus der Schule, weil die Leistungen nicht zu seinem Sprachniveau passen. Totale Verweigerung kommt da auch vor, insgesamt aber mittelprächtige Schulleistungen.

Auffallend für mich war einfach folgendes:

Kind bekam eine Mappe mit Symbolen gezeigt, sollte die passenden aus einer Liste zuordnen.
Die einfachen Symbole hat das Kind sehr schnell und sehr oft falsch zugeordnet.
Die schwierigen waren richtig, wohl weil es überlegen musste, was es bei den leichten nicht gemacht hat.

Findest du das nicht auch seltsam?
Ist übrigens oft auch in der Schule so, leichte Aufgaben falsch oder gar nicht gemacht - schwere richtig!
Versaut halt immer die Note.
Ist das bei euch auch so?

von rosenfee - am 16.09.2003 12:07
Hallo Rosenfee,

es ist nicht ungewöhnlich, dass gerade sehr intelligente Kinder viele Fehler bei leichten Aufgaben machen und erst bei schweren richtig arbeiten können. Wurde auch hier schon öfter darüber diskutiert.

Was euren Test angeht, bezweifle ich auch, dass ein seriöser Tester einen Endwert ermittelt, ohne dabei den ganzen Test zu beachten. Vielleicht handelt sich um einen Missverständnis?
Warum wurde ein 12-jähriger mit einem Test getestet, dessen Einsatzbereich in dem Alter von 3,9 bis 11,8 Jahren liegt? Es scheint mir, als ob der Tester was anders testen wollte und nicht ob dein Sohn eventuell hb ist. Dazu gibt's nähmlich "bessere" Tests. Was hat er denn dannach gesagt? Wenn da ADS im Spiel war, musste er dazu doch auch was sagen.
Ich bin sowieso eher skeptisch wenn's um testen geht und CPM ist meiner Meinung nach nicht besonders geeignet um hbs rauszufinden.

Vielleicht hilft dir diese Beschreibung des Tests:

Das Verfahren:
Die Coloured Progressive Matrices (CPM) wurden zur sprachfreien Erfassung des allgemeinen Intelligenzpotentials entwickelt.
Sie eignen sich gut zur Anwendung bei Personen, die die deutsche Sprache
weder ausreichend sprechen - noch verstehen, bei Personen, die unter körperlichen Behinderungen, Aphasie oder Zerebralparese leiden, oder gehörlos sind, und bei geistig behinderten Personen, bei denen ein Nachlassen der intellektuellen Fähigkeiten unterstellt werden kann.
Die CPM bestehen aus 36 Items in drei Sets zu je zwölf Items: Set A, Set Ab und Set B. Sie sind so angeordnet, dass die wichtigsten kognitiven Prozesse, die Kinder im Alter unter 11 Jahren im Allgemeinen beherrschen, gemessen werden können. Die drei Sets geben der Testperson drei Möglichkeiten, eine konsistente Methode des Denkens zu entwickeln.

Der Test als Ganzes mit seinen 36 Items wurde für eine möglichst genaue Leistungsbeurteilung der kognitiven Entwicklung bis zum Stadium voll entwickelter intellektueller Fähigkeiten konstruiert.
Der Test kann mittels eines Testheftes vorgelegt werden oder in der «Board-Form», eine Version des Tests, die das Einfügen der Antwortmöglichkeiten nach Art eines Puzzles erlaubt. Die zur Auswahl stehenden Antwortmöglichkeiten befinden sich auf beweglichen Teilen, die in das Muster eingefügt werden können. Die Board-Form ermöglicht unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit und Sprache eine verständliche Demonstration der Testaufgaben und ist darüber hinaus einer der wenigen Tests die mit zufriedenstellenden Ergebnissen bei Personen mit Teillähmungen, Taubheit oder Sprachstörungen angewendet werden können. Die Parallelform, die 1998 publiziert wurde, entspricht der Struktur der Aufgaben und den Anforderungen an den Lösungsprozess genau der «klassischen» Form, ermöglicht aber eine Testwiederholung, ohne dass das Testergebnis durch Erinnerungseffete beeinflusst wird. Die Auswertung erfolgt manuell mittels Durchschreibeantwortbögen mit
integriertem Lösungsschlüssel.

Normen:
Prozentränge für die Altersgruppen 4 bis 11 Jahre in Halbjahresabständen (N=1.218).

Bearbeitungsdauer:
Etwa 20 bis 30 Minuten (eine Zeitbegrenzung ist nicht vorgesehen).

Gruß, Aleks

von Aleksandra - am 17.09.2003 14:54
Naja, der ganze Vorgang hat kaum 15 Minuten gedauert.

Das Blöde ist, das ich echt keine Lust habe nochmal woanders hinzugehen.Mein Kind denkt ja es wäre nicht normal, wenn ich jetzt anfange von Arzt zu Arzt zu laufen.

Ich wollte eigentlich nur wissen, ob das ein ernstzunehmender IQ Test war.
Wars wohl nicht.
Jetzt les ich erst mal hier im Forum alles durch, dann weiß ich vielleicht mehr.

Jedenfalls Danke für die Auskünfte.
rosenfee

von rosenfee - am 18.09.2003 14:17
ich glaube nicht, dass man bei einem knapp 15 minuten andauerndem test von einem ernstzunehmenden IQ test reden kann.
aber das weisst du bestimmt selbst ;-) .
wenn du wirklich genaueres wissen willst, musst du einen fachmann für hochbegabung aufsuchen, das ist meist privat und muss dementsprechend bezahlt werden.
dann erhälst du aber auch einen qualifizierten test, ein gutachten, ein begabungsprofil, eine auswertung, ein gespräch - so sollte es jedenfalls sein!
alles andere ist grob fahrlässig und hilft nicht weiter-das verwirrt nur um so mehr.

von betty - am 18.09.2003 15:44
Hallo Rosenfee!

der CPM an sich ist schon ein ernstzunehmender Test, aber eher für kleine Kinder. Weitaus angebrachter wäre bei Deinem Sohn eher der APM (dieser ist für überdurchschnittlich Begabte) oder der normale Raven-Test gewesen. Warum der Psychologe bei einem 12-jährigen den CPM einsetzt, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

Dieser Test läuft aber so ab, daß schon alles gewertet wird, es gilt einfach die Gesamtsumme richtig gelöster Aufgaben. Somit kann die anfängliche Nachlässigkeit Deines Sohnes das Ergebnis natürlich sehr runterziehen. Als ich 5 war, wurde dieser Test mal bei mir gemacht, und da ist genau das gleiche passiert, ich war leicht überdurchschnittlich, aber nicht besonders, und erst viel später wurde ich hochbegabt diagnostiziert. Ich würde vorschlagen, ihr geht zu einem spezialisierten Psychologen oder einer guten Beratungsstelle. Ansonsten ist Mensa eine Lösung, die machen da auch Intelligenztests (allerdings erst ab 14, glaube ich), die sollten aber auf jeden Fall Ahnung davon haben.

Einen CPM bei einem 12-jährigen unter den Bedingungen, die Du schilderst, mußt Du nicht allzu ernst nehmen.

von Anne2 - am 18.09.2003 17:06
Naja, ich weiß nicht genau ob das der Cpm Test oder ein anderer war.

Habe jetzt einen Termin beim Kinderarzt, der ja diesen Tester empfohlen hatte.
Mal sehen was der sagt.

Ich habe aber für mich beschlossen alles so zu lassen wie es ist.
Mittelgute Noten in der Schule sind in Ordnung für uns.Mein Kind fühlt sich auch gut, so wie es jetzt ist.
Was brauchen wir da einen Test.

Vielleicht kommen einige Dinge auch daher, dass wir allein miteinander sind. Natürlich rede ich mit meinem Kind wie mit einem Erwachsenen, aber als Alleinerziehende neigt man halt dazu.

Wenn ich eure Beiträge hier lese, dann denke ich auch nicht das mein Kind HB ist. Zum Glück, muss ich fast sagen.
Trotzdem danke hier allen rosenfee

von rosenfee - am 19.09.2003 06:45
Intelligenztest: ist als einziges Identifikationsverfahren auch nicht geeignet,
da hohe Intelligenz nicht immer der Hochbegabung gleichzusetzen ist.

von g.sander - am 21.09.2003 13:26
Hallo alle,

hab da einige schöne Seiten über Tests, ihre Zuverlässigkeit und die Kunstfehler, die beim Testen gemacht werden, gefunden:
[www.phf.uni-rostock.de].
Da fand ich alle die Fehler wieder, die bei den Tests bei meinem Großen gemacht wurden.
So, jetzt muss ich zum Kieferchirurgen und hoffe, dass der keinen Kunstfehler macht.

Tschüss Marianne

von marianne - am 23.09.2003 07:11

Hallo rosenfee,

Du solltest Dir überlegen, warum Du diesen Test machen willst. Möchtest Du herausfinden, worher mögliche Schulprobleme kommen, oder warum Dein Sohn in der Schule viel weniger leistet als er eigentlich könnte. Dann solltest Du bei einem erfahren Psycholgen einen neuen Test machen lassen. Aber besprich das vorher mit Deinem Sohn was ihr wollt.
Meine Tochter wurde erst mit 13 J. als hb erkannt. Sie verhielt sich in der Schule ähnlich wie Dein Sohn, hatte die Tendenz zum Underachiever. Nach dem Test hat sie auf eigenen Wunsch eine Klasse übersprungen und seitdem geht es ihr besser und uns auch.

Alles Gute für Eure Zukunft wünscht Euch Annette

von Annette - am 27.09.2003 19:48
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